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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6461
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Verfasst am: 27.Okt 2006 10:35 Titel: Nici-Gründer droht mehrjährige Haftstrafe |
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Knapp ein halbes Jahr nachdem der Hersteller des WM-Maskottchens "Goleo" Insolvenz anmelden musste, will die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen den Gründer der Firma erheben. Der Vorwurf lautet auf schweren Betrug.
In Zusammenhang mit der Pleite des Plüschtierherstellers Nici im Mai stehen die strafrechtlichen Ermittlungen vor dem Abschluss. Bereits im November wird die Staatsanwaltschaft Hof nach Informationen der Süddeutschen Zeitung Anklage gegen den Nici-Gründer und langjährigen Vorstandschef Ottmar Pfaff erheben.
Der leitende Hofer Oberstaatsanwalt Gerhard Schmitt sagte der SZ, dass ,,mit einer Anklage bereits in Kürze zu rechnen‘‘ sei. In einer entscheidenden Phase befinden sich auch die Verkaufsgespräche mit dem Ziel, den Fortbestand der insolventen Nici AG zu erreichen.
Die Staatsanwaltschaft in Hof wirft Pfaff schweren Betrug vor, im Falle einer Verurteilung durch das Gericht droht dem Firmengründer eine mehrjährige Haftstrafe.
Nach den Erkenntnissen der Ermittler hat Pfaff seit dem Jahr 2000 systematisch die Bilanzen des Plüschtier- und Geschenkartikelherstellers gefälscht, in dem er Geschäfte frei erfunden und als Luftbuchungen in die Bilanz eingearbeitet hat, um den Umsatz der Nici AG künstlich nach oben zu treiben.
Wegen Fluchtgefahr sitzt Pfaff seit Mitte Mai dieses Jahres in Untersuchungshaft. Er räume die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ein, sagte Schmitt. Die Ermittlungen gegen weitere mögliche Tatbeteiligte dauern noch an.
Die Hofer Strafverfolger mussten sich in den vergangenen Monaten durch riesige Aktenberge arbeiten, um das ausgeklügelte Betrugssystem im Einzelnen nachzuvollziehen.
Pfaff soll Fantasie-Rechnungen über Scheinverkäufe von tatsächlich nie gelieferter Ware ausgestellt und diese meist an so genannte Factoring-Gesellschaften abgetreten haben. Diese zahlten den entsprechenden Rechnungsbetrag, abzüglich ihrer Provisionen, an Pfaff aus. Insgesamt soll der Ex-Vorstandschef auf diese Weise mindestens 40,5 Millionen Euro ergaunert haben.
Ein Großteil des Geldes floss wieder in das Unternehmen, das sowohl von der Mitarbeiterzahl, als auch von den Räumlichkeiten und der Ausstattung her weit überdimensioniert war.
Die Manipulationen waren im Mai aufgeflogen, als Nici enorm in die finanzielle Klemme geraten war und Insolvenzantrag stellen musste.
Zunächst wurden dafür das flaue Geschäft mit dem zottelig-hosenlosen WM-Maskottchen ,,Goleo‘‘ und die hohen Fifa-Lizenzgebühren in diesem Zusammenhang als Ursachen genannt. Dies erwies sich jedoch bald als falsch.
(SZ) |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6461
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Verfasst am: 27.Jun 2007 6:37 Titel: |
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Der wegen Betrugs, Untreue und Bilanzfälschungen angeklagte Gründer des Plüschtier-Herstellers Nici, Ottmar Pfaff, hat zum Prozessauftakt ein umfassendes Geständnis abgelegt. Als Grund für sein Handeln gab er nicht erfüllte Unternehmensziele an. Doch nicht nur das.
„Die Anklageschrift erkenne ich in vollem Umfang an“, sagte der frühere Inhaber und Chef des oberfränkischen Unternehmens am Dienstag vor dem Landgericht Hof. Allein im Jahr 2006 soll der 58-Jährige 33,5 Mill. Euro bei Banken und Spezialfirmen erschlichen haben, indem er fingierte offene Rechnungen in Höhe von rund 40 Mill. Euro an diese verkaufte.
Die Kosten für diesen Forderungsverkauf an so genannte Factoring- Gesellschaften wurden mit neuen Scheinrechnungen beglichen. „Es war eine Art Schneeball-System“, sagte Pfaff. „Aus so einem System kommt man nicht mehr raus.“ Pfaff entschuldigte sich bei seiner Familie, seinen Geschäftspartnern und Mitarbeitern.
