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money-baer Insider
Anmeldungsdatum: 28.02.2002 Beiträge: 779 Wohnort: /Mfr.
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Verfasst am: 18.März 2003 15:41 Titel: ANOMALIE zw. Rohstoffpreisen und Aktienwerten = Chance |
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Montag, 17. März 2003
Rohstoffpreise, Wachstum und Inflation
von Andrew Kashdan
Die US-Wirtschaft, einst der Wachstumsmotor der Welt, stottert. Das führt dazu, dass die meisten Ökonomen ihre Prognosen einer starken, selbstlaufenden Erholung (die schon hätte beginnen sollen) revidieren. Die Frage, die ich stelle, lautet: "Können die Rohstoffpreise in diesem Umfeld weiter steigen?" Um meine Antwort vorwegzunehmen: Ja.
Es ist klar, dass langfristig die Rohstoffpreise bei starkem Wirtschaftswachstum steigen und bei schwachem Wirtschaftswachstum fallen. Aber der der Index der Rohstoffpreise folgt eher dem nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) als dem realen BIP. Das ist nicht allzu überraschend, denn der Rohstoffpreisindex misst ja den Preis eines Korbs von Rohostoffen. Mit anderen Worten: Die Inflation bestimmt die Rohstoffpreise stärker als das eigentliche Wirtschaftswachstum.
So hatten die steigenden Rohstoffpreise im letzten Jahr nur wenig mit dem Wirtschaftswachstum zu tun. In den letzten Quartalen hat sich das Wirtschaftswachstum laut dem "Economic Cycle Research Institute" abgeschwächt. Dennoch sind die Rohstoffpreise weiter angezogen, unabhängig von den Wachstumsaussichten der Wirtschaft. Seit Jahresbeginn hat der Rohstoffpreisindex fast 30 % zugelegt. Gleichzeitig sind sowohl die tatsächliche als auch die erwartete Inflationsrate gestiegen. Steigende Inflation scheint die Botschaft der steigenden Rohstoffpreise zu sein.
Eine einzige Zentralbank hat auf die Gefahren einer drohenden Inflation bereits reagiert. Übrigens seit längerem: Die kanadische Zentralbank hat ihre Leitzinsen bereits um 1/4 Prozentpunkt erhöht, auf 3,25 %. Anfang 2002 standen sie noch bei 2,00 %. Die kanadische Inflationsrate liegt bei 4,5 % und damit auf 12-Monats-Hoch, größtenteils dank der gestiegenen Öl- und Gaspreise.
Die derzeitige Rally bei den Rohstoffpreisen scheint eher das Wiederauferstehen der Inflation als das Wiederanziehen der Weltwirtschaft widerzuspiegeln. Und wenn sich der Fed-Gouverneur Ben Bernanke mit seinen Ansichten durchsetzen kann – er will die "Notenpresse" anwerfen, um die Deflation zu bekämpfen – dann kann die Rally bei den Rohstoffpreisen noch weit laufen. Ein Aspekt der derzeitigen Rohstoffpreis-Rally ist von vielen gar nicht wahrgenommen worden: Es ist nicht nur der Ölpreis, der steigt. Fast alle Rohstoffpreise ziehen deutlich an.
Merkwürdigerweise haben nur wenige Rohstoffaktien diesen Preisanstieg nachvollzogen. Und diese bizarre Divergenz könnte eine außergewöhnliche Investmentgelegenheit sein, sogar für die Vorsichtigsten unter den Rohstoffpreis-Bullen. Wenn man der Rohstoffpreis-Rally vertrauen kann, dann gibt es zahlreiche Rohstoffaktien, die man kaufen sollte.
Nehmen wir nur einmal die Aktien aus dem Sektor Erdgas. Die Erdgas-Preise sind in den letzten 18 Monaten um 260 % explodiert – im gleichen Zeitraum ist der Index der Erdgas-Aktien um 8 % gefallen! Ein ähnliches Muster sieht man am Ölmarkt. Seit Ende 2001 ist der Index der Ölaktien per saldo gefallen, trotz des deutlichen Ölpreisanstiegs.
Auch der Index der Goldminenaktien hat seit seinem Top im Mai 2002 mehr als 14 % abgegeben, während der Goldpreis seitdem trotz des jüngsten Rückgangs immer noch 7 % zugelegt hat. Der Fondsmanager Paul Stuka schrieb dazu im Barrons-Magazin: "Das ist eine reale historische Anomalie, denn die Goldminenaktien sollten eigentlich sogar 2 bis 3 Mal so schnell wie das Edelmetall selbst steigen." Leider ist der Goldpreis im letzten Monat oder so um 5 % gefallen, während der Index Goldminenaktien um 12 % zurückgekommen ist.
Die Underperformance der Rohstoff-Aktien diskontiert das "worst-case"-Szenario. Das ist witzig; denn ich denke, dass das "best-case"-Szenario für die Rohstoffe wahrscheinlicher ist. Ein temporärer Rückgang der Gaspreise wäre angesichts der jüngsten Rally nicht überraschend. Aber ich denke, dass wir es hier mit einem richtigen Bullenmarkt zu tun haben. Deshalb denke ich, dass die Erdgas-Aktien zu billig sind, da sie das "worst-case"-Szenario einpreisen. Das "worst-case"-Szenario hingegen ist meiner Meinung nach höchst unwahrscheinlich.
Die schlechte Performance dieser Aktien ist deshalb eine goldene Gelegenheit. Die Investoren haben die Chance, mit großen Discounts in einen boomenden Bullenmarkt einzusteigen. Angesichts der niedrigen Bewertungen der Rohstoffaktien und der inflationären Gefahren sowie einer langfristig abzusehenden Knappheit an Rohstoffen sollte die "Rohstoff-Party" erst beginnen ...
Quelle: Investor`s Daily
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... könnte eine historische Chance des Einkaufs sein! |
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