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Schweizer Steuerhoheit nicht verhandelbar

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Wachsam...!
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Anmeldungsdatum: 27.12.2002
Beiträge: 48
Wohnort: Bayern, da wo noch getrommelt wird!

BeitragVerfasst am: 1.März 2007 10:23    Titel: Antworten mit Zitat

Und ich habe immer noch den Eindruck, die Schweizer finden, dass sie eine so saubere und weiße, reine Weste haben.
Wie hieß das früher: Hochmut kommt vor dem Fall.

Hey, RvB und JB777: Ihre Argumente bestehen leider fast ausschließlich aus völlig subjektiven, persönlichen Behauptungen - ohne jeglichen wissenschaftlichen Hintergrund.

Wie wäre es denn mit ein paar Quellen zur Untermauerung Ihrer Behauptungen?
Ich finde immer, man sollte seine Meinung nicht nach dem richten, was der lauteste Schreier von sich gibt, sondern nach greifbaren Tatsachen.

Wie wäre es zum Beispiel damit:

Zitat:
Zahlreiche Raubkunstwerke fanden ihren Weg in die Schweiz, sowohl während des Krieges als auch danach, wo sie "reingewaschen" und in den Kreislauf des Marktes zurückgeführt wurden.
"Die Schweiz war Umschlagplatz sowohl für Raubgut als auch für Fluchtgut", schreiben Esther Tisa, Anja Heuss und Georg Kreis in ihrem Buch "Fluchtgut - Raubgut".


Oder damit:

Zitat:
Schweizer Bankiers haben Hitlers Raubgold gehehlert und gewaschen und dem Reich so die kriegswichtigen Rohstoffkäufe ermöglicht.
[b]Ohne die Schweizer Banken wäre der Zweite Weltkrieg früher zu Ende gegangen und Hundertausende von Menschen wären am Leben geblieben.

Astronomische Kriegsgewinne begründeten die internationale Macht der Schweizer Banken.
Gleichzeitig wiesen die Berner Behörden an ihren Grenzen Zehntausende jüdischer Flüchtlinge zurück. Viele von ihnen fielen den SS-Schergen in die Hände.
[/b]


Oder:

Zitat:
«... Um Krieg zu führen, brauchte Hitler einen Bankier. Und zwar einen unverdächtigen. Einen Verlässlichen. Einen neutralen... Der Komplize musste das Diebesgut unter neuer Identität auf den Weltmarkt bringen.

Das gleiche galt für die Goldzähne, die SS-Schergen zu Tausenden aus ermordeten Opfern herausbrachen, für gestohlene Eheringe, Schmuckstücke der Häftlinge und für die von den sogenannten Devisenschutzkommandos überall in Europa geraubten privaten Vermögen.
Der Finanzplatz Schweiz übernahm all diese hehren Aufgaben.
Die Finanzhaie aus Zürich, Basel und Bern waren die Hehler und Weisswäscher des gestohlenen ... Zentralbankgoldes.

[b]Sie finanzierten Hitlers Eroberungskriege...
Ohne den Finanzplatz Schweiz, ohne die willigen Hehler von Bern, die eifrigen Gnomen, hätte Hitler seine Eroberungs- und Raubzüge nicht führen können.
Schweizer Bankiers haben ihm dafur die Devisen geliefert. Sie haben seine Angriffskriege finanziert....»
[/b]

Und weiter:

Zitat:
«... Nicht ideologische Übereinstimmung mit der NSDAP, nicht persönliche Sympathie für den Führer, sondern unbändige Raffgier und Profitsucht motivierten Hitlers Hehler. Ausser den Schweizern wollte niemand sein Beutegold kaufen, waschen, verschachern...»

«... Die Goldwaschmaschine von Bern funktionierte hochprofessionell. Woher das Gold kam, wussten die Goldwascher...»

Zu finden in der Schweiz bei: www.g26.ch

Zitat:

Gold im Wert von 1,7 Milliarden Schweizer Franken hat die Deutsche Reichsbank im Krieg nach Bern überführt, eine für damalige Verhältnisse irrsinnig hohe Summe. Die Goldimporte aus Berlin machten mehr als ein Drittel der gesamten Weltproduktion aus...
Die Schweiz kaufte das Gold und verkaufte es weiter an Drittländer. In der Praxis ging das schnell und still über die Bühne...

Während alliierte Bomber die deutsche Industrie zertrümmerten, arbeitete in der friedlichen Schweizer Oase die deutsche Wehrmacht. Die Schweiz eröffnete dem Reich sogar noch Rüstungskredite von mehr als einer Milliarde Franken, Kredite … fonds perdu.

Zu finden bei http://zeus.zeit.de

Zitat:

Tatsache ist, dass sehr viele Juden in die Schweiz wollten ... Durch die Abschiebung wurden die Juden in den sicheren Tod geschickt, was man wusste, jedoch diplomatisch verschwieg, um nicht in einen unangenehme Diskussion verwickelt zu werden.

Zudem ist der Judenstempel eine schweizerische Idee, für die man sich nur schämen kann.


Historiker sind der Ansicht, dass die Schweizer Menschentransporte von Deutschland über die Schweiz Richtung Italien zuliessen:

- Diese Vorwürfe sind von vielen Augenzeugen bestätigt worden.
Zudem ist es typisch für die Schweiz gewesen, sich ahnungslos gegenüber solchen Transporten zu geben und naiv die Augen vor der Wirklichkeit zu verschliessen.


Und weiter:

Zitat:
CH-D: Der "geistige Anschluss"
Hitlers Ansichten erobern die schweizer Oberschicht. Die Oberschicht wendet sich zur Wirtschaft hin und von der Demokratie weg. Der Sekretär des Bauernverbandes, Ernst Laur z.B. 1934:

"Die Erhaltung des Bauernstandes ist schliesslich wichtiger als die Erhaltung der Demokratie." (Heiniger, S.197)

Viele Industrielle in der Schweiz leben in "geistigem Anschluss" an das 3. Reich und mit "freundschaftlichen Beziehungen" mit den Hitler-Grössen:
-- Schuhfabrikant Eduard Bally und sein Sohn Iwan
-- Textilfabrikant Max Stoffel
-- Ovomaltine-Fabrikant Georg Wander u.a.


