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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5916
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Verfasst am: 12.März 2007 18:23 Titel: Tiefer Fall: Condomi-Aktionäre stehen vor Totalverlust |
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Das Finanzamt Köln Nord hat beim Amtsgericht Köln einen Insolvenzantrag über das Vermögen der Condomi AG gestellt. Die Aktien des einstigen Börsenlieblings wurden vom Handel ausgesetzt. Der Kurs, der zu besten Zeiten bei 31,50 Euro lag, ist bei 56 Cent eingefroren. Die Aktionäre sind zum Warten verdammt. Von „rätselhaften Zuständen“ ist die Rede.
Das Amtsgericht Köln hat einen Gutachter bestellt, der prüfen soll, ob bei der Condomi AG ein Insolvenzgrund vorliegt und ob überhaupt noch genug Masse für ein solches Verfahren vorhanden ist. Der Gutachter, Jörg Bornheimer, trifft bei seinen Ermittlungen auf rätselhafte Zustände. Offenbar verstößt die Condomi AG schon seit Jahren gegen das deutsche Börsenrecht.
Die letzte vorgelegte Bilanz des Unternehmens stammt aus 2003. Hauptversammlungen gibt es ebenfalls schon seit Jahren nicht mehr, obwohl im Aktiengesetz vorgeschrieben ist, jährlich mindestens ein Aktionärstreffen abzuhalten und die Anleger über die Geschäftsentwicklung zu informieren.
Doch weder die Aktionäre erhalten Auskunft noch sonst jemand. Faktisch ist die Condomi AG heute nur noch eine leere Hülle. Nachdem das Unternehmen durch eine verfehlte Expansionsstrategie schwer angeschlagen war, durchlebte die Condomi AG eine seltsame Metamorphose. Die Tochtergesellschaft Unimil in Polen führte eine Kapitalerhöhung durch und kaufte die Schulden der Muttergesellschaft in Höhe von 37 Millionen Euro für 16 Millionen Euro von den Gläubigerbanken auf. Anschließend übernahm die Unimil die Markenrechte von Condomi, die Kundenbeziehungen und die Mehrheit an der brandneuen Kondomfabrik in Erfurt. Allein in diese Fabrik wurden zuvor 35 Millionen Euro investiert, 15 Millionen davon aus öffentlichen Fördertöpfen.
Unimil gründete ein neues Unternehmen, die Condomi Health International GmbH. Anschrift und Telefonnummer der neuen Gesellschaft sind identisch mit derjenigen der Condomi AG. Die letztere aber ist nicht einmal für den Gutachter Bornheimer zu erreichen. „Wir bemühen uns um Kontakt zu den Verantwortlichen“, heißt es aus der Kanzlei. Trotz intensiver Nachforschungen ist es aber bisher nicht gelungen, den Alleinvorstand Tadeusz Sobierajski ausfindig zu machen. Der 50jährige Pole wurde 2005 Nachfolger des Condomi-Gründers Oliver Gothe. Wo sich Sobierajski derzeit aufhält, ist unbekannt.
Quelle:HB |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5916
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Verfasst am: 21.März 2007 21:07 Titel: |
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Zockerspiele mit Condomi
Neue Wendung im Fall Condomi: Ein Berliner Jungunternehmer will die Aktien des schwer angeschlagenen Unternehmens mit einem Abschlag von 82 Prozent kaufen. Aktionärsschützer sprechen von Bauernfängerei. Andererseits droht den Anteilseignern in der jetzigen Lage ein Totalverlust.
Die Aktionäre der kurz vor der Pleite stehenden Condomi AG haben in den vergangenen Tagen überraschend Post erhalten. Die Tokugawa AG aus Berlin bietet zehn Cent pro Condomi-Aktie. Das Papier ist derzeit vom Handel ausgesetzt, der letzte Kurs wurde am 20. Februar bei 56 Cent notiert.
Das Auftreten des weitgehend unbekannten Bieters ist die jüngste Wendung in der seltsamen Geschichte der Condomi AG. Das Unternehmen ging 1999 an die Börse und wurde für sein ideenreiches Marketing und die schnelle Expansion gefeiert. 2001 erreichte der Kurs 31,50 Euro. Dann allerdings ging es schnell bergab. 2003 hatte Condomi 37 Millionen Euro Schulden, 2005 übernahm die polnische Tochterfirma Unimil die Regie und sicherte sich die Unternehmenswerte von Condomi.
Seither ist die Condomi AG praktisch eine Geisterfirma. Bilanzen existieren nicht, Hauptversammlungen finden nicht statt, der polnische Vorstand Tadeusz Sobierajski (50) ist verschwunden. Bereits 2005 von der deutschen Börse verhängte Ordnungsgelder werden nicht bezahlt. Das Finanzamt Köln Nord hat als Gläubiger inzwischen einen Insolvenzantrag gestellt. Den Aktionären droht ein Totalverlust.
Vor diesem Hintergrund tritt nun die Tokugawa AG auf. Ihr Vorstand und einziger Mitarbeiter, Philipp Steinhauer (28 ), will sich zu seinen Plänen bei Condomi nicht äußern. In seinem offiziellen Angebot steht, dass Tokugawa höchstens 500.000 der insgesamt 5,1 Millionen Aktien kaufen will. Das Angebot endet am 30 März.
