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DaMal Insider
Anmeldungsdatum: 21.05.2004 Beiträge: 608
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Verfasst am: 23.Jun 2005 15:44 Titel: Psychologische Struktur der Käufer von akad. Graden u Titeln |
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In einem anderen Thread fragte jemand, wie denn wohl die psychologische Struktur der Titelkäufer aussehe. Dies möchte ich hier aufgreifen und näher betrachten.
Es besteht scheinbar stets dringliches Interesse, Schulabschlüsse, akademische Grade und Titel zu erwerben (schlicht zu kaufen).
Die diversen Anbieter existieren allein aufgrund der recht hohen Nachfrage nach akademischen Titeln und Bildungsabschlüssen. Wo hohe Nachfrage ist, da entsteht auch ein Markt, soviel steht fest.
Neben den Studenten von ordentlichen Studiengängen lassen sich meiner Meinung nach folgende Interessentengruppen an Hochschulgraden erkennen:
(nach zunehmender emotionaler Intensität und Gefährlichkeit sortiert)
1. “Titelliebhaber“:
Titelliebhaber sind die ungefährlichsten Abnehmer und stellen den geringsten Teil der Nachfrager auf dem Titelmarkt dar. Sie sind in der Lage, sachlich zu diskutieren.
a) Die meisten dieser Interessentengruppe zeichnen sich besonders durch Neutralität und explizites Hintergrundwissen aus, auch über Titelerwerb von anderen Titeln wie z. B. Adelstiteln usw. Sie mögen Titel sehr, nehmen aber die Realität in vollem Umfang wahr und hinterfragen alles ganz genau, bevor sie wirklich zuschlagen. Sie sind auch in der Lage, objektiv Fragen zu beantworten und verleiten und drängen niemanden dazu, irgendwo Titel zu erwerben. Sie nehmen erst am Titelmarkt teil, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, und eindeutig geklärt ist, dass die Vorgehensweise seriös und rechtlich abgesichert ist.
b) Manche Titelliebhaber nutzen Gesetzeslücken, um sich einen Spaß daraus zu machen. Auch sie sichern sich ab, dass es rechtlich keine Bedenken der Titelführung gibt. Diese wiederum kaufen bewusst möglichst billige Titel, meist kirchliche Bezeichnungen und Ehrendoktorwürden. Diese führen sie vorschriftsmäßig in vollem Umfang, um zu zeigen, dass man den Staat in manchen Dingen auch an der Nase herumführen kann. Auch sie wissen genau, was sie tun, und handeln in der Regel nicht mit Titeln, um sich zu bereichern, sondern verweisen Interessenten meist an die entsprechenden Originaladressen.
2. “Lernfaule Realisten”
a) Auch diese Gruppe stellt einen geringeren Teil dar. Diese Menschen kaufen bewusst Abschlüsse von Hochschulen mit Lizenz, die zumindest zur Gradverleihung berechtigt sind. In der Regel kaufen sie die Grade online auf den Hochschulwebsites, die recht seriös wirken, damit sie einfachen Recherchen standhalten. Sie haben entweder keine Lust zu studieren oder wissen genau, dass ihre Leistungen für einen anerkannten Abschluss sowieso nicht ausreichen würden. Sie haben auch keinerlei Lust, Prüfungen dafür abzulegen, weil sie wissen, dass dies auch ohne Prüfung möglich ist. Ihr Ziel ist es jedoch nicht, diese Grade wirklich zu führen und verstoßen somit gegen keinerlei Gesetze. Oft reichen sie die gekauften Dokumente ganz nebenbei beim Arbeitgeber ein, in der Hoffnung, dass dieser die selbständige “Fortbildung” des “Hochschulabsolventen” evtl. eines Tages anerkennt, um z. B. bei der nächsten Beförderung bessere Chancen zu haben, für die relevante Stelle ausgewählt zu werden.
b) Manche von ihnen haben aber auch einfach nur keine Lust, so lange zu studieren. Dennoch haben sie ein erhöhtes Bedürfnis, sich mit akademischen Graden zu schmücken. Auch sie kaufen ihre Grade in der Regel von nicht anerkannten Hochschulen, die aber zumindest offiziell als Hochschulen registriert sind und immerhin zur Gradvergabe berechtigt sind. Manche versuchen anschließend, sich aufgrund von Aufbaustudien doch noch einen Grad zu verdienen, den sie offiziell führen dürfen. Dies ist sicherlich möglich, jedoch nicht sehr einfach und bedarf ungeheures Glück. Wie hoch die Chancen hierfür tatsächlich sind, darüber gibt es keine genaueren Erkenntnisse. Wenn dies jemandem gelingen sollte, wird dieser wohl kaum in der Öffentlichkeit damit werben, weil er jederzeit - auch nach sehr vielen Jahren noch - mit der Aberkennung seines Grades rechnen muss.
