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Offshore-Strategien: Es ist nie zu früh – aber oft zu spät!

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The Shark
Specialist


Anmeldungsdatum: 15.01.2002
Beiträge: 91
Wohnort: Amsterdam

BeitragVerfasst am: 31.März 2002 21:38    Titel: Antworten mit Zitat


Jeder ist frei, sein Geld dort zu verdienen, wo er will und kann. Jeder darf mithin sein versteuertes Geld mitnehmen, wohin er will, und er darf es anlegen, wo er will. Ein Land zu verlassen, das seine Bürger so ausnimmt wie Deutschland, ist nicht einmal unmoralisch, was uns unsere Politiker gerne einreden wollen.

Aus dem täglichen Leben sind Sie gewohnt, Angebote einzuholen und Preise zu vergleichen. Warum sollten Sie anders vorgehen, wenn es um etwas viel Wichtigeres geht: Nämlich darum, dass Sie sich für Ihr Leben das Land aussuchen, das Ihnen die meisten Vorteile bietet? Planen Sie strategisch die einzelnen Schritte, bereiten Sie alles  wohlüberlegt vor – aber reden Sie nicht groß darüber.

In Ihrem eigenen Interesse! Das wichtigste: Sie sollten den Wohn- und Geschäftssitz Deutschland wirklich aufgeben. Wenn Sie dies nur zum Schein tun, machen Sie sich strafbar und werden früher oder später Probleme bekommen.

Was Sie riskieren, wenn Sie weiterhin in Deutschland wohnen

Selbst erfahrene Unternehmer, Experten ihrer Branche, haben von Steueroasen oft Vorstellungen, die wenig mit der Realität zu tun haben. Viele meinen, sie müssten nur pro forma nach Monaco oder Campione ziehen und könnten Steuern sparen, indem sie ihren deutschen Betrieb vom Ausland aus leiten. Ein Irrtum: Wer weiter seinen Betrieb oder seine Kanzlei in Deutschland hat, dem nützt ein Wohnsitz in einem Niedrigsteuerland nichts.

Manche melden Ihre deutsche Firma ab und führen ihre Geschäfte über eine Scheinfirma in einer Steueroase weiter, während sie selbst in Deutschland wohnen. Das kann lange gut gehen (wenn Sie internationale Geschäfte machen und dem Finanzamt plausibel erklären können, wovon sie leben), ist aber Steuerhinterziehung.

Gerade in den letzten Jahren, seit Politik und Fiskus Steuer- und Kapitalflucht zu einem Kernproblem erklärt haben, stehen Leute, die so vorgehen, mit einem Fuß im Gefängnis – aus meiner Sicht nicht zu empfehlen!

Ich rate jedem Unternehmer, sich die für ihn und seine Situation maßgeschneiderte Offshore-Strategie zurechtzulegen – und zwar so früh wie möglich. Und mit allen Konsequenzen!

Ausschlaggebend für die Besteuerung in Deutschland ist der deutsche Wohnsitz. Oder, falls nicht vorhanden, der Lebensmittelpunkt. Der ist da, wo Sie sich den überwiegenden Teil des Jahres aufhalten.
   
Wie Sie die deutsche »Fluchtsteuer« vermeiden
Gehen Sie beim Auswandern falsch vor, fallen Sie nämlich unter das Aussensteuergesetz, allgemein unter dem Namen Lex Horten bekannt. Das besagt unter anderem: Wer in eine Steueroase zieht und seine deutsche Firma behält (oder eine wesentliche Beteiligung daran), der muss eine »Fluchtsteuer« in Höhe von 28 Prozent zahlen. Das Finanzamt behandelt den Wegzug so, als würden Sie die Firma verkaufen.

Gegen diese Lex Horten gibt es zwei Möglichkeiten:

Sie ziehen zuerst in ein Hochsteuerland, von dem niemand annimmt, dass Sie dort Steuern sparen wollen. Von dort ziehen Sie in ein Steuerparadies

Oder Sie planen lange voraus, indem Sie keine Firma in Deutschland gründen, sondern im steuergünstigen Ausland. Diese muss in Deutschland angemeldet sein und dort eine Betriebsstätte führen. Sie sparen also bis zum Wegzug keine Steuern, stehen aber auch nicht schlechter da als mit einer normalen deutschen GmbH

Der Nutzeffekt kommt beim Wegzug: In diesem Fall greift die Lex Horten nicht, da Sie Inhaber einer Firma im Ausland sind. Aber wer denkt schon an so etwas, bevor er eine Firma gründet?

