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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5415
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Verfasst am: 5.Jan 2003 12:47 Titel: Diplomatenpässe |
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Hallo,
Sie lesen es in der einschlägigen Tagespresse immer wieder:
"Wir sind in der Lage, Ihnen absolut echte und legale Diplomatenpässe aus Bolivien zu besorgen..." - "Der Diplomatenpass aus Bolivien verleiht dem Inhaber diplomatische Immunität und ist natürlich auch als ganz normaler Reisepass (visumfrei) zu verwenden."
Unsere Einstellung zu derartigen Angeboten: Wir raten Ihnen dringend von der Bestellung eines Diplomatenpasses ab, es sei denn, Sie hätten zuviel Geld oder Sie würden ohnehin beabsichtigen, Ihr Geld zum Fenster hinauszuwerfen.
Dabei wollen wir nicht in Frage stellen, ob es sich bei diesen Angeboten um echte Diplomatenpässe handelt oder etwa um geschickte Imitationen, die Sie als Laie gar nicht von echten Dokumenten zu unterscheiden wüssten. Gegenstand sind die rechtlichen Grundlagen, die in Deutschland zu diesem Thema bestehen. Festhalten lässt sich allgemein: Ein Diplomatenpass kann dem Inhaber nur Vorteile in demjenigen Land gewähren, das den Pass ausgestellt hat.
Insofern ist es unsinnig, z.B. in Bolivien, um bei der oben zitierten Offerte zu bleiben, einen Diplomatenpass zu erwerben, der Ihnen nur die erstrebte Immunität in Bolivien, nicht aber in Europa und damit ganz bestimmt nicht in Deutschland einbringt.
Um einen diplomatischen Status in Deutschland zu erhalten, ist mit der Aushändigung des roten Diplomatenpasses die Akkreditierung durch das Auswärtige Amt verbunden. Oder anders ausgedrückt: Sie werden niemals den roten Diplomatenpass der Bundesrepublik Deutschland bekommen, wenn Sie nicht akkreditiert sind. Ohne Akkreditierung erhalten Sie keine diplomatische Immunität in Deutschland, auf die es Ihnen vermutlich im wesentlichen ankommt, und auch kein CD-Schild.
Konsequenz: Ihr ausländischer Diplomatenpass hat in Deutschland keinerlei politische und ausweisrechtliche Bedeutung !
Damit zurück zu den vielen Zeitungsofferten: Sie erwerben hier für fünf- bis sechsstellige Summen einen - wenn überhaupt - echten Diplomatenpass, mit dem Sie höchstens Ihre Freundin und Ihre Freunde beeindrucken könnten, aber einen praktischen Nutzen vermittelt Ihnen dieser Pass nicht.
Nun werden die Anbieter vielleicht argumentieren, dass der Entsendestaat Sie in Berlin akkreditieren wird, aber: Warum sollte das Auswärtige Amt Ihnen als deutschem Staatsbürger mit Wohnsitz in Deutschland die Akkreditierung als diplomatischer Vertreter eines anderen Landes in der Bundesrepublik Deutschland erteilen (Ausnahme eventuell Honorarkonsul)?
Lassen wir es bei dieser Frage, denn d sie beantwortet sich von selbst.
Siehe auch: Honorarkonsulat: http://www.gomopa.net/phpBB2/viewtopic.php?p=4210#4210
In dem Sinne |
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Arno.Roider Specialist
Anmeldungsdatum: 07.05.2003 Beiträge: 64 Wohnort: Zürich
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Verfasst am: 16.Jun 2003 20:21 Titel: |
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| Grundsätzlich hat der Goodman natürlich recht, ebenso wie auf dem Finanzmarkt gibt es auch hier viele schwarze Schafe. Daher muss man stehts unterscheiden, ob es sich "nur" um einen Diplomatenpass handelt, oder um eine diplomatische Position. Letztere ist mit einer Akkreditierung im Empfangsstaat (z.B. Deutschland) verbunden, was die Ausstellung eines deutschen Diplomaten Passes mit den dazugehörigen Vorteilen verbindet. |
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Watson Newbie
Anmeldungsdatum: 04.12.2003 Beiträge: 40 Wohnort: Zuerich
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Verfasst am: 16.Dez 2003 11:53 Titel: |
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Lieber Herr Dr. Roider:
Sie absolut recht. Jedoch wenn man bei Ebay sieht, das hier Diplomatenpässe und Positionen versteigert werden sowie man dies noch als echt verkauft, dann stellt man sich doch schon die eine oder andere Frage. Schauen Sie doch mal bei Ebay unter "Diplomatenpässe". Ich denke schon, dass man hier reinen Wein einschenken sollte, damit nicht der eine oder andere in grosse Probleme rein läuft. Ich kenne da auch ein Fall mit solch einem Diplomatenpass von der Conch Republic wo der Inhaber eines solchen Papiers bei falschem Einsatz einige Monate ins Gefängnis wanderte.
