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CRUCELL NV

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7542

BeitragVerfasst am: 14.Jun 2008 19:46    Titel: CRUCELL NV Antworten mit Zitat

Ein weitgehend unbekanntes Biotech-Unternehmen, ist der Impfstoffspezialist Crucell aus den Niederlanden. Das Unternehmen aus Leiden ist ein Spezialist für Infektionskrankheiten und Impfstoffe.

Das Unternehmen mit über 1.100 Mitarbeitern hat sich auf die Bekämpfung der Viruserkrankungen wie Hepatitis B, Ebola, Malaria und West Nile sowie des Grippevirus Influenza, aber auch Tollwut und Tuberkulose spezialisiert. Allein das jährliche Marktpotenzial für Tollwut-Impfungen wird auf etwa 300 Mio. US$ geschätzt. Es wird davon ausgegangen, dass vor allem in den Schwellenländern jährlich 40.000 bis 60.000 Todesfälle auf das Konto von Tollwut gehen.

Crucell hat in den letzten Jahren eine beachtliche Forschungspipeline aufgebaut, in der sich insgesamt 11 Wirkstoffe befinden. Das Aushängeschild ist ein Mittel gegen Gelbfieber, dass Crucell selbst entwickelt hat. Hier sind die klinischen Tests bereits abgeschlossen und die Zulassungsanträge eingereicht. Der Vermarktungsstart steht kurz bevor.

Die anderen Wirkstoffe befinden sich allerdings erst in sehr frühen Phasen. Ein Impfstoff gegen die Influenza-Grippe wird in den USA zusammen mit Sanofi Pasteur entwickelt. Es wird erwartet, dass 2010 der Impfstoff auf den Markt ist. Der Impfstoff befindet sich jetzt kurz vor der Phase II.

Name: CRUCELL NV
Land / Branche: Niederlande / Pharma
WKN / ISIN: 589861 / NL0000358562
Handelsplatz: Frankfurt
Aktueller Kurs: 11,08 EUR (14.06.08 )
Kursziel: 18,50 EUR


Die Liste der Partner und Lizenznehmer ist riesig. Darunter finden sich so klangvolle Namen wie Chiron, National Institutes of Health (NIH), Walter Reed Army Institute of Research, Harvard School of Medicine, DSM, Merck, MedImmune, Novartis, Xoma, Genzyme, Medarex, Roche, Invitrogen, Glaxo SmithKline, Genentech und Wyeth Pharmaceuticals. Fast alle dieser Unternehmen arbeiten mit Crucell an der Entwicklung neuer Impfstoffe auf Basis der PE.C6-Technologie zusammen.

Und aus genau dieser Gruppen kommen immer wieder die großen Pharma- bzw. Biotech-Firmen, die kleinere dann aufkaufen. Dabei dürfte auch die aktuelle Marktkapitalisierung von knapp 750 Mio. € kein Hintergrund darstellen.

Durch den erwarteten Verkaufsstart des Impfstoffs gegen Gelbfieber und der stetig steigenden Zahl an Kooperationsgebühren kommen die Umsätze jetzt aber in Fahrt. In 2003 lagen die Umsätze noch bei niedrigen 5,6 Mio. €. 2007 lag er bereits bei 213 Mio. €. Damit haben sich die Umsätze in 5 Jahren mehr als verdreißigfacht.

Da Crucell jedoch seine Forschungen aggressiv vorantreibt, wird das Unternehmen weiterhin rote Zahlen schreiben. Aber nicht mehr lange. Schon 2009 kann der Sprung in die Gewinnzone erfolgen.

Schon die Zahlen für das Gesamtjahr 2007 waren wieder ein Rekord. Der Umsatz konnte kräftig um über 50% gesteigert werden. Dabei wurde der Verlust deutlich von knapp 90 Mio. € auf 45 Mio. € reduziert. Und dieser Trend hält auch 2008 an. Das bestätigen die vor wenigen Tagen gemeldeten Quartalszahlen. Gegenüber dem Vorjahresquartal konnten die Umsätze noch einmal deutlich um 36% zulegen. Mit über 210 Mio. € verfügt Crucell auch über ein ausreichendes Cashpolster, um die weitere Forschung zu finanzieren.

