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Basisinformationen über (Offshore)-Trusts

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ffbkdavid
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Anmeldungsdatum: 31.08.2003
Beiträge: 1467
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 9.Nov 2005 0:21    Titel: Basisinformationen über (Offshore)-Trusts Antworten mit Zitat

E i n f ü h r u n g


Das Konzept des Trust ist nicht neu. Einige Formen des Trust kann man bis in das 9. Jahrhundert A.D. im römischen und deutschen Recht zurückverfolgen. Eine Form des Trust, die man "Mists" nannte, wurde von den Kirchenoberen genutzt, um Besitztümer wie Klöster und Kirchen zu halten. Dies erlaubte den Kirchenleuten die Besitztümer zu nutzen ohne ihren Schwur auf die Armut zu brechen. Während der Kreuzzüge übertrugen die Ritter ihr Eigentum an den Besitztümern im Vertrauen (in trust) an ihre Freunde, die damit während ihrer Abwesenheit die Angelegenheiten regeln konnten. Jedoch dauerte es bis in 13. Jahrhundert, bis der Begriff des "Common Law Trusts" aufkam, so wie wir ihn heute kennen.

Der Common Law Trust hat eine lange und differenzierte Geschichte. Die Entwicklung des modernen Trust-Rechts kam dann im 13. Jahrhundert in England erst richtig zur Geltung - zu dieser Zeit erwies sich der Trust als sehr nützlich, um die teilweise extrem hohen Steuerlasten, die den Grundstückseigentümern durch das Feudalsystem aufgebürdet wurden, zu umgehen. In seiner modernen Ausprägung ist der Trust ohne Zweifel das wirkungsvollste Instrument, das der Offshore-Fachmann nutzen kann.

Der Trust ist – vorzugsweise kombiniert mit einer Offshore-Gesellschaft - ein ideales Mittel für die Steuerplanung, den Schutz von Vermögenswerten und nicht zuletzt eine optimale Nachfolgeplanung.


Die Vorteile eines Trusts

Der Trust ist ein juristisches Konzept, das von beinahe allen Ländern, in denen das Common Law vorherrscht, anerkannt wird (z.B. die Länder mit einem englischen Einfluss in der Vergangenheit). Der Trust ist im Wesentlichen ein Mittel, um eine rechtmässige Eigentümerschaft oder ein Nutzungsrecht von einer begünstigten Eigentümerschaft zu trennen. Zum Beispiel erlaubt es die rechtliche Eigentümerschaft von Grundbesitz zu trennen und die separate Übertragung einklagbarer Rechte und Nutzungsrechte an diesem Grundbesitz. Dieses macht den Trust, gerade wenn er Offshore gegründet wurde, zu einem extrem flexiblen, fortschrittlichen und kreativen Instrument für den Schutz der Anlagen, Steuer-, Immobilien- und Investmentplanung und den Erhalt der Vertraulichkeit.


Einsatz von Trust-Strukturen

Der Trust kann für den Besitz von Immobilien oder persönlichem Eigentum, Bargeld, persönlichen Investments oder anderem genutzt werden.

Ständig im Ausland lebende Personen (Expatriates), die sich in einem politisch instabilen Land niederlassen oder in denen das Risiko besteht, vom Staat enteignet zu werden, können ihr Vermögen durch die Verlagerung in eine stabilere Umgebung bewahren.

Trusts können vieles erreichen, was auch ein Testament kann, aber eben auch effektiver für schwierige Regelungen sein. Probleme hinsichtlich der Erbschaftssteuer im Heimatland des Gründers können vermieden werden.


Arten von Trusts

Es gibt verschiedene Kategorien für einen Trust und die normalerweise verwendeten sind:

- Feststehend (Fixed, kein Handlungsspielraum)
- Treuhänderisch (Discretionary, mit Handlungsspielraum)
- Schutztrust (Protective)
- Thesaurierend (Accumulation)
- Asset Protection
- Nachlass (Inheritance)
- Unterhalt (Maintenance) und
- Investment Trust.

