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abusalam Specialist
Anmeldungsdatum: 28.04.2006 Beiträge: 61
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Verfasst am: 8.Feb 2007 12:27 Titel: Warnung vor chinesischer Wirtschaftsspionage |
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Bei den deutschen Sicherheitsbehörden häufen sich vermehrt aktuelle Hinweise auf Wirtschaftsspionage aus der Volksrepublik China, bei der es bevorzugt um das illegale Ausspähen von Know-how in Zusammenhang mit bestimmten Produkten gehen soll. In erster Linie soll dies durch elektronische Medien wie das Internet, z.B. über gezielte Hackerangriffe, geschehen. Vor allem sollen mittelständische Unternehmen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und weltweit betroffen sein. Die Hacker greifen hier in diesem Zusammenhang auf nicht näher spezifizierte Sicherheitslücken in Zusammenhang mit der Internet-Telefonie (VoIP) zurück, so die Warnung der Sicherheitsbehörden.
Weiterhin stelle auch der Einsatz von chinesischen Praktikanten in deutschen Unternehmen in diesem Zusammenhang ein potentielles Risiko dar. Meine eigenen Recherchen direkt vor Ort in China haben übrigens ergeben, dass das Aufkommen solcher Hackerangriffe und anderer Versuche der Ausspähung im letzten Halbjahr 2006 sogar noch verstärkt worden sind; der chinesische Markt ist danach allgemein "agressiver" geworden.
Ich habe in einem früheren Beitrag ("Frau Du") hier schon im Forum ausdrücklich darauf hingewiesen und möchte dies aus aktuellem Anlass eine entsprechende Warnung hier noch einmal wierderholen. |
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GoMo&Pa .

Anmeldungsdatum: 25.01.2002 Beiträge: 2182
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Verfasst am: 9.Feb 2007 8:45 Titel: |
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Verfassungsschutz warnt!
China verstärkt nach Informationen des Verfassungsschutzes die elektronische Spionage in deutschen Unternehmen. In letzter Zeit sollen verstärkt chinesische Hackerangriffe festgestellt worden sein. Aber auch andere westliche Staaten registrierten mehr und mehr Wirtschaftsspionage aus China und als besonders gefährdet gelten Mittelständler.
Vor allem Russland und China - zwei zentrale deutsche Handelspartner - betreiben Wirtschaftsspionage in Deutschland. Während die russischen Dienste noch primär mit klassischen Agenten arbeiten, sollen die Chinesen nach hauptsächlich auf dem elektronischen Sektor aktiv sein.
Von Industriespionage betroffen sind Unternehmen aller Branchen, die Hochtechnologie entwickeln oder vertreiben. Dies gilt ebenfalls für kleine und mittlere Firmen, die Spezialprodukte herstellen. Dabei seien in den vergangenen Monaten auch verstärkt Übergriffe aus China festzustellen. Während die großen Konzerne meist bereits eigene Sicherheitsabteilungen haben, bestehe im Mittelstand vielfach noch großer Handlungsbedarf. Dabei ist Sicherheit nicht nur der Wachschutz am Werktor, neben dem Schutz der IT-Systeme geht es auch um Verhaltensanweisungen für Mitarbeiter.
Ein Risiko ist zunehmend die verbreitete Internet-Telefonie. Hier potenzieren sich zwei Gefahren: Kommunikation an sich und das Internet. Der Verfassungsschutz hält zudem Praktikanten für eine mögliche Gefahrenquelle.
Nach Ansicht der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) in Köln tragen Markenpiraterie und Raubkopien in China auch zum großen Export-Erfolg der Volksrepublik bei. Immer mehr deutsche Unternehmen wollten inzwischen keine chinesischen Delegationen mehr empfangen, da "die Gefahr des Abkupferns zu groß ist. Die Tendenz zum Raubkopieren und zur Markenpiraterie in China ist ungebrochen. Daran hat auch eine Verschärfung der Gesetze in China nichts Grundsätzliches geändert.
Es gibt keine Zahlen zum Thema Produktpiraterie. Der chinesische Zoll solle eigentlich verhindern, dass die Plagiate das asiatische Land verlassen. Offenbar werden aber nur einige Stichproben gemacht.
