Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) geht im Streit um die Einführung von Real Estate Investment Trusts (REITs) auf die Kritik der Sozialdemokraten ein. Er bietet eine Ausnahme für Wohnimmobilien an.
Bei einem Treffen zwischen Steinbrück und SPD-Vertretern habe der Minister am Dienstag angeboten, Wohnungsimmobilien vollständig aus den geplanten REITs rauszunehmen, hieß es in Koalitionskreisen. Die Sozialdemokraten halten jedoch ihren Widerstand aufrecht.
Anders als sonstige Immobilienfonds sind REITs an der Börse frei handelbar. Während sich die Branche Kapitalzuflüsse in dreistelliger Milliardenhöhe verspricht, fürchtet die SPD Steuerausfälle und negative Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt.
Nach Angaben aus Koalitionskreisen ist das Steuerproblem für die Sozialdemokraten durch Steinbrücks Vorstoß noch nicht gelöst. Der Minister hat zwar vorgeschlagen, die Beteiligung eines Anlegers auf zehn Prozent zu begrenzen. Der Fiskus würde dann laut geltender Doppelbesteuerungsabkommen das Recht haben, auf REIT-Dividenden eine Quellensteuer zu erheben. Doch damit sei noch nicht gesichert, dass ausländische Anleger genauso besteuert werden wie inländische Investoren, hieß es.
Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und die drei kommunalen Spitzenverbände haben sich ebenfalls gegen die Pläne von Steinbrück gestemmt. "Ich sehe das Instrument mit großer Skepsis", sagte Tiefensee.
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