Verfasst am: 9.Aug 2006 23:06 Titel: Die Niederlande ein Steuerparadies?
Zitat:
U2 verlegen Teil ihres Unternehmens nach Holland
London (AFP) - Die irische Rockband U2 hat nach einem Zeitungsbericht einen Teil ihres mehrere Millionen Euro schweren Finanzimperiums von Irland nach Holland verlegt, um Steuern zu sparen. Die Band habe eine Abteilung ihrer Verlagsgesellschaft U2 Limited an dasselbe holländische Finanzunternehmen übertragen, das auch die Rolling Stones nutzten, weil sie in den Niederlanden faktisch keine Steuer zahlen müssten, berichtet der "Daily Telegraph". Weder das Management von U2 noch das irische Finanzministerium wollten den Bericht zunächst kommentieren.
Laut "Daily Telegraph" ist die Verlegung eine Reaktion darauf, dass in Irland eine Obergrenze von 250.000 Euro für steuerfreie Einkommen eingeführt wurde. Diese Deckelung wurde von der Regierung in Dublin mit dem Haushalt 2005 beschlossen und damit Steuervergünstigungen beseitigt, von denen U2 und andere irische Musiker in den vergangenen Jahren profitierten. U2 ist angeblich mit einem Einkommen von rund 217 Millionen Euro die weltweit am besten verdienende Band im Musikgeschäft.
(newsmax)
Scheint ja was dran zu sein, wenn nach den Stones nun auch U2 nach Holland gehen.
Weiß jemand mehr darüber?
Anmeldungsdatum: 17.12.2003 Beiträge: 1126 Wohnort: Belize City
Verfasst am: 10.Aug 2006 8:34 Titel:
Gundel hat folgendes geschrieben::
... ein richtig guter Klassiker!
... und richtig teuer ! Hatte mich andernorts bereits zu diesem Aspekt geäußert (unter 35.000 Euro Gründungskosten zuzüglich Stammkapital jeweiliger Gesellschaften findet man gar nichts).
Zur Vermeidung von Mißverständnissen: nicht Holland ist das Steuerparadies, sondern - wie 7miles als kundiger Leser tiefgehender Quellen richtig bemerkt - das dahinterstehende Konstrukt (überlicherweise eine N.V. der Niederl. Antillen).
Dieses Modell ist fast 20 Jahre alt, aber was hat sich an der Gesetzgebung geändert? Aus meiner Zeit in Amsterdam weiß ich, dass viele vermögende Holländer Unternehmungen auf den ABC Inseln hatten, ein Nachbar fuhr sogar mit einem Bonair Kennzeichen an seinem Lexus ...
Hier der Text eines alten Reports:
Zitat:
Oder: Wie auch Sie mit einer deutschen GmbH in Deutschland legal steuerfrei arbeiten und kassieren, auch bei Millionengewinnen!
Sie kennen Ion Tiriac und wissen, er ist ein Finanzgenie. Aber kennen Sie auch die Details seiner Strategie? - Hier sind sie zur Einstimmung:
Am 08. August 1979 lassen Tiriac und Caroline von Monacos Ex- Liebhaber Vilas die TIVI B.V. mit einem Stammkapital von 150.000 Gulden ins Handelsregister von Amsterdam eintragen. TIVI steht - wer hätte das gedacht - für Tiriac und Vilas.
Sinn und Zweck der holländischen GmbH ist, laut Geheimreport des deutschen Finanzministeriums Aktenzeichen IV C5-S1300-4/88, die das Spionieren wieder nicht lassen konnten, sinngemäß, die Verwertung einer Lizenz zur Vermarktung eines deutschen professionellen Athleten im Auftrag einer Niederländischen Antillen Gesellschaft.
Logisch, der Athlet ist Boris Becker mit Wohnsitz im steuerfreien Monaco. Mittlerweile ist Boris auf die Cayman Inseln umgezogen, auf denen er auch vollständige Steuerfreiheit genießt, sich aber nicht mit den ständigen Mindestaufenthaltsfristen von Monaco rumärgern muss. Auf den Caymans kann jedermann offiziell seinen Wohnsitz nehmen und von der Steuerfreiheit profitieren, wenn er ausreichend Einkommen (arbeiten vor Ort ist nicht erlaubt) und eine Eigentumswohnung für ca. USD 150.000 auf der Insel nachweisen kann.