Das Ende vom Lied: China wird den mehrfachen "Exportweltmeister" Deutschland voraussichtlich im kommenden Jahr überrunden - und wir schauen zu?! |
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Observatorium Specialist
Anmeldungsdatum: 06.10.2006 Beiträge: 136 Wohnort: Ostsee
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Verfasst am: 9.Feb 2007 10:40 Titel: Razzia |
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Von Ende September 2006 bis Januar 2007 durchsuchten chinesische Behörden das Internet und schlossen 205 Websites, begründet in Urheberrechtsverletzungen.
"Die Piraterie geistigen Eigentums im Internet schadet ernsthaft den Interessen der Urheberrechtsinhaber, weas zu einer großen Anzahl von Streitigkeiten geführt hat und daher die Ordnung im Internet zerstört", Yan Siaohong - stellvertretender Direktor der chinesischen Kopierschutzbehörde - Kommentar bei Journalisten in Peking. "Da sich das Internet so schnell entwickelt, wird es in China - wie auch anderswo, eine Zeit langbrauchen, das in den Griff zu bekommen", setzt er hinzu.
Geldbußen in Höhe von 705.000 Yang (70.061 Euro) lagen an, 71 Server wurden konfisziert und sechs Fälle an Gerichte verwiesen.
Im Gegensatz zu Deutschland oder Österreich sind die Provider in China für Inhalte von Websites verantwortlich. "Es weist nicht darauf hin, dass das Problem an der Wurzel gepackt wird", äußert Heinz Kordy (Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen - www.agnrw.de) und betont,
dass diese Bemühung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, da die
rechtliche Lage in China mehr Handlungsspielraum den Behörden übergibt, als in westlichen Industrieländern.
Viele chinesischen Provider kümmern die Pflichten nicht, wie es den Anschein hinterläßt. 436 Sites wurden dieses Mal durchleuchtet, 130 auf Veranlassung ausländischer Industrieverbände. Die 140 Mio. Usern genutzten 843.000 chinesischen Websites vertreten den weltweit zweitgrößten Internetmarkt.
Yan Siaohong wehrt die Schätzung ab, wie viele dieser Websites über illegal kopierte Inhalte verfügen oder diese verbreiten, lt. Reuters. (mm)
Quelle: Pressetext |
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GoMo&Pa .

Anmeldungsdatum: 25.01.2002 Beiträge: 2182
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Verfasst am: 11.Feb 2007 9:45 Titel: Chinesen versuchten, Linzer in die Falle zu locken |
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LINZ/PEKING. Immer häufiger versuchen chinesische Schein- Firmen österreichische Unternehmen aufs Glatteis zu führen. Im Fall eines Linzer Unternehmens mit filmreifem Drehbuch.
Nach etlichen Offerten und Geschäftskontakten mit der chinesischen Firma Henan Tongou Imp.&Expo.Co. Ltd. flog der Linzer Geschäftsführer H. (Name und Firma der Redaktion bekannt) nach Südchina, um den Vertrag über 2,2 Millionen Euro Teppichböden zu unterzeichnen. Beim Zusammentreffen im Büro von Henan Tongou äußerten die chinesischen Geschäftspartner den Wunsch nach "Geschenken" in Form von viermal tausend Euro und Luxusgütern.
Da Herr H. wusste, dass dies durchaus normal ist, ließ er sich zunächst darauf ein, musste dazu aber zur Bank, wo die Herren dann plötzlich 6000 Euro verlangten. Das weckte Misstrauen und Herr H. versprach, den Betrag via Österreich zu überweisen.
Anschließend musste der Geschäftsabschluss "mit aufgezwungenem Hochprozentigem" im Hotel gefeiert werden. Nicht lange, und der Hotel Manager übermittelte Herrn H. auf seinem privaten Mobiltelefon eine Warnung vor seinen "Geschäftspartnern" und ermöglichte ihm, auf sein Zimmer zu "entkommen", von wo die Betrüger nach vergeblichem Klopfen und Rufen schließlich abzogen. Mit Hilfe des Hotelmanagements gelang es Herrn H. - abermals durch Täuschungsmanöver, weil die "Geschäftspartner" seine Flugdaten kannten - das Land zu verlassen. Herr H. wird heute noch, einen Monat nach dieser einschüchternden Erfahrung, von den Chinesen "ständig per Telefon und Mail" kontaktiert, die die Erfüllung des Vertrags, vor allem der 4000 Euro einfordern.
