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GoMoPa .

Anmeldungsdatum: 25.01.2002 Beiträge: 2266
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Verfasst am: 30.Okt 2006 7:12 Titel: Ein Klick kann teuer werden! |
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Über Briefkastenfirmen im Allgemeinen weiß man meist nicht besonders viel, das liegt in ihrer Natur, weshalb man mit dem Begriff der Briefkastenfirma vor allem ein paar Schlagworte verbindet: dubios, halbseiden, windig. All dies lässt sich über die Frankfurter Haupteinkaufsstraße Zeil nur bedingt sagen, und dennoch passt es, dass man den Briefkasten der Vita Active Ltd. am unteren Ende der Zeil findet, wo es nicht mehr die großen Marken dieser Welt zu kaufen gibt und dafür ein paar abgeblätterte Fassaden zu besichtigen sind, dazu allerlei Geschäfte, die mit Angeboten wie „Alles muss raus“ werben.
Man findet dort außerdem diverse Imbissläden und neben einem dieser Läden eben auch das Haus mit der Nummer 22, an dem man vergebens ein Klingelschild der Vita Active sucht, dafür aber einen Herrn findet, der aus der Tür kommt und sagt: „Nein, die gibt es hier nicht. Die sind eine Briefkastenfirma.“
Der Herr ist Rechtsanwalt, er hat seine Kanzlei im ersten Stock, und er hat diese Sätze recht häufig gesagt in den vergangenen Wochen. Immer wieder, erzählt er, tauchten hier jetzt Menschen auf, die nach der Vita Active suchten und denen er nicht weiterhelfen könne. Gemeinsam ist all diesen Besuchern, dass sie im Internet auf die dubiose Firma hereingefallen sind. Und nun zahlen sollen. Unter der Adresse www.lebenserwartung.de betreibt die Vita Active im Netz eine Seite, auf der Besucher per Klick herausfinden sollen, wie lange sie noch zu leben haben.
Zusammen mit dem Test wird ein Gewinnspiel angeboten, und recht geschickt versteckt findet sich dort unter Punkt sechs der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Hinweis, dass für beide Leistungen ein „einmaliges Benutzungsentgelt“ von 30 Euro fällig werde sowie nach Start des Tests das Widerrufsrecht erlösche.
Inzwischen haben bereits hunderte Nutzer den Hinweis übersehen, ihre Daten eingegeben und sich wenige Tage später über die Zahlungsaufforderung im Briefkasten gewundert. Wer sich weigert zu zahlen, kann mit der Inkasso-Forderung rechnen. „Wir bekommen derzeit Massen an Beschwerden zu dieser Seite“, sagt Ute Klaus von der Verbraucherzentrale Hessen.
Immer mehr dubiose Geldmacher setzen derzeit auf ein Hauptmerkmal des Internet: die Schnelligkeit. Kaum jemand liest dort Geschäftsbedingungen sorgfältig durch, worauf auch die bereits einschlägig bekannten Gebrüder Schmidtlein aus dem hessischen Büttelborn setzen. Im Netz betreiben sie mehrere Seiten mit auf den ersten Blick unverdächtigen Namen wie lehrstellen.de, über die sie unaufmerksame Nutzer zum Abschluss sogenannter Zwei-Jahres-Abonnements verleiten und dafür 168 Euro fordern. Wer nicht zahlt, bekommt auch hier Post vom Anwalt.
Andreas und Manuel Schmidtlein aber bilden eine Ausnahme in ihrer Branche; in den meisten Fällen ist die Identität der Internet-Abzocker unbekannt. „Die verbergen sich hinter ihren Firmennamen irgendwo im Ausland, und da kommen wir ganz schwer ran“, sagt Ute Klaus.
