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money-baer Insider
Anmeldungsdatum: 28.02.2002 Beiträge: 779 Wohnort: /Mfr.
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Verfasst am: 21.Jun 2003 8:02 Titel: nicht immer ist Langfristig gut, ..... |
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Freitag, 20. Juni 2003
Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland auf Sicht von 10 Jahren mit 7,1 % VERLUST p.a.
von Michael Vaupe
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Ich bin gerade auf ein paar interessante Zahlen und Fakten gestoßen, die der "Bundesverband Investment und Asset Management" (BVI) berechnet hat. Das ist der Verband der Fondsgesellschaften, der naturgemäß die langfristige Anlage in Aktien- bzw. Rentenfonds fördern will. Die Fakten, die ich gerade lese, lassen sich jedoch nicht unbedingt zu Werbezwecken benutzen: Alle Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland VERLOREN in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 7,1 % an Wert!
Wahrscheinlich haben auch Sie – genau wie ich – schon sehr oft folgenden Spruch gehört: "Langfristig schlagen Aktien alle anderen Anlageformen." In zahlreichen Finanzpublikationen und Werbebroschüren wurde diese These mit Vergleichen illustriert und scheinbar belegt. Ungefähr dieser Art: "1.000 Euro wären mit Aktien in 10 Jahren zu XX Euro geworden, mit Anleihen zu XY Euro (deutlich niedrigerer Betrag) und auf dem Sparbuch zu XZ Euro (niedrigster Betrag)". Zugegeben – jahrelang habe auch ich daran geglaubt. Ich habe geglaubt, dass man am besten in einem Aktiensparplan monatlich einen bestimmten Betrag einzahlen sollte – um dann "auf jeden Fall" LANGFRISTIG auf der Gewinnerseite zu stehen.
Die aktuellen Zahlen des BVI sind ein schwerer Schlag gegen diese These. Denn selbst wenn man sein Vermögen auf Fonds für deutsche Standardaktien verteilt hätte, so hätte man in den letzten 10 Jahren einen deutlichen Verlust hingenommen. Zum Vergleich: Die Rentenfonds mit Schwerpunkt Euro (bzw. vor Euroeinführung: DM) konnten in den letzten 10 Jahren 4,9 % Plus pro Jahr erzielen.
Also: Mit Aktienfonds 10 Jahre lang durchschnittlich 7,1 % Minus pro Jahr, mit Rentenfonds durchschnittlich 4,9 % Plus pro Jahr. Diese Fakten sprechen eine klare Sprache. Natürlich bin ich mir der Problematik der Wahl des Zeitraums vollkommen bewusst. So würde man auf ganz andere Werte kommen, wenn man den 10-Jahres-Zeitraum von Ende 1989 bis Ende 1999 nehmen würde. Dann hätte man nämlich den Bärenmarkt seit 2000 nicht in der Berechnung drin. So lässt sich auch erklären, warum solche Berechnungen in den Jahren vor 2000 meist einen Vorteil der Aktien gegenüber den Anleihen zeigten.
Was ich damit sagen will: Übernehmen Sie keine scheinbar allgemein akzeptierten Thesen – wie die, dass Aktien "langfristig immer steigen!" Wenn Sie auf dem Höhepunkt der Spekulationsblase des Neuen Marktes eingestiegen sind, werden Sie Ihre Einstiegskurse (sofern es das betreffende Unternehmen überhaupt noch gibt) vielleicht nie wieder sehen. Und wenn Sie 40 Jahre warten. Die Frage ist natürlich auch, wie langfristig "langfristig" eigentlich ist. Natürlich führt alleine der Inflationseffekt auf sehr lange Sicht zu steigenden Kursen. Aber was nützt es Ihnen, wenn Ihr Einstandskurs zwar wieder erreicht wird – aber erst in 80 Jahren? Ein großer Erfolg, oder? Hier zeigt sich die ganze Ungenauigkeit des Begriffs "langfristig". Schon der Volkswirt John Maynard Keynes meinte: "Langfristig sind wir alle tot." Recht hat er.
Ich meine: In die Zukunft sehen kann keiner von uns. Eine Aussage wie "langfristig steigen Aktien immer" ist schon deshalb sehr mit Vorsicht zu genießen. Das bedeutet nicht, dass ich Ihnen von Aktieninvestments völlig abraten will. Ich möchte nur gerade in der derzeitigen Aufwärtsbewegung auch auf die Risiken hinweisen. Die Börse ist keine Einbahnstraße – dieser Satz ist oft überstrapaziert worden, stimmt aber. Denken Sie daran.
Und überlegen Sie sich einmal, die "90/10"-Strategie zu befolgen. Das bedeutet: Anstatt Aktien zu kaufen, 90 % des dafür vorgesehenen Betrags in sicheren Euro-Staatsanleihen zu investieren und mit den restlichen 10 % auf Optionsscheine zu setzen (die aufgrund des Hebeleffekts die gleichen absoluten Gewinne wie mit einer 100 %-Aktien-Position erlauben würden). Im schlimmsten Fall erleiden Sie mit den Optionsscheinen einen Totalverlust. Diesen würden Sie in gut 2 Jahren durch die Zinserträge der Anleihen ausgleichen, so dass sie nach diesem Zeitraum Ihren Einsatz wiederhaben. Wenn es gut läuft und Sie mit den Optionsscheinen 100 % verdienen, haben Sie damit auf den gesamten Einsatz betrachtet 10 % verdient. Hinzu kommen noch die Zinsen für die Anleihenposition. Meiner Ansicht nach eine sehr gute Alternative zu Investments am Aktienmarkt. Ein weiterer Vorteil: Sie können auch von fallenden Kursen profitieren und erweitern Ihre Gewinnchancen damit ungemein.
Quellle: Investor`s Daily
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...ein kritisch interessanter Bericht wie ich finde, mit einem möglicherweise gutem Lösungsansatz. |
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