Herr H. ist kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten versuchte eine große Zahl chinesischer Firmen aus der Provinz Henan, Yunnan und Shenzhen europäische Firmen mit viel versprechenden Vertragsentwürfen nach China zu locken, teilt die österreichische Handelsdelegation in China mit. Eine vertrauliche "Schwarze Liste" gebe im konkreten Fall Auskunft, ob Europäer mit betreffenden Unternehmen schlechte Erfahrungen gemacht haben. Die Firma Henan Tongou stand jedenfalls darauf. Herr H. rät: "Besser, sich vorher bei den Außenhandelsstellen erkundigen!" Von Seiten der chinesischen Behörden wird meist nicht viel unternommen.
Die üblen Tricks - Visa, Party oder Geld
Manche chinesische Manager versuchen unter Vorspiegelung falscher Geschäftsaussichten, ein Visum für den Schengen-Raum zu erhalten und tauchen dann einfach unter. Erfolgt ein (fingierter) Geschäftsabschluss, wird für tausende Euro auf Kosten der Ausländer kräftig gefeiert. Klassisch ist der Geldbetrug: Nicht-Bezahlen von Rechnungen etc.
(Quelle: WKO) |
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abusalam Specialist
Anmeldungsdatum: 28.04.2006 Beiträge: 61
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Verfasst am: 11.Feb 2007 12:25 Titel: Die Praxis wird es zeigen |
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Ich habe mit meinem ersten Eintrag diesen Thread zu diesem Thema begonnen, und alles, was andere User hierzu gepostet haben, läuft mehr oder weniger in die gleiche Richtung, was ich in dem Eingangsbeitrag relativ knapp und abstrakt beschrieben habe. Die anderen Beiträge untermauern dies nur und machen das noch ein wenig konkreter und für jeden hoffentlich besser nachvollziehbar....
Im Folgenden möchte ich nur kurz einige Faktoren nennen, die zu der beschriebenen "chinesischen Praxis" Anlass geben:
1. Handfeste wirtschaftliche Interessen (die neben den Chinesen auch andere haben mögen);
2. die besondere innere Situation Chinas, die es zu einem sof. "Schwellenland" werden lässt und die schon beschriebene Tendenz
daher eigentlich nur noch forciert;
3. da das Individuum in der alten und auch heutigen chinesischen Kultur (im Gegensatz zum Westen) keine besondere Wertschätzung genießt und sich die Interessen des Individuums eigentlich immer absolut den Interessen einer herrschenden Gruppe (Clan, Arbeits/Wirtschaftseinheit (sog. danwei), ganz oben in der Skala dem Staat bzw. Partei) unterzuordnen hat, sind Dinge wie Menschenrechte, Einhaltung des Urheberrechts (=Schutz der individuellen Urheberbelange des Autors, Patentinhabers usw.) dort reine Fremdworte - die Produktpiraterie dort ist erschreckend; an fast jeder Straßenecke kann man z.B. illegal hergestellte Microsoft-Software wie Windows XP (chines. oder engl.), MS Office (chines./engl.) für ein paar Euro-Cent (3 Yuan RMB = 0,30 Eurocent) erwerben - nicht etwas im Schwarzhandel, sondern ganz offen und legal in irgendwelchen Geschäften - selbst in der tiefsten Provinz!
4. Der demographische Faktor einer immer noch wachsenden Bevölkerung, wonach es einen großen Anteil an Jungen (21-30) im studier- und berufsfähigen Alter mit guten Internet- und sonstigen softwaretechnischen Kenntnissen gibt, die geradezu für das Hacken prädestiniert sind.
Unsere westlichen gesellschaften, wo der Anteil der Jungen tendenziell zurückgeht, werden in 10-15 Jahren ganz schön "alt" aussehen, denn der Zenith dieser Entwicklung ist wohl noch nicht erreicht, und wenn das so weiterght, werden unsere westlichen Wirtschaftssysteme gerade durch solche Machenschaften in ein paar Jahrzehnten überrundet werden, wenn wir hier unsere Schularbeiten zwecks einer wirksamen Abwehr nicht machen! Deutsche Behäbigkeit können wir uns in Wirtschaft und Politik nicht mehr leisten angesichts dieser drohenden "Weiterentwicklung". Noch was zum Schluss: In China habe ich seit 2003 vermehrt private Schulträger kennegelernt, die in einem unheilvollen Gemisch von Korruption (Bestechung relevanter staatlicher Stellen) vermehrt junge Leute zwischen 18-21 gezielt für einen späteren Auslandseinsatz im Westen ausbilden, vor allem sprachlich - diese werden dann in die westlichen Länder regelrecht eingeschleust - legal und auch illegal. Und das sind dann modern und gut ausgebildete Leute und keine sozialen Nichtse, die normalerweise über die hier schon bekannten Schleuserbanden nach dem bekannten Muster eingeschleust werden - nein, dies ist eine ganz neue Variante von Schleuserei, die in China sogar inoffiziell von staatlicherseits abgesegnet sein mag (?) - die modernere, effektivere Variante der der chinesische Mafia (Triaden) lässt grüßen!
