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Geld lässt sich auch mit gutem Gewissen machen

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5909

BeitragVerfasst am: 18.März 2007 17:51    Titel: Geld lässt sich auch mit gutem Gewissen machen Antworten mit Zitat

Auch Öko-Investments bringen satte Renditen: Der Naturaktienindex, der nachhaltig wirtschaftende Unternehmen abbildet, legt gewaltig zu.

Schon lange vor der aufgeregten Debatte um den Klimawandel haben Anleger das Potenzial grüner Geldanlagen entdeckt. Das beweist die eindrucksvolle Entwicklung des Naturaktienindex NAI - ein Gradmesser für den Erfolg von Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften. Seit seiner Gründung vor knapp zehn Jahren habe der Index einen Zuwachs von 400 Prozent verzeichnet, sagt NAI-Projektleiter Norbert Schnorbach im Gespräch mit Netzeitung. Im April 1997 startete der Index bei 1000 Punkten und legte bis heute auf 5000 Punkte zu.

Der weltweite Aktienindex MSCI, der als Vergleichsindex für den NAI herangezogen wird, gewann im selben Zeitraum nur 86 Prozent. Der Deutsche Aktienindex Dax stieg um etwa 100 Prozent. Auch die «neu entbrannte Klima-Diskussion hat das ökologische Bewusstsein der Anleger« geschärft, fügt Schnorbach hinzu. Die Nachfrage nach dem Ökofonds GreenEffects, der ausschließlich in Unternehmen des NAI investiert, habe sich seit Dezember vergangenen Jahres verdreifacht.

Seine Entwicklung kann sich sehen lassen: In den vergangenen fünf Jahren erzielte der GreenEffects ein jährliches Plus von 5,3 Prozent - der MSCI erreichte dagegen nur 1,8 Prozent. Von fast 350 Fonds im Dauertest der Stiftung Warentest rangiert er auf Platz 60.

Der Naturaktienindex gilt als konsequenteste Umsetzung grüner Geldanlagen. Er umfasst 30 Unternehmen, die nach ökologisch-ethischen Grundsätzen wirtschaften und in ihrer Branche als Vorreiter gelten. Es ist eine erstaunliche Erfolgsgeschichte und bestätigt die These der Gründer: Nachhaltiges Wirtschaften macht sich langfristig bezahlt.

Im Naturaktienindex sind Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern und Branchen. So zum Beispiel das Unternehmen East Japan Railway, das energiesparende Lokomotiven baut, oder Interface, das Teppichböden aus Mais anstatt Erdöl herstellt. Auch Dienstleister wie Molina Health Care gehören dazu: Der US-Versicherer erleichtert einkommensschwachen Randgruppen und vor allem Einwanderern aus Mittelamerika den Zugang zur Krankenversicherung. Vertreten ist auch der deutsche Solaranlagenhersteller Solarworld: «Ein absoluter Toprunner im NAI», sagt NAI-Ausschussmitglied Thomas Orbach.

Im Index gelistet ist aber auch die US-Kaffeehauskette Starbucks, obwohl US-Gewerkschaften schwere Vorwürfe gegen den Konzern erheben: Starbucks trage seine aggressive Expansionspolitik auf dem Rücken der Beschäftigten und lokaler Anbieter aus. «Wir beobachten diese Fälle», sagt der Umweltexperte Orbach. «Wenn sich die Vorwürfe verdichten und wir den Eindruck haben, dass es zu einer systematischen Behinderung der Tätigkeit von Gewerkschaften kommt, widerspräche das ganz klar unseren Kriterien.» Dann droht der Ausschluss. In den Index aufgenommen wurde Starbucks seinerzeit wegen des Verkaufs fair gehandelten Kaffees.

Keine Chance auf eine Aufnahme in den NAI haben Unternehmen, die ihr Geld in der Rüstungs- und Atomindustrie verdienen, Kinder arbeiten lassen, Frauen diskriminieren oder Tierversuche durchführen.

Doch wer kontrolliert das Geschäftsgebaren der Unternehmen? «Wir arbeiten mit einem professionellen Partner, der Research-Gesellschaft Imug, zusammen», sagt Orbach, der auch Projektleiter beim Wuppertal Institut für Klima, Energie und Umwelt ist. «Die Marktforschungsgesellschaft behält alle Informationen rund um die NAI-Unternehmen im Auge, recherchiert und wertet sie aus.» Auf dieser Basis trifft der sechsköpfige NAI-Ausschuss dann seine Entscheidung.

«Ausschlüsse sind eher selten», betont Orbach. Meist sind Übernahmen der Grund für einen Ausschluss, da die NAI-Kriterien dann häufig nicht mehr erfüllt werden: So wurde beispielsweise Bodyshop nach der Übernahme von L’Oreal rausgeschmissen.

Es gibt aber auch andere Gründe: Condomi musste gehen, weil das Unternehmen in die Schieflage geraten war und seiner Vorreiter- Rolle bei der Aids-Verhütung in Afrika nicht mehr gerecht wurde. Der Schuhfabrikant Timberland musste weichen, weil er für seine asiatischen Zulieferer keine sozial verträglichen Arbeitsbedingungen mehr garantieren konnte.
Quelle:Netzeitung
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