Verfasst am: 13.Aug 2005 13:48 Titel: Firmengründung in Ireland
Hallo,
ich will in Irland eine Limited gründen und habe gehört, das dies vorort von einem Spezialisten erledigt werden muß.
Im Internet habe ich die Möglichkeit über
http://www.startingmybusiness.biz/managed-companies/managed-companies-german.html
endeckt und benötig Informationen ob diese Firma vertrauenswürdig ist.
Danke im vorraus für die Infos.
Günther
Verfasst am: 10.Sep 2005 22:41 Titel: Re: Firmengründung in Ireland
Güntherh hat folgendes geschrieben::
Hallo,
ich will in Irland eine Limited gründen und habe gehört, das dies vorort von einem Spezialisten erledigt werden muß.
Im Internet habe ich die Möglichkeit über
http://www.startingmybusiness.biz/managed-companies/managed-companies-german.html
endeckt und benötig Informationen ob diese Firma vertrauenswürdig ist.
Danke im vorraus für die Infos.
Günther
Einige Gedanken zur Vertrauenswürdigkeit dieses Anbieters:
http://www.startingmybusiness.biz/managed-companies/managed-companies-german.html hat folgendes geschrieben::
Vorteile
UK und Irland haben beide sehr niedrige Körpershaftssteuern (bzw. 19% und 12,5%)
Die Limited (GmbHs) in UK und Irland brauchen nicht kapitalisiert zu sein, um ihre Aktivität zu beginnen
...
zu erstens:
Nur die beiden erstgenannten Vorteile sollten schon alles zu diesem "Dienstleister" sagen, denn die Körperschaftssteuer in bspw. UK steigt (progressiv) bis auf 30 % an (was der Anbieter entweder übersehen, oder bewusst verschwiegen hat; die dargestellten Steuersätze beziehen sich gewissermassen auf die Einstiegssätze). Diese Tatsache allein bedeutet, dass bei erreichen eines Betriebsergebnisses von mehr als GBP 1.500.000 p.a. hinfort 30 % Steuern (im UK wohlgemerkt, nicht in Irland; und somit 5 % mehr als in Deutschland) fällig werden. Somit hängt eine solche Konstruktion bereits im Planungsstadium davon ab, wie hoch das effektiv zu erwartende Betriebsergebnis denn sein wird.
zu zweitens:
Das mit der Kapitalisierung stimmt so auch nicht (nur Sie benötigen nicht 25000 Euronen wie in Ihrer Republik üblich). Aber eine Kapitalisierung von (und darüber streiten sich Experten und sog. "Experten" bis heute) mindestens GBP 1 oder GBP 2 bis GBP 100 müssen Sie schon mitbringen. Somit kann also keine Rede (wie auf der Site) davon sein, dass die Limited nicht kapitalisiert zu sein braucht. Ohne den o.a. obligatorischen Betrag brauchen Sie gar nicht auf eine Eintragung seitens des zuständigen Registers zu hoffen. Wenn Sie das ganze seriös aufziehen wollen, und davon gehe ich aufgrund Ihrer Beschreibung aus, sollten Sie in Erwägung ziehen Ihre dortige Firma mit einer höheren Kapitalisierung auszustatten. Das macht sich gegenüber potentiellen Geschäftspartner IMMER besser und unterstreicht, dass es Ihnen ernst ist.
Einmal ganz abgesehen davon, dass das "Teutsch" dieser Site doch sehr zu wünschen übrig lässt und wie es vermuten lässt aus einer Applikation wie Google Webseiten-Übersetzung oder Babelfish@Altavista entstammt, dürfte man aus diesem Umstand seine Schlüsse ziehen.
Ich bin zwar im allgemeinen nicht der Ansicht, dass eine kostenlose Domain wie etwa eine "*.de.vu" oder als Subdomain irgendeines "Free-Hosters" es darstellt, automatisch ein "unseriöses" Angebot ist. (Ist hier auch nicht gegeben; wollte es nur mal am Rande bemerken.)
Wenn mir allerdings eine so wichtige Dienstleistung wie Gründung einer neuen Existenz Offshore oder Onshore angeboten wird, dann komme ich ob andauernder Schreibfehler (in der Übersetzung) schon sehr ins grübeln, wie ernst der Anbieter denn die erwartete Klientel aus dem jeweiligen anderen Sprachgebiet tatsächlich nimmt. Da zwängt sich mir der Verdacht auf, dass hier wirklich nur schnell Kasse gemacht werden soll. Die anfänglichen, teilweise Fehlinformationen, allein schon in den ersten beiden Vorteilspunkten untermauert diese Ansicht momentan noch bei mir.
Ein weiterer Punkt ist, dass durch erklärungen wie diese der Eindruck erweckt wird, die angebotene Limited sei dasselbe wie eine deutsche GmbH, was so nicht ganz richtig ist, da eine Ltd. nicht-handelbare Aktien sog. "Shares" ausgibt. Dieses Prozedere ist bei der deutschen GmbH nicht der Fall. Ein wirklich seriöser Anbieter würde dies i.d.R. erklären.
Andererseits wird auf der Seite des Anbieters auf die SCF Group verwiesen, deren man angeblich "zugehörig" ist. SCF ist mir seit vielen Jahren tatsächlich als Trust- und Managementfirma bekannt, vor allem im Bereich von Offshore-Lösungen in Jurisdictions wie IoM, Singapore, Gibraltar u.v.m. und nach meinem dafürhalten auch eine der wenigen wirklich seriösen Partner, wenn es um Formations, Registrations, ... in diesen Offshore Jurisdictions aber auch in kontinentaleuropäischen Onshores geht.
