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Xenia Pathfinder
Anmeldungsdatum: 06.03.2004 Beiträge: 450
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Verfasst am: 3.Nov 2007 9:38 Titel: United Invest Management Ltd. & Co. KG |
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- Keine Werbeabsicht, sondern eher als kritischer Hinweis gedacht -
United Invest Management Deutschland Ltd & Co. KG
Ruhrallee 185, D–45136 Essen, Handelsregister (Essen): HRA 8945
Geschäftführung: Christian Wagner, Daniel Niessyt
Komplementärin: United Invest Management Ltd.
69 Great Hampton Street, Birmingham B18 6EW
Company Register: 625 2269 (Cardiff)
URL: www.myclubclub.net/Bedingungen.20.0.html
| Zitat: |
Bedingungen für Kunden
Gegenstand dieser Bedingungen für Kunden ist die Gewährung von Genussrechts-Kapital auf dem Wege der Privatplatzierung. Kunden der United Invest Management Deutschland Ltd & Co. KG erwerben mit ihrer Kapitaleinlage Namensgenussrechte von der Gesellschaft. Die Mindestzeichnungssumme beträgt 1.000 Euro zzgl. Agio. |
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Xenia Pathfinder
Anmeldungsdatum: 06.03.2004 Beiträge: 450
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Verfasst am: 3.Nov 2007 9:46 Titel: |
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Statt "Kunde" kann man auch gleich "Partner" werden und am
lustigen Pyramidenspiel teilnehmen, wenn ich das richtig verstehe.
www.myclubclub.net/Karriere.23.0.html
| Zitat: |
Ihr Karrierestart- Durchstarten lohnt sich wieder!
Mit Ihrer Registrierung und mit Erhalt Ihrer Partner-Nummer plus Passwort können Sie Ihre Karrier t auf der Stufe 1 beginnen. Auf ein persönliches Qualifikationskonto werden die unwiderruflich gebuchten Einlagenbeträge der Kunden gutgeschrieben, die sich direkt und indirekt über Ihre Nummer registriert haben. Eigene Einlagen werden nicht gutgeschrieben |
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Xenia Pathfinder
Anmeldungsdatum: 06.03.2004 Beiträge: 450
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Verfasst am: 3.Nov 2007 10:39 Titel: |
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(SZ vom 28.08.2004)
Sammle Menschen und werde reich
(Von Thomas Öchsner)
Pyramidenfirmen sind für Verbraucherschützer eine besonders fiese Form der Abzocke,
trotzdem haben sie starken Zulauf — sie inszenieren den Traum vom großen Geld.
Gerda Keppler mag Fragen, auf die sich eine Antwort eigentlich erübrigt. Wer, fragt sie in die Runde, träume von einem stetig fließenden hohen Einkommen, ohne dafür noch viel tun zu müssen. Fast alle Hände gehen brav nach oben. „Stellen Sie sich vor, Ihr Nachbar geht im Internet einkaufen und bei Ihnen klingelt die Kasse. Gefällt Ihnen das?“ Die Zuhörer nicken. Die Zuhörer nicken immer, wenn Gerda Keppler fragt. Denn Keppler will, dass die Zuhörer nicken, und so stellt sie auch ihre Fragen.
