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Buchkritiken "York von Braunfels"

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DaMal
Insider


Anmeldungsdatum: 21.05.2004
Beiträge: 608

BeitragVerfasst am: 30.Jul 2005 1:22    Titel: Buchkritiken "York von Braunfels" Antworten mit Zitat

Als ein recht erfahrener Mitstreiter des Gebietes möchte ich mal meine Meinung zu den folgenden beiden Büchern bezüglich des Erwerbs von Doktortiteln mitteilen:
„York von Braunfels“ : Dr. h. c. – Zum Doktortitel ohne Promotion
„York von Braunfels“ : MBA- und Dr.-Titel gegen Berufs- und Lebenserfahrung
Ich bin nämlich der Meinung, dass evtl. Käufer solcher Bücher nicht die Katze im Sack kaufen sollten.
Diese Ausführungen stellen meine persönliche, aber durchaus kompetente Meinung dar. Falls mal wieder jemand meint (einer der Anbieter), er könne mit Erfolg klagen, weil ich meine Meinung gem. dem deutschen Grundgesetz äußere, den muss ich leider enttäuschen.

Viele Anfänger empfehlen diese Bücher untereinander. Auch werden diese oft an verschiedenen Stellen im Internet erwähnt. Daher ist es mir sehr wichtig, den eigentlichen Wert aufzuzeigen.
In der Vergangenheit hatten wir einen ähnlichen Thread zu einem Buch mit demselben Verfasser (Pseudonym), jedoch mit anderem Buchtitel. Hier will ich jedoch konkreter auf die genannten beiden Exemplare eingehen.

Zunächst einmal das erste Buch :

„York von Braunfels“ : Dr. h. c. – Zum Doktortitel ohne Promotion (2. Auflage 2004)


1. Allgemeines:

Als erstes ist zu erwähnen, dass dieses so genannte Buch lediglich 21 (!) Seiten umfasst. Beim Verkauf wird dies gern verschwiegen. Ist ja auch kein Wunder, denn sonst würden die Vertreiber wohl auch drauf hängen bleiben. Dass bei dieser äußerst geringen Seitenzahl keine umfangreichen Informationen enthalten sein können, dürfte soweit klar sein.
Gleichzeitig möchte ich schon vorab deutlich darauf hinweisen, dass jegliche Inhalte längst in diesem Forum enthalten sind (natürlich bei weitem mehr).


2. Inhalte:

Seite 2:
11 Zeilen Einleitung

Seite 3 bis 4:
Bloße wörtliche (!) Wiedergabe aus den Rahmenbestimmungen zur Verleihung eines Ehrendoktors der Technischen Universität Chemnitz.
Das kann natürlich jeder kostenlos bei jeder deutschen Universität mit Promotionsrecht nach Belieben selbst nachlesen, wenn er denn glaubt, dass dies wirklich von Belang ist.

Seite 4 unten:
„Beispiel“ eines osteuropäischen Hochschulgesetzes (Bulgarien);Quelle Anabin (5 einhalb Zeilen).
Dieses sogenannte Beispiel ist so dermaßen allgemein formuliert, dass es völlig wertlos ist und keine wirkliche Aussagekraft hat. Ehrlich gesagt sehe ich an dieser Stelle auch keinerlei Zusammenhang, Nutzen oder Sinn, dieses allgemeine Beispiel zwischen die zitierten Rahmenbestimmungen der TU Chemnitz und den KMK-Beschluss vom 14.04.2000 zu quetschen.

Seite 5:
Bloße wörtliche Wiedergabe (!) des Beschlusses der Kultusministerkonferenz vom 14.04.2000.
Das kann selbstverständlich auf den Internetseiten der verschiedenen Kultusministerien kostenlos nachgelesen werden. Nur gibt es dort wenigstens noch aktuelle und nützliche Informationen dazu. Fragen beantworten Ihnen die Kultusministerien gern, und das natürlich kostenlos.

Seite 6 bis 7:
Bloße wörtliche Wiedergabe (!) des Beschlusses der Kultusministerkonferenz vom 21.09.2001.
Auch dieser Beschluss kann selbstverständlich auf den Internetseiten der verschiedenen Kultusministerien kostenlos nachgelesen werden. Auch hierzu gibt es noch aktuelle und nützliche Informationen kostenlos dazu.

Seite 7 bis 8:
Etwa 1,5 Seiten Erläuterungen zu den Beschlüssen.
Diese Erläuterungen bringen den Leser auch nicht wirklich weiter. Im Allgemeinen sind diese Aspekte längst verbreitet. Wer also die KMK-Beschlüsse liest, weiß eigentlich schon bescheid. Diese sind im Grunde verständlich genug verfasst worden.