.....

Spezialfall Davos
Davos wird zur Frontistenkommandozentrale und Nazi-Zentrum der Schweiz durch das deutsche Sanatorium. Dieses "Deutsche Sanatorium" ist total kontrolliert von der NSDAP

1933
Die in der Schweiz ab 1920 wegen Steuergründen gegründeten Tochterunternehmen dienen nun als Tarngesellschaften für Fluchtkapital

1933-1945
Die Raffgier der CH-Banken ist in der Nazi-Zeit unersättlich

Hitler pflegt ein Privat-Konto bei der Schweizerischen Bankgesellschaft UBS / SBG
(Anmerkung der Redaktion: das könnte er auch heute wieder in der Schweiz haben, so wie Mobuto oder jeder andere Diktator der Welt)

1933-1945
SNB: Immer das Bolschewismusargument
Der Handel mit Hitler-Deutschland wird von Hirs, Rossy und Weber in der SNB immer durch das Bolschewismusargument gerechtfertigt.
Die Schweiz wird so die Hure der Nazis .

Hitler und sein 3. Reich waren immer vom Weltmarkt abhängig. Er brauchte für fremde Waren immer Devisen und Gold als internationale Zahlungsmittel.

[und alle haben dem 3. Reich geholfen...].

1933-1997
-- die Schweiz als Wirt für die übrige Welt
-- die Schweiz als Hehlerin der Diktatoren dieser Welt
.


zu finden bei www.geschichteinchronologie.ch

So, RvB, nun behaupten Sie doch bitte noch einmal glaubhaft, dass die BRD ihre Geschichte verleugnet, bzw. nicht aufarbeitet, während andere Länder (z.B. die Schweiz) beispiellos in der Aufklärung Ihrer dunklen historischen Seiten sind.

Möglicherweise gibt es aber im Hinblick auf die Schweiz einen ganz besonderen Grund, ihre historische Vergangenheit zu verstecken:

Die düstere Vergangenheit der Schweiz reicht in die Gegenwart - ja sie IST die Gegenwart- es hat sich ja - im Gegensatz zu Deutschland - am Vorgehen der Schweiz kaum etwas geändert.
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Gitti
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Anmeldungsdatum: 23.11.2005
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 2.März 2007 10:10    Titel: Steuergelder CH - EU Antworten mit Zitat

lest mal die weltwoche, da sträuben sich einem alle nackenhaare, die EU verschleudert steuergelder in milliardenhöhe, die vielen tausend zum teil unnötigen beamten die da löhne beziehen für ein bisschen anwesend sein stinkt zum himmel. und nun soll die schweiz weil zuviel geld für nichts verschleudert wird und die korruption blüht, helfen die löcher zu stopfen indem man uns dreinredet wie wir unser steuersystem zugunsten der EU ändern sollen ich glaube ihr tickt nicht mehr richtig. das fehlt uns gerade noch!!
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Wachsam...!
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Anmeldungsdatum: 27.12.2002
Beiträge: 48
Wohnort: Bayern, da wo noch getrommelt wird!

BeitragVerfasst am: 2.März 2007 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

Also, Gitti, alles was recht ist, aber Ihre Ausführungen erreichen nun wirklich Blick-Zeitungs-Niveau, wenn nicht sogar darunter...

Wie wäre es, wenn Sie zu den vorgebrachten Tatsachenberichten eine fundierte Gegendarstellung brächten?

Nur... Marktweibergeschrei... das läuft auf einen Zweikampf mit Fäusten und an den Haaren ziehen hinaus, und nicht auf intellektuellen Gedanken- und Informationsaustausch.

Vielleicht, Gitti, wäre "Vera am Mittag" doch das bessere Diskussionsportal für Sie?
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7230

BeitragVerfasst am: 2.März 2007 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

Werter User @Wachsam...! ,

Ich ermahne Sie, die Regeln des Anstandes und der gegenseitigen Achtung zu verinnerlichen und bei Ihren Texten zu beachten.


Mit freundlichen Grüßen

Mod.
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Wachsam...!
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Anmeldungsdatum: 27.12.2002
Beiträge: 48
Wohnort: Bayern, da wo noch getrommelt wird!

BeitragVerfasst am: 2.März 2007 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, geehrter Moderator - wäre es nicht angemessen, diese Ermahnung an alle zu richten, oder sind Sie Schweizer?

(Ich lasse mich ungern anpöbeln oder abwerten, indem man das Mindestmaß an Höflichkeit übergeht und mich oder die Deutschen duzt....).

"Die meisten behaupten von sich, die Wahrheit wissen zu wollen. Die wenigsten jedoch können und wollen Sie ertragen!"

Wenn das nicht hier her passt, dann wohl nirgendwo...
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7230

BeitragVerfasst am: 2.März 2007 11:43    Titel: Antworten mit Zitat

@ Wachsam...!,

sicher sollten sich alle an die Regeln der Höflichkeit halten.

Deshalb möchte ich dies allen Usern, nicht nur in diesem Thema, an's Herz legen.

Nein, ich bin kein Schweizer - finde dieses Land, nicht nur auf Grund der herrlichen Natur, immer wieder besuchenswert.

Mit freundlichen Grüßen

Mod.
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Anmeldungsdatum: 27.12.2002
Beiträge: 48
Wohnort: Bayern, da wo noch getrommelt wird!

BeitragVerfasst am: 2.März 2007 11:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ahhh... noch jemand mit 'nem schweizer Konto ...
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tifinaa
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 19.11.2003
Beiträge: 1176

BeitragVerfasst am: 2.März 2007 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hans Eichel, einst erfolgloser Finanzminister Deutschlands, geisselt die Haltung der Schweiz im Steuerstreit mit der EU. Die Kritik bestätigt düstere Ahnungen.