Derjenige, der am besten zutrifft, kann auf die speziellen Wünsche des Gründers abgestimmt werden.

Trusts können entweder unwiderruflich oder widerruflich gestaltet sein. Im letzteren Fall wird der Trust auch "Grantor Trust" genannt. Im Falle eines unwiderruflichen Trusts werden die Vermögenswerte des Trusts normalerweise nicht als Teil des Vermögens vom verstorbenen Gründers behandelt und gehen auf die Begünstigten ohne Erbschafts- oder Vermögenssteuer über. Der Trust muss unwiderruflich sein, um als ein wirkliches Mittel für den Schutz des Vermögens zu gelten. Wenn der Begünstigte oder der Gründer ständigen Zugang zu den Vermögenswerten haben, könnten die Finanzbehörden die Einhaltung der lokalen Steuergesetze der Begünstigten oder des Gründers verlangen. Normalerweise werden Trusts als unwiderrufliche Trusts gegründet, um völligen Schutz zu gewährleisten.

Das Gesetz sieht auch die Gründung eines Trust vor, der die Gelder verbraucht und hebt die Regel auf, dass der Gründer nicht auch der Begünstigte eines solchen Trusts sein kann. Die ist ein wichtiges Element, das in anderen Gerichtsbarkeiten fehlt, zum Beispiel in den USA, in denen diese Art der Trusts nicht erlaubt ist.

Mildtätige Trusts können für verschiedene Zwecke gegründet werden, z.B. für die Abschaffung der Armut, den Umweltschutz, die Entwicklung der Menschenrechte und grundsätzlichen Freiheiten, Ausbildung und Religion.


Besteuerung

Offshore-Trusts bieten spezielle Steuervorteile, wenn zwei Bedingungen erfüllt werden. Wenn in einem bestimmten Jahr

- weder der Gründer des Trust noch die Begünstigten lokal ansässig sind; und
- der Grundbesitz des Trust kein Land im Eintragungsland einschliesst
dann ist der Trust von der Einkommensteuer, der Erbschaftssteuer und der Stempelsteuer befreit.

Der wesentliche Vorteil eines solchen Trusts besteht darin, dass keine bestimmte Person als Eigentümer hinsichtlich der Steuern benannt werden muss oder sie irgendwelche Interessen hinsichtlich des Trust besitzt, weil er sich völlig unter der Kontrolle der Treuhänder befindet.

Trusts sollten in eime Land ohne Devisenbeschränkungen eingetragen werden. Aus Sicht der Nachfolgeplanung kann man darüber nachdenken, ob der Gründer oder die Begünstigten ihre weltweiten Steuerverpflichtungen mindern können oder die Steuerzahlungen auf unbestimmte Zeit aufschieben. In jedem Fall jedoch sollten hinsichtlich der steuerlichen Stellung des Gründers und der Begünstigten des Trusts gründliche Überlegungen vorangehen, um sicher zu stellen, dass der höchstmögliche Nutzen daraus gezogen wird. Diese Überlegungen könnten auch auf die Einführung von speziellen Klauseln in der Gründungsurkunde ausgedehnt werden und der Beizug eines professionellen Beraters ist - wenn es sich um steuerliche Belange dreht – dringend empfohlen


Schutz des Vermögens (Asset Protection)

In prozeßsüchtigen Ländern wie den Vereinigten Staaten wurde es zur Gewohnheit für die Leute, einen Trust zum Schutz ihrer Anlagen einzurichten gegen:

- Kunstfehler im Fall von Ärzten
- Produkthaftung
- Kreditgeber
- Gerichtsentscheidungen
- Schwierige Scheidungen

Die Vermögenswerte werden im Namen des Treuhänders oder eines Strohmanns gehalten und damit wird eine weltweite Kontrolle erreicht. Lokale Gesetze enthalten wesentliche Bestimmungen hinsichtlich des Schutzes des Vermögens.

Der Gründer kann den langfristigen Schutz seiner Vermögenswerte ausserhalb seines Wohnsitzlandes sicherstellen, ohne der Gefahr einer Zwangsenteignung durch staatliche Stellen ausgesetzt zu sein.


