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DB Mobility Logistics

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7542

BeitragVerfasst am: 27.Mai 2008 8:31    Titel: DB Mobility Logistics Antworten mit Zitat

Die Deutsche Bahn soll mit ihrer Transporttochter DB Mobility Logistics (DB ML) ab November auf dem Kurszettel der Börse stehen.

Die Entscheidung über den Zeitpunkt für den Börsengang sei inzwischen gefallen.

Als Zeitpunkt für die Erstnotiz des Papiers sei der 5. November ins Auge gefasst. Auch über die Banken, die den Börsengang begleiten sollen, werde noch Anfang dieser Woche entschieden, hieß es.

Mitte Mai hatte der Aufsichtsrat der Deutsche Bahn die Voraussetzungen für die Teilprivatisierung geschaffen, über die innerhalb und außerhalb der Bundesregierung über Monate gestritten worden war. Letztlich einigte man sich darauf, den Fracht- und Personenverkehr des Unternehmens in der neuen Tochter DB ML zu bündeln und einen Anteil von 24,9 Prozent daran an die Börse zu bringen. Schienennetz und Bahnhöfe bleiben komplett in Besitz des Dachkonzerns Deutsche Bahn, der wiederum weiterhin vollständig in Bundesbesitz bleiben wird.

Ein Großteil des zum Verkauf stehenden Anteils dürfte an institutionelle Investoren gehen. Das hatten im Vorfeld bereits führende Bahn-Vertreter wie auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück angedeutet.

Eine Volksaktie, von der zwischenzeitlich die Rede gewesen war, werde die Aktie der Bahn-Tochter sicher nicht werden.

Vielmehr eigne sich das Papier eher für Investoren, die weniger an einer kurzfristig hohen Rendite als an einem beständigen Engagement in einem Wachstumsmarkt interessiert seien, hieß es. Interessenten unter institutionellen Anlegern soll es schon etliche geben.

Geführt werden soll die neue Bahn-Tochter zunächst in Personalunion vom Chef des Mutterkonzerns, Hartmut Mehdorn. Allerdings soll der Spitzenmanager dieses Amt Ende nächsten Jahres und damit nach dem Börsengang abgeben. Mehdorn soll danach an die Spitze des Aufsichtsrates der DB ML wechseln.
Quelle: HB
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7542

BeitragVerfasst am: 11.Jul 2008 13:30    Titel: Antworten mit Zitat

Die Deutsche Bahn hat sich bei ihrem anstehenden Börsengang zu einem Schwerpunkt auf institutionelle Investoren bekannt.

Privatanleger bekommen wohl nur einen kleinen Teil der Emission ab. "Wir haben einen deutlichen Fokus auf internationale institutionelle Investoren, 80 bis 90 Prozent der Emission sollen an sie gehen", sagte Bahn-Finanzvorstand Diethelm Sack am Donnerstag in Frankfurt.

Für den Börsengang, bei dem die Bahn 24,9 Prozent ihrer neuen Tochter DB Mobility Logistics (DB ML) an den Markt bringen will, sei weiter der Herbst angestrebt, sagte Sack. Der Zeitplan solle in den kommenden Wochen aufgestellt werden.

Für Privatanleger werde es keine Rabatte geben, auch nicht für treue Bahnkunden. Auch seien keine groß angelegten Werbeaktionen geplant. "Wir machen keine Kampagne mit Prominenten", sagte Sack.

Interessierte Anleger sollten aber durchaus die Möglichkeit zur Zeichnung haben. Für Mitarbeiter werde ein spezielles Programm aufgelegt. Dem schwankenden Marktumfeld glaubt die Bahn trotzen zu können. So gebe es keine Dax-Untergrenze, bei der der Börsengang verschoben würde. "Ich glaube nicht, dass die Finanzmarktkrise etwas mit unserem Geschäft zu tun hat", sagte Sack.

Es gebe genug Investoren, die ihr Geld in Qualität anlegen wollten. Schon vor einigen Wochen hatte es in Medienberichten geheißen, die Bahn wolle nur einen kleinen Teil ihrer Aktien an Kleinanleger abgeben, um ein Imagedebakel wie die Deutsche Telekom mit ihrer T-Aktie zu vermeiden.

