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Ines30 Newbie
Anmeldungsdatum: 11.01.2006 Beiträge: 3
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Verfasst am: 30.Jan 2006 6:13 Titel: Formen der Exportfinanzierung |
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Hallo an alle,
ich weiss nicht ob ich diesen Thread in der richtigen Rubrik eröffne, aber ich hoffe ich finde hier Rat.
Ich schließe gerade ein größeres Geschäft ab.
Ich beliefere in kürze eine Firma mit einer ziemlich großen Menge an Artikeln in Containergrößenordnung.
Erst wollten wir darüber verhandeln das die Firma mir bei Auftragserteilung 30% Anzahlung leistet, weitere 40% bei Verschiffung der Waren und den Rest bei Ankunft.
Nun wollen sie mir weil es ja für beide Seiten sicherer ist, einen letter of credit ausstellen.
Und da fängt mein Problem auch schon an.
Ich muss ja der Firma, die im Ausland sitzt und für mich die Waren produziert auch einen letter of credit vorzeigen.
Ansonsten fangen die nicht an zu produzieren.
Ich arbeite zwar schon eine Weile mit denen zusammen, aber die Menge der Artikel beträgt diesmal über 500.000.
Ich möchte nicht das die Firma im Ausland an den Namen meiner Kunden kommt, und umgekehrt natürlich genausowenig, da auch Folgegeschäfte in Aussicht stehen.
Es geht sich um einen ziemlich hohen Betrag.
Kann ich mit einem letter of credit meiner Kunden zur Bank gehen und mir aufgrund der Vorlage einen weiteren Letter of Credit für die Firma die produziert erstellen lassen?
Ich habe eine negative Schufa!
Steht allerdings nicht viel drin.
Ist so ein letter of credit sicher?
Ich suche auf diesem Wege auch jemanden der sich mit Export/Zoll ect. auskennt und bin auch bereit für Hilfe zu zahlen sobald das Geschäft abgewickelt ist, was im günstigstem Fall in vier - sechs Wochen sein wird.
Der Export geht nicht in die EU.
Ich habe ein Geschäft in so einer Größenordnung noch nie abgewickelt und möchte keinen Fehler machen.
Außerdem möchte ich nachts mal wieder schlafen können.
Danke im vorraus für jede Auskunft.
Grüße Ines |
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Liberalix Newbie
Anmeldungsdatum: 01.02.2006 Beiträge: 34 Wohnort: Ostwestfalen
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Verfasst am: 5.Feb 2006 22:44 Titel: Exportgeschäft - Abwicklung mit LC |
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Hallo Ines,
melde Dich mal bei mir, war etliche Jahre im Export tätig und kann Dir sicherlich helfen, das durchzuziehen.
Jetzt als Sofortreaktion würde ich generell zunächst unverbindlich empfehlen, nochmal nachzuverhandeln, um evtl. den LC mit einer Anzahlung zu kombinieren, und um etwas Zeit zu gewinnen.
Mit freundlichem Gruss von Heinrich
liberalix(ät)kex.de
0172-2652301 |
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Albert2006 Newbie
Anmeldungsdatum: 28.02.2006 Beiträge: 6 Wohnort: Deutschland
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Verfasst am: 28.Feb 2006 21:10 Titel: |
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Guten Tag Ines,
ich verstehe Deine Frage so, daß Du Mister X Waren liefern möchtest, und Mister X Dir ein L/C eröffnen möchte. Dein Lieferant, Mister Y möchte aber nicht produzieren ohne Sicherheiten. Mister X und Mister Y sind beide Im Ausland.
Wenn Du alles fein verhandelt hast, ist das alles kein Problem.
Mit dem Importeur, also mit Mister X hast Du hoffentlich vereinbart, daß er ein bestätigtes L/C eröffnen soll. Die Bestätigung bedeutet, daß sich eine deutsche Bank dafür verbürgt, daß Du auch Dein Geld bekommst. Als zweites ist wichtig, welche Bedingungen das L/C enthält. In aller Regel ist die Zahlung aus dem L/C davon abhängig, daß Du bestimmte Papiere vorlegst. Das ist zumindest die Spediteur-Übernahmebescheinigung, häufig auch die Versicherungspolice und manchmal auch ein Qualitätszertifikat. Die anderen Dokumente wie Handelsrechnung und Packliste sind weniger schwierig. Beachte aber, daß bei einem L/C Dokumentenstrenge gilt, was bedeutet, daß Du Dich bis auf das Komma an den Wortlaut des L/C halten mußt.
Du mußt also schon bei Vertragsabschluß streng darauf achten, was in dem L/C stehen soll.
Wenn das L/C kommt, das nennt sich Avis, mußt Du darauf achten, daß das L/C auch so eröffnet wurde, wie es vereinbart wurde.
Wenn Du ein bestätigtes L/C vereinbart hast, kannst Du zu Deiner Bank gehen, um mit den die Finanzierung des Geschäfts verhandeln. Da gibt es in aller Regel zwei Möglichkeiten.