Vielleicht werde ich zu diesem Punkt der modernen Triaden und einigen anderen "heißen" Themen (z.B. markante Mängel in der chinesischen, eigentlichen total gewollten Staatsüberwachung) einen eigenen Thread hier erröffnen. Mal sehen, will ja niemand langweilen hier..... |
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Observatorium Specialist
Anmeldungsdatum: 06.10.2006 Beiträge: 136 Wohnort: Ostsee
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Verfasst am: 11.Feb 2007 21:56 Titel: |
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Gut beschrieben und bestens erkannt! War/ist mir ein geläufiges Gebiet, aber allgemein - abgesehen von bereits Geschädigten, in der Praxis - ein unterschätztes Gebiet.
Wird nicht nur in Europa praktiziert, USA ist ein weiteres Anlaufgebiet. Zudem gibt es bereits "zu viel Studierte" in/für China, Tendenz weiterhin steigend. Sie werden von Klein an getrimmt. Ein Punkt wird jedoch, in der Art der Ausbildung, übersehen. |
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Observatorium Specialist
Anmeldungsdatum: 06.10.2006 Beiträge: 136 Wohnort: Ostsee
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Verfasst am: 11.Feb 2007 22:04 Titel: |
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Anhängsel:
Es gibt sogar Warnungen, in Geschäftskreisen, vor Praktikanten aus China.
Die Ausnahmen der Regel sind trotzdem gültig.
Der gewisse "Punkt" bezog sich auf die Ausbildungweise; d.h. abseits den Mängeln im Netz des benannten Staat-Systems. |
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abusalam Specialist
Anmeldungsdatum: 28.04.2006 Beiträge: 61
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Verfasst am: 11.Feb 2007 22:33 Titel: Postscriptum |
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Ja, die Einstellung von chinesischen Praktikanten ist ein großes Risiko hier wie andernorts.
Als Hochschullehrer in China hatte ich mal eine Einladung von einer solchen erwähnten Schule, habe aber dann im Laufe der ersten 10 Tage erreicht, dass alle ausländischen - d.h. australischen Lehrkäfte sowie meine Wenigkeit - fast wie in einer Nebel- und Nachtaktion diese Schule und ihren fragwürdigen Ort verlassen haben, nachdem uns klar war, was da getrieben wurde. Hinter dem ganzen standen zwei (private) chinesische Geschäftsleute mit auch für chinesische Verhältnisse unmöglichen Manieren, die das als ein Investitionsprojekt betrachtet und die ausländischen Lehrkräfte, darunter mich, als "Dekan" engagiert hatten. Alles nur Schein.....Die Studenten dort kamen aus den wohlhabenderen Familien der neuen Mittelklasse und wurden da nicht nur sprachlich gezielt auf einen Auslandseinsatz, vor allem in den anglophonen Ländern, vorbereitet. Die beiden chinesischen Geschäftsleute müssen Millionen von Renminbi dabei umgesetzt haben. Nur, nachdem wir weg waren, ist das Ganze wohl erst einmal eine Zeitlang zusammengebrochen, weil dies Ganze nur mit ausländischen Lehrkräften laufen konnte. Und die beiden Typen hatten erst einmal ihr Gesicht verloren. Wie ich gehört habe, machen die heute aber aber fleißig weiter, und auch auch an anderen Orten in ganz China gibt es ähnliches. Das sind regelrechte Einschleuseschmieden, und zumindest mir wurde das damals auch mehr oder weniger offen gesagt. Da ich mich aber für solche Machenschaften nicht missbrauchen lassen wollte, habe ich mich mit meinen anderen australischen Kollegen verständigt, und wir haben dann gemeinsam beschlossen, uns dort leise und heimlich aus dem Staube zu machen - abends von unserem Hotel aus mit zwei gemieteten Taxis - im ersten cie chinesische (aber uns gegenüber loyale) Freundin des australischen "Chefs") und ich im zweiten; denn jemand musste dem Taxifahrer ja die Anweisungen auf Chinesisch geben, damit der uns sicher in die etwa 150 km entfernte Provinzhauptstadt bringt. In jedem Wagen hatten wir unser Gepäck und mindestens zwei weitere australische Kollegen. In unserem Hotel in Xuchang (Provinz Henan) hatte das Personal noch versucht, uns von der abrupten Abreise abzuhalten, weil die offenbar entsprechende Anweisungen von den beiden chinesischen Geschäftsleuten bekommen hatten. Die waren aber nicht da, und unter den australischen Kollegen waren auch ehemalige Militärangehörige. Während zwei von uns männlichen Kollegen unser gesamtes Gepäck in der Hotelhalle bewachte, war einer unterwegs, umj die Taxis zu rufen - auf das Hotelpersonal dieser Absteige war ohnehin kein Verlass.