3. “Gutgläubige Interessenten”
Diese stellen schon einen weit höheren Anteil am Titelkonsum dar. In der Regel fallen sie auf diejenigen Institutionen herein, die sich seriös verkaufen können. Meist verlangen diese pseudowissenschaftliche Leistungen, um seriöser zu wirken. In der Realität reichen jedoch sehr schlechte, nahezu nichtige “Leistungen” aus, um den angestrebten Abschluss gegen Geld zu bekommen, so wie z. B. bei der “Freien Universität zu Liechtenstein”, die selbstverständlich nicht im Geringsten anerkannt ist. Oft kommen diese Konsumenten aus Ländern wie Deutschland und Österreich, in denen akademische Grade und Titel, sowie Hochschulbezeichnungen und Hochschultätigkeitsbezeichnungen geschützt sind. Sie fallen deswegen seit vielen Jahrzehnten auf Titelmühlen wie die “Freie Universität Teufen” usw. herein, weil sie denken, dass die Hochschulbezeichnungen auch in anderen Ländern (besonders im deutschsprachigen Raum) ebenfalls geschützt sind. Wenn sich die Titelmühlen gut verkaufen, sind diese Konsumenten sogar bereit, recht hohe Preise zu bezahlen und aus Unwissenheit das sogar für illegal operierende Händler. Meist argumentieren gerade die Titelmühlen der Schweiz, dass aufgrund besonderer Abkommen ihre Hochschulgrade in Deutschland anerkannt sind. Dies stimmt natürlich keinesfalls und gilt nur für staatlich anerkannte Hochschulen. Mehr oder weniger aus Zufall oder bei Bewerbungen um einen höhergestellten Arbeitsplatz stellen die Konsumenten dann irgendwann fest, was dies in Wirklichkeit für Institutionen sind. Sie akzeptieren aber die Realität, wenn zunächst auch mit Widerwillen, und sind bereit, die Konsequenzen zu tragen. Sie ärgern sich, dass sie auf die Institutionen hereingefallen sind, und geben meistens diese negativen Erfahrungen weiter. Oft versuchen sie später, sich einen echten Hochschulabschluss für wirkliche Leistungen zu verdienen, um ihre ursprünglichen Erwartungen an sich selbst doch noch erfüllen zu können.
4. “Träumer”
Diese lassen sich schnell emotional zum Titelkauf verleiten, besonders dann, wenn dieser nicht besonders teuer ist. Dabei können die Händler teilweise noch so schwindeln und kaum der im Angebot verwendeten Sprache mächtig sein. In der Regel lassen sie sich von subjektiven Meinungen, die nicht belegbar sind bzw. nicht objektiv bestätigt werden können, relativ leicht überzeugen, und ihr Ziel ist einzig und allein die Titelführung. Meistens verfügen sie nur über sehr geringes Hintergrundwissen über den Titelhandel und über die diesbezüglichen rechtlichen Grundlagen. Zunächst glauben sie an die Versprechen der Händler und träumen sich schon mal in die Lage. Irgendwie werden sie dann aber doch eines Tages misstrauisch und versuchen, meist anonym mehr Informationen zu bekommen, oft allerdings auch erst nach dem Kauf und nachdem sie bereits für die Händler in irgendeiner Form geworben haben, und dadurch auch bereits andere in den Sog des Titelkaufs hineingezogen haben. Wenn sie ihren Titel gekauft haben, sprechen sie nicht weiter über die Herkunft und legen die Dokumente nur an nach ihrer subjektiven Meinung geeigneten Stellen vor.
5. “Gefährliche Egozentriker”
Sie stellen den weitaus größten Teil der Konsumenten von akademischen Graden und anderen Titeln dar und sind die eigentlichen Werttreiber des Titelmarkts. Hier haben die Titelmühlen besonders leichtes Spiel; die Konsumenten stellen kaum Fragen und sind sogar bereit, sehr hohe Preise an illegal operierende Titelhändler zu bezahlen. Sie sind deswegen so gefährlich, weil sie die Position des illegalen Titelmarktes enorm verstärken. Manche von ihnen leiten sogar Interessenten an illegal operierende Titelmühlen weiter oder fungieren als Zwischenhändler, weil sie nicht akzeptieren wollen, dass dieses Vorgehen strafbar ist. Die Egozentriker in dieser Sparte reagieren mit zahlreichen, verketteten psychischen Abwehrmechanismen und sind einem äußerst hohen Leidensdruck ausgesetzt. Sie wollen die Realität um keinen Preis akzeptieren, und klammern sich an kleinsten imaginären Strohhalmen fest. Nach ihrem eigenen Verständnis haben sie sich ihren gekauften Abschluss wirklich hart verdient. Auffällig ist hier jedoch, dass sie in der Regel keinesfalls bereits sind, auch nur kleinste und leichte Prüfungen abzulegen, was dafür spricht, dass nicht wirklich so viel “Berufserfahrung” usw. vorliegt, wie sie oft angeben. Sie denken, dass sie einen soliden Grad für besondere erbrachte Leistungen ehrenvoll erhalten haben, dabei ist in der Realität der Grad so solide wie ein Luftschloss auf Treibsand. Im großen ganzen fühlen sich die egozentrischen Titelkäufer sehr schnell persönlich angegriffen. Wenn irgendwo das Wort Titelmühle fällt, fühlen sich diese Käufer in ihrer eigenen Würde stark verletzt und nehmen sämtliche Titelmühlen uneingeschränkt in Schutz, ohne sich davon vergewissern zu wollen, wer und was hinter diesen dubiosen Geschäften steckt. Wenn sie für Titelmühlen oder den Titelkauf im allgemeinen werben, dann tun sie dies meist, oft auch unbewusst, mit übernommenen Floskeln der Titelverkäufer. Gerade wenn berechtigte Zweifel aufkommen und genauere Fragen gestellt werden, kommen Antworten wie z. B. “Dieses Angebot richtet sich an ein ganz anderes Klientel” und “Es gibt immer ein paar Profi-Miesmacher” und tun die klar belegbaren Argumente als “unqualifizierte Beiträge” ab.
Zusammenfassung:
Eines haben alle Käufer dieser akademischen Grade gemeinsam: Sie haben ein überdurchschnittlich hohes Bedürfnis nach Anerkennung, das jedoch aus sehr unterschiedlichen Gründen entstanden sein kann.
