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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5415
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Verfasst am: 30.Aug 2006 8:05 Titel: Köln - Betrüger für lange Zeit hinter Gittern! |
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Troisdorf - 121 Prozesstage, elf Aktenbände und mehr als 3000 Seiten Verhandlungsprotokoll - nach fast zwei Jahren ging jetzt vor dem Bonner Landgericht das Verfahren gegen den 55 Jahre alten Klaus-Dieter S. aus Troisdorf mit einem Paukenschlag zu Ende: Neun Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung, so lautet das von der Wirtschaftsstrafkammer verhängte Urteil.
Die Liste der zwischen 1995 und 2001 begangenen Straftaten ist lang: Neben 17 Betrugs- und zwei Untreue-Fällen machte sich der Angeklagte der Anstiftung zur Untreue, der Unterschlagung, der versuchten Erpressung, des Diebstahls und der falschen Versicherung an Eides statt schuldig. In Troisdorf trieb S. 1998 das familieneigene Fliesengeschäft absichtlich in den Ruin, nachdem er das Firmenkapital ins Privatvermögen umgeschichtet hatte. Der Schaden allein in diesem Fall beläuft sich auf rund 400 000 Euro. So sind etwa die in ganz Europa bestellten, hochwertigen Fliesen nicht bezahlt, dafür allerdings auf Seite geschafft worden. Richter Hinrich de Vries sprach von einer „systematischen Ausplünderung der Firma“.
Gefälschte Verträge
Sein Unwesen trieb der ehemalige Fremdenlegionär und Tanzlehrer jedoch nicht nur im Rhein-Sieg-Kreis. In seiner zweiten Heimat Spanien zog der Beschuldigte an Grundstücken und Immobilien interessierte Deutsche, Schweizer und Belgier gnadenlos über den Tisch. An der Costa Blanca trat der Angeklagte als Rechtsanwalt Dr. Ventana auf und erwarb sich zunächst das Vertrauen seiner Kunden.
So auch im Fall eines Schweizer Ehepaars, das sich eine Finca zum Lebensmittelpunkt umbauen wollte. Nachdem der Handwerker das Anwesen fast vollständig renoviert hatte, stand das Ehepaar plötzlich vor verschlossenen Türen. Über gefälschte Verträge hatte sich S. die Finca unter den Nagel gerissen - samt der Baugeräte des Schweizers, dem Inventar und einem Pferd der Geschädigten. Übrig blieben dem Ehepaar nur ihre zwei Hunde und ein VW-Bus.
Mit seinen kriminellen Machenschaften brachte der Troisdorfer mehrere Eheleute und Familien, die in Spanien einen Neuanfang wagen wollten, um ihr gesamtes Hab und Gut. Die von Klaus-Dieter S. meist auf spanisch formulierten Verträge enthielten so hinterhältige Klauseln, dass einige der Geschädigten am Ende sogar gegenseitige Ansprüche hatten. Der Kammervorsitzende de Vries verurteilte das skrupellose Vorgehen des Beschuldigten aufs Schärfste: „Er hat versucht, den Opfern die Existenzgrundlage zu nehmen.“ Dabei habe der Betrüger als Kopf einer Bande agiert, die vor allem aus Familienmitgliedern bestand und einen Schaden von mehreren Millionen Euro verursachte.
Während die Verfahren gegen seine Tochter und einen Mittäter bereits laufen, sind die Ehefrau und der Stiefsohn des Verurteilten weiterhin auf der Flucht. Als Schutz für die Allgemeinheit ordnete das Gericht eine Sicherungsverwahrung an. Klaus-Dieter S. darf somit nicht nach neun Jahren in die Freiheit entlassen werden. |
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