Gruss
Watson |
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A. Henneberg ** Consulter **
Anmeldungsdatum: 28.08.2002 Beiträge: 4931 Wohnort: Osten
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Verfasst am: 3.Okt 2004 12:19 Titel: |
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Schwupps - können die Pässe auch mal weg sein:
Sean Connery muss seinen Diplomatenpass abgeben.
Die Regierung von Panama erkläre den Ausweis für ungültig.
Grund:
Das Außenministerium hatt seine Akten aufgeräumt
und zieht jetzt 121 Diplomatenpässe ein. |
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exzellens Specialist
Anmeldungsdatum: 09.12.2003 Beiträge: 73 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 4.Okt 2004 10:52 Titel: Diplomatenpässe |
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rote Diplomatenpässe gibt es nur in Schweden und in der Schweiz, ansonsten sind alle in der Farbe blau, völlig egal ob nun der Botschafter selbst, oder Angehörige oder die Putzfrau.
Die Pässe werden lediglich in römischen Klassen unterschieden, I - IV
Der Botschafter selbst Klasse I, Putzfrau IV.
Was der gute Watson hier zum Besten gibt, kann man eh vergessen, von nichts ne Ahnung und tut neun mal klug.
Aber das kennen wir ja.
Natürlich kann auch so ein Pass eingezogen werden, man kann auch so verhaftet werden, da reicht schon eine Geschwindigkeitsübertretung mit dem Kfz. |
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A. Henneberg ** Consulter **
Anmeldungsdatum: 28.08.2002 Beiträge: 4931 Wohnort: Osten
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Verfasst am: 4.Okt 2004 10:58 Titel: Re: Diplomatenpässe |
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| exzellens hat folgendes geschrieben:: |
| Natürlich kann auch so ein Pass eingezogen werden, man kann auch so verhaftet werden, da reicht schon eine Geschwindigkeitsübertretung mit dem Kfz. |
scheint nicht ganz so: (besoffen darf man)
| Zitat: |
Der bulgarische Botschafter in Deutschland hat sich mit der Berliner Polizei eine heftige Verfolgungsjagd geliefert und einen Beamten verletzt.
Der Diplomatenwagen war den Polizisten am Dienstagabend aufgefallen, weil er Schlangenlinien fuhr, wie die Polizei am Donnerstag bestätigte. Die Beamten hätten mehrere Versuche gebraucht, um Botschafter Nikolai Apostoloff zum Anhalten zu bewegen.
Als sie den Fahrer aufforderten, einen Ausweis zu zeigen, gab dieser Gas und verletzte einen Polizisten am Bein. Der Mann musste ambulant behandelt werden. Erst als die Beamten den Schlüssel des Wagens abgezogen hatten, zeigte der Fahrer seinen Diplomatenpass. Dabei stellte sich heraus, dass es sich um den bulgarischen Botschafter handelte.
„Da ein Diplomat nicht strafrechtlich verfolgt werden darf, mussten wir den Mann weiter fahren lassen", sagte eine Polizeisprecherin. Einen Alkoholtest habe der Botschafter verweigert. Die Beamten hätten zuerst gedacht, dass der Wagen möglicherweise gestohlen worden sei. Die Polizei nahm eine Anzeige auf und leitete den Bericht über den nächtlichen Vorfall an das Auswärtige Amt weiter. |
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mhmoeller * Consulter *
Anmeldungsdatum: 20.12.2003 Beiträge: 1263 Wohnort: Bochum
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Verfasst am: 4.Okt 2004 11:04 Titel: Fortsetzung |
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Und das AA kann den trinkfreudigen Diplomaten zur Person "non grata" erklären - d.h. er muß binnen weniger Tage die Republik entlassen.
Oder das AA kann sich beim bulgarischen Außenministerium beschweren, die ziehen den Mann dann ab.
Die Immunität wg. der Trunkenheitsfahrt bleibt auf alle Fälle erhalten. Sie kann nicht - wie bei Parlamentariern - aufgehoben werden. |
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exzellens Specialist
Anmeldungsdatum: 09.12.2003 Beiträge: 73 Wohnort: Hamburg
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GeorgeFFM Newbie
Anmeldungsdatum: 22.09.2004 Beiträge: 6
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Verfasst am: 9.Aug 2007 17:30 Titel: Farbe von Diplomatenpässen |
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Nur Rot und Blau ist nicht ganz korrekt:
Wen´s interssiert, der schaut mal genau nach:
Rundschr. d. BMI v. 17.08.1993 (GMBl. S. 591
"Diplomaten und andere bevorrechtigte Personen Abschnitt VIII" |
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