Wer erst am Anfang einer gewinnträchtigen Geschäftstätigkeit steht oder die Gewinne noch in die nächsten Jahre verlagern kann, der sollte sich überlegen, seine deutsche Firma möglichst bald an eine steuergünstige ausländische Firma zu verkaufen. Dabei muss man zwar auf den Veräußerungswert der Gesellschaft Steuern zahlen, aber das dürfte wesentlich günstiger sein, als in einigen Jahren auf eine voll erblühte, gewinnbringende Firma beim Wegzug ins steuergünstige Ausland Fluchtsteuer zahlen zu müssen.

Wenn Ihre Firma schon in voller Blüte steht, können Sie, wie oben beschrieben, eine neue Auslandsfirma mit einer deutschen Betriebsstätte gründen und parallel zur alten Firma führen. Nach und nach übertragen Sie Ihre Geschäftsgänge auf die neue Firma und legen die alte irgendwann still. Natürlich müssen Sie all diese Vorgehensweisen eng mit Ihrem Steuerberater abstimmen.

Welche Steueroase für Sie am besten geeignet ist

Firmen in Steueroasen werden angeboten wie saures Bier. Sie müssen nur den Anzeigenteil der FAZ, der Welt oder der International Herald Tribune aufschlagen. Aber Vorsicht: Die Länder, in denen am häufigsten Firmen angeboten werden, sind nicht unbedingt für Sie die günstigsten. Anzeigen werden von Unternehmen geschaltet, deren Geschäft es ist, Firmen zu gründen. Sogenannte Firmen von der Stange – in Ländern, wo dies besonders schnell und preiswert geht: auf den Kanalinseln, der Isle of Man, in Gibraltar oder Liechtenstein.

All diese Länder haben eines gemeinsam: Sie sind nur für Firmengründungen interessant, aber nicht oder nur bedingt für den Wohnsitz.

Entweder sind sie dafür zu teuer, oder die bürokratischen Hürden sind zu hoch. Eine Firma in einem solchen Land ist also nur interessant in Verbindung mit einem Wohnsitz in einer anderen Steueroase, die das persönliche Einkommen nicht besteuert.

Auch in der Karibik werden viele vorbereitete Firmenmäntel angeboten: auf den British Virgin Islands, den Cayman Islands, den Turks and Caicos oder den Bahamas, auf Bermuda oder in Panama.

All dies sind Länder mit vorteilhaften steuerlichen Rahmenbedingungen. Ein Nachteil: Mit Ausnahme von Panama ist das Leben dort ziemlich teuer.

Ausländer erhalten (mit Ausnahme von Bermuda und den British Virgin Islands) meist problemlos eine Aufenthaltsgenehmigung, wobei oft eine gewisse Investition im Land Voraussetzung ist. Wenn Sie sich dafür interessieren, müssen sich zuerst darüber im Klaren sein, ob für Sie ein Leben in den Tropen in Frage kommt.

Wenn ja, dann gibt es auch die Alternativen Belize und Costa Rica: Dort zahlen Firmen keine Steuern, solange sie ihr Geld nicht im Land selbst verdienen. Ein Wohnsitz in beiden Ländern ist problemlos möglich, wenn ausreichendes Einkommen nachgewiesen wird.

Natürlich müssen Sie nicht unbedingt in dem Land wohnen, in dem Sie Ihre Firma angemeldet haben. Eine gute Kombination ist es zum Beispiel, Ihre Geschäfte über eine diskrete und preisgünstige Panama-SA abzuwickeln und Ihren Wohnsitz an einen Ort zu verlegen, wo Sie wenig oder keine Steuern auf persönliches Einkommen zahlen. Zum Beispiel Monaco oder Campione.

Natürlich kommt es in der Praxis oft vor, dass solche Briefkastenfirmen in Wirklichkeit von Deutschland aus geleitet werden. Laut Gesetz müssen Sie dies in Ihrer deutschen Steuererklärung angeben. Tun Sie es nicht, riskieren Sie ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung. Tun Sie es, können Sie sich die Kosten für Ihre Offshore-Firma gleich sparen.