Wann die Bahn ihre offizielle Werbetour bei den Investoren startet, wollte Sack noch nicht sagen. Klar sei aber, dass die Reise nicht nur durch Europa, sondern auch in den Nahen Osten, nach Japan und in andere asiatische Länder gehe.

"Auch die russische Bahn und die französische können bei uns investieren, so wie alle anderen auch", sagte der Finanzchef und trat so Überlegungen entgegen, diese Bahngesellschaften könnten schon vor dem Börsengang einsteigen. Mit Blick auf die mögliche Anlegerstruktur sagte Sack, auch vor Hedgefonds und Staatsfonds könne sich die Bahn nicht verschließen, sie sei aber auf langfristig orientierte Anleger bedacht.

Vorstandschef Hartmut Mehdorn sagte in Berlin, bei Kontakten mit Investoren stelle er großes Interesse fest. Trotz der derzeitigen Kapitalmarktschwäche mache er sich keine Sorgen um den Börsengang.

"Wir sind da völlig stressfrei", sagte er. "Wir werden die Aktie zu irgendeinem Zeitpunkt zu irgendeinem Preis anbieten." Dann werde man sehen, wie der Markt reagiere.

Verschleudern werde der Konzern das Aktienpaket aber nicht. "Es ist ja nicht so, dass wir müssen“, fügte er hinzu.

Der gesamte Emissionserlös - erwartet werden am Markt rund fünf Milliarden Euro - werde sich voraussichtlich zu einem Drittel aus einer Kapitalerhöhung der DB ML speisen, der Rest seien Altaktien aus dem Bestand des Mutterkonzerns.

Dieser zweite Teil soll zur Hälfte in den Bundeshaushalt gehen und zur anderen Hälfte an das Bundesverkehrsministerium, für Investitionen in die Infrastruktur und etwa in Lärmschutz. "Das ist der aktuelle Diskussionsstand", sagte Sack.

In der Gesellschaft DB ML sind der Personen- und Güterverkehr und das weltweite Logistikgeschäft gebündelt. Die Konzernmutter, die dem Bund gehört, bleibt alleiniger Eigentümer des Schienennetzes, der Bahnhöfe und der Energieversorgung.

Der Erlös für die börsennotierte Tochter wird nach Bahn-Aussagen vornehmlich in die Wachstumssegmente Güterschienenverkehr und Logistik fließen und nicht so sehr in den als stabil, von Konjunkturschwankungen resistenten Personenverkehr. In Osteuropa gebe es jede Menge Möglichkeiten für Kooperationen oder Übernahmen beim Güterschienenverkehr.

Die Logistikbranche sei sehr fragmentiert und eine Konsolidierung stehe bevor. In beiden Bereichen werde die Bahn aktiv teilnehmen - "auch wenn hinter dem Emissionserlös noch keine konkreten Akquisitionsziele stehen."

Für Bahn-Investoren ließ Sack durchblicken, dass sie wohl von Anfang an mit einer Dividende rechnen können. Die Höhe solle "angemessen" sein, sagte er nur.
Quelle: dpa-AFX/hgn/mel
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7542

BeitragVerfasst am: 17.Jul 2008 17:00    Titel: Antworten mit Zitat

Konzernchef Hartmut Mehdorn drückt aufs Tempo: Die Deutsche Bahn will schneller an die Börse gehen als bislang bekannt.

Die Erstnotierung von DB Mobility Logistics ist bereits für den 28. oder 29. Oktober geplant, erfuhr die FTD aus Finanzkreisen.

Bahnchef Mehdorn und sein Finanzvorstand Diethelm Sack hatten bislang stets vom Spätherbst gesprochen und dabei den November gemeint. Konzernintern galt der 5. November als Zieldatum der Erstemission. Mit einer Notierung im Aktienindex Dax ist gleichwohl erst 2009 zu rechnen.