Schon in den Jahren 2003 bis 2005 operierte Pfaff mit falschen Zahlen. Laut Anklage wurden für diese drei Geschäftsjahre zusammen ein Umsatz von rund 260 Mill. Euro ausgewiesen, tatsächlich wurden aber nur rund 200 Mill. Euro erwirtschaftet. Damit die Schein-Umsätze nicht auffielen, habe er auch Materialrechnungen fingiert.
Sein Handeln begründete Pfaff mit nicht erfüllten Unternehmenszielen. Vor allem beim US-Geschäft seien die Umsatzerwartungen nicht erreicht worden. Auch die Verkaufszahlen für das WM-Maskottchen Goleo seien unter den Erwartungen geblieben. Er habe immer wieder versucht, dass Ruder herumzureißen. Er habe es aber nicht fertig gebracht, sich von seinen Mitarbeitern zu trennen, sagte Pfaff.
Dass das „Schneeball-System“ aufflog, gehe auf Pfaffs Initiative zurück. Bei einem Gespräch mit Wirtschaftsprüfern am 3. Mai 2006 über den Jahresabschluss 2005 sei ihm schließlich die Situation klar geworden. Deshalb habe er am nächsten Morgen gleich Vorstand und Aufsichtsrat über die Situation informiert. Rund zwei Wochen später stellte die Nici AG Insolvenzantrag. Kurz darauf wurde Pfaff festgenommen. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Für den Prozess sind zunächst drei Verhandlungstage angesetzt. Voraussichtlich am Donnerstag wird das Urteil verkündet.
Quelle: HB |
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poldibaer Insider
Anmeldungsdatum: 12.05.2005 Beiträge: 856 Wohnort: irgendwo in Franken
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Verfasst am: 28.Jun 2007 5:29 Titel: |
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Urteil: 6,5 Jahre für Herrn Pfaff
Gruß
der poldibaer |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6461
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Verfasst am: 28.Jun 2007 14:45 Titel: |
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Das Landgericht Hof verurteilte den 58-Jährigen wegen Betrugs in zehn Fällen und Bilanzfälschung. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.
Der Vorsitzende Richter Wolfgang Schiener sprach in seiner Urteilsbegründung von einem erheblichen Schaden. Pfaff habe bei seinen Tricksereien vorsätzlich und über einen langen Zeitraum hinweg gehandelt.
Dabei sei seine Haupttriebfeder aber nicht, wie von ihm selbst vorgebracht, sein Mitgefühl für die Mitarbeiter gewesen, sondern der eigene Vorteil. Er habe sich selbst bereichert und sich und seine Familie durch ein hohes Managergehalt und Dividendenausschüttungen fürstlich versorgt.
Pfaff hatte zum Prozessauftakt am Dienstag gestanden, mindestens von 2003 an durch Luftbuchungen die Bilanzen seines Unternehmens geschönt und mit Scheingeschäften Zwischenfinanzierer und Banken wie die Commerzbank und die Postbank um insgesamt 33 Millionen Euro betrogen zu haben.
Damit habe er die finanzielle Schieflage seiner Firma vertuschen und Entlassungen vermeiden wollen. Mit seinem Strafmaß lag die Kammer wischen dem Antrag der Staatsanwaltschaft von siebeneinhalb Jahren und der Verteidigung von fünf Jahren und drei Monaten.
Staatsanwalt Siegbert Übelmesser hatte für eine harte Bestrafung plädiert, da Pfaff über Jahre eine "erhebliche kriminelle Energie" an den Tag gelegt habe und dabei einen immensen Schaden verursacht habe.
Pfaffs Verteidiger hatten dagegen an das Gericht appelliert, bei der Urteilsfindung die Persönlichkeit des 58-Jährigen zu berücksichtigen. Er habe in seiner Belegschaft seine zweite Familie gesehen und es nicht übers Herz gebracht, trotz der finanziellen Schieflage Personal zu entlassen.
Als konfliktscheuer Mensch habe er an seinen "aberwitzigen Manipulationen“ festgehalten und seine Hoffnungen auf den dann doch nicht eingetretenen Verkaufserfolg des WM-Maskottchens Goleo gesetzt.
In seinem Schlusswort entschuldigte sich Pfaff nochmals bei seiner Familie und allen Betroffenen. Er sei sich seiner Schuld bewusst und erwarte eine hohe Strafe.
Quelle: SZ |
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