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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7542
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Verfasst am: 17.Aug 2008 10:50 Titel: |
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Nein, MLP ist kein Studentenclub. Auch wenn die drei Buchstaben an fast jeder Universität auftauchen. Und weil sie wohl jedem Studenten irgendwann einmal über ein Karriereseminar, einen Präsentationskurs oder ein Rhetoriktraining näher bekannt werden. Nein, MLP ist ein Finanzvertrieb und lockt mit kostenloser Hilfe für seine Kunden von morgen: die hoffentlich bald gutverdienenden Hochschüler.
Das Kalkül geht auf. Mehr als 90 Prozent der 730 000 Kunden sind Akademiker.
MLP ködert sie mit dem Versprechen von unabhängiger, allumfassender Beratung möglichst noch vor dem Examen.
Geldanlage, Versicherungen, Immobilienfinanzierung, Konto – alles stammt aus einer Hand, aber nichts ist von MLP selbst, sondern von den Versicherungs-, Fonds- und Bankpartnern.
Jetzt sorgt der größte Schweizer Lebensversicherer für Aufruhr bei dem börsennotierten badischen Unternehmen. In der vergangenen Woche gab er bekannt, 27 Prozent der Anteile an MLP und damit eine einflussverschaffende Sperrminorität gekauft zu haben. Swiss Life ist kein Unbekannter. Ende 2006 hat der Konzern schon die Mehrheit am MLP-Konkurrenten AWD übernommen und kontrolliert damit jetzt die Nummer zwei und drei im Markt der Finanzvertriebe. Nur die DVAG ist noch größer.
MLP sieht nun seine Unabhängigkeit in Gefahr. Der neue Miteigentümer könnte zunehmend Druck ausüben, seine Versicherungen über den Finanzvertrieb loszuwerden. „Das würde unserem Anspruch zuwiderlaufen. Wir sind nur den Interessen unserer Kunden verpflichtet“, entgegnet MLP-Sprecher Jan Berg.
Doch schon heute, ohne die Übernahme, gibt es Zweifel an der Unabhängigkeit.
MLP ist zwar nicht der verlängerte Vertriebsarm einer Versicherung oder Fondsgesellschaft. Das Unternehmen hat 35 von rund 100 Lebensversicherungen im Sortiment. Doch nur im Interesse der Kunden handeln die Berater nicht. Denn sie leben von der Provision. Und da ist die Versuchung groß, solche Produkte zu verkaufen, die mehr Vergütung, aber dem Kunden nicht unbedingt mehr Rendite bringen. Zum Beispiel Renten- oder Lebensversicherungen anstatt Fonds.
Das bestätigt ein ehemaliger MLP–Berater:
„Wir verkauften dem Kunden erst einmal so viele Versicherungen wie möglich: eine Riesterpolice, eine zusätzliche fürs Alter, eine für die Kinder, eine für den Hausbau – das lässt sich ja alles gut begründen. Erst dann vielleicht einen Fondssparplan.“ Diesen Fehlanreiz hat nicht MLP gesetzt, er ist Folge der Unterschiede in den Produkten. Fonds lohnten sich für die Verkäufer erst bei großen Summen und langfristig, während die Abschlussgebühren der Versicherungen schon in den ersten Jahren fließen.
Und das üppig. „Die Beiträge wurden so stark wie gerade noch vertretbar hochgeschraubt, denn die Provision hängt auch davon ab“, gesteht der ehemalige MLP-Verkäufer. Ein ehemaliger Kunde, damals 22 Jahre alt, hat das auch so erlebt: „Ich hatte als Student vier Renten- und Lebensversicherungen und Mühe, die Beiträge zu zahlen. Aber der Berater hat mir die Notwendigkeit dafür überzeugend erklärt.“
Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat Ähnliches beobachtet.
„Mehr als 100 ehemalige MLP-Kunden kamen in den vergangenen Jahren zu uns. Bei fast keinem hatte man das Gefühl, er wurde gut beraten. Rentenversicherungen, oft auch noch die teureren, waren das Standardprodukt.“ Statt durchschnittlich vier Prozent hätten die Abschlusskosten oft bei mehr als sechs Prozent der Beiträge gelegen. „Und das bei den jungen Kunden, die viel in Aktien sparen sollten. Und die eigentlich flexible Lösungen brauchen, weil sie ja eventuell noch eine Familie gründen wollen.“
Kostengünstige Indexfonds sah Nauhauser in keinem Depot. Auch andere sichere, aber kostengünstigere Produkte wie Bundesschatzbriefe fand er nicht. Dafür seien private Krankenversicherungen gut verkauft worden, auch für die, die besser in der gesetzlichen Kasse bleiben sollten, weil sie eine Familie aufbauen.