Schutz der Familie

Der Gründer kann durch den Treuhandvertrag oder mit einem Wunschbrief (Letter of Wishes) bis zu seinem Tod die Verwaltung seines Vermögens bestimmen. Der Wunschbrief ist eine Niederschrift, die die Wünsche des Gründers enthält, wie der Trust verwaltet oder die Gelder verteilt werden sollen. Der Brief wird den Treuhändern bei Gründung oder auch später übergeben. Für die Steuerplanung müssen im Treuhandvertrag keine Begünstigten benannt werden, sie können aber im Wunschbrief einzeln aufgeführt werden. So gesehen bewahren die Treuhänder absolute Verschwiegenheit darüber, wer die Begünstigten sind, wieviel jeder von ihnen bekommt und wann die Auszahlungen vorgenommen werden. Ein solcher Trust wird normalerweise "Wholly Discretionary Trust" genannt. Der Wunschbrief kann jederzeit geändert werden, um evtl. veränderten Umständen Rechnung zu tragen. Es können auch die Person/en benannt werden, deren Wünsche nach dem Tod des Gründers berücksichtigt werden sollen. Sowohl der Gründer als auch die Begünstigten können den Treuhändern Wunschbriefe senden und obwohl Wunschbriefe rechtlich nicht bindend sind, werden sie normalerweise durch die Treuhänder ausgeführt.


Anonymität und Flexibilität

Der Treuhandvertrag ist ein vertrauliches Dokument. Keinerlei Informationen über den Inhalt ist für irgend eine Behörde zugänglich. Diese Vertraulichkeit ist lokal gesetzlich geregelt. Die Flexibilität innerhalb des Treuhandvertrags (insbesonders bei einem Discretionary Trust) wird durch die folgenden Fakten gewährleistet:

- Der Trust kann für ungültig erklärt oder aufgelöst werden;
- Der Treuhänder kann ausgetauscht werden;
- Der Standort des Trust kann in eine andere Gerichtsbarkeit verlegt werden, sollte das Gefühl aufkommen, dass die weltweiten politischen Entwicklungen dies notwendig machen und
- Die Verfahrensweisen, wie das Vermögen verwaltet und die Gelder verteilt werden, können jederzeit geändert werden.
Falls der Begünstigte in der Trust-Urkunde genannt ist oder wenn der Begünstigte auch der Gründer ist, versuchen die Finanzämter die Trust-Vereinbarungen zu durchleuchten und betrachten die Begünstigten als Eigentümer des Trust-Vermögens und der daraus entstehenden Einnahmen. Es ist daher möglich, daß Begünstigte für Vermögen oder Einkommen besteuert werden, das sie niemals erzielt haben - einzig und allein, weil sie die Eigentümer sein könnten.

Um dieses Problem zu vermeiden, werden Discretionary Trusts gegründet. Dies sind Vereinbarungen, bei denen die jeweiligen Begünstigten des Trusts erst nach Bedarf vom Treuhänder eingesetzt werden. Da keine Begünstigten im Trust-Dokument genannt werden, können die Steuerbehörden keinen potentiellen Begünstigen besteuern. Die Ausschüttungen des Treuhänders sollten nicht direkt an den Begünstigten fliessen. Ausschüttungen können über ein Offshore-Konto oder eine Offshore-Firma, die mit dem Trust verbunden ist, vorgenommen werden.


Maximale Laufzeit

Nicht-wohltätige Trusts können in der Regel für eine maximale Laufzeit gemäss den lokalen Gesetzen gegründet werden. - Wohltätige Trusts können mit einer unbegrenzten Laufzeit errichtet werden.


Vertrauensbruch

Jede Handlung oder Nachlässigkeit des Treuhänders, die nicht genehmigt ist oder nicht unter den Vorschriften des Trusts oder des Gesetzes ausgeführt wurde, wird Vertrauensbruch genannt. Die Treuhänder sind für Verluste, Wertminderungen der Vermögensanlagen des Trusts oder einen Verlust von Gewinnen bei einem Vertrauensbruch persönlich haftbar. Jedoch sind im Fall eines Treuhänders in Form einer juristischen Person die leitenden Angestellten nicht persönlich haftbar zu machen. Personen, die wissentlich bei einem Vertrauensbruch Vermögen oder Gelder erhalten, werden als konstruktive Treuhänder dessen erachtet.

