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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5913
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Verfasst am: 30.Aug 2007 20:41 Titel: Schließen Sie niemals Verträge bei Finanzberatern ab, die .. |
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Auch schon mal erlebt? Das Telefon läutet und eine freundliche Stimme meldet sich: „Wir führen gerade eine Umfrage zum Thema Steuern sparen durch. Sicherlich ist das auch für Sie interessant, denn Sie sind doch bestimmt auch der Auffassung, dass Sie viel zu viel Steuern zahlen. Wir haben da ein interessantes Angebot und würden gern einen Termin vereinbaren ...“
Wer darauf eingeht, lädt in der Regel kein Umfrageinstitut zu sich nach Hause ein, sondern mit allen Wassern gewaschene Vertriebsprofis von Finanzprodukten.
Was ist ein „Finanzberater“?
Die Bezeichnung „Finanzberater“, manchmal garniert mit dem Zusatz „unabhängig“, ist klangvoll. Sie verspricht das, woran es vielen mangelt: eine fundierte, allein am Wohl des Kunden orientierte Beratung in finanziellen Dingen. Nicht selten kommt dabei aber nur heiße Luft heraus, nach dem Motto: Verkauft wird das, was die höchste Provision bringt. Unglaublich, aber wahr: Jeder, der ein entsprechendes Gewerbe anmeldet, kann klangvolle Berufsbezeichnungen auf seine Visitenkarte drucken. Dies setzt keine besondere Ausbildung oder Qualifikation voraus. Wer glaubt, hinter einem „Finanzberater“, „Vermögensoptimierer“ oder „Geldfachmann“ stecke immer ein kluger Kopf, begeht einen großen Fehler.
Wie stellt ein unseriöser Finanzberater den Kontakt her?
Die erste Kontaktaufnahme erfolgt häufig ohne vorherige Ankündigung über das Telefon oder an der Haustür. Auch unaufgeforderte Angebote per E-Mail werden immer beliebter. Die Kontaktaufnahme ohne vorherige Zustimmung ist aber gesetzlich untersagt. Da eine Missachtung des Verbots jedoch kaum verfolgt wird, lassen sich unseriöse Finanzberater davon nicht abschrecken.
Seriöse Anbieter verzichten auf unverlangte Telefonate. Diese rufen Sie nur dann an, wenn vorher schon vertragliche Beziehungen bestehen.
Checkliste: Woran erkennt man unseriöse Finanzberater?
* Der telefonische Erstkontakt erfolgt ohne eine Aufforderung durch den Kunden.
* Als „Lockvogel“ werden Begriffe wie „Altersvorsorge optimieren“, „Steuern sparen“ oder „risikolos“ verwendet.
* Fragen des Kunden werden oft mit Gegenfragen beantwortet, und es wird moralischer Druck ausgeübt („Sehe ich so aus, als würde ich lügen?“).
* Die „Freundschaftsmasche“ soll Vertrauen schaffen, etwa so: „Ihr Arbeitskollege/Sport- kamerad hat mir empfohlen, Sie zu fragen, ob Sie nicht auch monatlich viel Geld sparen möchten.“
* Hohe Renditen ohne Risiko werden versprochen. Aber: Je höher die Rendite, desto größer das Risiko!
* Über Sicherheit, Rendite und Laufzeit der Angebote werden lediglich mündliche Zusagen gemacht. Achtung: Bei Nichteintreten dieser Versprechen gibt es Beweisprobleme. Deshalb Versprechen immer schriftlich zusichern lassen!
* Bereits vorhandene Geldanlagen werden schlecht gemacht, und es wird zu deren Kündigung aufgefordert.
* Die erheblichen Kosten für Vertrieb, Prospekterstellung, Verwaltung und die Vermittlung von Bankkrediten werden verschwiegen. Achtung: Nie damit abwimmeln lassen, das stehe alles im Prospekt.
* Es wird auf schnelle Vertragsunterzeichnung gedrängt. Aber: Geldanlageprodukte gibt es wie Sand am Meer. Eile ist nicht geboten!
Wie verdient der Finanzberater sein Geld?
Auf Kosten des Kunden! Die meisten „Finanzberater“ arbeiten als selbstständige Handelsvertreter auf Provisionsbasis. Je mehr und je teurere Produkte verkauft werden, desto heller klingelt die Kasse.