Jan Berg von MLP sieht das natürlich ganz anders: „Wir setzen keine finanziellen Anreize, damit Berater eine bestimmte Versicherungs- oder Fondsgesellschaft bevorzugen.“ Allerdings werden die Berater auch umfangreich geschult. Dort gibt es genug Möglichkeiten, einzelne Produkte zu bewerben. „Das war Gehirn-Jogging. Am Ende war man selbst voll überzeugt, dass man das eine oder andere Produkt verkaufen sollte“, erinnert sich der ehemalige MLP-Verkäufer.
Aber selbst wenn jeder Anbieter die gleiche Chance haben sollte, es bleibt die meist größere finanzielle Attraktivität der Renten- und Lebensversicherung für den Berater. Der Kunde kann das schwer durchschauen.
Er muss vertrauen.
Aber nicht nur bei MLP, auch bei den anderen Finanzvertrieben sollte er das nicht blindlings tun. Denn all diese Berater arbeiten eben auf Provisionbasis, und der Druck, Abschlüsse zu machen, ist hoch. Immerhin müssen sie seit 1. Juli auf Nachfrage ihre Provisionen offenlegen. „Ein Kunde sollte also auf jeden Fall fragen, was der Berater damit verdient“, empfiehlt Verbraucherschützer Nauhauser.
Quelle: D.Scherff |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7542
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Verfasst am: 25.Aug 2008 8:33 Titel: |
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Alles hätte so schön werden sollen: Heimlich, still und leise hatte sich AWD-Chef Maschmeyer bei MLP eingekauft, um Swiss Life den Weg zu ebnen. Und nun das: die Absage.
Denn: MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg hält den Übernahmeversuch durch den Schweizer Versicherer Swiss Life für gescheitert. "Unsere Kapitalerhöhung war eine klare Botschaft, mit der alles gesagt ist", sagte der Chef des Finanzdienstleisters dem Handelsblatt.
"Die Unabhängigkeit gehört zum Wertvollsten, was MLP besitzt und die werden wir uns von niemandem nehmen lassen." Ein weiterer Übernahmekampf wäre hoffnungslos. Dies sei auch deswegen unwahrscheinlich, weil die Schweizer sich dadurch weiter den Markt verderben würden.
Schon jetzt würden MLP-Berater Swiss-Life-Produkte nicht mehr anfassen. "Kein Unternehmen kann gegen einen Vertrieb agieren – erst recht nicht gegen einen, der so aufgestellt ist wie wir. Jede Einflussnahme wird von unseren Beratern sofort sanktioniert", sagte Schroeder-Wildberg.
Name: MLP
Land / Branche: Deutschland / Finanzen
WKN / ISIN: 656990 / DE0006569908
Handelsplatz: XETRA
Aktueller Kurs: 13,60 EUR (25.08.08 )
MLP hatte in der vergangenen Woche durch eine Kapitalerhöhung den Schweizer Versicherer Swiss Life und den zu ihr gehörenden MLP-Konkurrenten AWD, der den deutschen Finanzdienstleister feindlich übernehmen wollte, vorläufig ausmanövriert. Die Beteiligung von Swiss Life und AWD fiel darauf unter die Sperrminorität von 25 Prozent.
MLP nahm durch die Kapitalerhöhung, die die Versicherer Allianz, Axa und HBOS finanziert haben, 120 Millionen Euro ein. Das Geld solle jetzt für Zukäufe ausgegeben werden, kündigte Schroeder-Wildberg an.
Der MLP-Vorstandsvorsitzende kritisierte, dass AWD-Chef Carsten Maschmeyer 27 Prozent an MLP gekauft hat, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfuhr. "Meldeschwellen sind da, um Transparenz am Finanzmarkt zu schaffen. Aber offensichtlich gibt es genügend Schlupflöcher, sie zu umgehen. In diesem Fall jedenfalls wurden sie konsequent verletzt", sagte Schroeder-Wildberg.
"Das Ganze ist ein grundsätzliches Problem für den Finanzplatz Deutschland: Es muss höhere Sanktionen geben, wenn so etwas passiert", forderte Schroeder-Wildberg auch mit Blick auf den Übernahmekampf um den Autozulieferer Continental.
