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Red Chips - Aktien chinesischer Unternehmen

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5916

BeitragVerfasst am: 11.Aug 2007 12:42    Titel: Red Chips - Aktien chinesischer Unternehmen Antworten mit Zitat

Die in Hongkong gelisteten Aktien chinesischer Unternehmen, die sogenannten Red Chips, schicken sich an, in der allerersten Börsenliga mitzuspielen. Vor Jahren noch als kapitalistische Feldversuche aus dem entwicklungsschwachen China belächelt, sind sie mittlerweile zu einer Größe herangewachsen, dass man sich nur verwundert die Augen reibt. Die Wirtschaftswelt bekommt einen neuen Schwerpunkt, und Dax-Konzerne wirken wie Zwerge neben den neuen roten Riesen.

Seit Jahren versucht nun die chinesische Regierung die rasant wachsende Wirtschaft mit diversen Bremsmanövern vor der Überhitzung zu bewahren. Mit mäßigem Erfolg. Die jüngst veröffentlichten Zahlen zum Wachstum im zweiten Quartal 2007 sprechen eine klare Sprache: So stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 11,9% gegenüber dem Vorjahresquartal, das stärkste Wachstum seit 12 Jahren. Für das Gesamtjahr 2007 erwartet die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs ein BIP-Wachstum von sagenhaften 12,3%.

Und die chinesische Börse? Sie steigt. Und zwar erstaunlich unbemerkt vom Gros der internationalen Anleger. Das mag an der in der Vergangenheit geringen Liquidität liegen, an der Sorge um Rechtssicherheit und Transparenz und an den Beschränkungen für ausländische Investoren – allesamt nachvollziehbare Motive.

Das chinesische Aktien-ABC ist auf den ersten Blick recht verwirrend. Es gibt A-Aktien, B-Aktien und H-Aktien. Die wichtigsten sind die H-Aktien. Es sind Anteile chinesischer Unternehmen, die an der Börse in Hongkong gelistet sind, die sogenannten Red Chips. Die Börse in Hongkong ist deshalb so bedeutend, weil sie zu Zeiten als das kommunistische China noch ernstlich kommunistisch und Hongkong noch britische Kronkolonie war, den naheliegendsten Handelsplatz bot, um sich für internationales Kapital zu öffnen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Hongkong ist eine Weltbörse mit internationalem Standard. Institutionelle Anleger kaufen in Hongkong.

Im Gegensatz dazu gelten die chinesischen Festlandsbörsen in Shanghai und Shenzhen als intransparent und stark reglementiert. Dort werden die sogenannten A-Aktien gehandelt, die nur von Chinesen gekauft werden können. Ein kleiner Teil der Unternehmensanteile, rund 5%, kann in B-Aktien herausgegeben werden, die von Ausländern gekauft werden dürfen. Also: Chinesen kaufen A-Aktien, Ausländer müssen sich mit B-Aktien begnügen. Für institutionelle Anleger wie Fonds, Banken und „Heuschrecken“ ist das unattraktiv. Sie kaufen lieber H-Aktien in Hongkong.

Der Boom Chinas ist auch an den chinesischen Börsen nicht spurlos vorüber gegangen. Die Aktien in Hongkong und an den chinesischen Festlandsbörsen Shanghai und Shenzhen blicken auf einen rasanten Anstieg zurück. So klettert der Hang Seng Index (HSI), der Leitindex der Börse Hongkong, in den letzten drei Jahren um knapp 90%, der Hang Seng China Enterprises Index (HSCEI) der in Hongkong gelisteten chinesischen Unternehmen (H-Aktien), konnte sich locker verdreifachen. Der festlandchinesische CSI 300, der Index der 300 größten in Shanghai und Shenzhen gelisteten Unternehmen (A-Aktien), stieg allein in den vergangenen 12 Monaten um 250%.