Zitat:
Die Europäische Union sieht sich ein halbes Jahrhundert nach Abschluss der Römer Verträge beträchtlichen Problemen gegenüber. Die Verfassung ist gescheitert, die Marschrichtung bleibt unklar. Interne Zwistigkeiten stören den Hausfrieden. Seit dem Beitritt der Oststaaten verdünnt sich der Fluss der Subventionen und Finanzbeihilfen. Die üppigen Transfers von Brüssel nach Spanien, Portugal, Irland und Griechenland werden durch Begehrlichkeiten aus Osteuropa in Frage gestellt. Die Südländer murren, neue Finanzen müssen erschlossen werden. Der Druck auf potenzielle Geldquellen nimmt zu. Einst war die EU ein Instrument zur Wiederherstellung und Zivilisierung kriegsverwüsteter Staaten. Heute beruht ihre Macht auf ihrer Fähigkeit, die Mitglieder durch Umverteilung zufriedenzustellen. Brüssel braucht Geld. Das ist der Hintergrund des aktuellen Steuerstreits zwischen der EU und der Schweiz.

Wie sehr sich die Europäische Union in ihren Bemühungen verirrt, haben kürzlich zwei Interviews mit dem früheren deutschen Finanzminister Hans Eichel in der NZZ am Sonntag und im Schweizer Radio gezeigt. Der Sozialdemokrat Eichel war einer der erfolglosesten Finanzminister der Bundesrepublik. Heute kämpft er als Vorsitzender eines sozialistischen EU-Ausschusses für die Interessen Brüssels. Anfänglich galt er als ein vom damaligen Kanzler Schröder eingesetzter Wunderknabe. Doch in dem Mass, wie seine Defizite stiegen, verblasste der Glanz. Als man ihn mit der rot-grünen Regierung abwählte, waren die Schuldenberge so gross, dass das neue Kabinett in seinen Koalitionsgesprächen kurzerhand die Prioritäten änderte und die Haushaltsanierung an die Spitze der Agenda setzen musste. Gegenüber der Schweiz trat Eichel als schmallippiger Kritiker des Bankkundengeheimnisses und des Steuerwettbewerbs hervor. In einem deutschen Sonntagsblatt wurde die Politik des an sich korrekten, beamtenhaft anmutenden Finanzexperten einst als «sozialer Nationalismus» betitelt. Gemeint waren Eichels Steuererhöhungsstrategien, abgezirkelt auf deutsche Interessen.

Das altbekannte Schweiz-Bashing

In seinen aktuellen Vorstössen variiert Eichel das altbekannte Brüsseler Schweiz-Bashing. Das Land sei unsolidarisch, undankbar, ein Rosinenpicker, ein schlechter Nachbar. Man könne nicht von den Segnungen der EU profitieren, aber sich um die Verpflichtungen drücken. In einer exzentrischen Ausdeutung der bilateralen Verträge kommt Eichel zum Schluss, durch das Schengen-Abkommen sei die Schweiz moralisch veranlasst, auch die steuerlichen Gepflogenheiten der EU zu übernehmen. Die im wohlmeinenden Schulmeisterton vorgetragenen Massregelungen gipfeln in handfesten, wenn auch nebulös intonierten Drohungen: Nein, die EU werde das Abseitsstehen der Schweiz kaum längerfristig tolerieren können. Eichel zeigt sich befremdet bis verärgert über die Renitenz der Alpenrepublik. «Was es nicht geben darf, und darüber herrscht in der EU Einigkeit, dass ein Land dem anderen Betriebe wegholt, ohne selber richtig Steuern zu erheben.» Mit andern Worten: Die Schweiz hat ihre Steuern zu erhöhen und ihre Standortattraktivität zu verringern. Das bizarre Votum klingt fast so, als ob ein verlassener Ehemann seinem Nebenbuhler die eigenen Schwächen aufnötigt, um die Frau, die ihn deswegen verlassen hat, zurückzuholen.

Halten wir kurz fest: Die Schweiz ist eines der freiheitlichsten Gebilde der westlichen Welt. Sie hat seit Jahrhunderten keine Kriege mehr entfesselt. Seit dem Untergang bei Marignano 1515 mischt sie sich nicht mehr in fremde Händel ein. Ihr demokratisches System ist geschichtsfest und krisenerprobt. Wo liegt das Problem der EU? Mit seinen platten Drohungen spielt Hans Eichel seinen Gegnern in die Hände. Schweizer EU-Skeptiker sehen sich in ihren düsteren Ahnungen bestätigt. Die EU ist eben doch kein Liberalisierungsverein, sondern ein Gleichschaltungsinstitut, eine Maschine der Geldbeschaffung, die ihre angeblich liberalen Prinzipien der Notwendigkeit opfert, Abgaben einzutreiben. Wir reden nicht von finanziellen Nebensächlichkeiten, sondern von grundsätzlichen Belangen. Der Steuerwettbewerb ist eine Voraussetzung politischer Freiheit. Er macht Druck auf die Politik, er schafft Vielfalt und Auswahl. Wer sich billiger und besser organisiert, zieht Erfolgreiche und Talente an.

Die alte DDR hatte, wenn auch gravierender, das gleiche Problem wie heute die EU. Ihre besten und erfolgreichsten Bürgerinnen und Bürger wollten das Land verlassen, weil ihnen unter anderem die Steuern zu hoch und die dafür erbrachten Dienstleistungen zu dürftig waren. Den Exodus stoppte die Regierung schliesslich durch die Errichtung einer Mauer, die zum Sinnbild einer lebens- und menschenfeindlichen Politik werden sollte. Wir haben das Bild mit Bedacht gewählt, denn auch die EU läuft mit ihren Vorstössen Gefahr, dem sozialistischen Irrglauben der Gleichschaltung, der Zwangsharmonisierung anheimzufallen. Es ist kein moralischer Fehler, wenn es in der Schweiz gelungen ist, hervorragende öffentliche Infrastrukturleistungen mit einer moderaten Steuerquote zu erzielen. Diese Politik wird belohnt durch den freiwilligen Zuzug ausländischer Spitzenkräfte. Statt die Schweiz zu kritisieren, sollte sich die EU von ihr inspirieren lassen.


http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=15970&CategoryID=66
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JB777
Specialist


Anmeldungsdatum: 23.06.2005
Beiträge: 56
Wohnort: Zürich

BeitragVerfasst am: 3.März 2007 4:08    Titel: Antworten mit Zitat

Sogar unsere doch sehr links anzusiedelnden Bundespräsidentin fordert mehr Respekt von der EU und sagt, dass der Vorwurf nicht begründet und zurück zu weisen ist...