Wer sich wirklich dem Titelhandel bewusst bedienen will, der sollte sich unbedingt zunächst über seine eigenen Motive und Ziele völlig im Klaren sein und die rechtlichen sowie andere Schwierigkeiten bedenken. Wer Informationen hierzu sucht, sollte stets versuchen, subjektiv empfundene und gezielt suggerierte Aussagen (besonders von Bedürfnisstrukturen erlegenen Menschen der letzten Gruppe und von direkten Titelverkäufern) von sachlich und faktisch-realen Argumenten zu unterscheiden und zu evaluieren.
Abschließendes Statement:
Akademische Grade werden für akademische Leistungen verliehen - und das nicht ohne Grund.
So würde es auch wenig Sinn machen, wenn sich ein Theologe einen Maurermeistertitel kaufen würde, ohne dass dieser jemals wirklich praktische Maurerarbeiten gemacht hat. Oder hätten Sie vielleicht Interesse daran, den Bau Ihres eigenen Hauses von einem solchen bauen zu lassen?
Genauso unsinnig ist es, einem zwar praktisch Berufserfahrenen ohne Prüfungen einen akademischen Grad zu verleihen, ohne dass dieser jemals reale akademische Leistungen erbracht hat.
Würde eine solche äußerst fragwürdige Argumentation wirklich berechtigt sein, so hätte jeder Rentner Anspruch auf einen Doktortitel (am besten gleich staatlich subventioniert). Auch wenn sich ein Mensch noch so weigert, bis zu seiner Rente erwirbt er sicher “irgendwelche” Erfahrungen; nicht jedoch automatisch akademisch wertvolle...
Frage:
Und, wie sehen Sie das? |
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daimlersix Insider
Anmeldungsdatum: 22.03.2004 Beiträge: 688
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Verfasst am: 24.Jun 2005 7:39 Titel: |
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| Guter Beitrag, herzlichen Dank für die Mühe und die ausgefeilte Formulierung! |
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DaMal Insider
Anmeldungsdatum: 21.05.2004 Beiträge: 608
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Verfasst am: 25.Jun 2005 0:59 Titel: Abschreckende Beispiele |
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Danke.
Die egozentrischen Käufer sind gerade auch deswegen so gefährlich, weil sie oft mit den gekauften, gefälschten oder erfundenen Dokumenten kaum vor erheblichen kriminellen Handlungen zurückschrecken. Das liegt auch daran, dass sie selbst davon überzeugt sind, dass dies alles nicht so schlimm oder sogar nicht verboten ist, "weil es ja andere auch so machen...". Um diese Gedanken auch nachträglich noch zu rechtfertigen, beziehen sie meist charakterlich Gleichgesinnte in ihre dubiosen Machenschaften mit ein. Aufgrund des Drangs zur Rechtfertigung wagen sie auch schonmal einen für sie "großen Schritt nach vorn".
Hier reicht dann oft nicht ein einfacher Bachelor-Abschluss in Geschichte, Wirtschaftswissenschaften, Biologie oder ähnlichem, bei dem der Schaden eher gering sein dürfte. Nein, es darf auch gleich schonmal der Dr. med. bzw. MD sein.
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/1010/lokales/0088/
oder auch hier (ZDF-Bericht):
| Zitat: |
Bergheim (ddp-nrw). Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 32-jährigen Mann, der als "falscher Arzt" 15 Patienten behandelt haben soll. Ein Tumorpatient ist während der Behandlung durch den angeblichen Mediziner gestorben, wie eine Justizsprecherin mitteilte. Der Mann hatte mehrere Jahre als Hilfskraft in einem Krankenhaus des Erftkreises gearbeitet. Parallel dazu richtete er sich in Bergheim Behandlungsräume ein, in denen er Interessenten zunächst "psychologisch beriet". Ab Januar vergangenen Jahres gab er sich gegenüber Privatpatienten auch als Arzt aus. Dabei trat der Mann gleich unter mehreren beeindruckenden medizinischen Titeln auf.
Der falsche Doktor fiel auf, weil er bei einem Apotheker ungewöhnlich viele Betäubungsmittel bestellt hatte. Bei einer Hausdurchsuchung wurden gefälschte Unterlagen wie Approbationsurkunden und Stempel sichergestellt. Des weiteren entdeckten die Ermittler Patientenunterlagen und verschiedene ärztliche Formulare. Unter den von dem falschen Arzt therapierten Personen befand sich auch ein Hirntumorpatient, der zwei Tage nach der letzten Betäubungsmittelverschreibung verstarb. Seine Leiche soll nun obduziert werden. Die anderen Patienten des falschen Doktors wurden von den Ermittlungsbehörden informiert und an ihre Hausärzte verwiesen. Der 32-Jährige konnte bislang noch nicht vernommen werden. Er hat sich auf eigenen Wunsch in eine psychiatrische Klinik einweisen lassen. |
Dies ist noch ein "harmloseres" Beispiel, jedoch mit passendem Ende in der Psychiatrie.
Einfach mal die Realität in vollem Umfang wahrnehmen und akzeptieren - das könnte solchen chronifizierten psychischen Störungen doch schon ein wenig vorbeugen.
Erstaunlich ist hierbei auch, dass es durchaus Fälle gibt, in denen der angebliche "Mediziner" ernsthaft glaubt, den "akademischen" Abschluss ehrlich verdient zu haben. Ich kann mich da noch an einen Masseur erinnern, der seiner Meinung nach seinen Dr. med. angeblich "aufgrund von Lebens- und Berufserfahrung" bekommen hat. Dass er lediglich einen Hauptschulabschluss besaß, keinerlei Prüfungen ablegen musste und im Grunde keinerlei wirkliches medizinisches Wissen vorhanden war, hielt in nicht von seiner erheblich verzerrten subjektiven Wahrnehmung ab, zu glauben, dass dies alles rechtens sei. |
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Crix Newbie
Anmeldungsdatum: 14.04.2005 Beiträge: 29
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Verfasst am: 25.Jun 2005 11:53 Titel: Toller Text! |
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Möchte dem User gast-luk für den sehr lesenswerten und kurzweiligen Text danken. Solche Beiträge machen dieses Forum wertvoll.
