Verfasst am: 30.Sep 2005 19:05 Titel: Schweiz - Nur noch Finanz-Provinz?
Die Schweiz - schneebedeckte Gipfel, blaue Seen, saftig-grüne Wiesen und DER Finanzplatz überhaupt. Wirklich?
Nun, die Realität scheint inzwischen anders auszusehen. Zwar überbieten sich die Bankhäuser der Alpenrepublik gegenseitig mit Angeboten für Anlagen von Privatkunden – bis hin zum Angebot der Kostenübernahme für die Anreise.
Wie sieht es aber mit Geschäfts-/Firmenkonto in der Schweiz aus? Wohl bemerkt nicht für eine hinterasiatische Zwergenklitsche, bei der noch nicht mal überprüfbar ist, ob es den registrierenden Staat überhaupt gibt. Nein, ich rede von einer us-amerikanischen Unternehmung – mit allen Stempeln, Siegel, Unterschriften.
Der Versuch für eine LLC in der Schweiz ein Konto zu eröffnen ist bei mehr als 50 angefragten Banken – wohl bemerkt alles Banken, die auch Firmenkonten führen, was in der Schweiz ja wohl auch inzwischen die Ausnahme zu sein scheint – bisher gescheitert.
Hier mal eine Liste der Ablehnungsgründe:
Zitat:
Wir sind ein schweizer Bankinstitut welches sich mit dem nationalen Markt beschäftigt. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Bankbeziehungen mit ausländischen Firmen nicht eröffnen.
Zitat:
Die XXXX führt nur Konten für Kunden welche in der Schweiz, EU/EWR und den assoziierten Staaten beheimatet sind.
Zitat:
Als kleine regional tätige Bank sind wir nicht der richtige Partner für Ihre LLC.
Zitat:
Wir sind jedoch aufgrund unserer regionalen Verankerung an diesem Geschäft nicht interessiert.
Zitat:
Die XXXX führt grundsätzlich nur für Schweizer Firmen oder grenznahe Unternehmungen Konti.
Die Banken, die sich telefonisch gemeldet haben, wurden deutlicher als diejenigen, die gemailt haben. Der / die wirtschaftliche Begünstigten der LLC könne natürlich jederzeit ein Konto für das Private Banking eröffnen.
Internationaler Finanzplatz – oder doch nur noch eine Privat-Schwarzgeld-Provinz?
PS:
Interessantes Nebenergebnis: Von sechs Anbietern, die großspurig Konteneröffnungen in der Schweiz für Firmenkonten zu hohen Preisen versprechen, hat sich zur Vorsicht innerhalb von drei Tagen keiner gemeldet.
In diesem Sinne – schönes provinzielles Wochenende
Verfasst am: 3.Okt 2005 13:42 Titel: traurig aber wahr
oder doch nur noch eine Privat-Schwarzgeld-Provinz?
Na Provinz würde ich nicht sagen......
Aber alles Andere unterschreibe ich.
Die Schweizer Banken haben es nicht mehr nötig. Jedenfalls denken sie das. Aber zur Ehrenrettung muss ich auch noch sagen dass unsere Banken nicht nur mit ausländischen Gesellschaften so umgehen sondern vermehrt auch mit einheimischen. Firmen mit weniger als 2 Mio Umsatz sind als Kunden nicht mehr gefragt..
Dies ist keine Vermutung sondern die traurige Wahrheit die einer meiner Klienten erfahren musste.
Gruss aus den Alpen
Variation wäre nur noch in der CH angesiedelte ausländischeGeldinstitute
In den Staaten ein Konto bei einer Bank eröffnen (HSBC), die in der Schweiz Niederlassungen unterhält. Den US Banker bitten einen Kontakt zur zuständigen Schweizer Niederlassung für Sie zu machen und um einen Termin für Sie bitten. Das sollte alles aus den Staaten heraus passieren. Dann mag's wohl gehen, aber unter 100.000,- Einzahlung wohl nicht!
"..... Variation wäre nur noch in der CH angesiedelte ausländischeGeldinstitute ....."
wohl kaum - derartige institute bieten nahezu ausschliesslich INVESTMENT BANKING- und/oder PRIVATE BANKING-services an... also einerseits merger and acquisition-tätigkeit, börsenoperationen... oder dienstleistungen für BETUCHTE PRIVATPERSONEN
die "umfrage" bei den von herrn m. erwähnten 50 instituten hätte man sich ersparen können... schweizer institute sind äusserst zurückhaltend bei geschäftsbeziehungen zu sogenannten SITZGESELLSCHAFTEN, also offshoreklitschen, bei denen man lokal (also nicht in der schweiz, sondern dort, wo DIESE EINGETRAGEN SIND... unter normalen umständen also vielfach das chaos herrscht nicht weiss, was geht, wer überhaupt zeichnungs- und/oder vertretungsberechtigt ist etc.
manchmal ist "es" halt doch auch von vorteil, sich mit einem hochbezahlten berater zusammenzutun, damit beispielsweise eine europäische gesellschaft "vorgeschaltet" werden kann, deren direktor in einem firmenregister festgeschrieben ist...