Die Bahn drängt unabhängig vom derzeit schwachen Börsenumfeld rasch an den Aktienmarkt. Eine Verschiebung auf das nächste Frühjahr wolle die Bahnführung unter allen Umständen vermeiden, hieß es. Dabei würde die Bahn auch einen etwas niedrigeren Emissionserlös in Kauf nehmen. Analysten erwarten von 24,9-prozentigen Teilprivatisierung der DB Mobility Logistics (DB ML) Einnahmen zwischen 5 und 6 Mrd. Euro.

Begründet wird der vorgezogene Zeitpunkt unter anderem mit den Wünschen japanischer Investoren, die bestimmte Fristen einhalten müssen.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7542

BeitragVerfasst am: 12.Sep 2008 4:53    Titel: Antworten mit Zitat

Bei ihrem für den Herbst geplanten Börsengang rechnet die Deutsche Bahn mit einem hohen Interesse ihrer Belegschaft an Mitarbeiter-Aktien.

Rund 40 000 Eisenbahner haben in den letzten Wochen in einer schriftlichen Befragungsaktion ihre Teilnahme am Aktienprogramm bekundet, sagte Finanzvorstand Diethelm Sack. Das sei ein erfreulich hoher Prozentsatz.

Das Bahn-Papier, mit dem 24,9 Prozent der neu geformten DB Mobility Logistics (DB ML) an die Börse gebracht werden sollen, können nur die 190 000 im Inland Beschäftigten des Konzerns erwerben, nicht dagegen die 50 000 Mitarbeiter im Ausland. Das ist auf steuerliche Gründe zurückzuführen, erklärte Sack.

Bei früheren Börsengängen ehemaliger Staatstöchter wie bei den drei Tranchen der Deutschen Telekom, der Post und der Postbank haben dagegen jeweils mindestens die Hälfte der Mitarbeiter Aktien geordert. Allerdings fanden diese in einem besseren Börsenumfeld statt.

Vorgesehen ist die Mitarbeiter-Beteiligung in zwei "Säulen".

In der "Säule 1" steuert der Konzern bei einem Aktienerwerb zwischen 100 und 337,50 Euro 40 Prozent des Kaufpreises bei. Darüber hinaus können die Bahner ohne Zuschuss in "Säule 2" weitere Aktien bis zu 2 500 Euro mit Vorrang erwerben. Insgesamt wird im Konzern erwartet, dass die Mitarbeiter etwa ein Prozent der Platzierung erwerben.

Trotz des Interesses sei die Bahnaktie weit weg von einer Volksaktie.

Das Thema habe sich nach den Flops bei anderen Börsengängen "weitgehend erledigt", sagte Sack. Privatanleger würden nicht mit Werbeaktionen angesprochen, man verlasse sich auf die Vertriebskanäle der Banken. Privaten Anlegern wird das Papier nur in Deutschland und Japan angeboten. Sack rechnet bei ihnen mit einer Platzierung zwischen zehn und 15 Prozent. Darüber hinaus sei das Interesse institutioneller Anleger, darunter auch Staatsfonds, weltweit groß. Sie würden sicher 80 bis 85 Prozent der Aktien zeichnen.

Weniger Interesse als bei den letzten Börsengängen dürfte von Hedge-Fonds kommen, hieß es aus Kreisen der Konsortialführer. Hatten Hedge-Fonds in den vergangenen Jahren bis zu einem Drittel des Volumens gezeichnet, so leiden sie nun stark unter den Auswirkungen der Finanzkrise.

Noch immer ist unklar, ob der in den Medien immer wieder genannten Börsenstart am 27. Oktober tatsächlich so geplant ist. Weder Bahnchef Hartmut Mehdorn noch Sack wollten sich dazu äußern.

Eine Vorentscheidung scheint bei der Frage gefallen zu sein, welches Bookbuilding-Verfahren angewandt wird.


Zur Wahl standen das herkömmliche Verfahren, bei dem zu Beginn der Roadshow - rund ein bis zwei Wochen vor der Erstnotiz - bei Emittenten eine Preisspanne genannt wird. Im Gegenzug dazu steht das verkürzte (decoupled) Bookbuilding, bei dem erst im Verlauf der Roadshow wenige Tage vor der Erstnotiz eine Preisspanne bekannt wird. "Das verkürzte Bookbuilding passt nicht für die Bahn", hieß es aus einer Konsortialbank.