Zitat:
Bundespräsidentin Calmy-Rey fordert im Steuerstreit von EU Respekt

BASEL - Im Steuerstreit mit der EU hat Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey Klartext gesprochen. In ihrer Eröffnungsrede an der muba 2007 in Basel forderte sie von der EU Respekt. Die EU-Kommission habe schon "viel Geschirr zerschlagen".

Der Vorwurf, die Schweiz verletze das Freihandelsabkommen, sei "eindeutig nicht begründet", sagte Calmy-Rey vor vielen Gästen. Die Schweiz verweigere sich nicht dem Dialog mit der Europäischen Union (EU). Sie bestehe aber darauf, dass sie von der EU mit dem Respekt behandelt werde, der ihr als verlässlicher Vertragspartner zustehe.

In dem von der EU angezettelten Steuerstreit gehe es, wie oft in der globalisierten Welt, um Wettbewerb. Dieser könne rauh sein, was aber nicht heisse, dass alles erlaubt sei, sagte Calmy-Rey.

So gebe es zunächst klare Grenzen in der Form des Umgangs. "Die einseitige Feststellung eines Vertragsbruchs, bereits gekoppelt mit dem Hinweis auf die Möglichkeit von Sanktionen, ist schlechter Stil", sagte die Aussenministerin weiter.

Sie verwies dabei auf den Urnenentscheid über die Kohäsionsmilliarde: Die Schweiz habe damit sozusagen "als einziges Land in Europa die Ankunft der neuen osteuropäischen Staaten per zweifachem Volksentscheid basisdemokratisch begrüsst".

Weiter schöpfe die Schweiz zugunsten der EU jedes Jahr rund 300 Mio. Franken auf Zinserträgen ab, und sie beteilige sich mit der EU an der Friedensförderung in Südosteuropa. Sie wolle damit nicht sagen, dass die Schweiz Europa Lektionen erteilen sollte, sagte die Bundespräsidentin: "Ich glaube aber auch nicht, dass die Schweiz Lektionen braucht."

"Die Schweiz hält ihre Abkommen ein", hielt Calmy-Rey fest. Eine Vertragsverletzung gebe es nicht: Denn "keiner unserer Verträge mit der EU regelt die Angleichung der Unternehmensbesteuerung". Das Freihandelsabkommen decke ausschliesslich den Warenverkehr ab.


http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/newsticker/725609.html
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Anmeldungsdatum: 27.12.2002
Beiträge: 48
Wohnort: Bayern, da wo noch getrommelt wird!

BeitragVerfasst am: 3.März 2007 17:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, ich muss mich wundern: ist es in der Schweiz üblich, dass bei einem Vertragsbruch immer beide/alle Vertragspartner gleichzeitig feststellen, dass ein Vertragsbruch vorliegt?

Dann müsste die Schweizer Justiz aber bei soviel Harmonie von Arbeitslosigkeit geprägt sein...

Auch liegt nahe, dass die schweizer Politiker dieses Thema und den Populismus derzeit besonders brauchen, sind doch im Herbst Wahlen... mit Populismus lassen sich eben Stimmen fangen!

Und deshalb wird das Thema Steuer seitens der EU auch nicht vorher vorangetrieben.

Man will sich ja schließlich nicht in die Innenpolitik der Schweiz einmischen... Issi nich freundlich, die EU?

Aber: stay tuned: der folgende Beitrag beleuchtet eine bisschen mehr den realen Hintergrund des Verhältnisses der Schweiz zur EU.
Damit auch die Schweizer (von Schweizern) etwas über die Realität erfahren....
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Anmeldungsdatum: 27.12.2002
Beiträge: 48
Wohnort: Bayern, da wo noch getrommelt wird!

BeitragVerfasst am: 3.März 2007 17:51    Titel: Die "Entschweizerung" der Schweiz Antworten mit Zitat

Dass hinsichtlich der tatsächlichen Stellung der Schweiz in der EU und den Vorstellungen in den Köpfen vieler nationalistischer Schweizer eine eklatante Diskrepanz besteht, lässt sich mit dem Populismus vieler Schweizer Politiker erklären: die nämlich haben kaum ein Interesse daran, die Schweizer über die Tatsachen aufzuklären.

Denn nur mit Populismus und nationalistischen Sprüchen lassen sich Stimmen fangen, nicht mit der Realität.

Populismus gibt es nicht nur verstärkt in Ostdeutschland, sondern auch anderswo, wie z.B. eben auch in der Schweiz.
Mit dem Unterschied, dass die Schweiz eine andere – eben demokratische- Vergangenheit als der Osten Deutschlands hat.


Die Medien hängen sich da gerne dran, geht es doch um die Auflagen und damit den Profit.
Deshalb schreiben sie lieber das, was die Leserschaft hören will, und nicht das, was sie wissen sollte.

Übertriebener Nationalismus und Patriotismus stellt international und außenpolitisch eine Gefahr für den Frieden dar.
Beispiele in der Geschichte und Gegenwart gibt es genug, ob USA, Iran, Nordkorea, Israel, Palästina oder andere.

Dass die Schweiz sich keiner Kriegsgefahr ausgesetzt sieht, ist nicht ihr Verdienst.
Zur Großmeierei und dem Nationalismus in der Schweiz sei insbesondere auch auf den Kommentar am Schluss des folgenden Zitats hingewiesen.
Zitat:

Die innergemeinschaftliche Friedenssicherung und die innergemeinschaftliche Bändigung des Nationalismus sind die Hauptleistungen der Europäischen Union.
Beides liegt im wohlverstandenen Interesse auch der Schweiz. "Faire l'Europe, c'est faire la paix", schrieb der Erfinder der Europäischen Gemeinschaft, Jean Monnet.