Besonders Fälle wie der geschilderte falsche Arzt machen sehr nachdenklich. Ich will gar nicht wissen, wieviele es davon gibt....
Gruß aus Mainz
Crix
(der nun an seinem akademischen Abschluß arbeiten muß, und das bei dem Wetter ) |
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DaMal Insider
Anmeldungsdatum: 21.05.2004 Beiträge: 608
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Verfasst am: 25.Jun 2005 12:54 Titel: |
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Natürlich gibt es nicht nur falsche Ärzte, es fliegen auch schonmal Pfarrer und andere falsche kirchliche Organe auf. Ein falscher Pfarrer kann das Vertrauen und Selbstwertgefühl der Gläubigen auch erheblich verletzen. Diesem sind sich die Käufer solcher Würden und "Bildungsabschlüsse" in der Regel nicht bewusst. Nach ihrer Meinung können sie endlich mal "was wirklich Gutes tun". Das ist das Schlimme; sie glauben wirklich, dass das alles so richtig und erlaubt ist.
Manchmal mögen sie sich mit der neu gewonnenen Anerkennung zufrieden geben, und sie verhalten sich insgesamt eher unauffällig; aber wenn dann noch der Drang nach weiterem entsteht, ist dann der nächste Betrug nicht mehr weit:
| Zitat: |
Gepflegtes Äußeres, einen angegrauten Vollbart, lichtes Haar, eine tiefe, angenehme Stimme, vornehmes Auftreten in Verbindung mit einer demütigen Körperhaltung - noch im Wiener Straflandesgericht strahlte Mauro A. (49) heute, Donnerstag, das aus, was ihm auch zahlreiche Kirchenvertreter geglaubt hatten. Als falscher Priester trieb er vor drei Jahren zwischen Wien und Bregenz sein Unwesen und kassierte mit Lügengeschichten insgesamt 22.000 Euro. Nun wurde er wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs rechtskräftig zu 15 Monaten Haft verurteilt, wovon fünf unbedingt ausgesprochen wurden.
Im Jänner 2002 tauchte „Pater Mauro“, wie er sich nannte, in der Erzdiözese Wien auf. Er stellte sich als Abt eines mexikanischen Ordens vor und erbat Unterstützung für Arme und Bedürftige. Auch seine 357 Mitbrüder würden darben, gab er vor. Bischof Ludwig Schwarz, der nun auch als Zeuge einvernommen wurde, war überzeugt, das Richtige zu tun, indem er ihm einen ansehnlichen Betrag in Form so genannter Mess-Stipendien in die Hand drückte.
In Wahrheit ist der angebliche Pater jedoch ausgebildeter Dolmetscher für Spanisch, Französisch und Englisch. 15 Jahre hat er für die Aidshilfe in Mexiko gearbeitet, wo er sich offenbar reichlich kircheninternes Wissen aneignen konnte. Denn als der gebürtige Römer schließlich nach Europa zurückkehrte und als Reiseleiter nicht genug Geld verdiente, gab er sich alsbald als Gottesmann aus und bestand mit Bravour die „Testfragen“, mit denen ihn die Stellen konfrontierten, bei denen er um Hilfe für unschuldig in Not geratene Brüder und Schwestern vorstellig wurde.
„Dass er sich in der kirchlichen Landschaft einigermaßen auskennt, hat er unter Beweis gestellt. Ich war erstaunt, wie gut er Bescheid gewusst hat“, konzedierte ihm ein Vertreter der Erzdiözese Wien. Der Sekretär der Diözese Innsbruck meinte als Zeuge: „Er hat einen sehr professionellen, sehr vertrauenswürdigen Eindruck gemacht. Vielleicht ist es ein Manko, dass man in diesem Bereich mehr auf Vertrauensbasis und weniger auf Kontrolle schaut.“
Auch im Westen ließ man sich nämlich nicht lumpen, als „Pater Mauro“ notgedrungen dort in Erscheinung trat. In der Bundeshauptstadt war man nämlich drauf gekommen, dass es in Guadeloupe, dem angeblichen Sitz seiner Glaubensgemeinschaft, gar keinen Pater Mauro gab.
Die Erzdiözese Wien verschickte daher ein Schreiben, in dem vor dem Betrüger gewarnt wurde. Leider gelangte das nie in die anderen Bundesländer, so dass Mauro A. noch unter anderem im Stift Wilten und in der Salzburger Dompfarrei zuschlagen konnte. Richter Fritz Zöllner fand das „nicht sehr g’scheit“ und meinte außerdem: „Von mir verlangen sie einen Riesenbeitrag für die Kirchensteuer und da wird so einfach gezahlt, wenn einer kommt.“
Der falsche Priester war zu den angeklagten Fakten geständig, betonte aber, er habe einen Teil des Geldes an bedürftige Familien in Russland und Rumänien weiter geleitet. Er habe auch nicht in Saus und Braus gelebt, sondern nur in „sauberen Pensionen“ genächtigt.
