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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6791
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Verfasst am: 29.März 2007 2:55 Titel: Weinraritäten, die nicht sind, was sie sein sollten |
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Weinsammler in den USA laufen Sturm. Für Tausende Dollar kaufen sie Weinraritäten, die nicht sind, was sie sein sollten. "Die Fälschungen werden immer professioneller", sagt auch Weinexperte Jan-Erik Paulson.
Die Geschichte klingt wie aus einem TV-Krimi. Da erhält ein Weinhändler einen Anruf, bei dem ihm eine ganz besondere Weinrarität angeboten wird. Er fliegt nach Paris, staunt, bezahlt und packt die Flaschen in einen wattierten Koffer, um sie sicher nach Deutschland zu bringen. Kurze Zeit später verkauft er die vermeintlichen Schätze über das Auktionshaus Christie's.
Bei den Weinen handelt es sich um die Jahrgänge 1784 und 1787 der legendären Weingüter Château Lafite, Branne-Mouton, Margaux und Yquem. Die Flaschen sind alle mit den Initialen des dritten US-Präsidenten Thomas Jefferson "Th. J." graviert. Allein eine Flasche dieses Château Lafite brachte bei der Versteigerung 1985 mehr als 150.000 Dollar ein. Dass es sich dabei womöglich um Fälschungen gehandelt hat, versucht nun ein Gericht in den USA zu klären.
Ein Märchen? Nein. Tatsächlich beschuldigt US-Millionär William Ingraham Koch, Kunst- und Weinsammler, Sieger des America's Cup und Präsident des Energieunternehmens Oxbow, den deutschen Weinhändler Hardy Rodenstock, Fälschungen angeboten zu haben. Der Industrielle hat mehrere dieser Jefferson-Flaschen für etwa eine halbe Million Dollar gekauft. Als er sie im vergangenen Jahr untersuchen ließ, kamen die von ihm beauftragten Experten zu dem Schluss, dass die Gravur von einem modernen Schleifgerät stamme. Koch reichte Klage ein, nun ermittelt das FBI. Ausgang offen. Rodenstock kontert indes, die Flaschen könnten im Nachhinein manipuliert worden sein.
Bei dem schwedischen Händler Jan-Erik Paulson, ein anerkannter Experte für Weinraritäten, der zwei erfolgreiche Weinfonds aufgelegt hat, fragten die US-Ermittler vom FBI ebenfalls nach, erzählt der ausgebildete Zahnarzt.
Betrugsfälle im Weinhandel habe es schon immer gegeben, sagt der Weinspezialist. Sei es, dass Etiketten gefälscht oder Weine mit anderen gemischt wurden. Früher habe es sich meist um recht plumpe Fälschungen gehandelt, sagt Paulson. Inzwischen beobachte er einen Trend zu professionelleren Betrügereien. Betroffen sei jedoch nur eine kleine Zahl von Rebensäften - beispielsweise ein 1947er Lafleur, ein 1945 Mouton Rothschild oder ein 1900er Margaux.
Mit dieser Meinung ist der Experte nicht allein. Das Blatt "Wine Spectator Magazine" vermutete vor einiger Zeit sogar, dass etwa 5 Prozent der Weine, die bei Auktionen für meist über 1000 Dollar pro Flasche verkauft werden, Fälschungen seien.
So hätten kürzlich Staatsanwälte an verschiedene Weinhändler, Sammler und an die Auktionshäuser Christie's und Zachys in New York Vorladungen geschickt, um Weinfälschern auf die Spur zu kommen, berichtete auch das "Wall Street Journal".
Generell lohnen sich Fälschungen nur für überdurchschnittlich teure Weine", sagt Paulson. Das gelte neuerdings allerdings auch für jüngere Tropfen. Seitdem die Rebensäfte als Geldanlage entdeckt worden seien, wachse die Gefahr von Betrug. Immerhin hatte die "Times" schon eine Rendite von 90 Prozent für Spitzenweine errechnet. Kein Wunder also, dass Weinfonds in den USA und in Europa entstehen. Doch, wo hohe Profite winken, sind schwarze Schafe schnell zur Stelle.
Quelle: manager-magazin |
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