Die europäische Staatenwelt steht bis weit in den Osten zu den Werten der Demokratie, des Rechtsstaates, der Menschenrechte und der sozialen Marktwirtschaft. Sie ist unterwegs zu einer multikulturellen, vielsprachigen Völker-Föderation.


Der Schweizer Johann Caspar Bluntschli hat 1875 das friedliche Zusammenwirken verschiedener Nationalitäten als den wichtigsten Wesenszug der Schweiz bezeichnet .
Bluntschli meinte, falls dereinst dieses Ideal auf der höheren Ebene Europas verwirklicht würde, könne die Schweiz getrost in der größeren europäischen Gemeinschaft aufgelöst werden.

Europa begeht indessen den Weg friedlichen Zusammenwirkens ohne Auflösung der Nationalitäten.
Kein Land will seine nationale Identität preisgeben. Keines wünscht einen europäischen Superstaat.
Die "Einheit in Vielfalt" ist das gemeinsame Ziel.

Aber ausgerechnet in dieser historischen Epoche, in der Europa dem alten Ideal der Schweiz nachfolgt, geht unser Land (die Schweiz) auf Distanz.
Es ist paradox:
Die "Verschweizerung" Europas geschieht ohne die Schweiz.

Seitdem die EU zur mächtigsten Gestaltungskraft in Europa geworden ist, gebührt die erste Priorität der Klärung unseres (des Schweizer) Verhältnisses zu dieser Gemeinschaft.
Aber hier präsentiert sich die Schweiz als zersplitterte Nation ohne Handlungsfähigkeit.

Selbst ... mit einem einigermaßen befriedigenden bilateralen Arrangement mit der EU ist bestenfalls ein Provisorium erreicht.
Das staatspolitische Hauptproblem der Schweiz, d.h. die mitverantwortliche Mitgestaltung der Europäischen Union,
die mitverantwortliche Mitgestaltung einer demokratischeren, rechtsstaatlichen, föderalistischeren, sozialen, marktwirtschaftlichen, ökologischeren, sicheren, friedfertigen, solidarischeren und weltoffenen Europäischen Union, - dieses staatspolitische Hauptproblem bleibt ungelöst.

Luxemburg gibt ein gutes Beispiel. Obwohl zwanzig Mal kleiner als die Schweiz, hat Luxemburg die EU stärker zu beeinflussen vermocht als die ehemalige Weltmacht Großbritannien. Warum? Weil Luxemburg von Anfang an dabei war; weil Luxemburg ganz auf Europa setzte; und weil Luxemburg tüchtige Persönlichkeiten in die EU schickte.

De facto sind wir (die Schweiz) stärker in die EU integriert als die meisten Mitgliedstaaten.

Faktische Integration ohne Mitbestimmung der Schweiz führte aber in einem schleichenden, im Einzelfall kaum spürbaren, in der Summe der Einzelfälle aber ins Gewicht fallenden langfristigen Prozess geradewegs in die Abhängigkeit.

Eine realistische schweizerische Europapolitik wird erschwert durch das Zerrbild der EU, das sich in vielen Köpfen der Schweizer Bürger und Bürgerinnen festgesetzt hat.
Es ist das Bild eines undemokratischen, zentralistischen, bürokratischen, regelungssüchtigen, mobilitätsbesessenen, materialistischen, hegemonialen Ungeheuers.
Freilich, pauschale Fehleinschätzungen solcher Art sind nicht nur in der Schweiz, sondern auch innerhalb der EU verbreitet. Auch wird man mühelos Indizien zum Nachweis des Sündenregisters finden, von der Karamel-Verordnung mit ihren 26'911 Worten bis zur Bananen-Ordnung.
Umgekehrt fällt es nicht schwer, entsprechende Auswüchse in den schweizerischen Agrarverordnungen zu entdecken.
Eine ausgewogene Beurteilung wird zudem auch Gegenindizien und überzeugende Begründungen für angebliche Fehlentwicklungen geltend machen können.

Die angeblichen Heerscharen von Brüsseler Bürokraten gehören ins Reich der Fabel:
Zürich beschäftigt mehr Beamte als die EU.


So undemokratisch ist die EU auch wieder nicht, wie viele meinen; denn immerhin sind alle Grundverträge von allen nationalen Parlamenten genehmigt und in einigen Mitgliedländern sogar zusätzlich durch Volksabstimmungen sanktioniert worden.


Die EU ist demokratisch: alle EU-Organe sind demokratisch gewählt, direkt oder indirekt.

Eine aufs Ganze gehende Bewertung müsste vor allem den Qualitätssprung herausstellen, den die EU neu in die anarchischen internationalen Beziehungen eingebracht hat, nämlich das Beispiel eines freiwilligen Zusammenschlusses von demokratischen Rechtsstaaten zu einer supranationalen Rechts- und Wirtschaftsgemeinschaft. Ihr Hauptzweck ist die Friedenssicherung zwischen den Mitgliedstaaten.

Solidarisch unterstützt sie die Entwicklung der wirtschaftlich schwächeren Länder und Regionen. Den kleineren Mitgliedstaaten gewährt sie einen überproportionalen Einfluss.

„Die Krise unserer schweizer Beziehungen mit der in voller Wandlung begriffenen Außenwelt...":

Herbert Lüthy, Schweizer Historiker: "Jedermann spürt mehr oder weniger deutlich, dass all die historisch gewachsenen politischen Einrichtungen der Schweiz einer neuen Überprüfung bedürfen und dass ein dauerndes Durchwursteln ohne neue grundsätzliche Entscheidungen schließlich in eine Krise der Institutionen führt.
Eine Krise, die sich mit einer noch schwerwiegenderen verbinden könnte, nämlich derjenigen unserer (schweizer) Beziehungen mit der in voller Wandlung begriffenen Außenwelt..."


