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money-baer Insider
Anmeldungsdatum: 28.02.2002 Beiträge: 779 Wohnort: /Mfr.
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Verfasst am: 28.Feb 2003 10:42 Titel: Emerging Markets, - der nächste Aufschwung ?? |
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Donnerstag, 27. Februar 2003
Gute Chancen in den "Emerging Markets"
von Steve Sjuggerud
"Kaufen Sie mir 10.000 Aktien von Hopewell Holdings in Hongkong – sofort!"
"Ja, Sir! Übrigens: Mein Name ist Stev-"
"Mir ist egal, wie Sie heißen! Führen Sie nur die Order aus!"
Das war Ende 1993/Anfang 1994. Ich war ein Broker, der sich auf Aktien der sogenannten "Emerging Markets" (Wachstumsmärkte der Schwellenländer) spezialisiert hatte ... was bedeutete, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Solche Aktien wie Hopewell hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits verdoppelt, und fast jeden Tag ging es weiter aufwärts. Die Telefone liefen heiß, und die Leute kauften bedenkenlos.
Das war die Zeit der großen Spekulationsblase an den Emerging Markets. Auch wenn sich an dieser Spekulationsblase nicht so viele Anleger beteiligten wie an der Spekulationsblase bei den Hightechs in den späten 1990ern: Die Gewinne waren genauso spektakulär. Die Aktien verdoppelten und verdreifachten sich, und Titel wie Hopewell gab es überall. Selbst die langweiligen Fonds stiegen sehr deutlich. Der Top-Performer war der Templeton Emerging Markets Fund, der in den 4 Jahren bis zum Höhepunkt der Spekulationsblase (Januar 1994) satte 359 % zulegte. Dann war der Höhepunkt überschritten ...
Der Hang Seng-Index (Hongkongs großer Aktienindex) verlor in den folgenden 12 Monaten 38 %. Dann kam 1997 die Asienkrise dazu. Und dann stellte Russland 1998 die Bedienung seiner Auslandsschulden ein, und dann begann 2000 der Abschwung an der Technologiebörse Nasdaq. 2001 brach Argentinien zusammen, und jetzt stehen wir an der Schwelle eines Krieges. Demnach haben wir an den Emerging Markets fast ein Jahrzehnt lang herbe Enttäuschungen einstecken müssen. Könnte es noch schlimmer werden?
Kaum noch jemand kümmert sich heute noch um die Emerging Markets. Aber vor 10 Jahren waren die Emerging Marktes DAS Gesprächsthema Nr. 1 unter Spekulanten. Damals allerdings lagen diese Spekulanten falsch. Es konnte einfach nicht mehr weiter aufwärts gehen. Ich erwähne dies, weil dies die typische Konsequenz von "Boom" und "Abschwung" ist. Diese Zyklik sieht man immer wieder in der Investment-Welt. Investoren und Märkte können überreagieren. Investoren und Märkte lassen sich von Emotionen mitreißen. Und genau das schafft auch gute Investmentmöglichkeiten.
Der Autor Leon Levy ("The Mind of Wall Street") schreibt, dass wir alle drei Leben leben – unser Leben, das Leben unserer Eltern und das Leben unserer Kinder. Und besonders die Erlebnisse unserer Kindheit haben sich uns tief eingeprägt. Wenn man nicht während der Weltwirtschaftskrise (Ende der 1920er/1930er) gelebt hat – und auch die eigenen Eltern nicht –, dann ist diese Weltwirtschaftskrise keine reale Erfahrung für einen selbst. Levy nennt ein Beispiel:
"Ich könnte einen Neuling (an der Wall Street) eindringlich über die Gefahren eines Crashs oder eines Bärenmarktes warnen. Aber das würde niemanden beeindrucken, der nicht lange genug gelebt hat, um diese Erfahrung selbst gemacht zu haben."
Wir denken, dass die Erfahrungen von jetzt unbegrenzt anhalten werden. Aber das ist nicht der Fall.
Am Ende der goldenen 1920er Jahre erklärte der Volkswirt Irving Fisher (Professor an der Universität von Yale), dass eine permanente Periode des Reichtums erreicht sei. Er sagte das am 17. Oktober 1929. 20 Jahre später stand der Dow Jones immer noch 46 % unter dem Stand dieses Tages, an dem Fisher von "permanentem Reichtum" gesprochen hatte.