Mit seinem „Schmäh“ hat der Römer übrigens nicht nur in Österreich seine Taschen gefüllt. In der Schweiz und in Deutschland war er auf dieselbe Weise tätig, vom Amtsgericht München wurde er Anfang 2002 wegen acht gleich gelagerter Fälle zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten verurteilt. Vor knapp eineinhalb Monaten klickten dann die Handschellen, als er neuerlich nach Österreich reiste: Er dürfte “übersehen“ haben, dass er hier nach wie vor per Haftbefehl gesucht wurde. |
Quelle: http://www.austria.com/engine.aspx/page/vienna-article-detail-page/dc/om:vienna:wien-aktuell/cn/vienna-news-ckramsl-20040603-022053/nav/prev |
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DaMal Insider
Anmeldungsdatum: 21.05.2004 Beiträge: 608
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Verfasst am: 26.Jun 2005 12:23 Titel: |
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Man muss sich allerdings auch fragen, warum sich manche Menschen falsche Dokumente kaufen, wo selber drucken doch eindeutig billiger ist. Oder man ist flexibel und gibt sich, z. B. wenn man gelernter Koch ist, einfach so als Rentenberater, Rechtsanwalt oder Sozialarbeiter aus:
| Zitat: |
Falscher Sozialarbeiter prellte alte Damen um ihr Geld
Ein einschlägig vorbestrafter Betrüger, der alte Damen um ihre Ersparnisse gebracht hat, muss sich seit Freitag vor dem Landgericht verantworten. Als falscher Sozialarbeiter, Rentenberater oder Rechtsanwalt hatte der gelernte Koch nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis laut Anklage 15 Seniorinnen um insgesamt um knapp 37 000 Euro betrogen.
Sein erstes Opfer hatte der geständige Angeklagte bereits 1998 um rund 15 000 Euro geprellt. Bei seinem neuerlichen Besuch im März 2003 tarnte sich der heute 54-Jährige als Rechtsanwalt. Er gab vor, der 82-jährigen das Geld zurückbringen zu wollen. Zunächst solle sie 1000 Euro Gebühren zahlen. Die Seniorin fiel nicht erneut auf seine Machenschaften herein. Schlimmer traf es eine 87-jährige Seniorin. Als vermeintlicher Rentenberater prellte er sie um 2000 Euro. Die Frau sei in wirtschaftliche Not geraten, heißt es in der Anklage. In anderen Fällen hatte der Mann den bis zu 93-jährigen Opfern als angeblicher Mitarbeiter des Sozialamtes Hilfe versprochen. dpa |
Quelle: Die Welt, 13. März 2004 |
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WC.Hofmann Pathfinder
Anmeldungsdatum: 09.12.2004 Beiträge: 357 Wohnort: in der Mitte Europas
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Verfasst am: 27.Jun 2005 10:48 Titel: Titelsucht, Titelhandel etc. |
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| gast-luk hat folgendes geschrieben:: |
| Man muss sich allerdings auch fragen, warum sich manche Menschen falsche Dokumente kaufen, wo selber drucken doch eindeutig billiger ist. ... |
Das war wohl ein kleiner Scherz!
@gast-luk
Ich hatte bis vor etwa zwei Monaten gelegentlich in diesen "speziellen" Threads, die unter dieser Rubrik zusammengefasst sind, meine Meinung zu Titelhandel, Fernstudiengängen, Promotionsverfahren, Promotionsberater etc. niedergeschrieben; - ich wollte ansich nichts mehr zu dieser Thematik schreiben.
Ihre vielen Beiträge in der letzten Zeit habe ich gerne gelesen; Sie setzen sich im o.a. Eröffnungsbeitrag mit der Psyche der "Titelsuchenden/Titelsüchtigen" auseinander. Es wäre bestimmt für den einen oder anderen "akademisch Verirrten" gut, Ihre Beiträge zu beachten und eine klare Entscheidung für den eigenen zukünftigen Weg zu treffen, - nämlich sich von der abwegigen Titelsucht kurieren zu lassen.
Diejenigen, die aufgrund erbrachter Studienleistungen und schon begonnener Industrietätigkeit nun unbedingt einen Doktorhut aufsetzen möchten, müssen bereit sein, sich in einer zeitlichen Befristung unter der wissenschaftlichen Anleitung eines Universitätsprofessors mit einer Dissertationsschrift zu qualifizieren. Dies ist selbstverständlich auch als sog. Externer aus einer Industrie heraus möglich, wenn auch mit einem entsprechend zeitlichen Aufwand verbunden, der ggf. einer Familie sehr viel abverlangt. Ein Blick in die Promotionsordnungen der Universitäten/Technischen Hochschulen u.a. zeigt die verpflichtenden Rahmenbedingungen auf. - Was gibt es hierzu sonst noch zu sagen?
Gruss, WC.H |
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WC.Hofmann Pathfinder
Anmeldungsdatum: 09.12.2004 Beiträge: 357 Wohnort: in der Mitte Europas
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Verfasst am: 27.Jun 2005 10:52 Titel: Titelsucht, Titelhandel etc. |
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| gast-luk hat folgendes geschrieben:: |
| Man muss sich allerdings auch fragen, warum sich manche Menschen falsche Dokumente kaufen, wo selber drucken doch eindeutig billiger ist. ... |
Das war wohl ein kleiner Scherz!
@gast-luk
Ich hatte bis vor etwa zwei Monaten gelegentlich in diesen "speziellen" Threads, die unter dieser Rubrik zusammengefasst sind, meine Meinung zu Titelhandel, Fernstudiengängen, Promotionsverfahren, Promotionsberater etc. niedergeschrieben; - ich wollte ansich nichts mehr zu dieser Thematik schreiben.
Ihre vielen Beiträge in der letzten Zeit habe ich gerne gelesen; Sie setzen sich im o.a. Eröffnungsbeitrag mit der Psyche der "Titelsuchenden/Titelsüchtigen" auseinander. Es wäre bestimmt für den einen oder anderen "akademisch Verirrten" gut, Ihre Beiträge zu beachten und eine klare Entscheidung für den eigenen zukünftigen Weg zu treffen, - nämlich sich von der abwegigen Titelsucht kurieren zu lassen.