Genau dies ist unser (Schweizer) Doppelproblem heute: Aufgestauter innerer Reformdruck und gesteigerte Anforderungen einer äußerst dynamischen Außenwelt. Was wir jahrzehntelang
verpasst haben, bricht gleichzeitig von allen Seiten auf uns herein. Wie
sollen wir alles gleichzeitig schaffen
:
Regierungsreform, Parlamentsreform, Justizreform, Volksrechtereform, Armeereform, Ausländerproblem, Drogenproblem, Staatsverschuldung, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit...
und das alles in Verbindung mit einer Neuausrichtung der Aussenpolitik
und insbesondere der Europapolitik?


Die Erklärung des Bundesrates hinsichtlich der Solidarität der Schweiz nach außen:
"Außenpolitik bedeutet primär Interessenwahrung nach außen."

Das nationale Interesse wird zum exklusiven Ziel der Außenpolitik erhoben.

Und die internationale Solidarität der Schweiz?

Wenn die Solidaritätserwartungen des Auslandes sozusagen kein Entkommen mehr ermöglichen, dann muss sich die Schweiz eben im eigenen nationalen Interesse solidarisch zeigen.

Diese nationalistische Ausrichtung ist peinlich und beschämend - eine Konzession, ein verbaler Kniefall vor den Nationalisten, Chauvinisten und Provinzialisten in der Schweiz.

Wahrnehmung der Eigeninteressen gilt als rational, Solidarität als irrational.
So wird das Laster des Egoismus einschließlich des Nationalegoismus als "Interesse" kaschiert.

Wäre die Schweiz eine Großmacht, so müsste man den amtlich deklarierten Nationalismus und den weit herum ins Kraut geschossenen Chauvinismus ("Wir sind besser als die andern und können es besser als der Rest der Welt") als internationale Bedrohung empfinden.



Aufatmen hier:
Gott-sei-Dank ist die Schweiz nur ein von der EU abhängiger Zwergstaat.

Besonders egoistisch dürfte tatsächlich die Einstellungen der Schweizer Politik zur internationalen Solidarität sein:
Solidarität eben nur, wenn es den eigenen Interessen dienlich oder unter dem Außendruck unumgänglich ist....


Die Originalschrift findet sich in der Bibliothek der Universität zu Lausanne.

Ich hoffe mal, das die Teilnehmer in dieser Diskussion mit dem zitierten Text nicht überfordert sind.
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JB777
Specialist


Anmeldungsdatum: 23.06.2005
Beiträge: 56
Wohnort: Zürich

BeitragVerfasst am: 5.März 2007 5:47    Titel: Antworten mit Zitat

Populismus scheint offenbar in Bayern verbreitet, zumindest bei user "wachsam".....

Den Schweizer Medien Nationalismus und EU Feindlichkeit zu unterstellen ist geradzu absurd... Die Medien sind mehrheitlich links anzusiedeln, z.B. Tagesanzeiger und v.a. Schweizer Fernsehen, da insbesodere die Nachrichetnsendung "10 vor 10".... ich hatte schon oft beobachtet, dass die Tagesschau da viel weniger links und objektiver ist...

Geradezu ein Steckenpferd dieser Presse ist gegen die Banken und das bankengeheimnis zu schiessen und für einen EU Beitritt zu sein... letzteres gilt auch zumindest früher, für das politische Establishment, es wurde dann jeweils an der Urne vom Souverän der in der Schweiz noch das Volk ist gestoppt.... Mittlerweile haben die politischen Kräfte eingesehen, dass da vorerst ein Marschhalt eingelegt werden muss, der aktuelle Steuerstreit mit der EU hilft da weiter, dass wir uns wohl eher nicht der EU annähern wollen... und gut damit tun...

Ich möchte SIe aber nochmals dran errinnern, dass es hier nicht um den EU Beitritt geht, oder Ihre eigene Sicht der Kriegsgeschehnisse sondern um den aktuellen Steuerstreit, ich äussere mich deshalb gar nicht zu Ihren abstrusen Zitaten, ein Sammelsurium von Wortmedlungen, die Ihnen gerade in Ihren Kram passt, der wohl eher weniger aus Bayern sondern eher aus dem ehemaligen Osten passt....
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Anmeldungsdatum: 27.12.2002
Beiträge: 48
Wohnort: Bayern, da wo noch getrommelt wird!

BeitragVerfasst am: 5.März 2007 11:15    Titel: Antworten mit Zitat

Eine gute Antwort, JB777 um einerseits das eigene Verhalten wie die drei Affen zu rechtfertigen, und andereseits jegliche Erörterungen zum Sachverhalt zu umgehen.

Ja, da verhalten Sie sich denn wohl wie die Schweizer im Dritten Reich: der Versuch, Tatsachen unter den Tisch fallen zu lassen hat nur den Zweck, "peinliche Diskussionen" zu vermeiden (sie erinnern sich? Die abgwiesenen Juden an der Schweizer Grenze...)

Aber irgendwie erinnert Ihre Art der Diskussion auch schon an ein Echo... oder an einen Kindergarten, bei dem das Hauptargument als Gegenargument immer ist: Du auch, du auch...!

Eine simple Art, sich vor hieb- und stichfesten Argumenten zu drücken.

Wird aber im allgemein auch so aufgefasst, eben Kindergartenargumentation.

Falls Sie es noch nicht begriffen haben: Die zuvor genannten Zitate stammen von einem anerkannten schweizer Wissenschaftler.
Er gehört offenbar zur Gattung der mutigen Schweizer, denn er beleuchtet den Hintergrund neutral - und zwar neutral im Sinne von neutral und nicht opportunistisch-schweizerisch-neutral.

Also kein böser Deutscher oder EU-Bürger, der der armen Schweiz an den Kragen will...

Sie haben recht: Thema ist die Steuerhoheit. Kein Grund also, mit dem Finger zu zeigen auf die bösen Deutschen, die Cayman Islands, ... frei nach dem Motto, "DIE JA AUCH!"....

Bleiben wir also beim Thema Schweiz:

Die Steuerhoheit, das Bankengeheimnis, und der schnelle Reichtum der Schweiz mittels und seit des zweiten Weltkrieges sind in der Schweiz untrennbar miteinander verknüpft.
Irgendwann merken andere Nationen auch , dass sie nicht mehr die Melkkühe der Schweiz sein wollen.
Die Schweiz ist nicht durch eigene Leistung so maßlos reich geworden.