Der Börsenprospekt - ein 300 Seiten starkes Werk, das um einen ebenso ausführlichen Finanzteil ergänzt werde - ist laut Sack fertig und liege zur Durchsicht bei der Aufsichtsbehörde Bafin. Es enthalte etwa 50 bis 60 Seiten Abschätzungen zu den Risiken. Das Urteil der Aufseher wird bis Ende kommender Woche erwartet.

Danach wollen Mehdorn und Sack noch einmal auf zwei zehntätige Roadshows gehen - eine europäische und eine fernöstliche, auf der neben den Golfstaaten und Saudi-Arabien auch Tokio, Peking, Hongkong und Singapur auf dem Programm stehen. Dass es sich derzeit bei Börsengängen um einen Käufermarkt handelt, sei den Banken durchaus bewusst, hieß es von dort. Allerdings hätten Börsenkandidaten mit einer überzeugenden Story zuletzt weltweit genügend Interessenten gefunden.
Quelle: E.Krummheuer/C.Schnell
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7542

BeitragVerfasst am: 26.Sep 2008 12:21    Titel: Antworten mit Zitat

Die Bahn geht am 27. Oktober an die Börse - trotz vieler Warnungen wegen der Finanzkrise.

Das überstürzte Vorgehen lässt nur einen Schluss zu: Chef Mehdorn geht's nicht ums Geld. Doch worum dann?

So also sieht er aus, der Realitätsverlust eines hochbezahlten Managers. Schon bisher konnte Hartmut Mehdorn niemanden plausibel erklären, weshalb er das Unternehmen Deutsche Bahn denn unbedingt an die Börse bringen muss.

Rekordgewinne streicht er auch ohne Kapitalgang ein, auf Fischzug quer durch die Welt ist er ebenfalls, ohne dass ihn externe Geldgeber den Rücken stärken, und ein flächendeckendes Fern- und Regionalverkehrsnetz erhält er nur dadurch, weil die Bahn eben gerade nicht privatisiert daherkommt.

Dass Mehdorn diesen Börsengang nun auch noch ausgerechnet mitten in der Finanzkrise riskiert, was Mindereinnahmen in Milliardenhöhe bedeuten könnte, lässt nur einen Schluss zu: ums Geld geht es dem 66-Jährigen Flugzeugingenieur gar nicht, auch nicht um seine persönlichen Tantiemen, die ihm der Bund zum Börsengang versprochen hat.

Worum dann? Mehdorn, der nie um einen lockeren Spruch verlegene Manager, ist nicht zu bremsen.

Schon gar nicht durch eine Bundesregierung, in der ein wie gewöhnlich schwacher Bundesverkehrsminister alles abnickt, was der Zugchef vom Potsdamer Platz verlangt.

Selbst vermeintliche Kleinigkeiten wie der Bedienzuschlag sind beim Eigentümer Bund erstmal durchgerutscht, bevor der Sturm der Entrüstung, von Verbraucherschützern bis Senioren-Union, Mehdorn stoppte.

So etwas passiert dem Bahnchef kein zweites Mal. Also: Ärmel hoch und all jene, die ihn stören könnten, abschütteln. Politiker, Beamte, diese Schwätzer, zu allererst, um sich jene ins Boot zu holen, mit denen so ein Erfolgsmensch wie Mehdorn auf Augenhöhe spricht: Manager wie er. Und das demnächst auf Russisch.
Quelle: S.Börnecke


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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7542

BeitragVerfasst am: 10.Okt 2008 8:22    Titel: Antworten mit Zitat

Die Deutsche Bahn wird vorerst nicht an die Börse gehen.

Angesichts der weltweiten Turbulenzen an den Börsen entschied der Lenkungszirkel aus Bahn, Bund und Banken, die Privatisierung auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Ursprünglich hätte am Montag die Phase beginnen sollen, in der Investoren erste Gebote abgeben.

