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Geschlossene Fonds - ein Sicherheitsrisiko?!

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Spiritus Rector
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 12.12.2003
Beiträge: 1187
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 29.Dez 2006 13:43    Titel: Geschlossene Fonds - ein Sicherheitsrisiko?! Antworten mit Zitat

Immer wieder versuchen vor allem freie Finanzberater, Ihnen als Geldanlegern so genannte „geschlossene Fonds“ schmackhaft zu machen. Mein fortwährender Rat lautet: Finger weg! Geschlossene Fonds sammeln Geld bei Anlegern ein, um es in ein bestimmtes Projekt zu investieren und langfristig damit Geld zu verdienen. Ein solches Projekt kann ein Gebäude sein, aber auch die Errichtung von Windkraftanlagen oder die Finanzierung eines Schiffes. Das Problem ist nur: Als Anleger werden Sie dabei zum Unternehmer - und tragen das volle Risiko des Projekts mit.

Geht das Projekt schief, in das der Fonds investiert, haften Sie als Anleger nicht nur mit Ihrem angelegten Geld. Sie haften auch für unternehmerische Risiken, für die Sie im schlimmsten Fall mit Ihrem Privatvermögen herhalten müssen. Wenn etwa die Mehrheit der Fondsgesellschafter beschließt, Geld in das Projekt nachzuschießen, sind Sie mit dran. Das gilt auch, wenn bei dem Projekt Schäden auftreten. Da reicht es, wenn bei einer Fondsimmobilie die Decke einstürzt und eine Person verletzt wird, und schon sind Sie mit in der Haftung.

Steuerersparnis ist das häufigste Argument, mit dem geschlossene Fonds verkauft werden. Der Hintergrund: Zunächst ist ein Verlust eines solchen Fonds durch die Investitionen gewünscht, damit das zu versteuernde Einkommen und damit die Steuerlast der Investoren sinken. In späteren Jahren soll der Fonds dann Gewinne abwerfen.

Aber Vorsicht: Das ist keineswegs sicher! Und bei anhaltenden Verlusten stehen Sie im Regen: Denn die Anteile sind nicht an der Börse verkäuflich. Ob Schiffsfonds, geschlossene Immobilienfonds oder Windkraft-Fonds: Wer sie loswerden will, muss sich schon selbst einen Käufer suchen. Auch wenn Ihr Finanzberater mit Steuerersparnissen und satten Gewinnen lockt: Die Risiken sind meist zu hoch. Lassen Sie im Zweifel besser die Finger davon.
_________________
Wenn der Staat pleite macht, geht natürlich
nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.

(Carl Fürstenberg, dt. Bankier, 1850-1933)

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latzkofinanzen
Newbie


Anmeldungsdatum: 30.03.2004
Beiträge: 13
Wohnort: Reinheim/Odw.

BeitragVerfasst am: 3.Jan 2007 9:54    Titel: Geschlossene Fonds generell schlecht? Antworten mit Zitat

Ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen. Als Besitzer von z.Zt. 21 Schiffbeteiligungen kann ich nur sagen: Super! Auch wenn 3 z.Zt. unter Plan laufen. Die Zweitmärkte funktionieren recht gut und bei vernünftigen Schiffbeteiligungen nehmen die Reeder die Kommanditbeteilungen u.U. sogar selber zurück. Man geht zwar mit einem geschlossenen Fonds ein höheres Risiko ein, als mit einer Bundesanleihe, aber es ist ja auch kein festverzinsliches Wertpapier und wenn ich bei einem Kunden max. 5 % seines gesamten Anlagevermögens in Schiffbeteiligungen investiere sehe ich das sehr wohl mehr als nur sinnvoll an!
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mercator196
Newbie


Anmeldungsdatum: 02.12.2005
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 3.Jan 2007 11:40    Titel: Geschlossene Fonds ein Sicherheitsrisiko Antworten mit Zitat

Ich schließe mich dem an. Irgendwie scheint der §15b EStG an Spiritus Rector vorbeigegangen zu sein.

Es steht außer Frage, das in der Vergangenheit gerade mit Medienbeteiligungen viele Anleger schlecht gewählt hatten.

Aber damit alle Beteiligungsformen und Anbieter über einen Kamm zu scheren, ist sicher falsch. Wie immer kommt es auf eine qualifizierte Beratung und Auswahl an. Dann aber sind Beteiligungen eine hervorragende Ergänzung zu Wertpapieren und Immobilien.

Auch die Haftungs- und Verlustthematik ist in der Grundzügen richtig.
Aber sicher finden sich viele T-Online-Investoren und andere, die sich den Verlauf Ihres Investments anders vorgestellt haben.