Vier Angebote, vor denen Sie sich hüten sollten

Steueroasen gibt es für jeden Zweck. Die einen bieten steuerfreie Offshore-Firmen (die nur Geschäfte im Ausland machen dürfen), andere bieten Steuerfreiheit auf privates Einkommen. Wieder andere, wie Malta, Irland, Mauritius oder die Kanarischen Inseln, wollen mit Förderprogrammen Industrie und Investoren anlocken.Und dann gibt es noch die, die nach landläufiger Meinung als Steuerparadiese gelten, in Wirklichkeit aber gar keine sind:

Luxemburg

Die einzige Besonderheit ist die Steuerfreiheit für Holding-Gesellschaften. Deutsche legen auch gern Ihr Geld quellensteuerfrei in Luxemburg an – aber das können Sie gefahrloser in vielen anderen Ländern.

Schweiz

In einigen Kantonen genießt die Domizil-AG ohne Geschäftstätigkeit im Land niedrige Steuersätze. Kosten für Gründung und Verwaltung sind aber höher als in anderen Ländern mit mehr Vorteilen. Und wenn Sie Wert auf ein Bankgeheimnis legen, sollten Sie die Schweiz meiden wie der Teufel das Weihwasser.

Österreich

Mancher reiche Deutsche spart mit Wohnsitz Österreich Steuern. Möglich macht dies die Privatstiftung, die aber nur für Inhaber großer Vermögen gewisse Vorteile bringt. Das anonyme Überbringer-Sparbuch gibt es seit November 2000 nicht mehr, die Alpenrepublik hat dem Druck der EU-Kollegen nachgeben müssen. Noch ein Nachteil Österreichs: Die Bürokratie ist noch schlimmer als in Deutschland.

USA

Sicher haben Sie schon Anzeigen gesehen, in denen preisgünstige US-Firmen angeboten wurden. Vor allem der amerikanische Bundesstaat Delaware, häufig auch Nevada, Wyoming und einige andere Staaten, werden als eine Art Steueroasen hingestellt, was sie nicht sind. Sie haben lediglich ein unkompliziertes Gesellschaftsrecht. Sobald Sie aber über eine solche Firma auch nur einen Dollar Umsatz machen, unterliegen Sie voll der amerikanischen Steuerpflicht. Und mit der US-Steuerbehörde IRS ist ganz sicher nicht zu spaßen.

Die Komplett-Lösungen in den Pyrenäen und in der Karibik

Wenn Sie ein Land suchen, das Steuerfreiheit für Firmen und Personen bietet, und in dem es sich wirklich (und möglichst noch preisgünstig) leben lässt, wird der Kreis schon kleiner.

In Europa bietet sich dafür nur Andorra an.
Ein Traum für Bergfreunde und Skifahrer, knapp drei Autostunden vom Flughafen Barcelona entfernt.

Alle weiteren Länder, die ähnliche Vorteile wie Andorra bieten, liegen gut zehn Flugstunden weit in der Karibik oder in Mittelamerika: Belize, Costa Rica oder Panamá, die Bahamas, die Cayman Islands oder die Turks and Caicos.

Nur ein paar Autostunden von Deutschland entfernt kann eine Praxis-Lösung Ihrer Steuerprobleme liegen: Italien ist eines der besten Länder Europas, um unbeachtet von Beamten und Behörden ein ruhiges, stressfreies Leben zu führen.

Italiens Steuereintreiber neigen nicht dazu, Ausländern das Leben schwer zu machen – selbst wenn diese ständig im Land leben, was sie laut EU-Gesetz auch dürfen. Und wenn sie sich für Südtirol entscheiden, müssen sie nicht mal Italienisch lernen.

Auf jeden Fall sollten Sie eine gute Berater an ihren Planungen beteiligen. Das Grundwissen bekommen Sie hier - bei GOMI!

Na denn
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Jim Phelps
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 14.01.2002
Beiträge: 297

BeitragVerfasst am: 31.März 2002 23:49    Titel: Antworten mit Zitat

Gerade die USA und die IRS ...

Ein Vergehen und Sie haben schnell einen Urlaub im "Club Fed" gebucht.

Jaja, der Lebensmittelpunkt. Für deutsche Finanzämter ist der IMMER in Deutschland. Egal, was Sie angeben.

Ansonsten gilt die gleiche Regel wie beim exzessiven Trinken: Vorbeugen ist besser als auf die Füße kotzen.