Ob das Produkt zum Kunden passt, ist dabei nicht entscheidend. Nicht selten wird das Gespräch ohnehin nur gezielt auf ein einziges Angebot hin gelenkt. Im Mittelpunkt für den „Berater“ steht der schnelle Abschluss eines Vertrags. Denn Zeit ist Geld.
Gibt es seriöse Finanzberater?
Ja, typische Merkmale sind, dass ...
* sie dem Kunden genug Zeit geben, die Unterlagen zu einer Geldanlage genau zu studieren, und empfehlen, dazu eine zweite Meinung einzuholen, z.B. bei einer Verbraucherzentrale oder einem Steuerberater;
* sie kein Problem damit haben, die wichtigen Fakten schriftlich zu bestätigen und auszuhändigen;
* sie ausdrücklich erklären, dass der Vertrag innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden kann, wenn nach Vertragsabschluss Zweifel an der Entscheidung aufkommen.
Wichtig für Sie!
Schließen Sie niemals Verträge bei Finanzberatern ab, die ...
* ohne vorherige Vereinbarung Kontakt aufnehmen und über Gelddinge sprechen wollen;
* mit der „Freundschaftsmasche“ kommen und auf einen eiligen Abschluss drängen;
* hohe Renditen ohne Risiko und jederzeitige Ausstiegsmöglichkeit versprechen;
* lediglich mündliche Zusagen machen.
Der beste Schutz gegen solche Finanzhaie: Legen Sie einfach den Hörer auf die Gabel!
Quelle: vbzs |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5913
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Verfasst am: 31.Aug 2007 18:02 Titel: |
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Der Moderator erhielt Post von einem Leser und bedankt sich für das Einverständnis des Verfassers zur Veröffentlichung.
| Zitat: |
Sehr geehrter Moderator,
o.g. Artikel ist sehr polemisch. Nachdem dieser Artikel aus einer externen Quelle übernommen wurde (Quelle: vbzs) kann man Ihnen über den Inhalt keinen Vorwurf machen. Im Rahmen einer redaktionellen Verpflichtung Ihren Lesern gegenüber sollten jedoch Anmerkungen dazu gemacht werden.
Bsp. 1.:
Falsche Aussage: "Unglaublich, aber wahr: Jeder, der ein entsprechendes Gewerbe anmeldet, kann klangvolle Berufsbezeichnungen auf seine Visitenkarte drucken. Dies setzt keine besondere Ausbildung oder Qualifikation voraus"
Richtig: Seit 22.5.2007 benötigt ein Berater zum Verkauf von Versicherungen neben der Gewerbeanmeldung auch einen Sachkundenachweis, z.B.
- Sachkundeprüfung gemäß §34d Abs 2 Nr 4 GewO oder
- eine gleichgestellte Berufsqualifikation gemäß §§ 4, 19 VersVermV oder
- eine Befreiung von der Sachkundeprüfung gemäß § 1 Abs. 4 VersVermV ("alte Hasen" Regelung) oder
- Delegation des Sachkundenachweises auf vertretungsberechtigte Aufsichtspersonen gemäß § 34d Abs. 2 Nr. 4 GewO
Gleichzeitig ist der Berater verpflichtet, sich in das neu geschaffene Versicherungsvermittlerregister aufnehmen zu lassen.
Insgesamt sind für o.g. Genehmigungen umfangreiche Behördliche Nachweise über die Solidität des Beraters erforderlich.
Bsp. 2.:
"Seriöse Anbieter verzichten auf unverlangte Telefonate. Diese rufen Sie nur dann an, wenn vorher schon vertragliche Beziehungen bestehen."
Diese Einschätzung ist etwas realitätsfremd. Auch der postulierte "seriöse" Berater ist von Neuabschlüssen abhängig. Ansonsten müsste er "verhungern" und seine Kunden hätten dann keinen Berater mehr. Will heißen, jeder fängt erst einmal klein an, bis er aus seinem Kundenkreis über Empfehlungen weiter "getragen" wird. Nachdem ja keine vertraglichen Beziehungen bestehen wäre jeder Neueinsteiger unseriös. Dem ist jedoch nicht so. Es gibt sehr gut ausgebildete unabhängige Fachleute, die Ihre Vorteile durch Direkt Marketing ins Gespräch bringen.