Die üblichen Verfahrenswege werden dann im Fall einer Klage gegen betrügerische Treuhänder angewandt und die Verjährungsvorschriften sind ausgeschaltet, um die Besitztümer wiederzubeschaffen.


Registrierung

Trusts können in einem Trustregister registriert werden, dessen Zugang zum zum Zweck einer Inspektion nicht erlaubt ist, solange der Treuhänder nicht schriftlich zustimmt.


Ein Wort zur Rechtsprechung

Zu diesem Zeitpunkt ist es wichtig, ein Wort über die Rechtsprechung zu verlieren. Die Finanzbehörden in vielen Ländern legen den steuerlichen Sitz einer ausländischen Gesellschaft auf der Grundlage fest, wo die Gesellschaft geleitet und geführt wird. Die grundsätzliche Voraussetzung ist, dass das Management und die Kontrolle bei den leitenden Angestellten der Gesellschaft liegt. Wenn die leitenden Angestellten jedoch offensichtlich Strohmänner sind, werden die Finanzbehörden sich bemühen, die Identität des begünstigten Eigentümers festzustellen, der indirekt die Gesellschaft leitet. Wenn der begünstigte Eigentümer ein Einwohner innerhalb ihrer Gerichtsbarkeit ist, besteht eine Anscheinsbeweis, dass die Gesellschaft ebenfalls in diesem Land ansässig ist. Dies trifft unabhängig davon zu, wo die Geschäfte eigentlich stattfinden.

Um jeden Vergleich diesbezüglich zu vermeiden, sollte ein Offshore Trust gegründet oder eine Vereinbarung getroffen werden, wer die Anteile der fraglichen Gesellschaft besitzt. So ist die Eigentümerschaft selbst Offshore. Andere Möglichkeiten, die diesbezüglich in Erwägung gezogen werden können, sind folgende:

Das Eigentum der Anteile an einer Gesellschaft liegt bei einer Person, die selbst in einer passenden Offshore-Gerichtsbarkeit lebt

Die Anteile einer Gesellschaft werden in einigen Gerichtsbarkeiten als Inhaberpapiere ausgegeben und nicht innerhalb der Gerichtsbarkeit der in Frage kommenden Finanzbehörden aufbewahrt.


Wie vertraulich und sicher sind Offshore Trusts?

Solange die Vermögenswerte im Namen des Treuhänders gehalten werden, bleibt der Gründer hinsichtlich der Herkunft der Investments und an wen die Zuwendungen gehen aussen vor. Die Gründungsurkunde ist nicht ein öffentliches Dokument. Alle Dokumente werden mit der grössten Vertraulichkeit behandelt. Vom Offshore-Treuhänder wird verlangt, dass er absolutes Stillschweigen bewahrt.

Im Gegensatz zur Übertragung von Beteiligungen an Erben bei Vorliegen von testamentarischen Verfügungen, einem Trust unter Lebenden oder Trusts im eigenen Land lösen Offshore-Trusts keine Steuerzahlungen aus




T r u s t g r ü n d u n g


Es ist wichtig, dass man sehr selektiv die Gerichtsbarkeit auswählt, in der der Trust errichtet werden soll. Im Indealfall sollten alle finanziellen Angelegenheiten völlig geheim gehalten und Eigentum vor Ansprüchen, Gerichtsurteilen oder Insolvenzen sicher sein.

Steuern aus jeglichen Ländern sollten auf die Gewinne oder das Vermögen eines nicht-inländischen, unwiderruflichen und frei handelnden Trusts nicht erhoben werden.