Liebe Grüße,
Phelps
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André Bartel
Specialist


Anmeldungsdatum: 05.02.2002
Beiträge: 54
Wohnort: Am höchsten Berg im Norden

BeitragVerfasst am: 1.Apr 2002 11:34    Titel: Antworten mit Zitat

Noch einmal zu Italien,
nicht nur die italienische Nationalhymne hört sich besser an als die unsere, direkter Vergleich gerade gestern beim F1 wieder zu hören, dass Wetter ist auch besser, na und die dortigen Finanzbehörden dort, haben echt keine Lust sich auch noch mit nur deutschsprachigen Firmeninhabern zu befassen.
Welches aber noch besser kommt ist die kleine
Bergrepublik San Marino, mitten in Italien gelegen und man ist schneller dort.
Schon mal darüber nachgedacht?
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Jim Phelps
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 14.01.2002
Beiträge: 297

BeitragVerfasst am: 13.Apr 2002 14:21    Titel: Antworten mit Zitat

Da hat er einen Punkt gefunden, der Herr Bär.

Repräsentanzen spanischer Gesellschaften (SL/SA) sind eine schöne Sache. Erstens bekommen spanische Gesellschaften ohne größere Probleme Korrespondenzkonten in Deutschland, obwohl das wegen der gesunkenen innereuropäischen Gebühren kaum noch nötig ist.

Während englische Limited-Gesellschaften in Deutschland meist als Parias behandelt werden, gerade wenn diese auf den Kanalinseln (Jersey, Guernsey, Sark, Alderney) oder der Isle of Man registriert sind, haben spanische Gesellschaften im Allgemeinen noch einen sehr guten Ruf. Gerade, wenn ein dem Gegenüber bekannter Ort der Firmensitz ist, der auf Liquidität und Bonität hindeutet.

Ein Kontakt, den ich in dieser Hinsicht vermitteln kann, liegt in Marbella. Ja, das Schicki-Micki-JetSet-Marbella. Während Sie mit Gunilla von Bismarck flirten, tritt Ihre holde Angetraute gerade Sean Connery beim Tanzen auf die Füße.

Spanische SL (GmbH-Pendant) mit einer gibraltekischen 1992 Holding als Eigentümer. Fehlt bloß noch eine liechtensteinische Stiftung als Eigentümerin der Holding und in dem Anzug können Sie tauchen gehen.
Deutschsprachige Rechtsanwaltskanzlei, aber spanische Anwälte. Namens- und Markenrecherche, Buchhaltung, Behördenmanagement, etc., also echter Full Service. Ausländische Behördenanfragen o.ä., werden ausschließlich in Spanisch entgegengenommen und beantwortet (Wieviele Ödis können eigentlich Spanisch?).
Natürlich inklusive Konto bei einer renommierten spanischen Bank (IBAN, etc.) und dem passenden Kartensatz.

Achtung: Sollten Sie nicht darauf verzichten können, Ihren Namen in Großbuchstaben in dieser SL zu sehen, dann suchen Sie sich doch bitte jemand anderen. Für Ihre Profilneurosen sind wir nicht zuständig.
Auch um ein bestehendes Geschäft nach Spanien "offiziell" zu transferieren, lohnt es sich nicht. Finanzämter neigen dazu, dies zu ignorieren, Ihren Lebensmittelpunkt nach Deutschland zu setzen und Sie voll zu besteuern.

Praxiserprobt? Seit mehreren Jahren. Nachweisbar.

Preis? Nach Absprache. Aber erwarten Sie für Phelps-Qualität auch Phelps-Preise.

Liebe Grüße,
Phelps
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Erich Honecker
Newbie


Anmeldungsdatum: 17.04.2002
Beiträge: 6
Wohnort: Über den Wolken

BeitragVerfasst am: 17.Apr 2002 20:36    Titel: Antworten mit Zitat

Werte Herren!

Ihr gesamtes Streben im Leben zielt offenbar dahin, der arbeitenden Klasse Gelder zu entziehen?

Halten Sie das für einen Lebensinhalt? Immer nur ICH und niemals die Gesellschaft?

Haben Sie tatsächlich nichts anderes mit ihrem Leben vor?


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Jim Phelps
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 14.01.2002
Beiträge: 297

BeitragVerfasst am: 20.Apr 2002 7:57    Titel: Antworten mit Zitat

Natürlich nicht.

Der Ausdruck "Phelps-Preise" bezog sich auch nur auf die Tatsache, daß immernoch einige Wenige meinen, so etwas gäbe es für 99 USD von der Stange. Sorry Jungs, macht das in Delaware und paßt bloß auf, daß Ihr nach einem Jahr, wenn der Papierkram fällig ist, Euch nie mehr in den USA sehen laßt.

Es gibt aber auch noch eine kostengünstigere Variante zur liechtensteinischen Holding. Aber mehr gibt's mal, wenn ich Zeit habe unter "Firmengründungen".

Gruß,
Phelps
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