„Freuen Sie sich, dass Sie hier sind“, sagt sie gleich zu Beginn ihres Vortrags, um dann von „absolut genialen“ Wachstumschancen und den „Schürfrechten am gewaltigsten Markt Europas“ zu schwärmen. Gemeint sind damit die Telefon- und Stromverträge und Kundenkarten für den Einkauf im Internet, die das Unternehmen Innoflex verkauft. Keppler erweckt zumindest den Anschein, es in der Hierarchie der Berliner Firma zu etwas gebracht zu haben. Sie darf sich „internationale Direktorin“ nennen, auch wenn ihr Vortrag eher so wirkt, als hätte sie die Rhetorik mühsam einstudiert. Man möge sich einmal vorstellen, mit einem Firmenwagen der Marke Mercedes herumfahren zu können, sagt sie, um nachzuschieben: „Sie müssen nur noch tanken. Das ist ein Gefühl.“
Jede Woche lädt das Unternehmen zu solchen Präsentationen ein, überall in Deutschland, in gediegene Hotels oder wie hier in einen kargen Veranstaltungsraum mitten im Industriegebiet von Eching bei München. Das Ziel: Menschen zu gewinnen, die im Glauben an das große Geschäft neue Vertriebspartner werden – und die wiederum neue Unterverkäufer an sich binden, an deren Umsatz sie mitverdienen wollen. Im Fachjargon betreiben solche Direktvertriebe Network Marketing oder Multi Level Marketing (MLM). Wer in der Vertriebsstruktur oben ist, verdient viel, wer unten ist, gar nichts oder wenig. Für Edda Castello, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg, ist MLM deshalb nur „ein beschönigender Ausdruck für Ketten- oder Pyramidensysteme und eine besonders raffinierte Form der Abzocke“.
Und die erleben in Zeiten von Arbeitsmarktreformen und Hartz IV eine neue Blüte: „Wir haben beobachtet, dass MLM-Firmen verstärkt Erwerbslose ansprechen“, sagt Stefan Wegener, Leiter der Arbeitsgruppe „Schneeball“ beim Landeskriminalamt Berlin. Hans Thiel*) war auch „Innoflexer“. Den Verkaufsberater beim Agrarhändler BayWa sprach ein Bekannter an. „Hans“, sagte er, „da musst du hin, das ist eine Megasache.“ Thiel fuhr vom Oberallgäu nach Eching, hörte Frau Keppler beim Reden zu und gab irgendwann nach: „Mein Bekannter hat so lange auf mich eingeredet, bis ich unterschrieben habe.“
Unterschreiben heißt bei Innoflex aber zunächst einmal investieren. Die Neulinge müssen 77 Euro für einen durchsichtigen Plastikkoffer zahlen. Ohne den geht gar nichts. Darin befindet sich ein Leitzordner, das innoflex business kit mit viel wertlosem Papier: ein gutes Dutzend Auftragsformulare für potenzielle Kunden der Telefonfirma FlexFon, ein Paket mit Flugblättern zum neuen Tarif, ein bunter Flyer über das Firmenwagenprogramm mit einem silbernen Mercedes vom Typ SL 500 auf der Titelseite und einige Seiten Erbauliches. Da steht zum Beispiel: „Lieben Sie Ihr Produkt 24 Stunden am Tag“ oder „Fangen Sie jeden Tag wieder bei 1 x 1 an.“ Mit den 77 Euro kommt ein Neuling bei dem Unternehmen jedoch nicht weit. Um neue Vertriebspartner gewinnen und daran verdienen zu können, sind weitere 1199 Euro fällig. Als Keppler bei ihrem Vortrag darauf zu sprechen kommt, fragt sie, was denn sonst so beim Eintritt in die Selbstständigkeit investiert werden müsse. Prompt meldet sich der Bekannte von Thiel und sagt, er habe 8,5 Millionen Mark in den Aufbau seines Holzgeschäftes investiert. Gemessen daran erscheinen die 1199 Euro wirklich läppisch. Und außerdem, sagt Keppler, sei das ein Aktionspreis. Normalerweise koste das 3996 Euro, und hier bekomme man quasi „eine Lizenz zum Gelddrucken“.