Die Parteien eines Trusts

Obwohl das Konzept, wie man einen Trust auflegt, schon lange bekannt sind, hat sich hinsichtlich der wesentlichen Parteien eines Trusts in den vergangenen Jahren wenig geändert. Die einzelnen Parteien sind

- der Gründer des Trusts (Settlor),
- die Begünstigten (Beneficiaries)
- und der Treuhänder (Trustee).
- Zusätzlich setzt der Settlor meistens einen Protektor (Protector) ein, der die Umsetzung der Wünsche des Settlors durch die Trustees überwacht.


Der Gründer (Settlor)

Der Gründer ist der ursprüngliche Eigentümer der Vermögenswerte. Er gibt seine Vermögenswerte komplett ab und übergibt dabei das rechtliche Eigentum daran an den Treuhänder. Er gestaltet den Treuhandvertrag in der Weise, dass der Treuhänder über die Verteilung der Gewinne aus dem Trust verfügt (nach den Empfehlungen des Gründers) oder er bestimmt eindeutig, wie die Gewinne verteilt werden sollen. Der Gründer kann auch der Begünstigte, Treuhänder oder Protektor des Trusts sein.

In einer "Deklaration des Trust" durch die Treuhänder gibt es keinen genannten Gründer und die Vermögenswerte des Trusts können als ein Teil der Deklaration mit eingeschlossen werden oder später in einem "Memorandum of Addition" hinzugefügt werden. Alternativ kann eine Verfügung durch den Gründer getroffen werden, der die Vermögenswerte dem Trust zuschreibt. Ausser für die Deklaration des Trust, die durch die Treuhänder wie oben beschrieben getroffen wird, sind sowohl der Gründer als auch die Treuhänder Parteien des niedergeschriebenen Treuhandvertrags.


Der Treuhänder (Trustee)

Ein Treuhänder kann auch der Gründer und der Begünstigte sein. Alle eingesetzten Treuhänder müssen sich um eine gebührende Sorgfalt bemühen, handelnd nach Treu und Glauben, nach besten Fähigkeiten und Qualifikationen und der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns.

Es gibt einfache Verfahren für die Auswechslung und Entlassung von Treuhändern. Der Treuhänder kann durch einen neuen Treuhänder aus jedem wichtigen Grund ausgewechselt oder entlassen werden. Die Treuhänder können Personen oder eine juristische Person sein wie z.B. eine Bank, Treuhandgesellschaft oder eine Gesellschaft, auf die die Vermögenswerte vom Treuhänder übertragen werden. Für gewöhnlich werden professionelle Treuhänder ernannt. Der Treuhänder hat die Aufgabe, dass die Wünsche des Gründers umgesetzt und die Interessen der Begünstigten gewahrt werden.

Die Vollmachten, Pflichten und Obliegenheiten der Treuhänder werden im Treuhandvertrag festgelegt und die Aktivitäten der Treuhänder werden durch lokale Gesetze geregelt

Den Treuhändern werden weitgehende Vollmachten erteilt, um z.B. Jugendlichen oder anderen Begünstigten Gelder für die Ausbildung und die Erhaltung des Lebensstandards zukommen zu lassen. Den Treuhändern werden ähnliche Vollmachten erteilt, um den Begünstigten vor ihrer Eintragung als Begünstigte Gelder zukommen zu lassen.


Die Begünstigten

Die Personen oder juristischen Personen, die aufgrund der Bedingungen des Treuhandvertrags einen Nutzen ziehen, sind die Begünstigten des Trusts. Sie werden durch den Gründer spezifisch benannt und ihr Nutzen muss klar festgelegt sein. Jedoch müssen keine speziellen Personen benannt werden, lediglich eine Gruppe von Personen (z.B. Söhne, Töchter oder Enkel), wobei die Auswahl, wer und wieviel davon einen Nutzen ziehen wird, den Treuhändern überlassen bleibt (im letztgenannten Fall werden die Treuhänder normalerweise von den schriftlichen oder mündlichen Wünschen des Gründers geleitet).

Ein Trust ist also so etwas wie ein „lebendes Testament“, welches vor und nach dem Tod des Gründers in Kraft sein wird. Es kann nach den Wünschen des Gründers gekündigt oder aufgehoben werden oder, was häufiger vorkommt, unwiderruflich ausgestaltet sein.