Im Prinzip muss er sich noch nicht einmal ein Wochenende auf den Inseln aufhalten. In Monaco ist ein defacto Mindestaufenthalt von 180 Tagen im Jahr vorgeschrieben. Aber dies nur am Rande. Zurück zu Tiriac.
Nehmen wir jetzt an, Boris erhält DEM 5.000.000 aus einem Werbevertrag mit einem großen deutschen Automobilhersteller. Die Werbeeinnahmen fließen selbstverständlich an die TIVI B.V. in Amsterdam, die diese direkt unter Abzug einer Provision von z.b. 1% (= DEM 50.000) an die Lizenzeigentümerin, die Niederländischen Antillen Gesellschaft, weitergibt.
In Deutschland fällt kein Gewinn an. Dieser wird ja an die TIVI B.V. Weitergegeben. Da zwischen Deutschland und den Niederlanden ein Doppel-Beisteuerungsabkommen besteht, gibt es bei der Gewinnabführung keine Probleme.
Die TIVI B.V. in Amsterdam erzielt nur die kleine Provision, die mehr oder weniger die Kosten in Amsterdam sowie das Spesenkonto in Europa deckt. Der Gewinn fließt an die Niederländische Antillen AG.
Auch zwischen den Niederlanden und den Niederländischen Antillen besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen. Auf den Niederländischen Antillen wird die Gesellschaft nur 2.4 - 3% besteuert.
So, und die Niederländischen Antillen AG überweißt je nach Bedarf und Vereinbarung Taschengelder in Millionenhöhe an Boris, Tiriac und Vilas. Komplett steuerfrei.
Aber wo lässt das Sie? - Sie sind ein Mittelständler in Deutschland und sollen mehr als 60% Ihrer Gewinne an die deutsche Besamtendiktatur zahlen. Sie spielen Tennis nur am Wochenende, kennen Monaco nur von einem Kurztrip und wissen von den Caymans nur, dass sie irgendwo in der Karibik liegen müssen (richtig, südlich von Kuba, ca. 90 Flugminuten von Miami entfernt).
Trotzdem können Sie das Tiriac Prinzip voll nutzen.
So könnten Sie vogehen:
(1.) Es wird zunächst eine Holding AG auf den Niederländischen Antillen eingetragen oder gekauft. Wenn Sie wollen, können Sie hier auch eine komplette Versicherung für runde USD 6.000 vollzensiert und steuerfrei eintragen lassen und sich eigene Lebensversicherungspolicen in Millionhöhe genehmigen. In einer Pazifiknation ist das auch schon ab USD 2.700 möglich.
(2.) Die Holding lässt dann eine NL-GmbH, eben eine BV, ins Amsterdamer Handelsregister eintragen. Die Amsterdamer BV übernimmt Ihre deutsche GmbH 100%.
(3.) Folge: Gewinne Ihrer deutschen GmbH fließen wegen des Doppelbesteuerungsabkommen ohne Abzug nach Amsterdam. Amsterdam überweißt die Gewinne an die Holding in Curacao auf den Niederländischen Antillen. Die Holding zahlt nur 2.4 - 3% Steuer.
(4.) Wenn die Holding auch noch ein zweites Konto in Europa unterhält, z.b. in Liechtenstein, Luxembourg oder der Schweiz, kann das Kapital Ihrer deutschen GmbH jetzt wieder als Darlehen zur Verfügung gestellt werden.
Das Konzept kann von jedem internationalen Unternehmensberater oder Wirtschaftsprüfer realisiert werden. Sie sollten hier nur renommierte Spezialisten konsultieren, z.b.
COOPER & LYBRAND, P.O.Box 360, WILLEMSTAD, CURACAO, THE NETHERLAND
ANTILLES (CARIBE), FAX 00599-9-611118 oder
AMRO TRUST COMPANY NV, P.O.BOX 4905, WILLEMSTAD, CURACAO, NETHERLAND
ANTILLES (CARIBE), FAX 00599-9-613595
Weitere Infos: CURACAO CHAMBER OF COMMERCE & INDUSTRY, FAX 00599-9-615652
Wenn das noch so funktionieren würde, dann wäre eine total unverfängliche niederländische BV - da zuckt kein deutsches Finanzamt - die Sperspitze einer Offshoreunternehmung? Ola ...