Ihrer Aussage nach währe der "Unternehmensabhängige Produktverkäufer" mit eigener Generalagentur (oder Hausbank) seriös. Dieser sitzt in seiner Niederlassung und wartet auf seine Kunden (am Rande bemerkt, auch hier ist "Cold Calling" durchaus üblich). Nur ist es seriös dem Kunden gegenüber Produkte zu vermitteln die nur von einer Gesellschaft stammen?
Es erfolgen hier durchaus Vermittlungen von Produkten mit dem Wissen, dass es beim Wettbewerb bessere Qualität zu günstigeren Konditionen gibt. Da dieser Vermittler jedoch auch Leben muß, werden hier die Kunden teilweise mit unpassenden Produkten eingedeckt.
Um genau das zu vermeiden gibt es die o.g. neu Vermittlerrichtlinie. Neben den Zulassungsbestimmungen muß jeder Berater vor dem ersten Gespräch, unaufgefordert und schriftlich dem Kunden seine persönliche Adresse kundtun. Er muß nachweisen mit welchen Gesellschaften er kooperiert. Darüber hinaus auch mögliche Beschwerdestellen angeben.
In Kenntnis dieser Verbesserung für die Kunden, hatte der Artikel vielleicht früher noch eine gewisse Relevanz, heute nicht mehr. Durch die heutige Transparenz kann jeder Kunde sich bereits im Vorfeld ein Bild machen ob er von diesem Berater Vorteile für sich erwarten kann. Ein Strukturvertrieb, ein Ausschließlichkeitsvertreter, etc. kann hier nachweislich keine optimale Beratung bieten, da er die Marktvielfalt nicht hat.
Das soll nicht gegen die Kompetenz dieser Berater sprechen. Nur wenn er wirklich seriös ist kann er nur die Produkte seines Unternehmens verkaufen, bei denen der Kunde wirklich Vorteile hat. Für die anderen Bedürfnisse seiner Kunden, müsste er diese zu seiner Konkurrenz schicken. In der Praxis dürfte das eher selten der Fall sein.
Fazit:
Ungebetene Anrufe können durchaus Vorteile bringen. Seriöse Berater halten sich an o.g. gesetzlich verpflichtende Nachweise. Sie geben gerne Auskunft über Ihre Produktpartner. Sie verkaufen beim ersten Gespräch i.d.R. keine Produkte sondern machen sich ein umfassendes Bild über die Bedürfnisse des Kunden, über seinen Finanzstatus und über sein Budget.
Wenn dann beim zweiten Gespräch, alle Vorstellungen des Kunden erfüllt werden, dies auch zum Budget passt und der Kunde Vertrauen zum Berater hat dann ist eine gute Entscheidungsgrundlage gegeben.
Die Praxis zeigt immer wieder, dass "eine Nacht drüber schlafen" nicht vor Fehlentscheidungen schützt. Der Bund der Versicherten warnt seit den 80'er Jahren vor dem Abschluß von Kapital-Lebens- bzw. Rentenversicherungen. Nur diese werden immer noch zu tausenden täglich abgeschlossen (Riester lässt grüßen). Es hilft einfach nicht einen Bekannten, der ebenfalls im gewissen Maß ein Laie ist, zu befragen. Aus zwei Laien wird kein Profi. Den Wettbewerb zu fragen hilft auch nicht viel, der wird auch was verkaufen wollen und seine Produkte anpreisen.
Wichtig ist, dass ein gesamtes Konzept schlüssig ist. Das auch in der Zukunft Rahmenbedingungen, Anlageentscheidung veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden können. Das der Berater auch in der Zukunft mit Rat und Tat zur Seite steht. Daraus entstehen zufrieden Kunden/Berater Bindungen, die entsprechend weiterempfohlen werden. Empfehlungen sind nicht unseriös wenn der Kunde diese Empfehlungen weiterreicht, sondern der Garant, dass der "Lieblingsberater" auch in Zukunft verdienen kann und damit dem Kunden zur Verfügung steht.
Artikel, wie der von Ihnen veröffentlichte, treffen evtl. auf die Strukkis zu, jedoch schmähen Sie Fachleute, die zwar gleiche Marketinginstrumente nutzen, jedoch auf ein fundiertes Fachwissen bauen.
Mit einer selektierteren Berichterstattung der Praxis, mit Ergänzung um die gültige Gesetzgebung tritt man den seriösen Beratern nicht auf die Füße und hilft den Verbrauchern. Und gerade das war Ihnen ja wichtig.
Mit freundlichen Grüßen,
Michael B.
Fachberater für Finanzdienstleistung (IHK)
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