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M. Joppe Insider
Anmeldungsdatum: 10.11.2004 Beiträge: 788
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Verfasst am: 14.Jul 2005 4:11 Titel: 25 Jahre Haft für Ex-WorldCom-Chef |
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Finanzmanipulationen in Milliardenhöhe
Sichtlich angeschlagen verlässt Bernard Ebbers begleitet von Ehefrau Kristie und einem Polizisten das Gericht in New York. (Foto: Reuters)
New York - Drei Jahre nach der Pleite des US-Telekomgiganten WorldCom ist der frühere Unternehmenschef Bernard Ebbers von einem New Yorker Gericht zu einer Haftstrafe von 25 Jahren verurteilt worden. Eine geringere Strafe hätte "die Schwere des Verbrechens nicht wiedergegeben", sagte Richterin Barbara Jones am Mittwoch bei der Verkündung des Strafmaßes. Bereits im März hatte eine Jury den 63-Jährigen der Bilanzschwindelei in Höhe von elf Milliarden Dollar für schuldig befunden. Ebbers soll Mitarbeiter angehalten haben, die Bücher zu frisieren.
Anklage hatte 85 Jahre Haft gefordert
Ebbers war von den Geschworenen in allen neun Anklagepunkten für schuldig befunden worden: Betrug, Verabredung zu einer Straftat sowie sieben Falscherklärungen gegenüber der Börsenaufsicht SEC. Während des Prozesses hatte der einstige Star der Telekombranche behauptet, sich nicht um die Details der Buchführung gekümmert zu haben. Ebbers' früherer Finanzchef Scott Sullivan, der als Kronzeuge der Anklage auftrat, sagte dagegen aus, dass der Unternehmensgründer direkte Anweisungen erteilt habe, die Zahlen zu schönen. Mit ihrem Urteil blieb die Richterin gleichwohl hinter der Forderung der Anklage zurück, die 85 Jahre Haft gefordert hatte.
Milliarden-Verluste für die ANleger
Der WorldCom-Skandal hatte vor drei Jahren ein Erdbeben in der Finanzwelt ausgelöst. Im Juni 2002 musste der Konzern einräumen, über eineinhalb Jahre hinweg 3,85 Milliarden Dollar an Ausgaben für gemietete Telefonleitungen als Investitionen statt als laufende Kosten verbucht zu haben. Daraufhin stürzte die Aktie um mehr als 90 Prozent ab. Anleger verloren Milliarden und 20.000 Beschäftigte ihre Jobs. Erst vor zwei Wochen willigte Ebbers ein, fast sein gesamtes Restvermögen abzustoßen, um Forderungen früherer Anleger von etwa 45 Millionen Dollar zu begleichen.
Vom Milchmann zum Top-Manager
Ebbers ist ein Selfmademan: Der frühere Milchmann, Rausschmeißer und Sportlehrer hatter WorldCom 1983 als Provinzfirma im US-Bundesstaat Mississippi gegründet. Unter seiner Ägide wurde das Unternehmen vom kleinen Billig-Anbieter für Ferngespräche durch Zukäufe zur Nummer zwei auf dem US-Markt hinter AT&T. Der größe Coup gelang Ebbers 1997, als WorldCom für 40 Milliarden Dollar den Konkurrenten MCI aufkaufte. Doch im Juni 2000 verbot ihm das US-Kartellamt eine Fusion mit Sprint. Die anschließende Talfahrt der Telekom-Werte an den Börsen zog auch die WorldCom-Aktie in den Keller.
Drei Jahre nach dem Skandal ist der Konzern aber fast wieder aus den roten Zahlen. Im Juli 2002 hatte sich WorldCom unter das schützende Dach des US-Konkursrechts geflüchtet, um unter dem Namen MCI an seiner Sanierung zu arbeiten. Heute steht MCI vor der Übernahme durch den Konkurrenten Verizon, der damit gegen AT&T seine Spitzenstellung auf dem US-Telefonmarkt verteidigen will. (AFP)
Quelle: AOL _________________ "Wir lehren nicht bloß durch Worte, wir lehren auch weit eindringlicher durch unser Beispiel."(Johann Gottlieb Fichte) |
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