Der Protektor

Der Protektor ist eine Person, die vom Trustee bestellt wurde und die im Treuhandvertrag festgelegten Vollmachten besitzt. In der Kompetenz eines Protectors die Ueberwachung der Aktivitäten der Trustees. In Ausübung seiner Tätigkeit schuldet der Protektor den Begünstigten oder dem Zweck des Trusts eine Fürsorgepflicht, aber er wird nicht als Treuhänder betrachtet. Wo die Bedingungen des Treuhandvertrages einen Protektor des Trusts vorsehen, wird diese Person oder juristische Person mit der Vollmacht ausgestattet, einen Treuhänder auszuwechseln, einen neuen oder zusätzlichen Treuhänder zu ernennen oder andere Vollmachten auszuüben, die durch lokale Gesetze verliehen werden. Der Protektor kann ein Gründer sein, ein Treuhänder oder ein Begünstigter. Es können auch mehrere Personen als gemeinsame Protektoren ernannt werden.


Trustinstrumente
Der Treuhandvertrag (Trust Deed)


Diese private Vereinbarung zwischen dem Gründer und dem Treuhänder kann auf vielfältige Weise geschehen, um die Anforderungen und Anliegen des Gründers zu erfüllen.

Während die spezifischen Ausführungen im Treuhandvertrag wesentlich von Fall zu Fall unterschiedlich sein können, besteht die grundsätzliche Struktur eines Treuhandvertrages aus folgenden Teilen:

Die Ernennung des Trustee und die Person, die seine Ablösung oder seinen Ruhestand bestimmen können;

Der Umfang der Befugnisse und der Beschränkungen eines Treuhänders;

Eine Definition der Vermögenswerte und wie sie gemanagt werden sollen;

Eine Definition, wer die Begünstigten sein sollen; und

Die Laufzeit eines Trust
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Anmeldungsdatum: 25.01.2002
Beiträge: 2266

BeitragVerfasst am: 4.Aug 2006 12:11    Titel: Antworten mit Zitat

Noch einige Anmerkungen aus anderer Quelle:

Internationale Treuhand Geschäfte mit einem Trust

Wir haben diesen Begriff absichtlich nicht übersetzt, weil es für ihn in denjenigen Rechtsgebieten, die vom römischen Recht und vom Code Napoleon beeinflusst wurden, keine unmittelbare Entsprechung gibt. Gleichwohl hält er auch seit Jahren Einzug in deutsche Rechtsvorstellungen. Der Trust ist ein Konzept, das in fast allen Ländern anerkannt wird, deren Recht auf das "Common Law" zurückgeht, d.h. in denjenigen Ländern, die in der Vergangenheit von England beeinflusst wurden. In diesem Zusammenhang wurde ganz bewusst von England als Ausgangspunkt einer rechtsgeschichtlichen Entwicklung gesprochen, während fast alle Deutschen und auch andere Ausländer unwissentlich oder ungenau definierend England mit dem Vereinigten Königreich gleichsetzen, welches für Schotten, Waliser und teilweise auch für Iren nicht nur beleidigend, sondern auch schlicht falsch ist.

Aber in England hat geistesgeschichtlich, vor allem aber rechtsgeschichtlich das alte germanische, gegenüber dem römischen Recht die Vorherrschaft behalten. Der Trust ist ein Rechtinstitut, um das gesetzlich definierte Eigentum von der Verfügungsberechtigung oder der Nutznießung zu trennen. Der ursprüngliche Eigentümer (Settlor) von Vermögenswerten bringt diese Werte in einen Trust ein, der dann im Wege der Treuhänderschaft von einer Person, von einer Trustgesellschaft oder Bank gehalten und verwaltet wird (Trustee) und zwar für den Nutzen von anderen Personen (Beneficiaries). Der "Settlor" kann natürlich auch ein "Beneficiary", also Nutznießer sein. Jede Handlung oder Nachlässigkeit, die nicht durch den Text der Trusturkunde oder durch das Gesetz gedeckt wird, nennt man "Breach of Trust" (breach - Bruch). Die Nutznießer haben gemäß der Bestimmungen in der Trust-Urkunde oder der gesetzlichen Regelungen einen billigen Anspruch darauf, daß die im Trust befindlichen Vermögenswerte auf sie übertragen werden während die "Trustees" während der Laufzeit des Trustes Treuhand-Eigentümer sind.