1.) Back-to-Back-L/C: Deine Bank eröffnet für Deinen Lieferanten, also für Mister Y ein L/C. Das dürfte kein Problem sein, da das L/C von Mister X höherwertiger ist, als Du für Mister Y brauchst. Nun scheinst Du aber etwas unerfahren im Außenhandel zu sein. Das sehen die Banken nicht so gerne.
2.) L/C-Abtretung: Das bedeutet, daß Du in Höhe des Einkaufpreises das L/C von Mister X an Mister Y abtrittst. Das geht aber nur, wenn Du 1.) mit Mister X vereinbart hast, daß er ein abtretbares L/C eröffnet und 2.) mit Mister Y vereinbarst, daß er mit einem abgetretenen L/C einverstanden ist. Das sind nämlich nicht alle Produzenten bzw. Lieferanten.
Übrigens, Erfahrung im Außenhandel: ich möchte Dir nicht den Mut nehmen, aber eigentlich müßte ich Dir raten, die Finger davon zu lassen, da man da vieles falsch machen kann. Aber jeder fängt mal an. Besorg Dir auf jeden Fall Rat von Leuten, die was davon verstehen. Die IHK’s helfen auch schon weiter.
An Deiner Stelle würde ich das Projekt so organisieren, daß Dein Lieferant die ganze Geschichte mit dem Export und mit der Fracht regelt. Der macht das bestimmt nicht zum ersten Mal. Das willst Du nicht, weil die beiden nichts voneinander wissen sollen. Eine Kundenschutzvereinbarung mit dem Lieferanten wäre ein kleiner Schutz. Aber da Mister Y wohl in einem Land lebt, was nicht so vor Rechtsicherheit platzt, bleibt wohl nichts anderes, als den Export selbst zu machen
Je nachdem wo Mister X lebt, könntest Du Deinen Kunden auch noch auf eine andere Weise an Dich binden. Zu denken wäre daran, daß Du ihm eine Finanzierung seines Kaufs beschaffst. Wenn Du ihm klar machen kannst, daß über Dich eine Finanzierung über mehrere Monate, ja Jahren zu günstigen Konditionen möglich ist, dann bist Du sein Lieblingslieferant. Bei diesem Thema kommt es aber sehr darauf an, in welchem Land Mister X wohnt, da die Möglichkeiten und die Bedingungen von dem jeweiligen Land abhängen.
Wenn Du noch fragen hast, maile mir an albert2006etgmxpunktde und gib mehr Details über das Geschäft.
Viel Glück bei Deinem großen Geschäft und möge es nicht das letzte sein.
Gruß Albert |
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Liberalix Newbie
Anmeldungsdatum: 01.02.2006 Beiträge: 34 Wohnort: Ostwestfalen
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Verfasst am: 28.Feb 2006 22:56 Titel: |
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Hallo Ines, ist die Sache noch aktuell? Ist ja ein Monat vergangen, und keine Antwort leider...
Respekt an Albert, hat sich eine Menge Arbeit gemacht mit der ausführlichen Antwort.
Direkt dazu: Die Idee mit der Finanzierung würde ich sehr kritisch sehen, ist zur Zeit eine grassierende Mode, man glaubt aber gar nicht, wie schnell sich das rumspricht, wenn man einen Kunden damit geködert hat. Man kann dann schnell nichts mehr OHNE Finanzierung verkaufen, und da gehen Sie sicherlich in die Knie, wenn alle irgendwann zahlen wollen, nur nicht dann, wenn sie Ihre Waren und damit den Gewinn bekommen. Da haben unsere Grossanlagenbauer z.B. in Russland ganze Fabriken verschenkt, und sind damit hier riesig pleite gegangen (Dt.BabcockAG).
Noch zum Thema Schufa: Eine private Eintragung sollte bei einer reinen Geschäftsabwicklung eigentlich kein Thema sein, wenn Sie keinen Anlass dazu geben, sollte da gar nicht abgefragt werden. Falls Ihre Bank davon weiss und deshalb Ärger machen möchte, haben Sie für dieses Geschäft vermutlich nicht die richtige Bank. Wobei Ihnen die Bank, die das erste L/C bestätigt, sicher gern ein Angebot machen wird, was den Rest der Operation betrifft.
Mit freundlichem Gruss von Heinrich
liberalix(ät)kex.de
0172-2652301 |
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Albert2006 Newbie
Anmeldungsdatum: 28.02.2006 Beiträge: 6 Wohnort: Deutschland
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Verfasst am: 28.Feb 2006 23:07 Titel: |
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| Liberalix hat folgendes geschrieben:: |
| und da gehen Sie sicherlich in die Knie, wenn alle irgendwann zahlen wollen, nur nicht dann, wenn sie Ihre Waren und damit den Gewinn bekommen. |
Hoppla, da ist etwas falsch angekommen. Wenn ich von Finanzierung sprach, meinte ich Finanzierung durch eine deutsche Bank. Das ist immer noch eine sehr günstige und sichere Alternative. Finanzierung bedeutet auch nicht, daß der Exporteur, also Ines auf ihr Geld warten muß, das bekommt sie genauso wie ohne Finanzierung. |
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