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Die WiWo-Aktienempfehlungen

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5911

BeitragVerfasst am: 29.Dez 2006 8:42    Titel: Die WiWo-Aktienempfehlungen Antworten mit Zitat

Kaum etwas ist schöner, als zu gewinnen – gerade an der Börse. Dort lief es auch 2006 wieder sehr gut. Noch besser als der deutsche Leitindex Dax mit mehr als 20 Prozent Plus schnitten zahlreiche Aktienempfehlungen der WirtschaftsWoche ab.

Zitat:
Rund 50 Aktien schafften mehr als 20 Prozent Kurszuwachs, benötigten dafür aber weniger als zwölf Monate wie der Dax. Gemessen am Zeitpunkt der jeweiligen Empfehlungen fällt der Performancevergleich der WirtschaftsWoche-Aktientipps mit dem deutschen Börsenbarometer noch besser aus. Das zeigt: Nach wie vor sind Anleger in der Lage, mit einem sorgfältig bestückten Aktiendepot jeden starr zusammengesetzten Index zu übertrumpfen. 2006 hätte man dazu nicht einmal weit in die Ferne schweifen (Schwellenländeraktien) oder tief in die Grube steigen (Rohstoffaktien) müssen. Denn das Gute lag direkt vor der Haustür.

Zum Beispiel ThyssenKrupp. Wer im Januar die Aktie des Düsseldorfer Stahl- und Industriegüterkonzerns ins Depot nahm, kann sich bis heute über rund 75 Prozent Kursgewinn freuen. Auch der zweite Dax-Vertreter aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt, der Waschmittel- und Klebstoffkonzern Henkel, beglückte Anleger mit fast 30 Prozent Kurszuwachs seit Empfehlung im Juli. Die aktuellen Einschätzungen zu ThyssenKrupp und Henkel und den anderen 28 Dax-Werten, lesen Sie in der WirtschaftsWoche 52/2006.

Doch nicht nur die Blue Chips, auch solide Papiere aus der zweiten und dritten Reihe des deutschen Kurszettels waren 2006 wieder vorne mit dabei. Zwar trat der Anfang des Jahres erwartete Favoritenwechsel von den kleinen und mittelgroßen Werten aus MDax und SDax hin zu den Schwergewichten des Dax tatsächlich ein. Doch davon spürten zumindest die Käufer der Aktien von Gea, KSB, Gildemeister, Fuchs Petrolub, Lanxess oder Pfeiffer Vacuum wenig. Sie liegen mit ihren Positionen zwischen knapp 30 und mehr als 50 Prozent vorne.

Noch mehr zu holen war mit Aktien von Unternehmen, die vor nicht allzu langer Zeit noch unter der Rubrik „Ewige Verlierer“ abgelegt waren. So brachte zum Beispiel ein Engagement beim Kölner Motorenbauer Deutz mehr als 100 Prozent Gewinn ein. Die Aktie des einstigen Pleitekandidaten war damit die beste WirtschaftsWoche-Empfehlung des Jahres.

Auf den Befreiungsschlag beim österreichischen Luxusmodekonzern Wolford mussten dessen Altaktionäre viele Jahre warten. WirtschaftsWoche-Leser hingegen verdienten mit der Modeaktie binnen vier Monaten gut 60 Prozent. Gewiss eine Portion mehr Mut war nötig für den Einstieg bei KarstadtQuelle, belohnt wurde er jedoch mit über 70 Prozent Kursgewinn. Aber Vorsicht: Anders als Deutz und Wolford ist der Handelskonzern noch nicht aus dem Schneider, zumal die Substanz unter Führung von Vorstandschef Thomas Middelhoff zunehmend schwindet.

Einen anderen europäischen Handelskonzern, die holländische Supermarktkette Ahold, nehmen inzwischen Hedgefonds in die Zange. Sie nahmen Witterung auf, als sich beim einstigen Skandalkonzern Sanierungserfolge abzeichneten, und drücken seitdem mächtig aufs Tempo. Dem Aktienkurs hat es bisher nicht geschadet, plus 30 Prozent seit Empfehlung.

Die Anführer der letzten Hausse werden nie die Zugpferde der nächsten Hausse sein, sagt eine alte Börsenweisheit. Und so hinken auch Telekom- und Technologieaktien, die Anlegerlieblinge der Neunzigerjahre, in dem seit März 2003 laufenden Aufwärtszyklus anderen Sektoren weit hinterher. Überdurchschnittlich verdienen ließ sich trotzdem – sofern das Timing stimmte. Die beiden Nasdaq-Ikonen Microsoft und Cisco Systems schafften jeweils mehr als 40 Prozent Kursgewinn.

Und was war los mit den Rohstoffaktien und ihrem Superzyklus? Im Mai legten die meisten Rohstoffpreise zumindest eine Pause ein, in den Vormonaten waren sie schlicht heiß gelaufen. Schon eine Pause sorgt jedoch bei kleinen Rohstoffaktien oft schon für schmerzhafte Kursrücksetzer. So verlor zum Beispiel die australische Diamantenaktie Kimberley Diamonds gut die Hälfte ihres Wertes.

Doch der scharfe Einbruch im Frühjahr eröffnete auch Kaufgelegenheiten. Wer etwa mutig bei Silver Wheaton einstieg, konnte zwischenzeitlich schon wieder 50 Prozent verdienen. Auch lassen sich Rohstoffe nicht über einen Kamm scheren. Mit Uranaktien wie Denison Mines, SXR Uranium One oder Energy Resources of Australia (ERA) konnten Anleger sogar weitgehend unabhängig von den Korrekturen bei Öl, Kupfer oder Gold auf die weltweite Renaissance der Kernenergie spekulieren. Die Performance der Uranaktien stellte im zweiten Halbjahr alle anderen Bereiche in den Schatten. Doch um vom weltweiten Zwang zum Klimaschutz zu profitieren, mussten Anleger nicht unbedingt hochriskante Uranaktien kaufen. Eine gute Alternative bot die Aktie des Klimabörsenbetreibers Climate Exchange.

Autoren: Frank Doll / Anton Riedl

Aus der WirtschaftsWoche 52/2006
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