Thiel hat es inzwischen längst bereut, dass er sich auf die teure Lizenz eingelassen hat. Schnell musste er feststellen, dass sich Strom- und Telefonverträge bei Bekannten und Verwandten doch nicht so leicht verkaufen lassen. Vor dem Wechsel des Stromanbieters haben viele Menschen große Scheu. Und wer beim Telefonieren sparen will, wählt einfach eine Call-by-Call-Nummer vor. Thiel ärgert sich auch über sich selbst, weil er sich so über den Tisch hat ziehen lassen. „Wenn du da drin sitzt, kommt dir das alles logisch vor, weil die alles schön reden. Das ist eine halbe Gehirnwäsche.“
Die Masche wird je nach MLM-Firma variiert: Egal ob es um den Verkauf von Kosmetika, Reinigungsmitteln oder angebliche Wundermittel wie den Saft der Südsee-Frucht Noni geht – stets suchen die Vertriebsleute den persönlichen Kontakt. Dabei wird häufig nicht einmal das Produkt erwähnt. Selbst das Wort Verkauf kommt oft überhaupt nicht vor, obwohl es genau darum geht. „Die Heilslehrer des MLM benutzen die Sprache wie bei Sekten als Werkzeug zur Schaffung einer Parallelwelt“, sagt Aribert Deckers. „Zum Beispiel das Wort sponsern ist beim MLM nichts anderes als untergeordnete Händler anheuern.“ Der Diplom-Ingenieur beschäftigt sich seit Jahren auf seiner Homepage www.ariplex.com/ama/ama_p0.htm kritisch mit MLM. Wer gutgläubig, fachfremd oder naiv und in so eine Veranstaltung hereingeraten sei, sei dem Lug und Trug durch Rhetorik meist nicht gewachsen. „Solche Leute kommen heraus und sind inbrünstig entschlossen, mit dem ihnen angepriesenen Geschäftsmodell die Welt zu erobern“, sagt Experte Deckers. Bei Innoflex scheint dies nicht nur in Eching zu funktionieren, wo es vor dem Eingang in die Räume des Unternehmens passieren kann, dass eine schon etwas ältere Dame einen begeistert anspricht: „Na, sind Sie auch schon Innoflexer?“
Der Berliner Gewerbehauptkommissar Wegener sagt: „Mit den Leuten, die Innoflex in den letzten Jahren angeworben hat und die ihr Geld verloren haben, können sie das neue Fußballstadion in München füllen.“ Derzeit bemüht sich das Unternehmen, den Markt in Ungarn aufzurollen. Auch in Österreich war Innoflex aktiv, so dass Verbraucherschützer der Arbeiterkammer Vorarlberg bereits warnten: „Die Einzigen, deren Traum vom schnellen und einfach verdienten großen Geld in Erfüllung geht, sind wahrscheinlich jene, die an der Spitze dieses Systems stehen.“ Wegener sieht dies genauso. „Es ist das System der fortlaufenden Provisionen, das die Menschen anzieht und sie dazu bringt, Geld einzuzahlen. Sie hoffen, in der Pyramide schnell nach oben zu kommen. Der größte Teil, vielleicht 95 Prozent, ist aber nach einem Monat wieder ausgestiegen, weil er gemerkt hat, dass hier nichts zu holen ist“, sagt der Experte. Der Kommissar hat bereits 1999/2000 in Sachen Innoflex ermittelt.
Auch er glaubt, dass es den Drahtziehern in erster Linie darum geht, Gebühren für den Plastikkoffer und Schulungen zu kassieren. Juristisch würde es sich damit um ein Pyramidensystem handeln, das darauf angelegt ist, sich selbst zu multiplizieren und daraus Gewinne zu erzielen – unabhängig vom Absatz irgendwelcher Produkte. Solche Pyramidensysteme sind in Deutschland verboten, die Drahtzieher können zwei Jahre hinter Gitter wandern. Im Fall Innoflex hat der Staatsanwalt inzwischen Anklage erhoben. Das Landgericht Berlin entscheidet, ob den Hintermännern Robert und Thomas Mundt der Prozess gemacht wird. Das Bruderpaar hält derzeit etwa 90 Prozent am Kapital der Muttergesellschaft von Innoflex, der United Network Industries (Uni AG). Beide sind im Vorstand der Uni AG. Vorstandsmitglied Martin Rothe sagt zu der Anklage: „Wir haben nichts Unrechtes getan.“ Um dies dokumentieren zu können, wünsche sich die Uni AG sogar einen Prozess.