Diejenigen, die aufgrund erbrachter Studienleistungen und schon begonnener Industrietätigkeit nun unbedingt einen Doktorhut aufsetzen möchten, müssen bereit sein, sich in einer zeitlichen Befristung unter der wissenschaftlichen Anleitung eines Universitätsprofessors mit einer Dissertationsschrift zu qualifizieren. Dies ist selbstverständlich auch als sog. Externer aus einer Industrie heraus möglich, wenn auch mit einem entsprechend zeitlichen Aufwand verbunden, der ggf. einer Familie sehr viel abverlangt. Ein Blick in die Promotionsordnungen der Universitäten/Technischen Hochschulen u.a. zeigt die verpflichtenden Rahmenbedingungen auf. - Was gibt es hierzu sonst noch zu sagen?
Gruss, WC.H |
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DaMal Insider
Anmeldungsdatum: 21.05.2004 Beiträge: 608
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Verfasst am: 27.Jun 2005 12:04 Titel: Re: Titelsucht, Titelhandel etc. |
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| WC.Hofmann hat folgendes geschrieben:: |
| gast-luk hat folgendes geschrieben:: |
| Man muss sich allerdings auch fragen, warum sich manche Menschen falsche Dokumente kaufen, wo selber drucken doch eindeutig billiger ist. ... |
Das war wohl ein kleiner Scherz! |
Selbstverständlich sollte das nicht ernst gemeint sein. Insgesamt kann man aber doch sehen, wie schmal der Grat zwischen Legalität und Illegalität sein kann, wenn man sich ernthaft für einen Titelkauf entscheidet und dabei nicht aufpasst. Hat man gefälschte Dokumente oder echte Dokumente falscher "Universitäten" gekauft, käme dies vom Wert dem selberdrucken gleich. Gerade vor solchen Anbietern sollte höchste Vorsicht geboten sein!
| WC.Hofmann hat folgendes geschrieben:: |
| Es wäre bestimmt für den einen oder anderen "akademisch Verirrten" gut, Ihre Beiträge zu beachten und eine klare Entscheidung für den eigenen zukünftigen Weg zu treffen, - nämlich sich von der abwegigen Titelsucht kurieren zu lassen. |
Dies ist in der Tat ein ernst zu nehmender Gedanke. Es gibt einige, die sich nur deswegen mit dem Titelhandel beschäftigen, weil sie lediglich keine Lust haben, so lange zu lernen und Prüfungen abzulegen, obwohl sie aber sehr wohl die Eignung hierfür haben. Diese haben die Hoffnung, dass man mal eben einen voll anerkannten Abschluss für möglichst wenig Geld kaufen kann. Gerade diese Personengruppe sollte sich die Frage stellen, inwieweit es wirklich ein Schritt nach vorn wäre, sich Dokumente zu kaufen. Es gibt heutzutage wirklich etliche verschiedene Möglichkeiten, die gerade für Berufstätige maßgeschneidert sind.
| WC.Hofmann hat folgendes geschrieben:: |
Was gibt es hierzu sonst noch zu sagen?
Gruss, WC.H |
Akademische Grade sind für gezeigte akademische Leistungen da, das nicht ohne Grund. Dies kann ich nicht oft genug wiederholen.
Neben der reinen Unterhaltung in diesem Bereich möchte ich mit diesen Beispielen usw. gerade den Verirrten aufzeigen, dass es andere Möglichkeiten gibt. Gleichzeitig soll auch verdeutlicht werden, wie sehr man sich dadurch selbst abwerten kann und dies seine Folgen zeigen kann, wenn zunächst auch unbewusst. Wer also die Voraussetzungen eines Studiums erfüllt und nach echter Anerkennung strebt, wird sich mit einem Titelkauf immer grundsätzlich selbst enttäuschen. Selbst wenn er sich anderen gegenüber gut verkaufen kann, so weiß er dennoch immer selbst, dass seine "Leistungen" nichts wert sind. Die eigene Strafe ist somit sehr hoch. Darüber sollten sich gerade diese Titelkonsumenten im Klaren sein.
Fazit:
Dem Titelhandel sollte sich grundsätzlich nur bedienen, wer sich in diesem Bereich sehr gut auskennt und wer charakterlich wirklich in der Lage ist, damit umzugehen. Ein zunächst bewusster einfacher Titelkauf kann in der Tat zu einer krankhaften, dringend zu behandelnden, sogar schwer chronischen Sucht werden, die nicht zu unterschätzen ist. Kommt es wirklich hierzu (dies muss es nicht zwangsläufig), ist es gerade deswegen so gefährlich, weil das Selbstwertgefühl durch Titelkauf gesunken ist und dadurch weitere Käufe vorgenommen werden, um dies zu kompensieren. Die Folge ist dann jedoch, dass das Selbstwertgefühl durch evtl. weitere Käufe immer weiter sinkt und die Differenz zwischen Soll und Ist immer größer wird, was mit schweren psychischen Erkrankungen eingehen kann.
Das ist echt kein Witz, mir sind solche Fälle bekannt. |
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Kant Pathfinder
Anmeldungsdatum: 27.07.2004 Beiträge: 446
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Verfasst am: 9.Jul 2005 2:09 Titel: |
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| Zitat: |
| Dem Titelhandel sollte sich grundsätzlich nur bedienen, wer sich in diesem Bereich sehr gut auskennt und wer charakterlich wirklich in der Lage ist, damit umzugehen. Ein zunächst bewusster einfacher Titelkauf kann in der Tat zu einer krankhaften, dringend zu behandelnden, sogar schwer chronischen Sucht werden, die nicht zu unterschätzen ist. Kommt es wirklich hierzu (dies muss es nicht zwangsläufig), ist es gerade deswegen so gefährlich, weil das Selbstwertgefühl durch Titelkauf gesunken ist und dadurch weitere Käufe vorgenommen werden, um dies zu kompensieren. |
Was soll denn das für ein Mist werden? Reden wir hier über Alkohol, Crack, Prostitution, Heroin oder hieven Sie gerade den Titelkauf auf dieses Niveau.