Der Einsatz von Trusts

Um Grundbesitz oder persönliches Eigentum zu halten, Bargeld, persönliche Anlagen, Wertpapiere usw. Personen, die sich vorübergehend in Auslandsregionen aufhalten, die politisch unstabil sind, wo es ein Risiko gibt, dass die Regierung Vermögenswerte enteignen könnte, oder das Devisenkontrollmaßnahmen eingeführt werden, sie alle können ihr Eigentum absichern, in dem sie es in weniger gefährdete Rechtsgebiete verbringen.

Nachlassplanung

Ein Trust kann viele Dinge erreichen, die auch in einem Testament vorgesehen sind, jedoch kann dieses der Trust wesentlich effektiver für eine vernünftige Vermögensplanung. Auf diese können Probleme der Nachlassgesetzgebung und der Erbschaftssteuern vermieden werden.

Steuervermeidung oder Verminderung

Bei der Steuervorausplanung sollten in der eigentlichen Trusturkunde selbst keine Empfänger genannt werden, sondern in dem sogenannten "Letter of Wishes", der als Instruktion an den oder die Treuhänder angesehen werden muss. Auf diese Weise haben die Treuhänder absolute Diskretion, wer die endgültigen Empfänger sind, wie viel von der Nachlassmasse jeder Einzelne erhält, wann und wo die Aufteilung stattfinden soll. Ein derartig gestalteter Trust wird als "Wholly Discretionary Trust" bezeichnet. Der Hauptvorteil liegt darin, dass keinen Beteiligten nachzuweisen ist, ein Interesse oder gar einen Anspruch gegenüber dem Trust zu haben, da dieser ja ganz unter der Kontrolle der Treuhänder steht.

Anti-Steuervermeidungsgesetze

Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte man herausstellen, dass die Steuerbehörden vieler Länder die Ansässigkeit und damit ihre Zuständigkeit für eine ausländische Gesellschaft danach beurteilen, wo die betreffende Gesellschaft geleitet und kontrolliert wird. Die zugrundeliegende Idee ist, dass Management und Kontrolle bei der Geschäftsleitung, also bei den Geschäftsführern (Direktoren) Gebiet zu vermeiden, sollte ein "Offshore"-Trust gebildet oder eine Regelung getroffen werden, in der klargestellt wird, wem die Anteile der betreffenden Gesellschaft gehören. Andere Optionen, die hierbei möglich sind: • Das Eigentum der betreffenden Gesellschaftsanteile liegen bei einer Person, die in einem hierfür geeignetem "Offshore"- Gebiet wohnt. • Die Gesellschaftsanteile können auch als sogenannte "effektive Stücke" (Tafelpapiere) in gewissen Jurisdiktionen ausgegeben werden. Sie sind auf diese Weise jedenfalls nicht der Steuerhoheit der Behörden in dem ursprünglichen Land unterworfen.
Vertrauensschutz. Da die Vermögenswerte vom Treuhänder und in seinem Namen gehalten werden, genießen die ursprünglichen Eigentümer absolute Diskretion hinsichtlich der Art und des Umfangs ihrer Vermögenswerte. Die Nutznießer dieser Werte sind nach außen hin nicht bekannt.

Die Parteien eines Trusts

Obgleich das Konzept der Trusts oder der hierin getroffenen Nachlassregelungen vor langer Zeit eingeführt wurde, hat es im Laufe der Jahre wenige Änderungen gegeben, die die Grundvoraussetzungen eines Trusts beeinflussen könnten. Die teilnehmenden Parteien sind:

Settlor = ursprüngliche Eigentümer oder diejenigen die etwas hinterlassen wollen;
Beneficiaries = die Begünstigten;
Trustees = die Treuhänder.
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