Die Bahn soll nun erst an die Börse gehen, "sobald das Marktumfeld einen erfolgreichen Börsengang möglich macht", sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) am Donnerstag in Frankfurt. "Wir werden das Vermögen der Bahn nicht zur Unzeit an den Kapitalmarkt bringen." Bis zuletzt hatte die Bahn noch betont, das Interesse internationaler Investoren sei groß. Auf Reisen nach London und Moskau hatten Bahnchef Hartmut Mehdorn und Finanzchef Diethelm Sack noch in dieser Woche für das eigene Unternehmen geworben.

Unter dem Eindruck der weltweiten Kursstürze in dieser Woche lenkte die Bahnspitze aber nun ein.

Offenbar war die Sorge gewachsen, außer Großinvestoren mit strategischem Interesse könnten sich kaum Anleger für die Bahn begeistern lassen.

Völlig abgesagt ist der Börsengang aber nicht. Die Bahn bleibe "kurzfristig handlungsfähig", sagte Finanzchef Sack - sprich: Sie kann sehr schnell entscheiden, einen neuen Anlauf zu wagen. Ursprünglich hatte die Bahn zwei Zeiträume für einen Börsengang anvisiert: diesen Herbst oder das kommende Frühjahr. Gespräche mit Investoren wollen Mehdorn und Sack weiterführen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützte nach Angaben aus Regierungskreisen die Verschiebung. "Die gesamte Bundesregierung ist einverstanden", hieß es. Niemand hätte verstehen können, wenn Bahn-Anteile unter Wert verkauft worden wären. Zugleich machte die Bundesregierung mit Blick auf Privatisierungsgegner in der SPD deutlich, dass sie den Teilverkauf der Bahn nicht grundsätzlich aufgibt, sondern ihn lediglich vertagt. "Die Entscheidung für die Privatisierung steht", sagte auch Unions-Fraktionsvize Hans-Peter Friedrich. Nun müsse ein Zeitpunkt gefunden werden, an dem der Erlös "angemessen" hoch sei. Ähnlich äußerte sich Steinbrück: "Der Börsengang kommt", sagte der Finanzminister.

Der Bund hätte sich aus der Privatisierung Einnahmen in Höhe von gut 1,5 Milliarden Euro versprechen können, ein Drittel des Börsenerlöses.

Ebenso viel sollte den Plänen zufolge bei der Bahn bleiben, ein drittes Drittel sollte in die Sanierung von Bahnhöfen und den Lärmschutz fließen. Banken hatten allerdings schon in der vergangenen Woche durchblicken lassen, dass die Finanzkrise zu deutlichen Abschlägen hätte führen können. Erst am Mittwoch hatte der Mainzer Mischkonzern Schott den Börsengang seiner Tochter Schott Solar abgesagt - wegen eines "umwerfend schlechten" Umfelds, wie es hieß.

Der Bahn-Börsengang war seit drei Jahren vorbereitet worden.

Zuletzt hatten sich vor allem SPD-Politiker schwergetan mit dem Verkauf an Privatinvestoren. Erst die Beschränkung des Börsengangs auf 24,9 Prozent des Unternehmens hatte die große Koalition geeint. Auch hatte sich der Bund erst nach langem Ringen dazu entschlossen, das Schienennetz nicht zu privatisieren. Nur die Transporttöchter, also Personenzüge und Gütertransport, sollten an die Börse.

Kritiker des Börsengangs zeigten sich zufrieden mit der Verschiebung. "Das ist bei allem Schlimmen, was diese Finanzkrise mit sich bringt, für die Bürger eine gute Nachricht", sagte Winfried Wolf von der Initiative Bahn für Alle. Der FDP-Verkehrspolitiker Horst Friedrich forderte Nachbesserungen an der Privatisierung. Das Schienennetz müsse nun noch deutlicher vom Konzern abgeteilt werden. "Wenn der Bahnvorstand nicht jahrelang die Privatisierung ohne Netz bekämpft hätte, wäre der Börsengang schon längst zu besten Börsenzeiten realisiert worden", sagte Friedrich.
Quelle: M.Bauchmüller/S.Höll
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
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BeitragVerfasst am: 5.Nov 2008 18:12    Titel: Antworten mit Zitat

Die Deutsche Bahn wird in absehbarer Zeit nicht teilprivatisiert.

Dieses Machtwort sprach das Bundesfinanzministerium - bis zur Wahl ist das Thema tabu. Damit ist automatisch auch ein anderer Streit vom Tisch.