Wir sind dann gut in der Provinzhauptstadt von Henan anhgekommen; ich habe die Deutsche Botschaft in Peking informiert und bin dann problemlos auf eine andere Stelle an einer anderen, seriösen Uni gewechselt, und die australischen Kollegen sind danach wieder sicher in ihrer Heimat gelandet. Das Ganze war für uns recht abenteuerlich, aber auch nicht ohne gewisse Risiken. Aber wir haben heute noch Kontakt untereinander und würden, wenn nötig, es wieder genauso machen.
Wollte das hier nur mal zum Besten geben, damit jeder sieht, dass der Schreiber hier aus eigener Erfahrung berichtet und nicht etwa irgendetwas "am grünen Tisch" zusammendichtet.
Ergo: in China muss man einen trockenen Humor haben und auch etwas abgebrüht sein, wenn man dort angesichts solcher Strukturen überleben will. -- Prost Mahlzeit..... |
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abusalam Specialist
Anmeldungsdatum: 28.04.2006 Beiträge: 61
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Verfasst am: 11.Feb 2007 23:02 Titel: Postscriptum 2: Mängel im Ausbildungssystem |
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An den chinesischen Schulen, einschl. der Unis, ist das ganze System darauf abgestellt, zu drillen, auswendig lernen das Erlernte mechanisch reproduzieren zu lassen. Eigene, kritische Analyse und Reflektion sind nicht gefragt und werden auch nicht gefordert und gefördert - genauso wie in dem System unter den alten Mandarinen im früheren kaiserlichen China. Kreativität, die man ja auch für den wissenschaftlicnen Fortschritt braucht - nix!
Die chinesischen Unis sind heute überfüllt, und Informatiker z.B. lernen dort alles, was auch heute im Westen gelehrt werden würde. Allerdings - das Wissen und sein Stand wurde nahtlos aus dem Westen nach Chiuna transferiert und dort " nachgeredet"; Eigenes chinesischer Wissenschaftlker findet man kaum - vielleicht nur an den an den in ganz China bekannten Eliteunis wie der Beida in Peking.
Folge: kaum Grundlagen-, sondern, wenn überhaupt, anwendungsbezogene Forschung. Bei Produlten sieht es grundsätzlich so aus - importieren oder klauen (Spionage usw.), nachmachen, dann billig produzieren und in der ganzen Welt verkaufen.
Die chinesischen Unis sind eigentlich katastrophal - viele chinesische
Kollegen dort sind nicht über den Qualifikationsstand eines Bachelors hinausgekommen oder haben noch weniger, wenn sie der generation der Kulturrevolution angehören. Diese Leute sind dann "Professoren" und wissen manchmal weniger als ihre heutigen Studenten. An den Unis, wo ich war, habe ich sogar feststellen müssen, dass die studentischen Abschluss/Hausarbeiten für einen Grad wie Bachelor, Master o.ä. von den Studenten zwar geschrieben und abgegeben, aber von den lieben Kollegen nie gesichtet, korrigiert oder jemals bewertet wurden. Die lagen alle nur in irgendeinem Giftschrank.....
