Verfasst am: 12.Jul 2005 20:54 Titel: Spediteure flaggen nach Zypern aus
Dumpinglöhne - Arbeitsplätze in Gefahr
Offshore – nicht nur die Großen ziehen daraus Ihre Vorteile. Die erste deutsche Spedition flaggt aus Kostengründen nach Zypern aus. Der Uelzener Spediteur Hubertus Kobernuss gründet in dem EU-Mitgliedsland Zypern eine Firma, weil er dort deutlich weniger Lohn und Steuern zahlt. Folgen weitere Firmen diesem Beispiel, könnte Deutschland nach Ansicht von Experten Steuereinnahmen in Millionenhöhe verlieren.
Jeder in Deutschland abgemeldete LKW reiße ein Loch von rund 70.000 Euro in die Staatskasse und es wird erwartet, dass weitere 100.000 LKW ihren Standort in Deutschland verlieren werden - auf Grund des wirtschaftlichen Drucks. Das wiederum würde bedeuten, dass ein Milliardenschaden eintrete, die mühsam einzunehmende LKW-Maut würde über diesen Weg aus der Kasse von Herrn Eichel - oder wer das auch immer in Zukunft macht - verschwinden. In Zypern beträgt die Unternehmenssteuer 10 Prozent.
Während in Osteuropa registrierte Laster bislang nur im Grenzverkehr rollen dürfen, gilt diese Beschränkung für Zypern nicht. Außer Zypern wurden auch Malta und Slowenien mit der Aufnahme in die EU im Mai 2004 Sonderkonditionen eingeräumt, weil die Länder angeblich den Wettbewerb in der deutschen Transport-Branche nicht gefährdeten. Deutsche Unternehmer können deshalb mit zypriotischem Kennzeichen am Auto und einem ausländischen Fahrer Waren kreuz und quer in Deutschland befördern.
Deutsche Spediteure versprechen sich enorme Kostenvorteile von seinem zypriotischen Standort. Bislang sollen 40 Prozent der Gesamtkosten Lohnkosten sein - und weil auf Zypern auch osteuropäische Fahrer eingesetzt werden können, sinken die Ausgaben. Der Lohnkostenanteil soll mit einer zyprischen Firma höchstens 20 Prozent betragen.
Ausländische Fahrer, die in der Bundesrepublik unterwegs sind, fahren zu absoluten Dumpinglöhnen und sind damit konkurrenzlos. Die Löhne der osteuropäischen Fahrer liegen bei maximal 300 und 500 Euro, die der deutschen Fahrer erhielten dagegen, bei einer wöchentlichen Arbeitsleistung von 60 Stunden, zwischen 2.200 und 3.000 Euro brutto.
Die Löhne hätten auf Grund des wirtschaftlichen Drucks angepasst werden müssen, um die Existenz und die restlichen Arbeitsplätze zu sichern, so die deutschen Spediteure, der Standort Deutschland ist solange sicher, solange man wettbewerbsfähig ist und das geht nur mit angepassten Kosten.
Die Gewerkschaften in Deutschland beobachten mit großer Sorge die Entwicklung im Transportgewerbe. Ein ungeheurer Verlust an Arbeitsplätzen im Transportgewerbe wird befürchtet. Wo ‚ausgeflaggt’ wird, herrsche absolute Verunsicherung. Nach Schätzungen der Gewerkschaft wird es in fünf Jahren keinen deutschen LKW-Fahrer mehr auf deutschen Straßen geben.
Noch reicht deutschen Transportunternehmern die Gründung eines Subunternehmens, aber es könnte passieren, dass, wenn die Politik weiterhin die Interessen des Verkehrsgewerbes benachteiligt, weitere Standort von Fuhrunternehmern nicht mehr Deutschland sind, sondern dann auf Zypern sein werden.
Das wird dauerhaft dem gebeutelten Deutschen Transporteur auch nicht helfen.
EU-/ Süd-Zypern wird sich der Macht der "Mächtigen" beugen. Nordzypern bietet mit seiner Jurisdiktion weitaus Besseres.
Gleichwohl halten wir uns für unsere Kunden aus diesen politischem Pulverfaß auch dauerhaft fern, da letztendlich dieser Rechtskreis kaum von Außenstehenden kontrollierbar ist.
Ausländische Fahrer, die in der Bundesrepublik unterwegs sind, fahren zu absoluten Dumpinglöhnen und sind damit konkurrenzlos.
Zumeist absolut konkurrenzlos was die Lenkzeiten und die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge angeht. Mit jedem Dumping-Fahrer auf der Autobahn steigt das Risiko, diese nicht mehr lebend zu verlassen.