Das wiederum scheint den Geldmachern klar zu sein: „Die Methoden beobachten wir jetzt häufiger“, sagt Patrick von Braunmühl, Leiter des Fachbereichs Wirtschaft beim Bundesverband der Verbraucherzentralen. Allein im vergangenen Monat habe man gegen die Schmidtleins 16 Abmahnungen auf den Weg gebracht. „Die wurden größtenteils akzeptiert.“
Viel mehr allerdings ist rechtlich nicht drin. „Per Unterlassung können wir nur konkrete Fällen unterbinden“, erklärt Verbraucherschützer von Braunmühl, „aber es fehlen die Sanktionen, die solche Leute abschrecken würden.“ Seit neuestem versuchen es die Verbraucherschützer mit dem Instrument der Gewinnabschöpfung: Verletzt jemand vorsätzlich das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, kann sein Gewinn eingezogen werden.
„Bisher haben wir das aber noch in keinem Fall geschafft“, sagt Braunmühl, „der Vorsatz lässt sich kaum einmal nachweisen, und die Hürden des Gesetzgebers sind sehr hoch.“ Mehrfach bereits habe man sich an das Bundesjustizministerium gewandt, bisher ohne Erfolg. Das Ministerium wiederum hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, noch im Herbst einen Referentenentwurf vorzulegen, mit dem es eine entsprechende EU-Richtlinie umsetzen will.
Bis dahin bleiben Internetnutzern nur zwei Dinge: Stets sorgfältig die Geschäftsbedingungen zu lesen – und Post vom Anwalt schlicht zu ignorieren. „Da kann einem nichts passieren“, sagt Verbraucherschützer Braunmühl. „Bei einer solchen Art der Täuschung kommt nämlich überhaupt kein Vertrag zustande.“
Quelle: www.sueddeutsche.de/,cm4/computer/artikel/112/90022/ |
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siggi_siggi_siggi Pathfinder
Anmeldungsdatum: 15.11.2003 Beiträge: 409 Wohnort: Autonome Republik Krim
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Verfasst am: 1.Nov 2006 17:38 Titel: |
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Na, wenn denn kein Vertrag zu Stande kommt, dann kann man ja die Betrüger auch ein wenig ärgen. Da habe ich mich gleich einmal bei beiden Seiten angemeldet. Da bin ich ja mal gespannt, ob die so gut sind, über die ukrainische IP Adresse an eine Adresse heranzukommen...
Gruß
Siggi |
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tomas_hh Specialist
Anmeldungsdatum: 08.10.2005 Beiträge: 201 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 2.Nov 2006 9:19 Titel: |
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| siggi_siggi_siggi hat folgendes geschrieben:: |
| ...kann man ja die Betrüger auch ein wenig ärgen. Da habe ich mich gleich einmal bei beiden Seiten angemeldet. |
Meine Rede.
Allerdings ist der Umweg über Anonymisierungsproxys gar nicht erforderlich.
Sollen die doch meine IP loggen. Wer dahinter steht, wird von deutschen Providern nur auf gerichtliche Anordnung herausgegeben (Datenschutz).
Ich melde mich häufiger mal bei solchen Seiten an und bestelle auch schon mal mit einer frei erfundenen Kreditkartennummer bei Spammern. Name und Anschrift sind fast richtig (die Post findet mich), meine Prepaid-Handynummer stimmt sogar und Emailadressen gibt es überall kostenlos und anonym.
Bei den Betrügerseiten war nach der letzen außergerichtlichen Mahnung tatsächlich Ruhe, auch Inkassobüros oder Anwälte haben sich nie auf eine Klage eingelassen.
Wegen der nicht funktionierenden Kreditkarte haben schon Spammer aus Indien (+91...) und aus dem Reich des Bösen (+7...) auf meinem Handy angerufen. Ich habe dann versucht, das Gespräch etwas auszudehnen (10-15 Minuten) - treibt die Kosten der Spammer hoch...
Bisher habe ich schon Software aus der Schweiz und Pillen aus Indien erhalten...
Motto: Bei den Abzockern Sand ins Getriebe streuen |
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