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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5415
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Verfasst am: 5.Sep 2002 13:11 Titel: In welchem Land eröffne ich ein Konto? |
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Der schwierige Kompromiss zwischen Privatsphäre und der Bonität der Geldinstitute und Länder!
Seit der Existenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen, die Deutschlands Banken und Sparkassen verpflichtet, die eigenen Kunden auszuspionieren, stellt sich die Frage: Wohin mit meinem Geld? Ins Ausland, dass dürfte allgemein klar sein, aber wohin? Das Angebot an Banken und Ländern ist riesengroß.
Bisher wurde das Konto im Ausland mehr unter dem Aspekt betrachtet, welcher Staat sich am wenigsten in die Privatsphäre einmischt, wo Banken am diskretesten sind. Das Risiko das eine Bank pleite macht, oder wie jetzt in Argentinien ein ganzer Staat, der seinen Banken die Auszahlung von Privatgeldern verbietet, wurde am wenigsten berücksichtigt.
Wer sich Gedanken macht, wo Geld am sichersten deponiert wird (unabhängig von Diskretion, Bankgeheimnis, Staat und Finanzamt), sollte drei Aspekte im Auge behalten:
1. Welche Länder sind ausreichend solvent, damit Risiken wie jetzt z.B. in Argentinien weitgehend ausgeschlossen werden können.
2. Welche Bonität (Rating) hat die Bank der ich mein Geld anvertraue?
3. Welchen Ersatz bekomme ich, falls die Bank der ich vertraute wieder erwarten doch die Pforten schließt?
Das Risiko, dass eine Bank pleite macht, ist langfristig gesehen genauso hoch wie die Sterblichkeitswahrscheinlichkeit des Menschen: 100 Prozent! Das jedenfalls meint Reportschreiber Gerhard Kurtz. Seit der Herstatt Pleite 1974 haben 35 deutsche Geldinstitute schließen müssen. Zum Teil wurden erhebliche Verluste von der Kundschaft getragen. Nicht mitgezählt sind hier die Fälle, in denen zahlungsunfähige Institute wegfusioniert oder auf Kosten des Steuerzahlers gerettet wurden. Zuletzt geschehen 2001, als das Land Berlin auf Kosten des Bürgers 21,6 Milliarden Euro Garantieleistung erbringen musste, um die Bankgesellschaft Berlin zu retten. Soviel sei nur am Rande erwähnt für alle die glauben, dass in Deutschland nicht vorhandene Diskretion durch eine erhöhte Sicherheit „wettgemacht“ werden.
Trotzdem, macht ihre Bank in Deutschland morgen Pleite ist ihr Vermögen (als Privatmann) mit „etwas Glück“ zu 100 Prozent sicher. Ein Bankenverbund macht es möglich. Diese Einlagensicherung gilt aber lediglich nur bei kaufmännisch – wirtschaftlichen Insolvenzen. Wenn, wie im Falle Argentinien der Staat die Banken dichtmacht, weil alle Devisen verbraten wurden, dann haben sie Pech gehabt.
Sie denken wahrscheinlich: Unmöglich! Ein Zenario wie in Argentinien kann es hier in Deutschland nicht geben. Da liegen Sie falsch!
Der durch Funk und Fernsehen (Christiansen) bekannte Wirtschaftsprofessor Miegel meint dazu, dass der deutsche Staat Schulden in Höhe von über 6 Billionen Euro, gut getarnt als Verbindlichkeiten der Rentenversicherung, hat. Dagegen sind die 160 Milliarden Argentiniens wahrlich nur Peanuts.
Viele Länder lassen sich alle möglichen Tricks einfallen, um sich im Ernstfall vor der Zahlung der theoretischen Einlagensicherung zu drücken:
1. Die meisten EU Staaten ersetzen nur Guthaben in Währungen der EU Staaten. Also, keine Dollar, Yen oder Franken.
2. Deutschland hat nach der Herstatt Pleite einen Feuerwehrfonds eingeführt, theoretisch die wohl beste Einlagensicherung der Welt. Aber: Die Banken sind nicht verpflichtet diesem Fonds auch beizutreten. Ersetz werden nur Guthaben auf Giro-, Spar und Festgeldkonten.
3. Die Schweiz ersetzt nur Guthaben in Schweizer Franken. Haben Sie in Zürich ein Dollar oder Eurokonto kriegen sie im Falle einer Bankenpleite keinen Cent.
4. Österreich geht mit Bankkunden die sich beschweren, nicht gerade zimperlich um. Der Focus berichtete von einer Bank (Girocredit in Seefeld) die einer Kundin während einer Auseinandersetzung damit gedroht haben soll, solange zu klagen, bis die Kundin finanziell am Ende seie!