Am 13. August 1979 war die Titelstory der Business Week: "Der Tod der Aktien." In dem Artikel wurde festgestellt, dass "der Tod der Aktien wie eine permanente Entwicklung aussieht." In den 12 Jahren zuvor waren Aktien fast nur gefallen. Der Artikel meinte ernsthaft, dass "die Zukunft der Wall Street in Frage gestellt sei."
In den nächsten 20 Jahren stieg der Dow Jones um 1.154 %!
Irving Fisher und die Business Week lagen beide total daneben, sie waren lächerlich. Es gibt keinen permanenten Reichtum. Der Boom und der Abschwung sind Teil der menschlichen Natur. Und es gibt keinen Tod von Aktien – denn es ist auch ein Teil der menschlichen Natur, in ein Unternehmen zu investieren, das etwas aufbaut.
Zuletzt wurde relativ viel über den angeblich bevorstehenden Tod des Anleihenmarktes der Emerging Markets gesprochen und geschrieben. Standard & Poor's schrieb Ende September 2002, dass die "Ausfallsrate des durchschnittlichen Emittenten so hoch wie noch nie seit fast 180 Jahren sei." Am 1. Februar 2003 zitierte das "Economist Magazine" einen Harvard-Professor, der fragte: "Wird der Markt für Staatsanleihen der Emerging Markets überleben?"
Als Russland seinen Schuldendienst 1998 einstellte, war dies ein sehr, sehr harter Schlag für alle Staatsanleihen der Emerging Markets. Dieser Markt fror eine Zeitlang ein, er büßte seine Funktion vorübergehend ein. Es gab keine Angebote mehr – und keine Käufer. Wenn man verkaufen wollte, hatte man Pech. Kaum jemand wollte noch kaufen, auch dann nicht, wenn man fast zu jedem Preis seine Anleihen loswerden wollte. Interessanterweise war das Platzen dieser Spekulationsblase nicht durch Russland begründet. Es war der Zusammenbruch des Hedgefonds "Long-Term Capital Management (LTCM)", der dafür verantwortlich war. Die US-Zentralbank musste eingreifen, um einen Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems zu verhindern.
Seitdem sind die Anleihen der Emerging Markets nur noch ein Schatten ihrer früheren Existenz geblieben. Angesichts steigender Ausfallrisiken haben die Investmentbanken diesen Markt fluchtartig verlassen.
Und jetzt erinnere ich an Leon Levy (siehe oben). Erinnern Sie sich, dass wir das glauben, was wir gerade erleben. Unser Instinkt sagt: "Die Herdplatte ist heiß, fass' sie nicht mehr an." Aber unsere Erinnerung greift nicht 180 Jahre zurück.
Die Wahrheit ist: Die Geschichte der Emerging Markets ist eine Geschichte von ununterbrochenen Aufschwüngen – und von Abschwüngen. Die Leute beginnen, von großem Reichtum zu träumen, und sie wollen reich werden. Wie bei anderen Spekulationsblasen steigt die Stimmung schnell, und bald kauft so ziemlich jeder. Ab einem bestimmten Punkt sind die Leute bereit, lächerlich hohe Preise zu zahlen. Und unweigerlich ist eines Tages der Höhepunkt überschritten. Das ist der Grund dafür, warum die meisten Emerging Markets immer nur Emerging Markets bleiben werden – und nicht in die "erste Liga" aufsteigen werden. Nach einem Boom folgt eine Periode der "Bestrafung", wie wir das beim Anleihenmarkt der Emerging Markets in den letzten 5 Jahren gesehen haben.
Die beste Zeit zu investieren ist dann gekommen, wenn ein bestimmtes Anlageobjekt auf schlechte Nachrichten nicht mehr reagiert. Nichts kann dieses Anlageobjekt noch verletzen. Deshalb habe ich eine Vermutung, welches Anlageobjekt in den Nachrichten von Morgen der nächste "große Deal" sein könnte ...
Quelle: Investor`s Daily
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..da ist schon was drann, dem kann man sich mittelfristig anschließen. |
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