Was in der Welt Opportunismus genannt wird, verstecken die Schweizer hinter den Worten Neutralität und Souveränität .


Hätten Sie richtig gelesen, hätten Sie's wahrscheinlich auch begriffen:

De facto ist die Schweiz stärker in die EU integriert als so manche Ihrer Mitgliedsstaaten - nur eben OHNE Mitspracherecht. Dafür aber mit Kündigungsrecht - auf BEIDEN SEITEN.

Der Beitritt zur EU (und damit das Kündigungs- und Mitspracherecht) ist allenfalls wieder ein Thema, wenn die Schweiz pleite gehen sollte oder die bilateralen Verträge gekündigt werden, und sie dann Solidarität braucht (die sie aber derzeit selbst nicht gewähren möchte).


Und jetzt folgt, zur allgemeinen Auflockerung, eine kleine persönliche Anekdote:

Sagt mir doch ein (echter!) Schweizer gestern: schneide einen Schweizer in zwei Teile und raus kommen zwei Juden.
Frag ich den Schweizer, wie er als nationalistischer Schweizer das so sagen kann?
Sagt der: Das hat mir ein jüdischer Händler gesagt.
Sag ich: Judenwitze sind in Deutschland aber verboten.
Sagt der Schweizer zu mir: Die Juden selber dürfen aber Judenwitze machen.
Und die Schweizer sind ja nicht von einem Witzverbot betroffen.

Nun, zum schmunzeln ist es schon, ein glühendes Fünkchen Wahrheit wird schon dran sein. Nicht umsonst versuchen die Schweizer mit allen Mitteln, ihren Ruf zu wahren, was wohl immer schwerer wird.

Aber ich wette, jetzt kommt bestimmt einer, der die Art des Witzes zum Politikum macht.
Das ist nicht Zweck der Sache gewesen, sondern sollte eben auch nur zum Schmunzeln bewegen.

Mich beeindruckt immer, wenn jemand auch zu seinen dunklen Seiten steht und auch der Realität ins Gesicht blicken kann, ohne sie verdecken oder verschönen zu wollen.
Das zeugt von Größe.
Viele Schweizer, die so sind, gibt's aber nicht.
Und die Schweiz als Staat selbst gleich gar nicht.

Mein schweizer Freund gehört dazu.
Ganz bestimmt aber kaum ein Politiker.
Die können das schon von Berufs wegen nicht (die Wahrheit aussprechen).

Und ganz bestimmt gehört dazu der Professor für Politikwissenschaft - am Institut für Politikwissenschaft, Hochschule St. Gallen, der die Lage der Schweiz nüchtern und sachlich beurteilt hat.

ER war es, JB777, der aufgrund der unumstößlichen Tatsachen festgestellt hat, dass die Schweiz, wäre Sie eine Großmacht, als eine internationale Bedrohung empfunden werden müsste.

Er hat nachgewiesen, dass die Solidariät der Scheiz rein opportunistischer Natur ist, und nur dann zum Vorschein kommt, wenn Druck von außern ausgeübt wird, oder sie selbst einen nationalen Vorteil erlangen kann.
Ebenso wurde nachgewiesen, dass Zürich mehr Beamte als die EU beschäftigt, oder die Schweiz stärker in die EU intergriert ist, als manches EU Land.

Und Sie dürfen dem Professor für Politikwissenschaften durchaus mehr Glauben schenken als einem schweizer Tageblatt.

Warum?
Ganz einfach: Ein Wissenschaftler wird dafür bezahlt, dass er forscht und unumstößliche Resultate auf Tatsachenbasis daraus gewinnt.
Er hat keinen Nachteil davon, dass er der Gesellschaft einen Spiegel vorhält.

Anders bei Journalisten und Zeitungsverlagen: sollten die der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten, können die ihren Laden dicht machen.

Haben Sie's begriffen, JB777 und Kollegen?

Die Glaubwürdigkeit der Presse und Politik darf und sollte zuweilen (schon auch wegen der Proportionalität der Tatsachen zu persönlichen Kommentaren in den Beiträgen) in Frage gestellt werden.
Somit sind die Beiträge von Tagesspiegel, -anzeiger und Konsorten ganz bestimmt nicht der Erkenntnis letzter Schluss, sondern oftmals auch nur Opium für's Volk.
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JB777
Specialist


Anmeldungsdatum: 23.06.2005
Beiträge: 56
Wohnort: Zürich

BeitragVerfasst am: 5.März 2007 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Wie gesagt wurde gewünscht vom Moderator, dass nur über den Steuerstreit diskutiert wird, das gilt aber offenbar nicht für "wachsam"????

Andauernd versucht er hier auf verschiednste Arten die Schweiz zu beschmutzen... mit geradzu lächerlichen Argumenten und da gibt er auch nur Floskeln von sich... z.B. dass die Schweiz zum Schluss die Grenzen schloss, da zeigt man als Deutscher immer gern mit dem Finger drauf......
So erzählen Sie uns mal, welches Land Juden aufgenommen hat? Ja die Dänen haben Juden rübergeschmuggelt wie auch Schweizer das auch nach dem Stop gemacht haben....
Nachdem die Schweiz sehr viele Juden aufgenommen hat als eines der einzigen Länder weltweit (USA nahm keine Juden auf, Britten verwehrten Juden nach Palästina zu kommen.....), hat man in der Lage der Einkesselung der Achsenmächte, der überstrapazierten Versorungslage irgendwann beschlossen, dass man nicht noch weiter Flüchtlinge aufnehmen kann. Das war historisch ein Fehler, aber wer will da wirklich dieser Generation den Strick drehen???


Das nur mal dazu... Zur EU noch, wir sind und wollen nicht in die EU intergriert sein... wenn irgendwelche EU Befürworter das in einem Zitat ohne Quellenangabe behaupten wird as für "Wachsam" gleich zur Tatsache.... Aber trotz dieser Angstmache (kein Mitsprachrecht) haben wir den Alleingang gewählt und sind damit bis auf wenige Probleme (Luftverkehr) damit gut gefahren.....

