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Anmeldungsdatum: 18.01.2006 Beiträge: 3949
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Verfasst am: 22.Apr 2006 5:51 Titel: Zug - Hinterhofgebäude - dutzende Briefkästen - 100 Firmen |
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Gerhard Schröder arbeitete schon mal in repräsentativeren Lagen. Hinterhofgebäude - dutzende Briefkästen mit den Namen von mehr als 100 Firmen - an der Hauswand steht die Adresse: Untermüli 6. Hier residiert die North European Gas Pipeline Company (NEGP), für die Schröder seit kurzem Dienst tut.
Die zweifelhafte Lage dürfte den Ex-Kanzler nicht weiter stören.
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| Zitat: |
In keiner Region Europas müssen Unternehmen so wenig Steuern zahlen wie im schweizerischen Zug. Besonders deutsche Firmen zieht es in den Kanton. Ein Besuch im Steuerparadies
Gerhard Schröder arbeitete schon mal in repräsentativeren Lagen. "Saubillig" steht in großen Lettern am Schaufenster des Matratzenladens vorn an der Baaderstraße am Ortsrand von Zug. Da-neben, an einer alten BP-Tankstelle, schrubbt ein Tankwart ausgelaufenen Diesel vom Teer.
Wer dem Ölgeruch folgt, kommt zu einem Hinterhofgebäude. Ein Dutzend Briefkästen mit den Namen von mehr als 100 Firmen zieren den Eingang. Vor der Tür liegen drei Säcke mit Papiermüll. An der Hauswand steht die Adresse: Untermüli 6. Hier residiert die North European Gas Pipeline Company (NEGP), für die Schröder seit kurzem Dienst tut.
Die zweifelhafte Lage dürfte den Ex-Kanzler nicht weiter stören. Arbeiten kann Schröder woanders. "Ich hab ihn hier noch nicht gesehen", sagt der Tankwart, der alles im Blick hat. Im Handelsregisteramt heißt es: "Bei NEGP handelt es sich dort um ein Briefkastendomizil." Es gehe, so heißt es, wohl vor allem darum, die steuerliche Be- lastung zu optimieren.
NEGP befindet sich in guter Gesellschaft. Das Handelsregister der 22 000 Einwohner zählenden Kantonshauptstadt führt über 23 000 Unternehmen. Jedes Jahr kommen rund 1000 neue Firmen hinzu.
Der Standort Zug lohnt sich. Mit höchstens 16,3 Prozent versteuert das kantonale Finanzamt die Gewinne der örtlichen Unternehmen. Im Ausland sind Profite teurer: Der deutsche Fiskus verlangt teilweise mehr als 38 Prozent.
Hans Marti hat einen dankbaren Job. Er ist Wirtschaftsförderer in Zug. Die niedrigen Steuern liefern ihm beste Argumente. Im nüch- ternen Besprechungszimmer der "Kontaktstelle Wirtschaft" in der Nähe des Bahnhofs sitzt der stattliche Mann mit breiten Schultern und grauem Haar. Fast jeden Tag kommen Berater, Anwälte und Vorstände von Unternehmen zu ihm. Denen erklärt er, wie das Steuersparmodell funktioniert.
Firmen mit Sitz in Zug kaufen billige Waren im Ausland, zum Beispiel in China. Mit einem ordentlichen Aufschlag werden die Güter in andere Märkten weiterverkauft. Der Großteil der Gewinne fällt am Stammsitz der Firmen in Zug an und wird hier versteuert. Wer Waren direkt vom Produktionsort zum Verkaufsort lenkt, bekommt Steuerrabatte. Schließlich werde die Schweizer Infrastruktur, wie Straßen und Schienen, durch den direkten Transport nicht unnötig belastet, sagt Marti. "Deshalb kommt man im Einzelfall auf einen Steuersatz von weniger als zehn Prozent".
Das spricht sich herum, auch in Deutschland. Rund ein Drittel der Zuger Firmen gehören Deutschen. Das beweist ein Blick ins Handelsregister: Adidas, Hugo Boss, C&A, Siemens und BASF sind in Zug vertreten. Kleinere Firmen mit prominenten Namen sind auch da, wie die Boris Becker & Co. "zum Erwerb, Handel, Verwaltung und Vermarktung von Beteiligungen und Rechten aller Art".
Das deutsche Tennisidol ist hier in guter Gesellschaft. Ex-Fußballer Günter Netzer fährt regelmäßig mit dem Auto nach Zug zur Zentrale seines Unternehmens. "Meinen Wohnort habe ich noch nie nach steuerlichen Rahmen- bedingungen gewählt."
Ihren Reichtum sieht man der Stadt nicht an. Einen Prachtbou- levard bietet das Städtchen nicht, dafür eine Bahnhofsstraße, die sich durch die Stadt zieht, in der Billigparfümerien, Mobilfunkläden und Geschäfte mit Sonderangeboten dominieren.