Rothe prophezeit dem Unternehmen eine große Zukunft. Für 2007 ist der Börsengang geplant. Der Umsatz, im Jahr 2002 bei 12 Millionen Euro, soll bis dahin auf 452 Millionen Euro klettern. Das sei möglich, weil die Uni AG jetzt über eine eigene Strom- und Telefontochter verfügt und die Vertriebstochter Innoflex nicht mehr die Verträge von anderen Anbietern vermitteln müsse. Derzeit sammelt die Uni AG 50 Millionen Euro über den Verkauf von Genussrechten und Genussscheinen bei Anlegern ein. Im Emissionsprospekt findet sich ein Bild von der Landung der amerikanischen Astronauten auf dem Mond. Das Foto ist unterlegt mit einem Zitat von Vorstandschef Robert Mundt: „Dinge, die wir uns vorstellen und träumen können, sind auch realisierbar – dabei ist keine Vision zu groß“, heißt es da.
Die Fakten sehen nüchterner aus: Im März bezifferte die Innoflex-Mutter Uni AG die Zahl der Vertriebsleute auf 35.000. Rothe sagt, er hätte in seinem Computer sogar „75.000 Namen“. Gleichzeitig ist im Emissionsprospekt der Uni AG von mehr als einer Million Vertragsabschlüssen die Rede. Rechnet man mit 35.000 Vertriebsleuten, wären dies pro Nase nicht einmal 30 Verträge – bei Provisionen, die pro Vertrag vielleicht gerade ein Abendessen hergeben. Exakte Zahlen über Einkünfte und Fluktuationsraten bei MLM-Firmen gibt es nicht. Wer in den unteren Stockwerken der Pyramide arbeitet, dürfte trotz aller Anstrengungen oft nicht einmal den Sozialhilfesatz erreichen. Bei einer Umfrage des deutschen Internetportals mlm-news gab fast die Hälfte der Befragten an, nicht mehr als 500 Euro pro Monat zu verdienen. Auch die Berichte, die große MLM-Unternehmen in den USA, dem Mutterland der Bewegung, vorgelegt haben, sind eindeutig: Von den Provisionen kann die Masse der Verkäufer nicht leben. 50 bis 70 Prozent kündigen binnen eines Jahres. Bei Innoflex ist davon nichts zu hören. Egal welchem Mitarbeiter man in Eching gegenübersitzt, er kritzelt ein Papier mit Pfeilen und Additionen voll, bei dem immer gigantische Summen herauskommen. Dabei ist das Modell schon mathematisch absurd. Unbegrenzt lassen sich nicht ständig neue Unterverkäufer gewinnen. Wenn aber zum Beispiel bereits ein Oberverkäufer tausend Unterverkäufer benötigt, um ein auskömmliches Einkommen zu erzielen, brauchen diese tausend schon eine Million weiterer Unterverkäufer, um den Erfolg zu kopieren – eine irrsinnige Vorstellung. Die Verfechter des MLM sehen dies ganz anders. „Zum Schuldigen wird nicht das Prinzip des MLM gemacht, sondern stets der Einzelne, der angeblich nichts tun will und deswegen nicht vorankommt“, sagt Experte Deckers. So erging es auch dem ehemaligen Innoflexer Thiel. „Du musst Gas geben, mehr multiplizieren, hat mir mein Sponsor immer wieder vorgehalten“, erinnert er sich. Aber nach ein paar Wochen hatte Thiel begriffen, dass es gar nicht an ihm liegt und „es in Wirklichkeit hier darum geht, seine Kameraden zu bescheißen“. Hinzu kam der Ärger mit den Telefonverträgen. Bekannte, denen er die Verträge der Uni-AG-Tochter FlexFon verkaufte, ärgerten sich, dass die Gesprächsgebühren viel höher waren als erwartet. Thiel hat sich inzwischen bei allen entschuldigt.
URL: www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/84/38046/ |
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Xenia Pathfinder
Anmeldungsdatum: 06.03.2004 Beiträge: 450
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