"Wer unangemeldet auftaucht, sollte sein Stimmrecht für einen spürbaren Zeitraum verlieren. Die gesetzlich festgelegten Meldegrenzen sind doch nicht zum Vergnügen da."
Ohne Gewähr! Quelle: SZ
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7542
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Verfasst am: 26.Aug 2008 6:43 Titel: |
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Eine simple Kapitalerhöhung - und die geplante Übernahme des Finanzdienstleisters MLP durch die größte Schweizer Versicherungsgruppe Swiss Life scheint zu platzen.
Durch die Kapitalerhöhung um zehn Prozent wird die ungeliebte Swiss Life wieder unter die Schwelle der Sperrminorität von 25 Prozent gedrückt.
Möglich ist ein solcher Schritt aber nur, weil die Wieslocher Vorkehrungen auf ihrer Hauptversammlung getroffen hatten, etwa die Genehmigung, das Kapital ohne Bezugsangebot an die Altaktionäre zu erhöhen. Und schließlich standen mit den Finanzdienstleistern Allianz, Axa und der britischen HBOS drei neue Aktionäre bereit.
Selten nur greifen "umworbene" Unternehmen zu diesem Mittel. Und doch scheint das einfacher zu sein als die Suche nach dem Weißen Ritter, einem anderen Investor also.
Bei Continental wollte der partout nicht auftauchen - vielleicht auch, weil es offenbar unternehmensintern unterschiedliche Auffassungen über den Einstieg der Schaeffler-Gruppe gab. Bayer war vor zwei Jahren für Schering zum Weißen Ritter geworden und hatte damit Angreifer Merck ausgestochen. Auch Giftpillen werden im Ausland gern geschluckt, also Vereinbarungen im Übernahmekampf getroffen, die für den Angreifer von Nachteil sind. In Deutschland sind Giftpillen während des laufenden Prozesses unzulässig.
Auch wenn der Fall MLP-Swiss Life noch nicht beendet ist, soviel scheint jetzt schon klar: Wenn das Management sich auf den Fall der Fälle vorbereitet, hat es noch Möglichkeiten, sich gegen eine feindliche Übernahme zu stemmen. Uneinigkeit im Unternehmen aber ist das beste Einfallstor für Investoren.
Quelle: fr |
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GM&P Info .

Anmeldungsdatum: 18.01.2006 Beiträge: 4266
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Verfasst am: 22.Okt 2008 4:39 Titel: |
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| Zitat: |
MLP AG verliert erneut Prozess wegen Vergleich mit sektenartiger Vereinigung
Die MLP Finanzdienstleistungen AG unterlag erneut in einem Rechtsstreit vor dem Landgericht Wiesbaden gegen Rechtsanwältin Heidrun Jakobs, von der Rechtsanwaltskanzlei Jakobs, Wiesbaden. Der Heidelberger Finanzvertrieb hatte erfolglos versucht, die Äußerung „MLP wendet gegenüber den bei ihr unter Vertrag stehenden Handelsvertretern psychologische Druckmittel, vergleichbar denen von sektenartigen Vereinigungen, an“, zu verbieten und war insoweit bereits im einstweiligen Rechtsschutz gescheitert.
Jakobs, die ehemalige MLP-Mitarbeiter anwaltlich vertritt, hatte in Zusammenhang mit der Abwehr von Vorschussrückforderungsklagen die Ausübung von psychologischem und wirtschaftlichem Druck auf jetzige und ehemalige Mitarbeiter vor Gericht moniert.
Das Landgericht Wiesbaden hat nunmehr mit Urteil vom 01.10.2008, Aktenzeichen 2 O 91/08 entschieden, dass die streitige Äußerung vom Grundrecht der freien Meinungsäußerung umfasst ist. Jakobs habe mit der angegriffenen Äußerung in ihrer Funktion als Rechtsanwältin die berechtigten Interessen ihrer Mandanten wahrgenommen, wobei zweifelsfrei ein rechtlicher und sachlicher Zusammenhang mit der Rechtsverteidigung der ehemaligen MLP-Mitarbeiter bestünde. Rechtsanwältin Jakobs wurde in diesem Verfahren vertreten von Medienanwalt, Christian-Oliver Moser, Berlin. (ir)
Quelle: FONDS professionell |
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