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GoMoPa .

Anmeldungsdatum: 25.01.2002 Beiträge: 2319
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Verfasst am: 9.Okt 2006 7:37 Titel: Online-Betrüger in Rekordzeit verurteilt |
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Die Tsunami-Katastrophe, die Weihnachten 2004 den Indischen Ozean heimsuchte hat die wohl größte Spenden- und Hilfsaktion der Welt ausgelöst. Und wie nicht anders zu erwarten, witterten findige Betrüger schnell die Chance, sich an dieser Hilfsbereitschaft zu bereichern. Das haben sie auch in Bonn versucht und sich dabei eine blutige Nase geholt, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Auf einer Internet-Seite mit de-Domain wurde damals zu Spenden aufgerufen. Ein professionelles Lay-out ließ sie ebenso vermissen, wie zufrieden stellende Auskünfte darüber, wie mit den Spenden verfahren werden soll. Peter Linden, kommissarischer Dienststellenleiter des Kriminalkommissariats 1 und Sachbearbeiter Internetkriminalität der Bonner Polizei, nahm die Ermittlungen auf. Domain-Inhaber war ein Bonner, der sich ahnungslos gab und auf einen Bekannten zeigte, der sich ohne sein Wissen an seinen Internet- und Kontodaten bedient habe.
Die Bonner Polizei ging mehr als 600 E-Mails nach, die mit dem Ziel der Spendenerschleichung versandt worden waren. 360 dieser Mails hatten eine Anklage wegen versuchten Spendenbetrugs zur Folge, der Haupttäter wurde mit zweieinhalb Jahren Gefängnis bestraft. Von Bekanntwerden des Betrugs bis zur Urteilsverkündung vergingen dreieinhalb Wochen - ein Rekord, der sich noch heute großer Beachtung erfreut. Damals habe alles gepasst, erinnert sich Linden und lobt insbesondere die effektive Zusammenarbeit mit der Bonner Staatsanwaltschaft. Auch die Kooperation mit dem Provider (Internet-Dienstleister), über dessen Aufzeichnungen der Mail-Absender ausfindig gemacht wurde, sei erfreulich unkompliziert vonstatten gegangen.
Das ist nicht immer so. Linden beklagt eine mehrdeutige Rechtsprechung und widersprüchliche Gerichtsbeschlüsse, die häufig die Ermittlungen erschwerten. Mit Zuversicht blickt er der Aufklärung eines aktuellen Falles entgegen, bei dem 40 Geschädigte auf Rückzahlung von insgesamt 7500 Euro hoffen. Ein noch flüchtiger Täter hatte sich in Besitz der Personal- und Bankdaten eines Bonner Betäubungsmittelkonsumenten gebracht, mit denen er über die Internet-Auktionsplattform „ebay“ hochwertige Elektronik-Artikel anbot. Die Absicht, diese auch zu liefern, hatte er nicht. Die Hinweise auf den Haupttäter sind mittlerweile so vielversprechend, dass Linden fest damit rechnet, ihn bald persönlich kennen zu lernen.
Das Online-Auktionshaus „ebay“ mit rund 22 Millionen Nutzern ist längst zum Tummelplatz für Betrüger geworden. Auktions-Betrügereien bestimmen längst mehr als 90 Prozent des Tagesgeschäfts von Linden und seinen Kollegen Heinrich Hüppe und Theo Welter. Dafür machen sie nicht allein die aus ihrer Sicht zu lasche Bonitätsprüfung neuer Mitglieder verantwortlich. Auch der Identitätsklau werde den Betrügern zu leicht gemacht.
Gegen die Ermittler arbeitet der Zeitfaktor. Je älter die ermittlungsrelevanten Daten, wie IP-Adressen - das Internet Protokoll (IP) vergibt für jeden an ein IP-Netzwerk angeschlossenen Rechner eine eindeutige Adresse -, desto schwieriger sei die Rückverfolgung zu den Tätern. Viele davon operierten zudem vom Ausland aus, was eine Verfolgung zusätzlich erschwere. Mit Sorge betrachtet Peter Linden entsprechende Aktivitäten aus Osteuropa. Die Auseinandersetzung zwischen Betrügern und Ermittlern bleibe stets ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Und so wird die Mannschaft aus der Polizei-Inspektion Mitte weiter digitale Spuren im World-Wide-Web verfolgen oder nächtens auch schon mal ein Internet-Café observieren, um einen Täter auf frischer Tat zu ertappen.
Quelle: Kölner Stadtanzeiger |
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