Ist das nun gesund oder bläht sich da eine Blase bis zum Platzen? Die Meinungen sind, wie immer, geteilt. Die Aktien in Hongkong gelten mit einem KGV von etwa 17 als angemessen bewertet, angesichts der Chancen sogar teilweise als günstig. Anders sieht es auf dem chinesischen Festland aus. Die A-Aktien in Shanghai und Shenzhen sind mit einem durchschnittlichen KGV von rund 45 äußerst sportlich bewertet.

Was passieren kann, wenn die Stimmung kippt, haben wir im Februar gesehen, als der CSI 300 an einem Tag knapp 9% einbrach, und damit zum ersten Mal die chinesischen Festlandsbörsen ins Rampenlicht der Welt rückte. Der Einbruch folgte einer Warnung des ehemaligen US-Notenbankpräsidenten Alan Greenspan vor einer Übertreibung. Greenspan befindet sich mit dieser Einschätzung in bester Gesellschaft: Milliardär Li Ka-shing aus Hongkong, Mehreitseigentümer von Hutchison Whampoa und Cheung Kong Holdings, den das US-Magazin Forbes auf 23 Mrd. US-Dollar taxiert und damit zum reichsten Mann Asiens erklärt, äußert sich ähnlich.

Die Börse allerdings interessiert das alles herzlich wenig. So haben sich die chinesischen A-Aktien seit Februar schon wieder fast verdoppelt und der Einbruch zu Beginn des Jahres ist nur noch eine winzige Delle im Chart. Der Kursentwicklung können auch die aktuellen Turbulenzen an den Weltbörsen nichts anhaben. Seit der DAX von seinem Allzeithoch vor drei Wochen rund 8% verloren hat, konnte Chinas CSI 300 20% zulegen und notiert auf Rekordhoch. Wieder einmal. Wie kann das sein? Nun, zum einen hat der chinesische Aktienmarkt mit der Subprime-Krise in den USA überhaupt nichts zu tun. Zum anderen haben wir schon seit langem eine liquiditätsgetriebene Hausse. Da interessieren fundamentale Kriterien überhaupt nicht.

Chinesische Privatanleger eröffnen Depots im Millionentakt und kaufen Aktien. Das tun sie, weil das Geld auf ihren Sparbüchern nur mit 3,3% verzinst wird, die Inflation aber mit 4,4% die Vermögen auffrißt. Einziger Ausweg: Die Börse. Es handelt sich also um einen veritablen Anlagenotstand. Daran wird sich auch so bald nichts ändern, obwohl die chinesische Regierung jetzt qualifizierten Anlegern gestattet, an „Auslandsbörsen“, also in Hongkong zu kaufen. Damit möchte Peking Luft aus dem Kessel entweichen lassen.

Vielleicht sind die Warnungen vor einer Übertreibung also auch übertrieben. Fan Dizhao, Finanzprofi bei Guotai Asset Management in Shanghai, erwartet bei Banken und Immobilienkonzernen im ersten Halbjahr 2007 gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Gewinnwachstum von 80%. Können die chinesischen Unternehmen in den kommenden Jahren nämlich die Erwartungen an ihr Gewinnwachstum erfüllen, so ist die Aktienbewertung auch gar nicht mehr so übertrieben hoch. Investmentlegende und China-Kenner Jim Rogers sagte jüngst, er habe seine Emerging-Markets-Investments fast komplett verkauft. Außer in China, da bleibe er weiter investiert.

Die in Hongkong gelisteten Red Chips, schicken sich an, in der allerersten Liga mitzuspielen. Vor Jahren noch als kapitalistische Feldversuche aus dem entwicklungsschwachen China belächelt, sind sie mittlerweile zu einer Größe herangewachsen, dass man sich nur verwundert die Augen reibt. Laut Bloomberg kommen heute gemessen am Börsenwert gleich drei der zehn weltgrößten Unternehmen aus China.
Quelle: 3sat/börse

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PetroChina Co Ltd.

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