... und im übrigen gilt immer noch unser "wiesn'-hit-angebot 2006": zweigniederlassung ihrer us-llc eintragen... dann verschwinden all die geschilderten probleme meist über nacht, weil die bank einen LOKALEN ansprechspartner hat (meist geht's nämlich nur darum, den stark angestiegenen anforderungen der regulationsbehörden nachzukommen... und nicht am willen der institute... von blöden sprüchen wie "die schweizer banker haben's nicht mehr nötig" ganz zu schweigen... WIR NEHMEN GRUNDSÄTZLICH JEDEN!!!!!)
die idee mit der hiesigen filiale einer us-bank dürfte wohl kaum von erfolg gekrönt sein... zum einen - wie oben erwähnt - sind ch-zweigniederlassungen von us-instituten auf gewisse BEREICH spezialisiert (für current accounts also überhaupt nicht eingerichtet)... und ohne us-steuernummer läuft da wohl kaum 'was
Verfasst am: 3.Okt 2005 19:16 Titel: noch was zum thema "firmenbankkonto"
noch etwas ergänzendes zum thema "firmenbankkonten":
wir hatten kürzlich - nicht VON UNS initiiert, sondern resultierend aus einem gesellschaftlichen anlass, an dem ein abnamro-mann teilnahm - kontakt mit ABNAMRO AMSTERDAM... die leute waren sehr nett, machten jedoch die aufnahme von geschäftsbeziehungen vom ausfüllen eines recht ausführlichen formulares (so ca. 10 seiten) abhängig
es ging wohlverstanden - noch - nicht um firmendetails, sondern ausschliesslich um fragen bezüglich der geografischen ausrichtung der tätigkeit, der anzahl transaktionen pro jahr (!!!) inkl. deren jeweiliger höhe, den jahresumsatz etc. etc.
unterlagen wurden umgehend und vollständig unterbreitet - antwort kam prompt: KEIN INTERESSE, VOLUMEN NICHT KOMPATIBEL ZU UNSERER GESCHÄFTSPOLITISCHEN AUSRICHTUNG
nun rätseln wir... haben wir ZU WENIG umsatzerwartung vermerkt... verteilt sich der umsatz auf ZU ZUVIELE EINZELZAHLUNGEN... oder was war der wahre grund für die absage...
Verfasst am: 3.Okt 2005 19:22 Titel: ... und ein letztes:
... und noch ein letztes "erlebnis der besonderen art":
aufgrund einer empfehlungen "bewarben" wir uns bei der RAIFFEISENBANK SÜDTIROL in bozen für die eröffnung eines firmenkontos für eine us-firma, die SPEZIFISCH und RECHT INTENSIV mit italienischen lieferanten handel treibt (gelatibranche!) - also durchaus nichts exotisches von der geografischen kompatibilität her
einreichung sämtlicher gewünschter dokumente... reine selbstkosten über 200 usd wegen notwendiger beglaubigungen etc.!!!
auch hier: ABSAGE mit der begründung, die bestätigung der rechtmässigkeit der unterschrift des zeichnungsberechtigten sei nicht wie erwünscht/verlangt durch eine schweizer bank erfolgt....
wie denn... wo denn... was denn - beglaubigung einer unterschrift durch eine bank... noch nie erlebt - UNSERE BEGLAUBIGUNG WURDE DURCH EINEN EHRENWERTEN SCHWEYTZER N O T A R vorgenommen... also so ziemlich das dem himmelreich nahestehendste, was einem im leben geschehen kann!!!!!
again... henusode... und sie bewegt sich doch (eben generalvertrag mit einer internationalen bankengruppe in grossbritannien mit bester reputation und geschichtsträchtigem namen unterzeichnet... die spinnen eben nicht, die engländer!!!)
ffbkdavid hat gut beschrieben worum es geht, CH-Banken nehmen eigentlich (fast) jeden. Offshore-Klitschen aber wollen Sie nicht aus den ausgeführten Gründen.
Da helfen oft nur gute und langjährige Bankbeziehungen, dann kann es trotzdem klappen. (KANN - nicht MUSS!)
Anmeldungsdatum: 17.12.2003 Beiträge: 1123 Wohnort: Belize City
Verfasst am: 4.Okt 2005 7:10 Titel:
Trader hat folgendes geschrieben::
... Offshore-Klitschen aber wollen Sie nicht aus den ausgeführten Gründen.
@trader,
wenn Sie eine us-LLC, eine spanische S.L., eine britische Ltd. etc. als "Offshore-Klitsche" bezeichnen würden, hätten Sie Recht.
Mit IBC´s wagt ja schon seit Langem niemand mehr, in der Schweiz ein Konto zu erhalten zu versuchen.
Ansonten gibt´s - wie mhmoeller zutreffend dargestellt hat - kein Geschäftskonto (es sei denn, Sie haben eine schweizer Gesellschaftsform, die nicht Domizilgesellschaft ist).
Ansonten gibt´s - wie mhmoeller zutreffend dargestellt hat - kein Geschäftskonto (es sei denn, Sie haben eine schweizer Gesellschaftsform, die nicht Domizilgesellschaft ist).
Un eine schweizer Gesellschaftsform, die Domizilgesellschaft ist, bekommt bei einer schweizer Bank auch kein Firmenkonto?
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