Zuletzt bearbeitet von GoMoPa am 10.Aug 2006 8:56, insgesamt 1-mal bearbeitet
Anmeldungsdatum: 17.12.2003 Beiträge: 1126 Wohnort: Belize City
Verfasst am: 10.Aug 2006 8:50 Titel:
Prinzipiell funktioniert es auch so. Das Problem ist die erhebliche Logistik, die betrieben werden muß, um das Auftreten nach Außen an mindestens zwei Standorten zu sichern (Stichworte: "Tatsächlichkeitsmerkmale" aber auch "IZA" --> Gomopa-Suchfunktion oder tropico fragen).
Daher auch die hohen Kosten (man rechne mit monatlich weiteren 1.000 - 2.000 Euro Logistikkosten ohne jährliche weitere Kosten).
Soll ja auch so sein! Ein Rembrand ist auch ein Klassiker... und teuer!
Zitat:
nicht Holland ist das Steuerparadies
Unter Umständen aber steuerlich nicht uninteressant....
Zitat:
das dahinterstehende Konstrukt (überlicherweise eine N.V. der Niederl. Antillen).
Klar, das ist steuerlich interessant
Zitat:
Das Problem ist die erhebliche Logistik, die betrieben werden muß
Kann mit "Geld" und einem professionellen Partner (Niederlande) gelöst werden.
Zitat:
Daher auch die hohen Kosten (man rechne mit monatlich weiteren 1.000 - 2.000 Euro Logistikkosten ohne jährliche weitere Kosten).
Wenn es sich auszahlt, sind diese Beträge doch zu verschmerzen...
Übrigens sind U2 oder die Stones keine Exoten. Viele deutsche Großbanken haben sich dieses Prinzip mittlerweile zunutze gemacht und operieren in ähnlichen Strukturen.
... und richtig teuer ! Hatte mich andernorts bereits zu diesem Aspekt geäußert (unter 35.000 Euro Gründungskosten zuzüglich Stammkapital jeweiliger Gesellschaften findet man gar nichts).
tropico hat folgendes geschrieben::
Prinzipiell funktioniert es auch so. Das Problem ist die erhebliche Logistik, die betrieben werden muß, um das Auftreten nach Außen an mindestens zwei Standorten zu sichern (Stichworte: "Tatsächlichkeitsmerkmale" aber auch "IZA" --> Gomopa-Suchfunktion oder tropico fragen).
Daher auch die hohen Kosten (man rechne mit monatlich weiteren 1.000 - 2.000 Euro Logistikkosten ohne jährliche weitere Kosten).
Eine bescheidene Frage dazu: Wenn man wie U2 bereits über 100 Millionen Alben verkauft hat, sind dann die oben genannten Beträge nicht viel mehr als die berühmt-berüchtigten "Peanuts"?
Eine bescheidene Frage dazu: Wenn man wie U2 bereits über 100 Millionen Alben verkauft hat, sind dann die oben genannten Beträge nicht viel mehr als die berühmt-berüchtigten "Peanuts"?
Für U2 ja, für die Stones auch, für den überwiegenden Teil der User hier eher weniger...
Wie dumm schätzt Ihr das deutsche Finanzamt eigentlich ein? Ist wirklich noch niemand von Euch hier schon mal auf die Idee gekommen, daß gerade die Steuerbehörden in diesem Forum fleißig mitlesen, auf was für abgestandene (und kostenintensive!) Uralt-Konzepte die Leserschaft kommt - und sich über Eure traumtänzerische Naivität nur schlapplachen? Das was hier so als vermeintlich toller "Tip" herumgereicht wird, ist ein sicherer Garant dafür, demnächst die Steuerfahndung im Haus zu haben. Genau so wie damals bei BumBum-Boris und seinem rumänischen Finanz-Clown ... früh morgens um 4:30 Uhr .........
meistensch schreiben gerade die Leute über solche konstrukte, die nichts haben. Wqs interessiert Euch Stones und Becker und U2.
Ihr habt doch eh nie die Chanche mit Eurem Geld in Ausland zu gehen. Verdient doch erstmal welches....Und träumt nicht von Steuerkonstruktionen, die Luftschlösser sind. Genauso wie Eure Geschäftsideen....