5. In einigen Ländern aus Fernost, allen vor an Singapur soll es passieren, dass Banken Kundenanweisungen einfach ignoriert werden. Wenn vor Gericht gezogen werden soll findet man in Singapur keinen Anwalt der bereit ist, gegen die Bankenmafia vorzugehen.
Soviel also dazu, was alles möglich ist und passieren kann. Lassen sie uns nun darüber schreiben wie sie IHR Institut finden. Sie sollten davon ausgehen das ihr Geld dort so sicher liegt, dass sie eine Einlagensicherung niemals in Anspruch nehmen werden. Um dies zu bewerten gibt es ein so genanntes Rating System nach US Muster und nach Buchstabensystem. Die bestmögliche Wertung ist AAA, die schlechteste ist C (zahlungsunfähig und keine Hoffnung auf Sanierung). Anlagen und Konten in Ländern von B abwärts sind etwas für Abenteurer und Hasardeure.
Die Länder mit der höchsten Bonität sind laut der Rating Agentur Moodys: Österreich, Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Singapur, Schweden, Spanien, Schweiz, GB, USA und Deutschland. Höchstes Risiko dagegen herrscht bei Banken in Argentinien (Rating Ca), Ecuador (Caa2) , Kuba (Caa1) und Moldawien (Caa1).
Weitere Länder: Bahamas (A3), Belgien (Aa1), Belize (Ba2),l Bermuda (Aa1) Cayman Islands (Aa3), Costa Rica (Ba1), Kroatien (Baa3), Tschechische Republik (Baa1) Dominikanische Republik ((Ba2), Griechenland (A2), Honduras (B2), Ungarn (A3), Israel (A2), Italien (Aa2), Malta (A3), Mauritius (Baa2), Mexiko (Baa2), Nicaragua (B2), Panama (Ba1), Paraguay (B2), Portugal (Aa2), Südafrika (Baa2), Thailand (Baa3), Türkei (B1), Uruguay (Ba2).
Ganz selten ist die Wertung eines AAA bei Banken! Keine einzige Bank in der Schweiz erreicht diese Bestnote und auch keine in Luxemburg. In Deutschland hingegen eine ganze reihe. Nein, die Deutsche Bank ist nicht darunter. Diese muss sich mit einem „bescheidenen“ Aa3 begnügen. AAA Banken sind diejenigen, für die im Falle einer Pleite der Steuerzahler gerade stehen muss. Also, sämtliche Bundes und Landesbanken. Daneben sind weltweit mit der Bestnote lediglich 2 französische Banken ausgezeichnet (CDC Ixis und Caisse Des Depots et Cosignat), 2 britische (Cheltenham & Glouchester, Lloyds TSB Bank), 3 niederländische (Bank Nederlandse Gemeenten, Nederlandse Waterschnapsbank, Rabobank), die österreichische Kontrollbank, die Bayerische Landesbank NEW YORK sowie als amerikanische Vertreterin die Monogram Credit Card Bank.
Länder wie Liechtenstein oder Andorra, die wir generell wegen der herrschenden Diskretion zu den Favoriten zählen, tauchen in den Reporten von Moodys weder als Länder noch als Banken auf. Einzig die LGT Bank aus FL hat ein Aa3.
Weder die Länder noch die anwesenden Banken haben jemals einen Rating Auftrag an Moodys gegeben. Nur diese Länder können es sich erlauben denn eine Bankenpleite gab es in Liechtenstein oder Andorra noch niemals. Damit sollte auch klar sein wo sie ihr Geld deponieren werden, oder etwa noch immer nicht?
In diesem Sinne |
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Gerhard Gösebrecht Specialist
Anmeldungsdatum: 25.02.2002 Beiträge: 167 Wohnort: Südseite der Nordküste, nun etwas östlicher
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Verfasst am: 5.Sep 2002 16:26 Titel: |
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Es sollte jedoch beachtet werden, dass ein Besuch in z.B. Lichtenstein von unseren Behörden peinlich genau registriert wird, siehe Kameras beim Grenzübergang und sich der geneigte Finanzflüchtling doch einiger zusätzliche Vorkehrungen bedienen sollte.
Aber das nur am Rande.
Im obigen Artikel wurde unter anderem die Berliner Bank erwähnt.
Wer von unseren Forumsteilnehmern weiß, an welche diese und insbesondere das Tochterunternehmen Allbank verkauft wurde?
Die entsprechenden Verträge sind bereits geschlossen, jedoch weiß noch nicht mal die "höhere" Belegschaft an wem und was nun kommt.
Die Fusion wird von höchster Vorstandebene noch geheimgehalten.
Des Rätsels Auflösung soll erst Mitte des Monats bekanntgegeben werden, aber wie heißt es doch so schön "Vorsprung durch Wissen"...... |
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