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Anmeldungsdatum: 18.01.2006 Beiträge: 3321
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Verfasst am: 30.Nov 2006 18:49 Titel: Kredit - auch in dreistelliger Millionenhöhe? |
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Vorbestrafter Millionenbetrüger erneut vor Gericht
Drei Männer aus Aachen, Berlin und Göttingen sollen bundesweit rund 30 Privatpersonen und Firmen um insgesamt 4,6 Millionen Euro betrogen haben. Das Trio muss sich seit Montag vor dem Landgericht verantworten.
Ein Kredit gefällig, wenn gewünscht auch in dreistelliger Millionenhöhe? Oder Interesse an einer risikolosen Geldanlage, die zwölf Prozent Rendite bringt? Für Ulrich H. und Holger S. schien das kein Problem zu sein. Gegen Provision und Bearbeitungsgebühren - oder klangvoller: Service Charges - versprachen sie ihrer Kundschaft laut Anklage das Blaue vom Finanzhimmel. Die Kredite wurden nie ausbezahlt, die Anlagegelder verschwanden, die Provisionen in Höhe von 4,6 Millionen Euro sind weg. Der dritte Angeklagte soll sich lediglich der Beihilfe schuldig gemacht haben.
Bereits 1998 hatte Holger S. eine Firma mit klingendem Namen in den USA gegründet, die nicht mehr gewesen sein soll als ein Briefkasten. Es folgten weitere "Unternehmen" unter anderem auf den Cayman-Inseln und in London. Die Londoner Firma wurde 2002 von Ulrich H. übernommen. Tatsächlich saßen die "Herren" in Marbella, wohin ihre Geschäftspost von einer Spezialfirma weitergeleitet wurde. Und Geschäftspost hatten die Finanzjongleure gerade genug zu bearbeiten.
Denn quer durch die Republik köderten sie Privatpersonen und Firmen, die dringend ein Darlehen benötigten. Eine Mineralquellenfirma aus dem Allgäu brauchte für ihre Expansion einen Kredit von 36 Millionen Euro, ein Erfurter wollte eine Tankstelle eröffnen - 8,2 Millionen Euro, ein Ehepaar aus Bayern wollte eine Lagerhalle für 5,2 Millionen Euro bauen. Ulrich H. und Holger S. standen bereit. Sie hätten entweder einen anonymen Finanzier oder ein britisches Finanzierungskonsortium im Hintergrund und könnten das Geld besorgen. Gegen Provision. Etwa 30 Interessenten bissen an, bezahlten die Gebühren und ließen sich, weil der Kredit auf sich warten ließ, zu Zwischenfinanzierungen überreden. Geld sahen sie keines.
Selbst ein Flughafenprojekt in Prag mit einem gewünschten Darlehen von 450 Millionen Euro war den Männern nicht zu groß. Dieser Kunde sprang jedoch ab, ehe er Provisionen bezahlt hatte.
Im aktuellen Fall scheint Ulrich H. der Spiritus Rector gewesen zu sein. Ansonsten ist Holger S. die weitaus schillerndere Person. Der 41-Jährige war von Zielfahndern im Februar dieses Jahres auf dem Amsterdamer Flughafen gestellt worden. Der Mann hatte ein Ticket nach Panama in der Tasche. Der Kaufmann, der gern Autos der Marken Ferrari, Mercedes oder auch Maybach fuhr, war erst im September 2003 vom Landgericht Göttingen zu vier Jahren und vier Monaten Haft wegen ähnlicher Betrügereien verurteilt worden. Der Prozess wird fortgesetzt.
Quelle: Sindelfinger - Böblinger Zeitung - GEORGE STAVRAKIS |
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