| |

|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
daimlersix Insider
Anmeldungsdatum: 22.03.2004 Beiträge: 688
|
Verfasst am: 10.Aug 2007 10:55 Titel: Diethard Hohenlohe |
|
|
--------------------------------------------------------------------------------
08.07.1999ARCHIV: Hamburg
Prinz "Didi" - der Mieterschreck
von Dierk Rohwedder
Andere Prinzen prügeln lieber mit dem Regenschirm, bevor sie prozessieren. Diethard Prinz zu Hohenlohe-Oehringen kauft Häuser - die Prozesse folgen meist zwangsläufig. Vor dem Amtsgericht Hamburg ging er im Rechtsstreit mit den 101 Mietern der Augustenpassage (St. Pauli) und Neuer Pferdemarkt 14 baden. Der Prinz bleibt vorerst auf Nachforderungen sitzen. "Das könnte sich auf bis zu 200 000 Mark belaufen", schätzt Achim Woens ("Mieter helfen Mietern").
Adel verpflichtet: Der Prinz residiert standesgemäß an der Außenalster, sammelt kostbare Oldtimer (er soll acht Rolls-Royce besitzen), taucht vom Hamburger Atlantic Hotel bis Kampen/Sylt auf Jetset-Feten auf. Wie der Prinz zu seinem Titel (das Haus Hohenlohe ist deutscher Hochadel, Oehringen eine Seitenlinie) kam, darüber kursieren unterschiedliche Versionen: Mal ist von einer "Adoption" die Rede. Mal soll "Didi", wie ihn Freunde nennen, durch Heirat mit Katharina zu Hohenlohe zum Prinzen geworden sein. Im bürgerlichen Leben hieß er Diethard Fuljan, soll angeblich Spielhallen betrieben und mit Teppichen gehandelt haben (der kolportierte Spitzname: "Prinz Vorwerk").
Im Umgang mit seinen Mietern geht's gar nicht aristokratisch zu. Der Prinz kaufte die Augustenpassage 1993 aus der Konkursmasse der Immobilienfirma "Conclave". Sofort gab es Krach. Mieter klagten über Schikanen: Mal wurden Fahrräder heimlich abtransportiert, mal Schlösser ausgetauscht, Mietpreise drastisch erhöht, der Hauswart war nie aufzufinden. Gegen den Umgang nach "Gutsherrenart" bildete sich eine Mieterinitiative. "Die Zahl seiner Streitfälle steht in keinem angemessenen Verhältnis zur Zahl seiner Wohnungen", sagte damals der Mieterverein Kiel, wo der Prinz ebenfalls bekannt war.
Die Hamburger Nobel-Maklerin Barbara S. machte 1998 ihre Erfahrungen mit dem Adligen: Als der Prinz sich weigerte, die Courtage für ein Immobiliengeschäft zu zahlen, schaltete sie Anwälte ein.
"Teilweise kamen jahrelang, von 1994 bis 1997, gar keine Nebenkostenabrechnungen, dann vier auf einmal - mit Nachforderungen von 1000 bis 4000 Mark", schildert Woens die Lage. Als die Mieter Anwälte einschalteten, klagte Prinz "Didi" in vielen Fällen auf Kostenersatz, separat pro Abrechnungsjahr. "Eine Riesenprozeßflut", so Woens. "Der Versuch, sie totzuprozessieren, war für die Mieter ein Heidenschock", schildert Rechtsanwalt Thomas Brecker.
Vor dem Amtsgericht nun die Schlappe für den Prinzen: Die Abrechnungen sollen "nicht nachvollziehbar" gewesen sein. Das Gericht fordere eine "verbrauchsabhängige Abrechnung" für die Wasser- und Sielgebühren, so der Hamburger Mieterverein: "Alle Abrechnungen müssen auch von juristisch ungeschulten Mietern zu verstehen sein", folgert der Verein aus dem Urteil (37B C 701/98).
Der Prinz selbst versteht die ganze Aufregung nicht. Von einer Prozeßflut könne keine Rede sein. "Die Mieter haben sich nicht gekümmert", klagte er der MOPO. "Wenn die Nebenkosten nicht bezahlt werden, bleibt nur der juristische Weg." Nur die Wasserabrechnung nach Quadratmetern habe das Gericht beanstandet. Allerdings habe man nicht gewußt, daß in den Wohnungen bereits Wasseruhren installiert sind. Die beauftragte Verwaltungsfirma wurde abgelöst.
Hohenlohe-Oehringen gibt auch nach der Niederlage nicht klein bei: "Jetzt haben wir die Wasserwerke mit der individuellen Ablesung und Abrechnung beauftragt. Für die Mieter wird das allerdings teurer." Das juristische Ende ist noch längst nicht in Sicht. Zumal dem Mieterverein zu Hamburg ein Hauswartvertrag von 1994 mit einer "Schloß-Grundverwaltungsgesellschaft" vorliegt, die, wie das Büro des Prinzen, am Uhlenhorster Weg 3 ihren Sitz hat. "Sollte der Prinz für das teure Geld der Mieter einen Vertrag mit seiner eigenen Firma abgeschlossen haben?" fragt sich Michael Kopff vom Mieterverein. Nicht nur für seine Mieter, auch für den Prinzen könnte es ungemütlich werden. |
|
| Nach oben |
|

|
|
|
|
|
|
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
Powered by phpBB © phpBB Group
|
|
|
|