Ein Sprecher von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück schloss am Mittwoch in Berlin einen Börsengang (IPO) der Bahn noch in der laufenden Legislaturperiode aus.

Dadurch habe auch der Streit um Boni für den Bahn-Vorstand keine Grundlage mehr.


"Damit stellt sich die Frage erst dann, wenn es in der neuen Legislaturperiode zu einem Bahn-Börsengang kommt", sagte der Sprecher. Der neue Bundestag wird Ende September 2009 gewählt.

Auf absehbare Zeit sei wegen der schlechten Konjunkturlage kein vernünftiger Erlös der Teilprivatisierung zu erwarten, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Dieser sei aber die Bedingung für den Börsengang.

"Nach der Bundestagswahl wird sich das Thema erneut stellen", sagte Bahn-Aufsichtsratschef Werner Müller. "Mit der dann gewählten Regierung wird der Aufsichtsrat in Ruhe reden und für den IPO vernünftige Regelungen finden", betonte er.

Anfang Oktober war der ursprüngliche Termin für den Börsengang schon verschoben worden. Da hieß es aber noch, dass der Verkauf "bei einem besseren Marktumfeld" vorgenommen werde. Die Vorbereitungen wurden nicht abgebrochen - Gespräche mit potenziellen Investoren fortgeführt. Ein Neuanlauf für den Teilverkauf wurde seither spätestens für Frühjahr 2009 angepeilt.

In den vergangenen Tagen war im Zusammenhang mit dem geplanten Börsengang ein Streit um Sonderboni für das Bahn-Management ausgebrochen.

Dabei war Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der sich gegen eine solche Regelung aussprach, scharf kritisiert worden. Bundesfinanzminister Steinbrück nahm ihn am Mittwoch in Schutz, indem er betonte, solche Boni hätten keine Chance.

Das Thema sei derzeit ohne Bedeutung, weil der zunächst für den 27. Oktober geplante Börsengang aufgeschoben sei, sagte Steinbrück nach der Kabinettssitzung. "Wenn es zu einem solchen Börsengang kommt, wird es eine solche Regelung nicht geben", stellte er darüber hinaus rigoros fest. Der vom Personalausschuss des Aufsichtsrates beschlossene Bonus für den Bahn-Vorstand sei bei der Festlegung der Privatisierungsregelungen "nicht vorgesehen" gewesen, sagte Steinbrück. Er habe davon aus Medien erfahren.

Auch Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) kritisierte den Bonus-Beschluss.

Bei einem in der Öffentlichkeit stehenden Unternehmen wie der Bahn müssten die Aufsichtsgremien besser aufpassen. Tiefensee, der ebenfalls den Sonderbonus zu Fall bringen will, hatte am Vorabend deutlich gemacht, dass der Aufsichtsrat bei einer Rücknahme dieser Prämie nicht mitspiele.
Quelle: FTD
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
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BeitragVerfasst am: 6.Nov 2008 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

Die Debatte über die Bonus-Gelder, die sich die Bahn-Oberen Hartmut Mehdorn, Diethelm Sack und Norbert Hansen in die Tasche schieben wollten, lenkt ab vom eigentlichen Skandal dieser Tage:

Seit dem 24. September liegt dem Eisenbahnbundesamt – und damit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) – sowie dem Bahn-Vorstand der Bericht der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) in Berlin zu jener ICE-Achse vor, die am 9.Juli 2008 in Köln brach, vor.

Dieser besagt, auf einen Nenner gebracht: Die Radsatzwellen aller ICE-3- und aller ICE-T-Züge sind nicht dauerfest und tendenziell bruchgefährdet.

Der Achsbruch in Köln war kein Einzelereignis. Es gab einen Ermüdungsbruch, weil offensichtlich die Belastungen der Radsatzwellen im Hochgeschwindigkeitsverkehr deutlich höher sind als bisher mit den gültigen Normen unterstellt. Hinzu kommt: Das für die fragliche Achse verwandte Material ist mangelhaft.

Weiter: Der Bruch der Achse erfolgte deutlich vor dem Kölner Hauptbahnhof. Der Zug fuhr also mit hoher Geschwindigkeit und gebrochener Achse.