Nein gast-luk, Ihr Engagement in Ehren, aber beim psychologischen Ansatz müssen Sie nochmals weiter in sich gehen - das können Sie ja.
Meiner Meinung nach, ist es der normale Wahn der Geltungssucht. Aber wir sollten dies nicht auf dieses Niveau heben; dem muß ich wegen geistigen Ausfalls in der Bemessenshöhe Ihrerseits widersprechen.
Aber es geht weiter:
| Zitat: |
| Die Folge ist dann jedoch, dass das Selbstwertgefühl durch evtl. weitere Käufe immer weiter sinkt und die Differenz zwischen Soll und Ist immer größer wird, was mit schweren psychischen Erkrankungen eingehen kann. |
Hier übersteigern Sie Ihre obige Übersteigerung erneut. Dies ist weder ein logisches, noch gewöhnliches oder übliches Verhalten - deshalb muß sich ihr Fazit dem unterordnen.
Kant. |
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| Nach oben |
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DaMal Insider
Anmeldungsdatum: 21.05.2004 Beiträge: 608
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Verfasst am: 9.Jul 2005 13:54 Titel: Was ist los? |
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@ Kant
Kant, ich weiß nicht, was Sie mir damit sagen wollen, wie auch immer.
Manchmal posten Sie einfach emotional zu schnell drauf los, ohne ausreichend über den gegebenen Sachverhalt nachzudenken.
Dies wird in Ihren wertenden Postings ohne vernünftigen Sachbezug deutlich:
| Kant hat folgendes geschrieben:: |
| Was soll denn das für ein Mist werden? |
Sie brauchen sich doch nicht angegriffen zu fühlen, so dass Sie sich selbst dermaßen verheddern:
| Kant hat folgendes geschrieben:: |
| Hier übersteigern Sie Ihre obige Übersteigerung erneut. |
Lesen ist eine Sache, verstehen eine andere. Eigentlich verfügen Sie doch über weit mehr Potential, so dass ich über solcherlei Postings von Ihnen recht enttäuscht bin. Wenn Sie meine Ausführungen aufmerksam gelesen, und vor allem auch verstanden hätten, so wüssten Sie, worum es hier im eigentlichen Sinne geht.
Ich hatte weder vor, den Titelkauf als allgemeingefährliche Droge darzustellen, noch versuche ich es jetzt. Die angesprochene Problematik resultiert ja nicht aus dem vorhandenen Titelhandel selbst, sondern vielmehr aus den Reaktionen der Menschen mit verzerrter subjektiver Wahrnehmung. In der Tat kann Titelkauf zu einem gefährlichen Spiel mit dem Selbstbewusstsein werden. Dies hat jedoch immer mit den gegebenen Strukturen der verschiedenen Menschen zu tun. Ich weiß, dass die von mir beschriebenen Extremfälle nicht allzuoft vorkommen; jedoch sind sie vorhanden; auch wenn es Ihnen nicht gefallen sollte. In der Regel wird dies auch nicht bekanntgemacht. Aufgrund meiner beruflichen Laufbahn sind mir wirklich solche Fälle wirklich bekannt. Diese extrem überhöhte Geltungssucht kann mit Titelkauf einhergehen, muss es aber nicht. Diese eventuelle Titelsucht kann wirklich sehr stark ausgeprägt sein, so dass die Folgen für den jeweiligen Süchtigen schwerwiegend sein können. Daher sprach ich auch von der charakterlichen Eignung der Personen, die sich dem Titelhandel bedienen sollten. Diese charakterliche Eignung liegt nicht bei jedem grundsätzlich vor.
Ihr Vergleich mit Alkohol ist in der Tat nicht schlecht. Wir beide werden vermutlich in der Lage sein, die positiven Auswirkungen des Alkohols zu genießen und nach einer gewissen Menge aufzuhören. Gleichzeitig werden wir nicht das Bedürfnis verspüren, innerhalb der Woche Alkohol zu trinken, oder gar direkt am Arbeitsplatz. Für uns ist Alkohol so sicher nicht gefährlich. Anderen hingegen gelingt dies aufgrund ihrer psychischen Struktur jedoch nicht. Ähnlich kann dies auch beim Titelkauf werden, wenn der Käufer nicht in der Lage ist, sich ab einem gewissen Punkt zu beherrschen. Es gibt Menschen, die sich sehr stark verschuldet haben, weil sie zum einen dachten, dass beim Titelhandel alles gut ist, wenn es teuer ist, ohne die Rechtmäßigkeit zu prüfen, zum anderen, weil sie den Hals einfach nicht voll bekamen. Bei diesen gefährdeten Personen kann es beim Titelkauf zunächst scheinbar harmlos anfangen.
