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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5909
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Verfasst am: 12.Apr 2006 11:54 Titel: Insiderskandal: Goldman Sachs - Merrill Lynch |
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Was hat eine 63-jährige kroatische Schneiderin mit der Reebok-Übernahme durch Adidas zu tun? Mehr als die Polizei erlaubt, glauben US-Ermittler.
Am Dienstag schnappten die Fahnder zu: Sie verhafteten den 26-jährigen Eugene Plotkin von Goldman Sachs und den 23-jährigen Analysten Stanislav Shpigelman von Merrill Lynch. Ihnen drohen bei einer Verurteilung 55 bis 75 Jahre Haft. Rund 6,7 Millionen Dollar seien sicher gestellt worden, berichten die Los Angeles Times sowie mehrere andere US-Medien.
Verantwortlich für die Ermittlungen ist der US-Staatsanwalt Michael Garcia. "Es ist einer der schwerwiegendsten Fälle von Insiderhandel in den letzten Jahrzehnten", sagte er gegenüber der "New York Times".
Insiderhandels-Netz reichte bis nach Deutschland
Nach Erkenntnissen der Ermittler sollen Investmentbanker der renommiertesten Wall-Street-Häuser ein Netz aufgebaut haben, das sie mit verbotenen Insidertipps versorgten.
Der verhaftete Merrill-Lynch-Analyst zum Beispiel soll angeblich Informationen über anstehende Unternehmenskäufe vorab an seine Komplizen gegeben haben, die diese dann bis nach Deutschland und Österreich weiterleiteten.
Ein Deutscher sowie Kunden der österreichischen Online-Bank Direktanlage.at sollen nach Angaben der Financial Times Deutschland an den Transaktionen mitverdient haben.
Auffällige Kauforders bei Reebok
Auf die Spur des Insiderhandelsrings kamen die Ermittler bei der Untersuchung auffälliger Aktienorders bei Reebok. Nach der Übernahme des US-Sportartikelherstellers durch Adidas legte die Reebok-Aktie 30 Prozent zu.
Tags zuvor sollen mehrere Personen Aktienoptionen und Aktien von Reebok gekauft haben. So hatte eine 63-jährige Schneiderin aus Kroatien über einen amerikanischen Online-Broker Kaufoptionen auf Reebok-Aktien geordert.
Der Fall flog auf. "Der Gewinn allein in diesem Fall betrug rund zwei Millionen Dollar", erklärte der zuständige Ermittlungschef der US-Börsenaufsicht SEC, Mark Schoenfeld.
Go-go-Tänzerinen als Lockmittel
Mit weiblichen Reizen versuchten angeblich die Drahtzieher, weitere Investmentbanker für ihren Insiderhandelsring zu rekrutieren. So wurden mehrere Go-go-Tänzerinnen auf Investmentbanker angesetzt, um zu Insiderinformationen zu gelangen.
Zudem sollen die Hauptbeschuldigten "Maulwürfe" in die Druckerei geschickt haben, in der das Wochenmagazin "Business Week" produziert wurde. Dort sollten sie Informationen über bestimmte Aktien in der einflussreichen Wall-Street-Kolumne abfangen.
Dadurch sollen laut US-Medienberichten die Beschuldigten rund 340.000 Dollar mit etwa 20 Aktien verdient haben.
Martha Stewart hat's vorgemacht
Seit dem Fall Enron haben mehrere Insiderskandale die Wall Street erschüttert.
Der berühmteste Fall war die Affäre um Martha Stewart, der berühmtesten Hausfrau der Welt. Wegen Insiderhandels mit Imclone-Aktien musste die TV-Moderatorin und Buch-Autorin fünf Monate hinter Gitter.
boerse.ARD.de |
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