Sollte Crucell also nicht übernommen werden, hat das Unternehmen auch alle Trümpfe in der Hand, um auch allein eine Erfolgsgeschichte zu schreiben. Denn die Impfstoffe werden nicht nur in den Niederlanden, sondern in über 60 Ländern verkauft. Darunter Argentinien, Brasilien, China, Indien Indonesien, Korea, etliche europäische Länder, Südafrika USA und Vietnam.

Mit zunehmendem Reiseverkehr fangen sich europäische Touristen auch immer mehr tropische Krankheiten bzw. typische Reisekrankheiten ein. Dazu gehören zum Beispiel Diarrhö, Hepatitis oder Cholera. Zu einem Kassenschlager entwickelt sich seit letzten Jahr auch ein Flüssig-Impfstoff gegen 5 häufige Kinderkrankheiten (Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B und Meningitis. Der Kinder-Impfstoff wird vor allem in den Schwellenländern eingesetzt.

Der Bedarf ist allerdings wesentlich höher als die derzeitige Produktion. Der Bedarf liegt derzeit bei etwa 50 Mio. Dosen, wird aber in den nächsten 5 Jahren auf 150 Mio. jährlich ansteigen. Im letzten Jahr hat Crucell hat 21,3 Mio. Dosen verkauft, 2006 waren es gerade einmal 6,3 Mio. Sollte diese Entwicklung so weiter anhalten und zunehmend überstaatliche Organisationen wie die WHO gewonnen werden, könnte Crucell in den schnell wachsenden Schwellenländern bei Kinder-Impfstoffen zu dem führenden Impfstoff-Anbieter werden.

Die Aktie wird auch in Deutschland und in den USA gehandelt. Allerdings ist das Handelsvolumen so gering, dass sich Orders ausschließlich an der Euronext Amsterdam empfehlen. Auch sollte man nicht um jeden Preis einsteigen, sondern ganz bewusst tief limitieren.

Die Aktie zeichnet sich gerade in den letzten Wochen durch erhebliche Schwankungen aus. So ist die Aktie Ende März zum Beispiel von 8,60 € aus dem Stand auf fast 13 € geschossen. Nach diesem heftigen Ausbruch kann die Aktie noch einmal in Richtung 10 € korrigieren. Wer in diese Aktie einsteigt, sollte also spekulativ eingestellt und ein Fan von Achterbahnfahrten sein. Denn auf jede neue Entwicklung in der Forschung reagiert der Aktienkurs sofort – in beide Richtungen.
Ohne Gewähr! Quelle: Michler/ariva
Aktien aktuell

Für die Übernahmewelle gibt es 2 Gründe:

1. Die Pharmabranche braucht dringend neue Medikamente. Die eigenen Forschungspipelines sind bei fast allen großen Pharmaunternehmen völlig ausgetrocknet. Zu sehr hatte man sich auf einige, wenige aussichtsreiche Wirkstoffe verlassen. Doch nach Forschungsflops, Medikamentenskandalen und Präparaten, die zwar auf den Markt kamen, aber dann weit hinter den Umsatzerwartungen zurück blieben, steht fast der gesamte Pharmasektor mit dem Rücken zur Wand. Frische Wirkstoffe für die leeren Forschungspipelines müssen her – und zwar schnell. Das geht nur über Übernahmen.

2. Da passt es perfekt, dass Biotech-Unternehmen aufgrund der schlechten Börsenperformance der letzten Jahre jetzt noch spottbillig zu haben sind. Viele Aktienkurse von kleinen Biotech-Firmen sind in den letzten Jahren per saldo bestenfalls seitwärts gelaufen. Aber im gleichen Zeitraum haben sich die Forschungen der Unternehmen weiter entwickelt. Käufer können heute also deutlich weiter entwickelte Biotech-Firmen zu den Preisen von vor 1 bis 2 Jahren kaufen. Ein besseres Umfeld für Übernahmen gibt es kaum.
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