Seite 9 bis 18:
Bloße wörtliche Wiedergabe (!) des Deutschen Ordensgesetzes
Das nenne ich einen unbrauchbaren Überfluss von Paragraphen, die für die Ehrendoktorgrade überwiegend nicht gelten. Eine Neuling wird hier unnötig verwirrt. Hier hätte eine kurze Wiedergabe der zu diesem Thema relevanten Paragraphen völlig genügt. (Aber dann hätte das „Buch“ wahrscheinlich nur 14 Seiten). Die dort lediglich zitierten Gesetzestexte wurden im Anschluss nicht einmal erläutert.

Seite 19:
Genehmigung von Dr. h.c. Graden in Deutschland (14 Zeilen).
Diese Informationen sind bereits in den KMK-Beschlüssen enthalten; keine eigentlichen Informationen.
Führung von Dr. h.c. Titeln als Deutscher im Ausland (6 Zeilen).
Inhaltleeres Gewäsch ohne jeglichen Nutzen.

Seite 20:
Knappe Kontaktadressen von 3 Beratungsstellen, die hier bei GoMoPa längst schon aus Zufall genannt wurden.

Seite 21:
Warnung (5,5 Zeilen)
Unser Tipp (4,5 Zeilen)


3. Bewertung der Autorenleistung:

Extrem gering. Sich für diese geringe Leistung als Autor zu bezeichnen, stellt eine Beleidigung für andere (echte) Autoren dar.


4. Meine persönliche Meinung:

Eine Beleidigung für meine Augen. Ich habe wirklich schon viele Bücher gelesen, aber mir ist bisher noch kein Autor unter die Augen gekommen, der eine solche minderwertige „eigene Autorenleistung“ erbracht hat. Das Buch wurde praktisch ohne Fluss mit wörtlichen Wiedergaben aus anderen Quellen zusammengeschustert. Dafür auch noch Geld zu verlangen, ist eine Anmaßung. Anstatt dieses Buch zu lesen, gehen Sie besser eine halbe Stunde spazieren. Dann fühlen Sie sich wenigstens besser und tun etwas für Ihre Gesundheit. Ich finde es nicht in Ordnung, dass Interessenten zu diesem Thema so dermaßen bewusst enttäuscht werden. Ich selbst würde das als Autor niemals in Kauf nehmen.


5. Kommentare zu zwei Zitaten:

Seite 1 (nicht als solche bezeichnet):
Zitat:
Die Angaben in dieser Veröffentlichung beruhen auf sorgfältigen Recherchen des Autors.

Dies gibt dem Begriff „sorgfältig“ eine völlig neue Bedeutung. Vielleicht sollte der Autor diesen Begriff mal im Duden nachschlagen und darüber reflektieren.

Seite 2:
Zitat:
Am Markt werden Sie keine vergleichbare Publikation finden.

Das gefällt mir sehr gut. Dem stimme ich so auch vollkommen zu. So eine Dreistigkeit und Unverschämtheit hat sich bisher offenbar sonst noch niemand erlaubt! Das „Werk“ hat lediglich 21 Seiten ohne jegliche, nützliche Informationen, die nicht schon allein über die Internetseiten der Kultusministerien kostenlos bezogen werden können.


6. Fazit:

Wer diese Kritik liest, befindet sich bereits an der richtigen Quelle. In diesem Forum befinden sich weit (!) mehr Informationen, die auch noch ausgiebig erörtert wurden. Wer die Themen in diesem Bereich gelesen hat, findet in dem genannten Buch nicht eine einzige neue Information. Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Buches ist absolut unangemessen. Daher rate ich persönlich von einem Kauf ab.
(Ich selbst habe übrigens kein Buch dazu geschrieben und habe es auch nicht vor. Nicht dass jemand denkt, ich möchte hiermit nur die Konkurrenz ausschalten). Dieses „Buch“ mit dem Titel „Dr. h.c. Zum Doktortitel ohne Promotion“ bezüglich des Erwerbs eines Ehrendoktors ist meiner Meinung nach das schlechteste, das am Markt erhältlich ist und war. Meine Enttäuschung nach dem Erhalt und Lesen dieses Buches kann ich kaum in Worte fassen.

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DaMal
Insider


Anmeldungsdatum: 21.05.2004
Beiträge: 608

BeitragVerfasst am: 30.Jul 2005 2:27    Titel: Buch: MBA- und Dr.-Titel gegen Berufs- und Lebenserfahrung Antworten mit Zitat

Nun das zweite:

„York von Braunfels“ : MBA- und Dr.-Titel gegen Berufs- und Lebenserfahrung

1. Allgemeines

Dieses Buch ist wenigstens schon etwas umfangreicher als das zuvor genannte, sowohl von der Seitenzahl als auch inhaltlich. Es hat 66 Seiten, ist dafür aber, wenn ich mich recht erinnere, wesentlich teurer.