Lieber entscheide ich mit 300 anderen Investoren über eine Kapitalerhöhung oder vorzeitige Veräußerung, als mit Millionen Aktionären inkl. dem Staat.
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Finanzscout
Specialist


Anmeldungsdatum: 24.05.2006
Beiträge: 156
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 3.Jan 2007 18:44    Titel: Antworten mit Zitat

@ Spiritus Rector

Zitat:
Immer wieder versuchen vor allem freie Finanzberater, Ihnen als Geldanlegern so genannte „geschlossene Fonds“ schmackhaft zu machen. Mein fortwährender Rat lautet: Finger weg!

Wenn das Ihr pauschaler "Rat" ist, dann kann man nur jedem interessierten Anleger dringend empfehlen, auf diesen zu verzichten.
Selten habe ich in einem Fachforum einen solch undifferenzierten Müll lesen müssen, wie diesen!

Wie bei nahezu jeder Anlageform, so gibt es natürlich auch im Segment der sogenannten "Geschlossenen Fonds" solche und solche - oder, wie es ein von mir sehr geschätzter Kritiker einst so schön formulierte "solche und Strolche".

Das breit gefächerte Angebot derartiger Beteiligungen läßt sich nach den unterschiedlichsten Kriterien einordnen - nur eines davon ist die Frage "seriös oder unseriös" - darüber hinaus gibt es eine Vielzahl durchaus relevanter Fragen, wie z.B. "mehr oder weniger sicher" oder "mehr oder weniger rentabel" ... etc ...

Wie jede andere Form der Geldanlage auch, muß das jeweilige Angebot zur Bedarfssituation des Anlegers und dessen persönlichem Anlageprofil passen.
Dies entscheidet sich an einer Vielzahl von Kriterien, wie z.B. der Einkunftsart und anderen steuerlichen Komponenten, der Risikoart und - höhe, der möglichen Beteiligungsformen (z.B. ratierlich oder einmalig, Stückelung, etc.) insbesondere auch der Rechtsform (z.B. Aktien, BGB- oder KG-Beteiligung, etc.) u.s.w.

Greifen wir mal ein paar Ihrer undifferenzierten Pauschalurteile heraus:

Zitat:
Als Anleger werden Sie dabei zum Unternehmer - und tragen das volle Risiko des Projekts mit.

Diese Behauptung beinhaltet zwar ein Körnchen Wahrheit, ist in dieser Form aber dennoch falsch. Der Grad der Risikobeteiligung variiert je nach Beteiligungsform erheblich.

Zitat:
Geht das Projekt schief, in das der Fonds investiert, haften Sie als Anleger nicht nur mit Ihrem angelegten Geld. Sie haften auch für unternehmerische Risiken, für die Sie im schlimmsten Fall mit Ihrem Privatvermögen herhalten müssen

Völliger Humbug!
Wenn überhaupt, so trifft dies nur für BGB- (GbR-) Beteiligungen zu - und auch bei diesen nur bedingt.
Bei KG-Beteiligungen oder Beteiligungen als Aktionär ist eine über die Beteiligungssumme hinausgehende Haftung schon per Gesetz ausgeschlossen.
Darüber hianus schließen praktisch alle seriösen Angebote eine Nachschußpflicht auch vertraglich aus.

Zitat:
Wenn etwa die Mehrheit der Fondsgesellschafter beschließt, Geld in das Projekt nachzuschießen, sind Sie mit dran.

Gerade zu dieser Frage sind erst in jüngster Vergangenheit mehrere einschlägige obergerichtliche Urteile ergangen (z.B. OLG München), welche eindeutig klarstellen, dass Anleger auch bei einer BGB-Gesellschaft nicht per Gesellschaftsbeschluß zu Nachschüssen verpflichtet werden können.

Zitat:
Das gilt auch, wenn bei dem Projekt Schäden auftreten. Da reicht es, wenn bei einer Fondsimmobilie die Decke einstürzt und eine Person verletzt wird, und schon sind Sie mit in der Haftung.

Ergänzend zum bereits vorstehend ausgeführten, das eine Haftung ohnehin in 99% aller Fälle ausschließt, fallen derartige Ereignisse oftmals in den Bereich der Haftung aus deliktischer Handlung - und derartiges trifft dann den Geschäftsführer und nicht die Gesellschafter.

Zitat:
Steuerersparnis ist das häufigste Argument, mit dem geschlossene Fonds verkauft werden. Der Hintergrund: Zunächst ist ein Verlust eines solchen Fonds durch die Investitionen gewünscht, damit das zu versteuernde Einkommen und damit die Steuerlast der Investoren sinken. In späteren Jahren soll der Fonds dann Gewinne abwerfen.

Die Einführung des §15b EStG scheinen Sie vollständig verschlafen zu haben. Spätestens seitdem ist diese Motivation faktisch nicht mehr existent. Aber auch davor war dies durch den schon seit Jahren bestehenden §2b EStG weitgehend eingeschränkt.