Hallo,zu diesem Thema möchte ich nun auch etwas beitragen.Ausgeflaggt wird in Europa schon seit Jahren. Die Dänen z.B. erst nach Deutschland und nun weiter nach Osten, die Holländer genauso. Deutsche Unternehmen der Transportbranche tun es den anderen gleich. Die Frage ist doch warum? Ganz einfach: Damit meine Herren Kollegen die ohnehinschon kaputten Preise noch kaputter machen können. Nur, in ein paar Jahren wird auch der Pole,Russe,Ukrainer usw. nicht mehr für einen Dumpingpreis fahren, sei es nun als Arbeitnehmer oder als Unternehmer. Was dann meine Damen und Herren? Insolvenz? Einige 100000 Arbeitslose mehr? Ich denke hier muß der Staat bzw. die EU wieder regulierend eingreifen und einen gewissen Tarif festlegen der es jedem Unternehmer ermöglicht Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern. In diesem Sinne,
allzeit gute Fahrt!
Ich denke hier muß der Staat bzw. die EU wieder regulierend eingreifen und einen gewissen Tarif festlegen der es jedem Unternehmer ermöglicht Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern.
sollte der Staat ein für allemal lassen. Keine Regulierungen! Eine Branche die stirbt, stirbt eben! Diese ganze Gangellei und Verfilzung, dass hatten wir doch lange genug. Kapitalismus = der Große frisst den Kleinen und der Clevere den Dummen. Lösungen wird der Markt selbst und völlig ohne zutun anderer erwirtschaften! Des wegen ist das kapitalistische System das einzig wahre! Angebot und Nachfrage schaffen Lösungen, der Markt den Preis!
ja, geschätzter TRANSLOG... DAS hätten sie wohl gerne:
"..... Ich denke hier muß der Staat bzw. die EU wieder regulierend eingreifen und einen gewissen Tarif festlegen der es jedem Unternehmer ermöglicht Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern ....."
öffnung der märkte allenthalben, aber wenn der heilige st. florian sich der eigenen branche nähert, wird er zum feuerlegen nach andernorts weitergeschickt... tolle logik!
wissen sie, wie sie ihre anliegen viel besser, effizienter und est noch ohne vorwürfe, sie würden nur für sich schauen, realisieren könnten: BESSERE KONTROLLEN AUF DEN STRASSEN... ich teile die hier vertretene meinung - in gewissen gegenden/landstrichen/durchbrausstrecken ist es unverantwortlich, sich tagsüber auf die strassen zu begeben...
... und wenn ich die rostkisten schon nur von hinten sehen, die sich da auf unseren autobahnen mit atemberaubendem tempo bewegen... mein gott - toll, dass es da nicht vermehrt knallt!!!
WENN DA HÄRTER DURCHGEGRIFFEN WÜRDE... nur würde das natürlich auch "einheimische" schrottunternehmer treffen!!!
im übrigen: die herabsetzung der grenzwerte bezüglich alkoholkonsum auf 0,5 promille hat in gewissen helvetischen gebieten zu umsatzrückgängen im gastgewerbe von bis zu 30% geführt... abends rumsaufen und dann die strassen unsicher machen geht nicht mehr... braucht es noch mehr beweise dafür, dass RICHTIGE staatliche normenvorgaben durchaus resultate bringen können... die zahl der strassenverkehrsopfer ist jedenfalls in der schweiz dramatisch zurückgegangen...
... jetzt müssen wir nur noch die jungfahrer, denen es die liebe mama durch nächtliche büroputzaktionen möglich macht, dass der liebe junge mit 18 auf einem ps-ungetüm durch die gegend rast, unter kontrolle bringen
Verfasst am: 8.Dez 2005 19:02 Titel: Warum nicht nach Slowenien??
Hallo,
ich bin neu hier und dachte mir warum nicht auch mal einen Beitrag zu einem Thema wo auch ich Ahnung von habe...
Ich bin seit Jahren in der "Industrie" von Vorratsgesellschaften tätig und frage mich warum Zypern wenn doch Slowenien als EU Mitglied viel günstiger und einfacher zu regeln ist. Wir betreiben in Slowenien einen Büroservice und die Vorteile sind geringere Steuern und auch die gesetzliche in Slowenien ist äußerst vorteilhaft... ich will das mal vereinfacht darstellen: es gibt 2 Gesetze du darfst nicht stehlen und du darfst nicht morden der rest ist erlaubt...
wie niedrig/hoch sind denn die Steuersätze in Slowenien (%) ? Eine artverwandte Frage - gibt es dort eine Spekulationssteuer (auf Aktien-, Immobiliengewinne usw.) - und wie hoch ist diese ?
also der Steuersatz liegt bei 17 % pauschal das heißt auch auf Aktien und Spekulationsgewinne.
Aber wenn die Gewinne eine bestimmte Höhe erreichen hätte ich da noch eine Speziallösung mit 6% Pauschalversteuerung anzubieten. Natürlich läuft die ganze Sache total gesetzeskonform und steuerlich unbedenklich ab...
Verfasst am: 8.Dez 2005 23:52 Titel: slowenien als moralischer "marktführer"?
also wenn DAS das gelbe vom ei ist:
"..... auch die gesetzliche in Slowenien ist äußerst vorteilhaft... ich will das mal vereinfacht darstellen: es gibt 2 Gesetze du darfst nicht stehlen und du darfst nicht morden der rest ist erlaubt ....."
die mentalität ist leider bereits über die grenzen von slowenien übergeschwappt... ob's der menschheit hilft, lasse ich 'mal offen!!!
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.