Wenn also Kreativität, Eigenverantwortung usw., die nun mal u.a. Voraussetzung sind für den wissenschaftlichen Fortschritt, nicht gefördert, sondern als "westliche dekandente" Eigenschaften eher noch unterdrücktr werden an solchen Bildungsinstitutionen, ist es doch kein Wunder, dass die es nötig haben, bei uns und anderswo in der westlichen Welt auf "Klaufang" zu gehen. In (teilweise) illegaler Reproduktion mögen sie dann ja Spitze sein, beseitigen aber damit nicht ihre technolgische Abhängigkeit vom Westen, das ja deren oberstes politisches Ziel sein müsste. Ich befürchte, dass die chinesischen Hochschulen in einigen Jahren/Jahrzehnten massive Probleme bekommen werden, wenn die so weitermachen und dem nicht irgendwie gegegesteuert wird. |
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Observatorium Specialist
Anmeldungsdatum: 06.10.2006 Beiträge: 136 Wohnort: Ostsee
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Verfasst am: 12.Feb 2007 12:51 Titel: |
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Danke für die ausführliche Darstellung, der erlebten Praxis; gemeint im Namen vieler Schweiger, für die es allerdings nicht nur geschäftlich zum Vorteil sein kann, anhand Information, ihre Einsätze abzuwägen.
Mir selbst wiederum ist das Beschriebene kein Unbekanntes. Beim von mir angesprochenen Punkt, das Defizit in der "Knüppel"-Trichter-Bildung (ähnliches schleußt sich seit Jahren ebenso in unser Bildungssystem ein ... siehe "Inselbegabung"-Förderung, Auswahlverfahren etc. - trotz dass bekannt ist, dass die höhere Intelligenz sich in der Regel nicht in diesem 1er-Gebiet aufhält), bezog sich genau auf die angeführte Kreativität. Funktionierende Roboter, ohne eigenen Geist, werden Umstellungen nicht "überleben".
Es gibt verschiedene Wege, Masse in den Griff zu bekommen.
MhG
Observator |
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abusalam Specialist
Anmeldungsdatum: 28.04.2006 Beiträge: 61
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Verfasst am: 12.Feb 2007 16:53 Titel: Voin der "Front" |
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Dem kann man nur zustimmen, was Sie zuletzt geschrieben haben.
Ich selber bin zwar nicht ganz mutlos, aber ich hätte doch etwas "Schiss", z.B. bei Gericht oder Polizei als Dolmetscher für Chinesisch aufzutreten, wenn es um eine solche Klientel geht. Es ist nämlich nicht ganz ohne Risiko, und als gerichtlich zugelassener Übersetzer bin ich trotzdem nur ein freier Mitarbeiter. Ob die einen dann wirksam schützen können? Da verlass ich mich lieber auf mich selber und würde so einen Einsatz gar nicht annehmen. Während meiner Zeit in Deutschland habe ich deswegen Einsätze in solchen Fällen bei Gericht und Polizei immer abgelehnt.
Aber jetzt bin ich sowieso in Fernost, und ich wäre von einer solchen Situation ohnehin nicht tangiert.
Ab September/Oktober d. J. hoffe ich in Wuhan (Provinz Hubei) zu sein auf einer neuen Stelle an einer staatlichen Uni, wo alles seinen geregelten gang geht, die Arbeit seriös und legal ist. Gehe wie sonst auch die anderen ausländischen Kollegen auch auf eigene Faust dort hin ohne irgendeine deutsche Stelle im Hintergrund, die einem noch ein deutsches Gehalt zusätzlich zahlt . Risiko in eigener Sache und reines Ortsgehalt vom chinesischen Arbeitgeber sozusagen. Hat aber den Vorteil, dass man wirklich hautnah an der chinesischen Wirklichkeit dran ist und dann umso authentischer seine Erfahrungen reflektieren bzw, darüber berichten kann. Habe da schon manche Ausländer getroffen, bei denen das nicht so der Fall war und denen ich dann mit Orts- und/oder Sprachkenntnissen weiterhelfen konnte.
In solchen Ländern gibt, so macht es die Runde, die Deutschen 1. Klasse (diplomatisches Personal, sonstwie mit einem zusätzlichen deutschen Gehalt Abgesicherte) und die 2. Klasse (das sind solche wie ich, die "nur" ein sogenanntes Ortsgehalt haben und weniger "Schutz"). Aber auch im letzteren Fall lebt man da noch sehr gut und komfortabel, und unter dem Gesichtspunkt habe ich bisher bis auf die wenigen geschilderten Ausnahmen nichts bereut.
Alles Gute und noch einen schönen Tag! |
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