2. Inhalte

Seite 2
Einleitung

Seite 3
Hinweis, sich bei Fragen an das zuständige Kultusministerium zu wenden.
Da wäre sonst bestimmt niemand drauf gekommen...

Seite 4
Philosophische Gedanken zum Internet, Chancen und Risiken
Nicht wirklich das, wonach der Leser eines solchen Buches giert. Es ist aber immerhin ein Versuch, einen gewissen langsamen Einstieg zu erreichen.

Seite 5 bis 7
Nicht legitimierte Akkreditierungsverbände
Da diese von den Titelmühlen selbst ständig neu gegründet und ebenso andere wiederum aufgelöst werden, hat diese Liste keinen besonderen Wert. Es hätte also gut darauf verzichtet werden können.

Seite 7 bis 10
Aspekte der Akkreditierung als evtl. Gütesiegel – Nutzen, Notwendigkeit usw.
Dieser Teil gefällt mir sogar schon ganz gut. Er gibt zwar inhaltlich nicht sehr viel her, wurde aber philosophisch einleuchtend betrachtet und erörtert.

Seite 11
Erkennen einer legitimen Akkreditierung
Sehr kurz (zu kurz) gefasst

Seite 12
Die Zukunft der Akkreditierung
Erneut philosophische Betrachtung

Seite 13 bis 44
Liste legitimer Akkreditierungsbehörden der USA
Eine solche Liste hier aufzuführen, ist sicher nicht schlecht. Die komplette Postanschrift usw. nimmt jedoch unangemessen viel Platz ein. Nachteilig ist ebenso, dass hier nur auf US-Akkreditierungsbehörden eingegangen wird. Die genannten Akkreditierungsverbände können beim US Department of Education ohnehin kostenlos eingesehen werden.

Seite 45 bis 46
Zehn sichere Anzeichen einer Titelmühle
Hinweis, sich vor Studienbeginn umfassend bei dementsprechenden Behörden zu informieren

Seite 47 bis 66
Liste von Titelmühlen, deren „Abschlüsse“ sowieso nicht in Deutschland geführt werden dürfen; teilweise sogar illegal operierende Anbieter enthalten.
Das kann man sich meiner Meinung nach schenken. Eine solche Liste zu veröffentlichen, birgt immer die Gefahr, dass ahnungslose Käufer auf illegale Organisationen hereinfallen und dadurch deren finanzielle Macht verstärken. Erst wird gepredigt, dass man auf die Anerkennung der Hochschulen achten soll, dann werden die schäbigsten Absteigen aus aller Welt gelistet; sehr widersprüchlich.


3. Autorenleistung:

Auch hier war der Autor wieder deutlich zu knapp am Werk. Diesmal hat er jedoch immerhin versucht, gewisse Zusammenhänge herzustellen, teilweise gar nicht schlecht verfasst, leider jedoch zu knapp. Irgendwie scheint er immer noch eine gewisse Scheu davor zu haben, selbständige Texte zu verfassen. Aber: Wenn er sich hier als Autor bezeichnet, finde ich es schon OK.


4. Meine persönliche Meinung:

Das Buch ist insgesamt schon besser als das zuvor genannte. Leider wurden jedoch auch hier keine nennenswerten Informationen preisgegeben. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt nicht. Das Buch hat insgesamt zweideutige Aussagen. Zum einen wird sehr deutlich auf notwendige Akkreditierungen hingewiesen und dass die Legitimität grundsätzlich bei den Behörden überprüft werden sollte (wirkt seriös), zum anderen werden am Schluss die derzeit dubiosesten Institutionen des Titelhandels überhaupt gelistet. Das suggeriert beim Leser, dass es OK ist, wenn er sich von diesen Institutionen einen Titel beschafft und ggf. auch führt. Gerade das sollte aber möglichst vermieden werden! Ich frage mich, ob der Autor über wirklich relevante und echte Kompetenz zu diesem Thema verfügt. Falls ja, hat er diese noch nicht gezeigt.


5. Fazit:

Die einzige, für manche (wenige) vielleicht neue Information ist die Liste der legitimierten Akkreditierungen der USA. Diese kann jedoch auch beim US Department of Education jederzeit kostenlos eingesehen werden. Das ist also keine wirkliche Errungenschaft. Neue Erkenntnisse werden auch hier nicht präsentiert. Im großen Ganzen kann ich dieses Buch daher leider nicht empfehlen. Echte nützliche Insiderinformationen werden keine preisgegeben.
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