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Hypowatch Specialist
Anmeldungsdatum: 08.02.2006 Beiträge: 85 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 20.Mai 2006 8:35 Titel: Hypo Haider Kulterer Striedinger & Co |
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Wie sich die Bilder gleichen. Die Causa Gewerkschaftsbank Bawag ist noch lange, lange nicht ausgestanden - die Bank wird jetzt verkauft, weil ihr Eigentümer ÖGB wohl auf seine Dividenden schaute, aber nie ernsthaft nachschaute, wie diese überhaupt zustande kamen - da setzt es im Süden Österreichs schon das nächste bärige Bankenproblem. (bärig = Haiders Liegenschaft das Bärental)Natürlich kann man die Auslöser der beiden aufregenden Geschäftsfälle nicht miteinander gleichsetzen. Darauf legt die Hypo Alpe-Adria- Bank, zu 49,5 Prozent im Besitz des Landes Kärnten und somit der Steuerzahler, unter ihrem Vorstandschef Wolfgang Kulterer großen Wert. Was die Fälle aber eint: Es fehlt schlicht an Korrektheit bei der Arbeit - hier anständig managen und informieren, da anständig kontrollieren.
Die bisher auf dem Tisch liegenden Fakten bei der Bawag: Drei Chef-Generationen haben das Geld der Bank in hochriskante Geschäfte geleitet, das Geld verschwand, der Schaden beträgt eine Milliarde Euro. Aufgeflogen ist das Ganze erstens erst nach sechs Jahren und zweitens zufällig.
Bei der Hypo Alpe-Adria hat laut Auskunft von Kulterer - ein waghalsiger Military-Reiter und als Chef der Landesbank so etwas wie Landeshauptmann Jörg Haiders personifizierter Blankoscheck - ein einziger Mitarbeiter Fehler bei seiner Arbeit gemacht. Er hat auf die falsche Währung spekuliert und Verluste verursacht, die bis zu 330 Millionen Euro betragen.
Die Klagenfurter Hypo Bank wird nun auch verkauft, aber das ist schon länger geplant. Das Institut, das den allergrößten Teil seines Geldes in Südosteuropa verdient, soll an die Börse, spätestens 2008.
So ganz freiwillig geschieht das aber auch in Kärnten nicht: Während der ÖGB seine Bawag notverkauft, weil er eine Kapitalerhöhung nicht finanzieren könnte und er außerdem dringend Bares benötigt, muss das Land schon allein deshalb auch notverkaufen, weil es einen Teil des Verkaufserlöses bereits realisiert und im schönen Kärntner "Zukunftsfonds" für zünftige Projekte wie ein Römerbad oder eine Musikakademie verplant hat. Um die Wartezeit auf das Geld zu verkürzen, wurde im Vorjahr eine Wandelschuldanleihe begeben, die 500 Millionen Euro einbrachte. Ihr Geld können die Investoren nun zurückfordern, wenn sie, mangels Börsengang, keine Beteiligung bekommen.
Wirklich bedrückend bei Bawag und Hypo ist das Versagen der Aufsichtsräte, Kontrollsysteme - und das Verschwinden dessen, was man landläufig unter Anständigkeit versteht. Die muss man sogar von unter Ertragsdruck stehenden Bankern verlangen dürfen. Der ehemalige Bawag- Aufsichtsratschef Günter Weninger informierte weder seine Aufsichtsratskollegen noch seinen Partner, die Bayerische Landesbank, noch die Aufsicht vom Karibik-Debakel. "Aus Diskretionsgründen", wie er heute sagt. Er hatte Angst, das Ganze könnte auffliegen. Mit Vertuschen hat das, selbstverständlich, nichts zu tun: Schließlich gehe es um die Sanierung eines Schadens. Und wer könnte die besser bewerkstelligen als jene, die ihn verursacht haben?
Das Präsidium des Hypo- Aufsichtsrats informierte vom Spekulationsverlust 2004 weder die Aufsichtsratskollegen noch Mehrheitseigner Land. Im Interesse der "behutsamen Vorbereitung des Börsengangs" habe man beschlossen, die Information in einem "möglichst kleinen Kreis" zu belassen, erklärte just der freimütig, der in der Bawag Transparenz einfordert: Jörg Haider."So etwas kommt vor in der Wirtschaft", argumentiert Hypo-Vizepräsident Othmar Ederer - putzig. Der einzige, dem ein Schaden entstanden sei, seien die Eigentümer. Hat noch vergessen zu sagen daß auch die Kunden zur Kasse gebeten werden. Mag sein, dass sich die bei den nächsten Wahlen in Kärnten daran erinnern. Anzunehmen ist das aber nicht, wie das Beispiel Bank Burgenland (sie gehört jetzt Hypo-Aktionär Grazer Wechselseitige) zeigt. Das pannonische Finanz- und Privatisierungsfiasko hat das Wahlverhalten des burgenländischen Steuervolks und Bankeigners nicht beeinflusst.
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