In diesem Thread geht es um psychologische Strukturen, die oft objektiv von außen meist nicht erkennbar sind. Das wird auch der Grund sein, warum Sie eine solche subjektive Abneigung gegen diesen Thread empfinden.
| Zitat: |
| ...aber beim psychologischen Ansatz müssen Sie nochmals weiter in sich gehen - das können Sie ja. |
Ich bin mir sehr sicher, dass Sie das wohl kaum beurteilen können, wenn Sie auch Ihre eigenen persönlichen subjektiven Erfahrungen gemacht haben sollten. Zufälligerweise sind mir von Berufs wegen Kenntnisse solcher Art zur Genüge zugänglich.
| Zitat: |
| Meiner Meinung nach, ist es der normale Wahn der Geltungssucht. |
Zwar mögen Sie persönlich lediglich solcherlei Erfahrungen gemacht haben, die Ihre These bestätigen, so dass Sie dies subjektiv empfinden. Ich bin mir sicher, dass auch Sie Titel sehr mögen. Trotzdem scheinen Sie in der Lage, sehr wohl damit umgehen zu können. Anderen hingegen gelingt dies aber eben nicht. Diese Fälle stehen in der Regel nicht in der üblichen Presse, wodurch Ihnen das wohl auch nicht bekannt ist.
Mir ist es egal, ob meine Postings populär sind oder nicht. Es ist halt nur so, dass wenn Fakten vorliegen, diese auch erkannt und berücksichtigt werden sollten. Der Vorteil dieser Foren ist ja gerade, dass die User verschiedensten Berufen anhängig sind, aus denen sie berichten können. |
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Kant Pathfinder
Anmeldungsdatum: 27.07.2004 Beiträge: 446
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Verfasst am: 9.Jul 2005 15:40 Titel: |
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@gast-luk
Ich schätze Ihren Sachverstand, aber weiß auch um Ihre mangelnde Kritikfähigkeit.
Ihr psychologisches Fachwissen in allen Ehren. Auch wenn Sie es nicht vorhatten den Titelkauf als allgemeingefährliche Droge darzustellen, so ist wohl gerade wegen meiner Verstehensschwäche Ihres ausgeklügelten psychologischen Einblicks in Gefährlichkeit des Titelkaufs und Ihrer Schlußfolgerungen bei mir der Eindruck entstanden, diese Gefahren würden für einen nicht unerheblichen Prozentsatz von Titelkäufern gelten.
Erinnern wir uns kurz an die Überschrift dieses Threads:
Psychologische Struktur der Käufer von akad. Graden u Titeln
Dem flüchtigen, aber auch dem verstehensschwachem Leser wie mir, drängt sich hier doch eine allgemeingültige Aussage Ihrerseits auf.
Erst im letzten Posting - nach meiner Intervention - gestehen Sie
| Zitat: |
| Ich weiß, dass die von mir beschriebenen Extremfälle nicht allzuoft vorkommen;... |
Genau dies habe ich versucht in meiner ertsen Stellungnahme geradezurücken.
Und in der Tat muß ich bei meiner Frage:
| Zitat: |
| Was soll denn das für ein Mist [/werden? |
bleiben, da wir von einer Allgemeingültigkeit Ihrer Aussagen weit entfernt sind.
Und tatsächlich haben Sie in Ihrem von mir zitierten Fazit, Ihre schon vorhandene Übersteigerung nochmals übertseigert.
Ich darf Ihnen hier aus meiner Erfahrung aus hunderten von Kontakten mit Titelkäufern berichten, nicht einer hätte den von Ihnen angesprochen Suchtansatz in der von Ihnen beschriebenen Weise inherent.
Es sind schlicht ganz andere Leute, die eben gerade nicht diese Labilität aufweisen und die geprägt durch ihre oftmals vortrefflichen, verantwortungsvollen Lebensläufe mit Sicherheit die emotionale Standfestigkeit einer deutschen Eiche aufweisen.
So, jetzt ist es ´raus. Jetzt gehe ich auf meine Terasse und werde ein gepflegtes Bierchen trinken, obwohl ich eigentlich etwas zu tun hätte.
Ihnen lieber gast-luk wünsche ich ein ebenso tolles Wochenende und freue mich auf jede Art von Diskurs mit Ihnen.
Wir haben ja schon den ein oder anderen Kampf auf der gleichen Seite ausgefochten und ich verneige demutsvoll das Haupt vor Ihrem Wissen und Ihrer Vita.
Übrigens, einen Titel oder eine akademische Würde wurde mir noch nicht zuteil und ich strebe auch nicht danach.
Kant. |
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DaMal Insider
Anmeldungsdatum: 21.05.2004 Beiträge: 608
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Verfasst am: 9.Jul 2005 16:18 Titel: |
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@ Kant
Kritik ist immer gut. Es geht mir hier nicht um igendwelche Kämpfe und dergleichen., sondern um Austausch von Informationen.
Geistige Konstrukte sind sehr wichtig, um bestimmte Phänomene besser verstehen zu können. Die Extremfälle kommen sicher nicht oft vor, jedoch sind zumindest leicht verzerrte Wahrnehmungen doch sehr häufig anzutreffen und gewisse Tendenzen zu erkennen.
Eine starre Allgemeingültigkeit kann natürlich nicht auf jeden Menschen blind übertragen werden, da die subjektiven Wahrnehmungen der Menschen äußerst verschieden sein können.
Sie mögen Ihre eigenen Erfahrungen mit bestimmten Titelkäufern gemacht haben, die Ihnen ihren evtl. vorhandenen Suchtansatz sicher nicht unterbreitet haben. Dies wäre ja auch absurd, da sie ihr Verlangen nach Anerkennung selbst zunichte machen würden. Wie auch in anderen Suchtbereichen ist man hier auf Schätzungen und Deutungen angewiesen. Es gibt auch Alkoholiker, die durchaus gebildet sind und beeindruckende Arbeitsleistungen zeigen, die jedoch mit Sicherheit ihr Problem nicht verbreiten werden.
User wie sherlock holmes haben mich zu dieser gedanklichen Auseinandersetzung getrieben.
Ich gehe jetzt übrigens auch in den Garten und werfe meinen Grill mal langsam an. Es geht doch nichts über deftig gewürztes Gegrilltes mit einem gepflegten Pils dazu. |
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