„Tokugawa spekuliert darauf, dass die Aktie vielleicht bei 20 oder 30 Cent gehandelt wird, falls der Handel wieder aufgenommen wird“, sagt Marcus Sühling von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. „Dann hätten die schon einen riesen Schnitt gemacht.“ Ein Sprecher der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz bezeichnete Angebote wie jenes von Tokugawa als Bauernfängerei. Andererseits müssten die Aktionäre damit rechnen, bei der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ganz leer auszugehen. Oliver Gothe, der Gründer des Unternehmens will das Angebot nicht annehmen. Er hält noch immer ein beträchtliches Aktienpaket, obwohl er bereits 2005 nach einem Streit mit der polnischen Unimil aus dem Vorstand ausschied.
Steinhauer sagte gegenüber dem Handelsblatt, der Unternehmenszweck von Tokugawa sei keinesfalls die Übervorteilung von Aktionären. Vielmehr mache er den Anteilseignern angesichts der oft bedrohlichen Lage der betroffenen Unternehmen faire Angebote. Tokugawa biete den Aktionären einen Ausweg und gehe selbst ins Risiko. So habe er bei der Goldzack AG ein Verlustgeschäft gemacht, weil er Aktien kaufte und es anschließend doch nicht zu einer Wiederbelebung der Gesellschaft kam.
Tokugawa hat laut Steinhauer Ende 2005 mit Angeboten für nicht gehandelte Aktien begonnen, aktuell gibt es Offerten für Eurotunnel und die Bezugsrechte der Kampa AG. Den Name Tokugawa habe er gewählt, weil er eine Vorliebe für japanische Geschichte und Kultur hat. Die Tokugawa waren eine Shogun-Dynastie, die Japan mehr als 200 Jahre lang beherrschte und das Land nach Meinung Steinhauers zu wirtschaftlicher und kultureller Blüte führte. Ähnliches wünsche Steinhauer auch für seine Firma.
Für Tokugawa ist das Condomi-Angebot auch deshalb reizvoll, weil es vorab kaum Kosten verursacht. Eine Anzeige im Bundesanzeiger für 50 bis 200 Euro reicht aus, um die Banken der betroffenen Aktionäre in Gang zu setzen. „Wir sind nach unseren Geschäftsbedingungen dazu verpflichtet, wichtige Informationen, die das Wertpapier unserer Kunden betreffen, in deren Interesse an diese weiterzuleiten“, sagt Georg Baur, ein Rechtsexperte des Deutschen Bankenverbandes. „Nicht alle Angebote sind aber im Kundeninteresse.“ Die Kosten für Druck, Abwicklung und Porto würden nur dann die Banken tragen – bzw. in der Folge die Kunden selbst.
Quelle: HB |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5916
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Verfasst am: 23.März 2007 18:50 Titel: |
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Zocker buhlen um Condomi-Aktien
In die seit Jahren brach liegende Condomi AG kommt plötzlich Leben. Zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Tagen werden die Aktionäre des Kölner Kondomherstellers Post von ihren Banken erhalten. Nach der Tokugawa AG aus Berlin macht nun auch EO Investors aus Düsseldorf ein Übernahmeangebot.
Beide Unternehmen bieten zehn Cent pro Aktie. Das Papier wurde zuletzt bei 56 Cent notiert, die Deutsche Börse nahm die Condomi-Aktie aber wegen verschiedener Verstöße schon am 20. Februar 2007 aus dem Handel. Die Condomi AG legt schon seit Jahren keine Bilanzen mehr vor, das Unternehmen hat nicht einmal mehr einen Briefkasten. Das Finanzamt Köln Nord stellte Ende Dezember 2006 einen Insolvenzantrag, der vom Amtsgericht eingesetzte Gutachter Jörg Bornheimer bemühte sich bisher vergeblich, den polnischen Vorstandsvorsitzenden der Condomi AG, Tadeusz Sobierajski (50), ausfindig zu machen.
EO Investors hat sich auf Fälle wie diese spezialisiert. Der Geschäftsführer Frank Scheunert (32) sagte dem Handelsblatt, er wolle mindestens fünf Prozent der Aktien, um mit diesen Stimmen dann eine außerordentliche Hauptversammlung zu erzwingen. Dort will Scheunert Sonderprüfungen durchsetzen und danach Schadenersatzklagen gegen den Vorstand und den Aufsichtsrat der Condomi AG führen. Scheunert rechnet damit, auf diese Weise mehr als zehn Cent pro Aktie zurückzuerlangen. Andere Investitionen von Scheunert sind Yukos (Russland) und Livedoor (Japan).
Die Condomi AG wurde 1988 in Köln gegründet und ging 1999 an die Börse. Anfang 2001 erreichte die Aktie mit 31,50 Euro ihren Höchstkurs, doch eine verfehlte Expansionsstrategie und teure aber erfolglose Ausflüge ins Mediengeschäft führten zum Absturz. 2003 hatte die Condomi AG 37 Millionen Euro Schulden - fast doppelt so viel wie Umsatz. 2005 übernahm die ehemalige polnische Tochterfirma Unimil die Verbindlichkeiten der Condomi AG und überführte dann die Markenrechte, Kundenverträge und Anteile an der hochmodernen Kondomfabrik in Erfurt ins eigene Unternehmen. Die Aktionäre der Condomi AG wurden zu diesen Transaktionen aber nicht gehört. Die letzte Hauptversammlung gab es 2002.
Quelle: HB |
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