Allerdings macht die Gesamterscheinung von "startingmybusiness.biz" schon auf den ersten Blick auf mich nicht den aller seriösesten Eindruck. Darüber können die Firmenangaben am Seitenende (betreffs SCF) mich auch nicht hinwegtäuschen. Ausserdem würde ich den Verantwortlichen der Seite empfehlen, ihren Webmaster lieber früher als später auf den Mond zu schiessen.
Gruss
zerospiel
"Von oben betrachtet, sieht die Welt ein klein wenig anders aus"
Anmeldungsdatum: 15.11.2003 Beiträge: 411 Wohnort: Autonome Republik Krim
Verfasst am: 11.Sep 2005 7:34 Titel:
@zerospiel
Zitat:
Diese Tatsache allein bedeutet, dass bei erreichen eines Betriebsergebnisses von mehr als GBP 1.500.000 p.a. hinfort 30 % Steuern (im UK wohlgemerkt, nicht in Irland; und somit 5 % mehr als in Deutschland) fällig werden
Na ja, formal korrekt aber in Deutschland gibt es doch noch Gewerbesteuer und den Solidaritätszuschlag. Das wird natürlich gern beim Vergleich der Körperschaftsssteuersätze (insbesondere von offizieller deutscher Seite) vergessen. Fakt ist doch, dass in Deutschland die Unternehmensbesteuerung vom 1 Euro an fast 40% beträgt. Ein Land zu finden, welche das unterbietet, dürfte nicht schwierig sein.
Aber ganz wichtig ist es zu bemerken, dass der Vergleich der Steuersätze zweier Länder nur wenigen Personen nutzen bringen kann, denn die Steuerpflicht eines Unternehmens richtig sich nicht nach dem Gründungsland. Dies ist ein weit verbreiteter Irrtum, den viele Web-Seiten aus gutem Grund nicht aufklären. Ein Unternehmen ist nur in Irland (oder sonst wo auf der Welt) steuerpflichtig ist, wenn dort auch ein Geschäftsbetrieb existiert. Ein Briefkasten oder eine Adresse bei einem Rechtsanwalt oder Treuhänder reicht nicht aus. Unterhält das irrische Unternehmen nur eine Betriebsstätte in D, so ergibt sich damit automatisch die Steuerpflicht in D.
@Güntherh
Wenn Sie aus diesem Forum einen maximalen Nutzen ziehen wollen, dann würde ich empfehlen keine vermeitliche Lösung zu posten, sondern ihre Ziele darzustellen. Dann wird man ihnen sicher auch Ratschläge geben können, die auf Ihre Bedürfnisse optimierte sind.
"..... Andererseits wird auf der Seite des Anbieters auf die SCF Group verwiesen, deren man angeblich "zugehörig" ist. SCF ist mir seit vielen Jahren tatsächlich als Trust- und Managementfirma bekannt, vor allem im Bereich von Offshore-Lösungen in Jurisdictions wie IoM, Singapore, Gibraltar u.v.m. und nach meinem dafürhalten auch eine der wenigen wirklich seriösen Partner, wenn es um Formations, Registrations, ... in diesen Offshore Jurisdictions aber auch in kontinentaleuropäischen Onshores geht ....."
wenn es um DIESE firma hier - http://www.scfgroup.com/ - geht, muss ich energisch protestieren... üble gesellen!
trick 77 mit anlauf: "pauschale" für firmengründung und jahreskosten verwaltung... dann - kurz vor ablauf des ersten geschäftsjahres: unterbreitung der "jahresabrechnung", auf der dann plötzlich EINIGE TAUSEND PFUND (!!!) "handling fees" und anderer unsinn aufgeführt und verrechnet werden (schaun' sie 'mal die tarife an... sie sind der firma vollständig ausgeliefert, da alles nach stundentarif abgerechnet wird... wie wollen sie ein jahr später belegen, dass die wenigen telefone, die im namen "ihrer" firma beantworten sein mussten, unmöglich zum erwähnten rechnungsbetrag führen konnten!!!)
wenn der kunde alleine schon nachfragt, wie sich der betrag zusammensetzt, werden die scf-boys recht rüde... hatte selbst einmal das vergnügen eines telefongespräches mit einer "lady".... potzduusigblitz, die kam mir recht munter vorbei... und drohte mit der liquidation der gesellschaft, falls die ausstehende rechnung nicht subito überwiesen würde (was tun sie in diesem falle... sie haben ja alle organe mit scf-vasallen besetzt!)
nee, also mit dieser firma machen sie kunden nicht glücklich!
Tja, ich habe anderes als von Ihnen dargestellt erlebt.
Ist allerdings auch schon einige Jährchen hin und betraf seinerzeit meinen (ehemaligen) Arbeitgeber.
Wie es heute um sie steht, da verlasse ich mich jetzt einfach auf Sie, werter Eidgenosse und erteile mir für eventuell vorschnell gewährte Lorbeeren Absolution und ein dickes MEA CULPA.
wir haben hier nun ZWEI meinungen - also eine ideale ausgangslage für jeden interessenten, SELBST abzuklären, wie's HEUTE um die seriosität der firma steht - UNSERE arbeit ist getan... wie sie richtig festhalten, liegt es in der verantwortung jedes einzelnen nachfragers, in eigener regie abklärungen zu treffen, inwieweit die services/kosten seinen ansprüchen entsprechen
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