Fazit: Bei jeder Form der Geldanlage gilt die Grundregel, dass mit steigender Gewinnaussicht auch das Risiko größer wird. Wer hohe Gewinne ohne Risiko verspricht, ist in der Tat ins Lager der Scharlatane und Abzocker einzuordnen - egal, ob es sich bei der angepriesenen Anlage um einen "Geschlossenen Fonds", ein Aktieninvestment, eine Immobilie, ein Termingeschäft oder was auch immer handelt!

Neben einer bedauerlichen Vielzahl unseriöser Angebote bietet der Beteiligungsmarkt aber auch eine große Zahl ebenso seriöser wie interessanter und lukrativer Angebote, auf die pauschal zu verzichten ebenso ungerechtfertigt wie unklug wäre.

Entscheidend ist somit in erster Linie ein seriöser und kompetenter Berater - und um einen solchen handelt es sich beim Autor dieses unsäglichen Beitrages ganz offensichtlich nicht.
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chef-manni
Specialist


Anmeldungsdatum: 02.06.2005
Beiträge: 86

BeitragVerfasst am: 4.Jan 2007 9:40    Titel: @Spiritus Rector Antworten mit Zitat

....um Ihren Nik-Name zur Ehre zu gereichen, sollten Sie sich vor dem Verfassen solcher Pauschal-Rundumschläge einmal schlau machen.

Was Sie hier über allg. Haftung und Risiko erzählen entbehrt jeder Grundlage. Näher brauche ich nicht darauf eingehen, da die Vorschreiber die Thematik richtig gestellt haben.
Ich würde jedoch gerne wissen, was Sie persönlich an Kapitalanlagen bevorzugen. Anlagen mit vorgegaugelter Sicherheit der Banken, welche nicht einmal AGBs ausreichen, wie ich diese Woche bei meinen Eltern festgestellt habe? Verkaufen Ihnen vielleicht jetzt die Banken wieder mehr aktienorientierte Anlagen, welche in Rekordhöhen wieder leichter vermarktet werden können? Oder wurden Sie beim Dax-Stand von 2.200 vor 5 Jahren zum Einstieg bewegt?
Erkundigen Sie sich, wie weit der Einlagenfonds haftet, wie weit vermeintlich sichere Genossenschaftsanteile Haftungen weit über die Einlage hinaus ergeben - und dies beis sehr eingeschränkter Chance!
Dann erkennen Sie alltägliche Risiken, welche kaum dem Bankkunden bekannt sind und kaum Chancen bringt. Lernen Sie zu differenzieren!
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annova
Specialist


Anmeldungsdatum: 10.02.2005
Beiträge: 69

BeitragVerfasst am: 4.Jan 2007 13:06    Titel: Sicherheitsrisiko ?! Antworten mit Zitat

Hallo User's,

man beachte im Titel des 1. Beitrags von Spiritus Rector die Satzzeichen!
? !
Hat dieser Schelm(!), er möge mir verzeihen, nur die gegenteiligen Argumente herauskitzeln wollen???
Beinahe wäre auch ich darauf hereingefallen!
Gut gemacht "Spiritus Rector"!

freundliche Grüsse

annova
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Spiritus Rector
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 12.12.2003
Beiträge: 1187
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 4.Jan 2007 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

Na endlich liest jemand! Und wer soll es anders sein? Annova!

Ich habe den o.a. Artikel in einem bedeutenden Finanzbrief gefunden, noch etwas "verschärft" und eingestellt um zu erkunden ob solch Beiträge überhaupt ernsthaft gelesen werden. Das Ergebnis ist beeidruckend. Selbstverständlich schließe ich mich der hier vertretenen Gesamtmeinung meiner Vorschreiber voll und ganz an: Selten solch einen Blödsinn gelesen! Aber dieser Blödsinn geht an 50.000 Emailempfänger - und dann wissen die Herren Finanzdienstleister auch, warum es so schwer ist in Deutschland vernünftige Kapitalanlagen zu verkaufen - bei diesen "Empfehlungen" ...

Ein Schelm wäre der denkt, dass auch große Wirtschaftsverlage von Banken, Versicherungen und Sparkassen gesteuert sein könnten - oder diesen sogar gehören? Wer weiß das schon? Dafür gibts dann aber auch große Anzeigenkunden ... Aber das würde jetzt doch zu sehr vom eigentlichen Thema ableiten! SR
_________________
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kaiserfinanz
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Anmeldungsdatum: 11.09.2003
Beiträge: 34
Wohnort: 16556 Borgsdorf

BeitragVerfasst am: 5.Jan 2007 15:02    Titel: Antworten mit Zitat

Endlich einmal ein seriöser Beitrag. Ich wusste doch schon immer, dass ich meine Zukunft ausschließlich den Versicherungen anvertrauen kann! Wo sonst darf man ab einem bestimmten Alter mit konstant negativer Verzinsung rechnen und mit Sicherheit sein Geld verheizen? Ein Glück, dass nichts teurer wird und wir keine Anlagen brauchen, die zumindest den Inflationsausgleich schaffen!
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