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daimlersix Insider
Anmeldungsdatum: 22.03.2004 Beiträge: 688
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Verfasst am: 10.Aug 2007 10:26 Titel: Nina Ruge und der echt falsche Prinz |
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Talkshow
Nina Ruge und der echt falsche Prinz
Prinz Marcus von Anhalt ist ein echter Glücksfall für jede Talksendung zur späten Stunde. Bei Nina Ruge erklärte er, warum Geld glücklich macht und es gut ist, dass es keine Werbung im Tschad gibt.
Nina Ruge hat mit das breiteste Lächeln unter den Fernsehmoderatoren. Niemand anders hätte zu einer Talksendung über „Wege zum Glück“ besser gepasst als die ehemalige „Leute heute“- Frontfrau, die jeden Tag so aussieht, als hätte sie zu viele Glückspillen bekommen. Mit ihrem mitfühlenden Blick und ihrer säuselnden Stimme betört sie ihre Gäste, während sie gleichzeitig fiese Fragen unvermittelt durch ihr Lächeln presst. Prinz Marcus von Anhalt, der reiche Bordellbesitzer, der sich seinen Adelstitel von Prinz Frédéric von Anhalt gekauft hat, weil es nicht nur in Amerika schicker klingt, sich als Prinz denn als Zuhälter vorzustellen, wusste im Einzelverhör mit Ruge gar nicht, wie ihm geschah. Die Blondine wirkte so harmlos und so nett und führte ihn und seine These, dass Geld sehr wohl glücklich macht, trotzdem gnadenlos vor. Er sehe aus wie ein Zirkusdirektor, kommentierte Ruge das Outfit des Adeligen in roter Zarenuniform mit Ordenskette und tarnte ihre Beleidigung durch ein breites Lächeln geschickt als Kompliment.
Familiengeschichte wird ausgepackt
Schweigend hört sie sich seine Familiengeschichte an, um unvermittelt zu fragen: „War Ihre Mutter glücklich?“ Prinz Marcus quietschte regelrecht vor Schreck: „Meine Mutter? Die war so lange glücklich, wie mein Vater Geld hatte.“ Vor ihrem Publikum legte Ruge genüsslich den Finger in die Wunde und bohrte weiter darin herum, bis sich das ganze Elend offenbarte. Vom ungeliebten Sohn in einer kaputten Familie, dessen eigene Ehe zerbrochen ist, der unschuldig ins Gefängnis kam, weil man ihm seinen Reichtum nicht gönnte. Jetzt haue er drauf, um es allen zu zeigen. „Sie könnten auch etwas Sinnvolles mit Ihrem Geld machen“, regte Ruge an. Gehorsam verpflichtete sich der Prinz, im Anschluss an Unicef zu spenden.
Nach der Vorführung des Exemplars „Glücklicher und reicher Mensch“ wandte sich die Moderatorin ihren Restgästen im therapeutischen Gruppengespräch zu und ließ sie das Verhalten des Objekts analysieren. Der schnöde Mammon reizte Sabine Asgodom nicht. Die Autorin musste stark aufpassen, nicht noch während der Sendung vor Glück zu platzen. Einen ganzen Sack voll Lebensweisheiten hatte sie mit in die Sendung gebracht, wie die, die kleinen Glücks-Nuggets zu sammeln, statt auf den großen zu warten. Im Tschad seien Kinder auch ohne Geld glücklich, argumentierte Karl Schermann, Chefredakteur des Münchner Merkur, der in einer Auszeit nach zufriedenen Kindern in aller Herren Ländern suchte. Manchmal sei weniger einfach mehr, sagte er und ließ Ruge aufjauchzen: „Ja, es ist so!“
Prinz Marcus guckte derweil verstört. Im Tschad gebe es schließlich auch keine Werbung und man müsse nicht ständig viel Geld ausgeben, um alles zu kaufen, gab er zu Bedenken. Die Runde schien peinlich berührt. Nur Reinhold Messner blieb tolerant: „Sie haben das Recht, Ihren eigenen Weg des Glück zu gehen“, tröstete er. Trotz guten Zuredens: Seine Zukunft sieht Prinz Markus eher nicht als Buddhist in Tibet. Ruges nächste Gruppenaufgabe: Glückskiller bestimmen. Doch Prinz Marcus lenkte ab. Er war ins Grübeln gekommen. Er könnte ja einfach nach Tibet gehen, aber dann bräuchte er ja trotzdem noch seinen Reichtum, damit er wieder Ferrari fahren kann, wenn er keine Lust mehr auf Meditieren hat.
Ruge überlächelte seinen Einwurf und forderte ihre Gruppe auf, gemeinsam eine Glücksformel zu bauen. Während Journalist Schermann dankbar für das Wasser aus dem Hahn ist, freut sich der Adelige über seine Intelligenz, die ihn reich gemacht hat. „Sie verstehen da was anderes drunter, aber das ist völlig ok“, beruhigt ihn Ruge. „Sind Sie jetzt in diesem Augenblick glücklich?“, wollte die Moderatorin zum Abschluss von ihren Gästen wissen. Allgemeines Nicken, nur Prinz Marcus von Anhalt war nicht zufrieden. Vielleicht fühlte er sich unverstanden. |
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gofastped Newbie
Anmeldungsdatum: 04.12.2005 Beiträge: 18 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 30.Apr 2008 15:19 Titel: |
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| da ind Leute zusammen gekommen die wie A... auf Eimer passen - schade das ich so wenig TV gucke |
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