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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5416
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Verfasst am: 18.Sep 2002 7:37 Titel: Abgezockt? |
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Das Bundeskriminalamt schätzt, daß unseriöse Anlageberater jedes Jahr zwischen 40 und 50 Milliarden Mark ergaunern. Und die derzeit niedrigen Sparzinsen machen den Betrügern die Arbeit besonders leicht. Wer legt schon gerne sein Geld mit 5 Prozent bei der Bank um die Ecke an, wenn ihm anderswo 10 Prozent und mehr versprochen werden.
Im übrigen: Können müssen die selbsternannten Anlageberater gar nichts. Sie kaufen für rund 40.- DM einen Gewerbeschein - und dann geht es los.
Der erste Kontakt
Einmal Millionär sein - gerade diesen Wunsch nutzen dubiose Anlagefirmen oft gnadenlos aus. Mit vollmundigen Renditeversprechen und abenteuerlichen Angeboten locken sie Kapitalanleger in die Falle.
Häufige Masche: Der Erstkontakt kommt durch ahnungslose Bekannte zustande. So auch bei Dr. P. und seiner Frau. Der vermeintliche Finanzberater war der Nachbar ihrer Tochter.
Heute erinnern nur noch die Löcher in der Wand an das Büroschild des ehemaligen Firmensitzes des Jürgen J. Anfang 1996 schließt Dr. P. mehrere Kapitalanlagen ab. Jürgen J. erhält hierzu rund 320.000.- DM.
Kaum schriftliche Informationen
Der Makler gibt an, das Geld in Aktien und Immobilien anzulegen. Dr. P. bekommt jedoch kaum konkrete schriftliche Informationen über die Investitionsobjekte. Ein typisches Zeichen für eine dubiose Finanzberatung.
Wiederverkauf
Ein weiteres Merkmal: Der Finanzmakler rät Dr. P. bereits nach kurzer Zeit, einen Teil der Anlagen wieder zu verkaufen und in andere neu zu investieren. - Ein häufig angewandter Trick: Der Makler kassiert erneut die eine Vermittlungsprovision.
Dr. P. wurde auch nicht mißtrauisch durch die überhöhten Zinssätze die ausgezahlt werden sollten, denn sie betrugen maximal 10 Prozent.
Hohe Verluste
Heute weiß Dr. P., daß Jürgen J. das Geld in dubiose Unternehmen angelegt hat. So ging beispielsweise eine dieser Vermögensfirmen bereits Anfang 1998 in Konkurs. Neben Dr. P. soll sie mehrere hundert Anleger um schätzungsweise über 20 Millionen Mark geprellt haben. Der zunächst flüchtige Geschäftsführer wurde kürzlich verhaftet. Vom Geld fehlt jede Spur.
Unterschlagung
Um sein Geld gebracht wird Dr. P. aber nicht nur durch die dubiosen Anlagen, sondern auch durch den Makler selbst.
Auf dessen Drängen händigt Dr. P. 80.000.- DM aus. Doch statt das Geld wie vereinbart in Immobilien anzulegen, steckt er den größten Teil in die eigene Tasche. Später unterschlägt er nochmals 100.000.- DM, indem er einen auf Dr. P. ausgestellten Scheck auf sein Firmenkonto gutschreiben läßt. Mittlerweile sitzt Jürgen J. im Gefängnis: zweieinhalb Jahre ohne Bewährung. Für Dr. P. nur ein schwacher Trost. - Denn Dr. P. hat zwei Drittel seines angesparten Vermögens dadurch verloren, welches für die Altersversorgung und die Kinder gedacht war.
Ein Haus hatte Dr. P verkauft, im guten Glauben, mit Unterstützung des Finanzmaklers sein Geld gut anzulegen. Daß er davon jemals ewas wieder sehen wird, glaubt er nicht.
Tips der Verbraucherzentralen
Damit andere Anleger solche Erfahrungen vermeiden, bieten Verbraucherzentralen Analysen der Kapitalanlage an. Kostenlose Checklisten helfen:
·Vorsicht bei ungebetenen Anrufen. Seriöse Anbieter rufen nicht einfach unaufgefordert an.
·Vor Vertragsabschluß Erkundigungen einholen über bisherige Tätigkeiten und Renommee des Anbieters.
·Im Zweifelsfall auch nicht in kleine Geschäfte einsteigen. Der Trick: Die Kleinanlage ist meist erfolgreich - daraufhin steigt der Anleger richtig ein und wird dann oft abgezockt.
"Hilfe" für betrogene Anleger
Wer glaubt geprellt worden zu sein, sollte besser nicht auf Anzeigen antworten, die Hilfe für betrogene Anleger versprechen. Dahinter könnten sich in Wirklichkeit weitere dubiose Firmen verbergen. Mit erneuten Anlageangeboten versuchen sie sich, auch die letzten finanziellen Polster der Opfer unter den Nagel zu reißen
(SWR) |
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