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| Zitat: |
Kanton Zug
-Zug ist der drittkleinste von insgesamt 26 Schweizer Kantonen und wurde nach seiner Hauptstadt benannt. Obwohl nur gut 100 000 Bürger in der Region leben, sind dort mehr als 23 000 Firmen registriert. Dies dürfte daran liegen, daß Zug unter Unternehmern und vermögenden Privatleuten als Steuerparadies gilt. Im internationalen Vergleich ist die Steuerbelastung sehr niedrig. Auf Unternehmensgewinne erhebt die Verwaltung maximal 16,3 Prozent, das ist weniger als halb soviel wie in den Staaten der Europäischen Union. Andere Kantone, wie Obwalden, wollen das System kopieren. |
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moneym Specialist
Anmeldungsdatum: 15.05.2005 Beiträge: 58
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Verfasst am: 24.Apr 2006 16:52 Titel: Re: Zug - Hinterhofgebäude - dutzende Briefkästen - 100 Firm |
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| Zitat: |
Gerhard Schröder arbeitete schon mal in repräsentativeren Lagen. Hinterhofgebäude - dutzende Briefkästen mit den Namen von mehr als 100 Firmen - an der Hauswand steht die Adresse: Untermüli 6. Hier residiert die North European Gas Pipeline Company (NEGP), für die Schröder seit kurzem Dienst tut.
Die zweifelhafte Lage dürfte den Ex-Kanzler nicht weiter stören. |
"Nun ja, was Kohl konnte, kann der Gerhard auch!", hat sich der Schröder wohl gedacht.
Frage ist - wenn es stimmt - ob Schröder auch seine Gazprom-Gehälter oder Honorarzahlungen über diese Firma bezieht. |
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Piero60 Newbie
Anmeldungsdatum: 22.12.2005 Beiträge: 7 Wohnort: Cham
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Verfasst am: 26.Apr 2006 7:54 Titel: Hinterhofgebäude? |
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Ich wohne und arbeite in Zug. Die Beschreibung der Geschäftliegenschaft und der Stadt Zug ist tendenziös und fehlerhaft (die Strassenbezeichnung stimmt nicht, die "alte Tankstelle" ist eine sehr saubere Ford-Vertretung, das Geschäftshaus ist Sitz von mehreren renommierten Zuger Rechtsanwälten, die Einwohnerzahl für die das Handelsregister tätig ist ist um den Faktor 4 falsch, etc.).
Die hönische Beurteilung der umgänglichen Art der Zuger Behörden dürfte allen deutschen Geschäftsleuten unverständlich sein, die mir jeweils frustriert von der verzagten Stimmung und der hohen Steuerbelastung in Deutschland erzählen. |
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Piero60 Newbie
Anmeldungsdatum: 22.12.2005 Beiträge: 7 Wohnort: Cham
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Verfasst am: 26.Apr 2006 7:55 Titel: Hinterhofgebäude? |
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Ich wohne und arbeite in Zug. Die Beschreibung der Geschäftliegenschaft und der Stadt Zug ist tendenziös und fehlerhaft (die Strassenbezeichnung stimmt nicht, die "alte Tankstelle" ist eine sehr saubere Ford-Vertretung, das Geschäftshaus ist Sitz von mehreren renommierten Zuger Rechtsanwälten, die Einwohnerzahl für die das Handelsregister tätig ist ist um den Faktor 4 falsch, etc.).
Die hönische Beurteilung der umgänglichen Art der Zuger Behörden dürfte allen deutschen Geschäftsleuten unverständlich sein, die mir jeweils frustriert von der verzagten Stimmung und der hohen Steuerbelastung in Deutschland erzählen. |
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krefelder Newbie
Anmeldungsdatum: 25.04.2006 Beiträge: 1
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Verfasst am: 26.Apr 2006 10:56 Titel: |
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PIERO60 hat vollkommen Recht - es ist eben so: Wenn sich Politiker - selten genug - ihrer Gehirnzellen bedienen, kommt eben eine bürgernahe Politik und eine firmenfreunde Steuergesetzgebung dabei 'raus... getreu dem alten helvetischen Spruch:
„bi däne chalberet sogar der Schiitstock“ ***
Zug - die innerschweizer Kantone im allgemeinen - war lange das Armenhaus der Schweiz... jetzt zieren Firmenschilder wie die von Shell, Metro, Marc Rich, Boris Becker, Hugo Boss etc. etc. die (Marmor)fassaden (abends leuchten sie farbenfroh in den Nachthimmel... voll krass erregend, wenn Sie den Ausdruck kennen
Die Lösung muss also logischerweise heissen: Hirnmasse aus Zuger Behördemitgliedern transferieren... und schon geht auch anderswo (der Kanton Obwalden lässt grüssen!) die Post ab
Wohl bekomm's
Derek Rathbone
Legal Consultant
Taunton/Zug
*** heisst, dass bei dem Glücklichen sogar der Stock, auf dem man das Holz spaltet, kalbt |
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