Es ist dem Zufall zu verdanken, daß es nicht zu einem »schweren Unglück wie im Eschede« kam, so das Eisenbahnbundesamt (EBA). Bei der Zugentgleisung 1998 waren 101 Menschen getötet worden. Schließlich: Laut BAM-Bericht war die fragliche Achse bereits schadhaft, als die letzte Ultraschallprüfung erfolgte, doch der Schaden wurde nicht erkannt.

Die Verantwortlichen im Bahn-Vorstand und im Verkehrsministe­rium schwiegen zu all dem mindestens sechs Wochen lang.

Sie taten in der Öffentlichkeit so, als gäbe es keine BAM-Studie. Um diesen Schein zu wahren, wird der 80seitige Report als »mündlicher Zwischenbericht« abgetan.

Für dieses unverzeihliche Verhalten gibt es einen entscheidenden Grund: Es sollte alles getan werden, um im Vorfeld des Börsengangs negative Schlagzeilen zu vermeiden. Der Börsenprospekt, in dem das Risiko ICE-Radsatzwellen und die Strafanzeige gegen den Bahn-Vorstand in der gleichen Sache nicht erwähnt werden, sollte clean bleiben – um Investoren anzulocken.

Ab dem 9. Oktober, als die Verschiebung des Börsengangs bekanntgegeben werden mußte, wechselte der Bahn-Vorstand in Sachen Sicherheit die Strategie. Hatte sie bislang alle EBA-Auflagen zu umgehen versucht, so präsentierte sich die Bahn-Spitze nun besonders besorgt und unterzog alle ICE-Neigetechnikzüge Sonderprüfungen.

Allerdings soll damit nun der schwarze Peter der Bahnindustrie in die Schuhe geschoben und vom Versagen der Verantwortlichen bei Bahn und im Ministerium abgelenkt werden. Doch auch jetzt verschwiegen die Verantwortlichen den brisanten BAM-Bericht.

Warum wurde am Mittwoch von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) kundgetan, daß die Bahnprivatisierung nicht nur verschoben wird, sondern voraussichtlich »in dieser Legislaturperiode« nicht mehr stattfindet?

War es wirklich »das börs­­liche Umfeld« (Steinbrück), das dazu führte?

Dem widerspricht bereits der Umstand, daß sich das Börsenbeben in den letzten Tagen leicht beruhigt hatte. Die Gründe dafür lauten: Der BAM-Bericht sickert nun durch, der Börsenprospekt ist damit Makulatur. Die als Investoren-Melkkuh vorgesehen Bahntochter Fernverkehr wird in den nächsten Jahren null Rendite bringen.

Festzuhalten bleibt: Das Topmanagement der Bahn und die Veranwortlichen in der Bundesregierung, allen voran Konzernchef Mehdorn und Minister Tiefensee, haben bewußt die Sicherheit von Hunderttausenden Fahrgästen als weniger wichtig eingestuft wie ihr Projekt Börsengang.

Wenn das kein Grund zum Abtritt ist, was dann?
(ddp/ W.Wolf)
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7542

BeitragVerfasst am: 10.Nov 2008 20:56    Titel: Antworten mit Zitat

Bahn-Aufsichtsrat Eggert Voscherau will einem Zeitungsbericht zufolge aus Ärger über die Absage des Börsengangs durch die Bundesregierung am Jahresende sein Amt niederlegen.

Der ehemalige Vizechef des Chemiekonzerns BASF erhob in einem Interview mit dem "Tagesspiegel" laut Vorabbericht vom Montag schwere Vorwürfe gegen den Bund: "Es kann nicht sein, dass der Aufsichtsrat aus der Presse erfährt, was der Eigentümer mit dem Unternehmen vorhat."

Der Bund müsse sich fragen, was der Aufsichtsrat eigentlich soll, sagte Voscherau.

"Diese Frage sollte sich jeder andere, der in diesem Gremium sitzt, auch stellen." Das Management um Konzernchef Hartmut Mehdorn nahm Voscherau dagegen ausdrücklich von seiner Kritik aus.
(reuters)
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