Denn der das Geld hat, hat auch seine Berater und liest nicht hier drin....diese dämlichen Kommentare......
Wie dumm schätzt Ihr das deutsche Finanzamt eigentlich ein?
Überhaupt nicht, im Gegenteil!
Zitat:
Ist wirklich noch niemand von Euch hier schon mal auf die Idee gekommen, daß gerade die Steuerbehörden in diesem Forum fleißig mitlesen, auf was für abgestandene (und kostenintensive!) Uralt-Konzepte die Leserschaft kommt - und sich über Eure traumtänzerische Naivität nur schlapplachen?
Lasst sie doch mitlesen.
Seit wann ist es verboten - nennen Sie mir nur einen einzigen Paragraphen - eine b.v. / n.v. Konstruktion in Holland beziehungsweise auf den NL-Antillen zu begründen, nur einen einzigen!!!!
....und abgestanden und kostenintensiv????
Wahrscheinlich ist die NL - Antillen - Konstruktion noch eine der wenigen, vernünftigen Offshore - Konstruktionen. Und daß diese teuer ist....Wunderbar, dann nutzt sie eben nicht jede "Niete".
Zitat:
Das was hier so als vermeintlich toller "Tip" herumgereicht wird, ist ein sicherer Garant dafür, demnächst die Steuerfahndung im Haus zu haben.
Quatsch! (Entschuldigung )
@akimo
Zitat:
....hat auch seine Berater und liest nicht hier drin....diese dämlichen Kommentare......
Wie dumm schätzt Ihr das deutsche Finanzamt eigentlich ein?
(...)
demnächst die Steuerfahndung im Haus zu haben. Genau so wie damals bei BumBum-Boris und seinem rumänischen Finanz-Clown ... früh morgens um 4:30 Uhr .........
Das hat nix damit zu tun, Finanzbeamte zu unterschätzen, wenn nunmal entsprechende DBAs bestehen, die dieses Konstrukt nachwievor zulassen.
Sie bringen allerdings einiges durcheinander und subsummieren, daß das deutsche FA soetwas garantiert nicht durchgehen läßt. (Welch ein Glück für den deutschen Finanzsäckel, daß man der SteuFa mehr Jagdtrieb unterstellt, als gültigen völkerrechtlichen Verträgen Rechtskraft^^)
Sie wissen, daß seinerzeit bei Herrn Becker die SteuFa war, aber die genauen Umstände scheinen Sie nicht zu kennen. Jedenfalls hatte Herr Becker keine Probleme wegen der Gesellschaften seines Managers auf den Nied. Antillen und in den Niederlanden.
Herr Becker wollte nämlich dem FA weißmachen, daß er 183 Tage im Jahr in Monaco verbracht habe. Der kleine Stolperstein war meines Wissens sein Münchner Appartement, was die SteuFa auf den Plan rief und den Haken frei Haus lieferte, an dem man Herrn Becker öffentlichkeitswirksam aufknüpfte. Raten Sie mal, warum der gute Bobbele jetzt die Caymans Islands dem hässlichen Monaco vorzieht? Das hat also wohl nix mit dem oben beschriebenen Konstrukt zu tun, daß zwar vll zu den Dinos gehört, aber bei den entsprechenden Tatsächlichkeitsmerkmalen auch zu den Lösungen gehören, die (wegen der DBAs) so funktionieren...
Der gute Bobbele und seine Schlagzeilen waren aber wohl goldwert für das deutsche FA, zumindest in der "psychologischen Kriegsführung", denn seitdem heißt es "Schau, den Boris haben´s (bei all seinen schlauen Beratern) auch gekriegt.". Und dann kann ja sowas net funktionieren...
Herr Becker wollte nämlich dem FA weißmachen, daß er 183 Tage im Jahr in Monaco verbracht habe. Der kleine Stolperstein war meines Wissens sein Münchner Appartement, was die SteuFa auf den Plan rief und den Haken frei Haus lieferte, an dem man Herrn Becker öffentlichkeitswirksam aufknüpfte.
Nö, die haben lediglich die Tourniertage zusammengezählt,
an denen Bobbele teilgenommen hat.
Und das war in jeder Zeitung zu lesen, dafür brauchte man
noch nicht mal einen Detektiv.
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