Wir sind ein International ausgerichtetes Land mit recht guten Beziehungen zu unseren Nachbarn, so ein Steuerstreit oder das Anflugregime auf Kloten trüben die Beziehung zwar etwas aber auch das wird überwunden. Richtig aber ist, dass wir der EU gegenüber als ebenbürtiger Verhandlungspartner auftreten und uns eben gerade nicht in das EU Regime einbinden lassen. Ich bin froh, dass nun sogar die SP Bundesrätin da Klartext gesprochen hat.....

Noch ein Klarstellung wegen dem "Fingerzeigen": ich habe schon mal geschrieben, dass wir überhaupt nicht auf Cayman Island, Monaco, England oder andere offshore locations mit dme Finger zeigen, da wir ja auch gar nichts falsch machen. Jedem Land ist es selbst überlassen, selbst sein Steuerrecht zu erlassen und damit Unternehmen anzulocken oder wegszujagen. Dass D die Investoren wegjagt kann nun wirklich nicht unser Problem sein.....
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Moderator GM&P
.


Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7230

BeitragVerfasst am: 5.März 2007 18:01    Titel: Antworten mit Zitat

Nach nochmaligem Lesen des Beitrages von @ Wachsam...! finde ich vier Sätze, die einen denkbaren Bezug zu "Steuer" haben können.

Insofern gebe ich Ihnen, @ JB777, Recht.

Der User @ Wachsam...! wird in Zukunft sicher nur noch Beiträge einstellen die das Eingangsthema zum Inhalt haben.

Alles andere würde durch meinen Löschen-Button getilgt werden.


Mit freundlichen Grüßen

Mod.
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JB777
Specialist


Anmeldungsdatum: 23.06.2005
Beiträge: 56
Wohnort: Zürich

BeitragVerfasst am: 21.März 2007 0:18    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Merz und Steinbrück uneins

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück.


Die Schweiz und Deutschland sind sich bei der Besteuerung von Unternehmen uneinig. Finanzminister Hans-Rudolf Merz sagte nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Peer Steinbrück, für die Schweiz gebe es nichts zu verhandeln.

Steuerstreit mit der EU

Dem Verhaltenskodex der EU-Staaten zur Unternehmenssteuerung erteilte Merz bei dem einstündigen Arbeitstreffen in Berlin eine klare Absage. Man habe bei der Ausgestaltung des Kodexes nicht mitgeholfen, sagte Merz nach seiner Rückkehr in Bern. «Es gibt überhaupt keinen Grund, sich an diesem Kodex zu orientieren.»
Steinbrück habe nicht explizit verlangt, dass die Schweiz diesen Verhaltenskodex unterzeichne, sagte Merz. Der deutsche Finanzminister hatte jedoch vor dem Treffen gegenüber der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens erklärt, dass es «sehr zufriedenstellend» wäre, wenn sich die Schweiz danach richten würde.

Steinbrück beklagt «unfairen Steuerwettbewerb»
Nach Ansicht von Bundesrat Merz wissen die EU-Staaten noch immer zuwenig über das Schweizer Steuersystem. Es habe sich wieder einmal gezeigt, dass es sich lohne, über die Schweiz zu informieren. Er habe Steinbrück erklärt, wie der Föderalismus funktioniere und dass die Schweiz einen Finanzausgleich habe, sagte Merz.


Bei der Kontroverse geht es insbesondere um Steuerprivilegien einzelner Schweizer Kantone für Holding-Gesellschaften. Die Schweiz betreibe einen «nicht fairen Steuerwettbewerb», sagte Steinbrück gegenüber der «Tagesschau». Die Schweizer Praktiken ermöglichten es, «ganz gezielt Konzerne aus Deutschland abzuziehen und damit auch Arbeitsplätze».
Merz entgegnete jedoch in Bern, Deutschland habe nach wie vor nicht gesagt, was genau fair oder unfair am Schweizer Steuersystem sei.

Treffen trotzdem «sehr nett»
Nach Angaben der Sprecherin des deutschen Finanzministeriums war das Treffen der beiden Minister trotzdem «sehr, sehr nett». Übereinstimmend hätten Steinbrück und Merz betont, dass die derzeitige gute Konjunktur für weitere Reformen und die weitere Konsolidierung der Staatsfinanzen genutzt werden solle.
Auch Merz sprach von einer «sehr freundschaftlichen und offenen Atmosphäre». Deutschland und die Schweiz hätten bereits beschlossen, ihr nächstes bilaterales Treffen in der Schweiz abzuhalten. Dies zeige, dass die Steuerfrage das Verhältnis Schweiz-EU nicht belasten solle, sagte Merz.

Merz habe über Regelungen zur Begrenzung der Verschuldung in der Schweiz informiert. Ferner sei über die Reform der IWF-Quoten und den Ausbau der erneuerbaren Energien gesprochen worden. (sbm/rom/sda)

http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/732501.html
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Streetmacker
Newbie


Anmeldungsdatum: 20.06.2005
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 23.Mai 2007 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

Man staune, wieviel Geschichte man hervorkrammen kann, um etwas erklären resp. um sich rechtfertigen zu wollen. Ich habe einen Teil dieser Antworten gelesen und muss sagen, es gibt da ein bis zwei Menschen die viel schreiben ,aber nichts kapieren.
Es geht immer um Geld, Positionierung und Diplomatie.
Die Schweiz hat Ihre Intressen sowie die Eu auch,Ihre Intressen hat.
Jeder versucht mit seinen Methoden zum Ziel zu kommen. Und beide brauchen den Nachbar. Obwohl die Schweiz sehr klein ist,hat sie sich sehr gut positioniert. Wenn man nur das Vermögen anschaut,dass auf Schweizer Konten liegt. Ein Zweistelliger Prozentsatz des Weltvermögens.
Anderseits ist die EU ein grosser Markt,den die Schweiz auch braucht.

Also wird es am Schluss eine Lösung geben, so das beiden gedient wird.

es grüsst streetmaker

ein schweizer dem ein deutsches Unternehmen gehört. Also in an beiden Lösungen intressiert
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