Verfasst am: 16.Aug 2006 8:30 Titel: Offshore Firma und die Probleme mit einem Treuhänder
hallo,
ich würde mich freuen, wenn ich einige Tipps zum Offshorethema bekommen würde. Vielleicht kann mir jemand einen Ratschlag geben?
Ich möchte eine Offshore Firma gründen die mein Kapital verwaltet (investiert und vermehrt). Ich habe kein Problem damit, die Gelder die von der Offshore Firma an mich gehen, normal zu versteuern (wenn dies der einzige Weg ist). Ich will aber hierfür eine Firma haben, jedoch ohne den ganzen Verwaltungsaufwand den eine GmbH hier hat.
1.) Welche Jurisdikation wäre zu empfehlen?
2.) Ist eine normale Offshore Firma, welche NICHT von einem Treuhänder gehalten wird anonym? Unter normalen Vorraussetzungen (also kein Verdacht auf Geldwäsche und derartige Dinge). Hier geht es nicht zwingend um das FA sondern darum dass nicht jeder wissen muss, dass dies meine Firma ist.
3.) Sollte ein Treuhänder die Gesellschaftsanteile halten, wie sicher ist es dass dieser nicht mit dem Geld abhaut?
4.) Ist die Information korrekt, dass bestimmte Jurisdikationen als Offshore gelten und man dem Finanzamt beweisen muss, dass das Unternehmen nicht einem selbst gehört? Wenn ja, wie beweisst man sowas? Wie ist hier die Situation, wenn man einen Treuhänder hat?
dieser Treat ist jetzt schon ein paar Tage alt und wenn er noch aktuell ist, hier ein paar Antworten auf Ihre Fragen.
Zu Frage 1: Das kann man nicht pauschal sagen, hier kommt es immer auf das an was Sie vorhaben und wie Sie aufgestellt sind.
Zu Frage 2: Es ist sehr schwer geworden egal wo auf der Welt eine anonyme Gesellschaft zu gründen. Selbst wenn man namenslose Inhaberaktien hält müssen diese bei den Behörden gemeldet werden. So hat man nie eine ganze Anonymität.
Zu Frage 3: Man sollte immer mit einem Treuhänder einen Vertrag machen, wenn dieser seriös ist beinhaltet er alle gegebenheiten wie sich der Treuegeber (also in diesem Falle Sie) und der Treuenehmer (also der Treuhänder) zu verhalten hat. Hier wird z.B. auch geregelt das der Treuenehmer keinerlei Auskünfte an Dritte weitergeben darf, desweiteren steht z.B. in meinen Treuhandverträgen drin, das nur bei illegaler aktivität des Treuegebers alle Informationen den Behörden aufgelegt werden dürfen. (Man sollte natürlich immer ein Firmenkonstrukt so gründen das man man solche Probleme von vornherein vermeidet)
Und in so einem Vertrag steht auch genau drin was dem Treuegeber gehört somit ist man gut abgesichert, damit der Treuenehmer nich mit dem Geld durchbrennt.
Zu Frage 4: Ja, natürlich gelten manche Jurisdikationen als Offshore und wenn man Geschäfte mit Firmen daraus macht, muss man dem Finanzamt oder den dementsprechneden Behörden beweisen, das es normale und keine Scheingeschäfte sind, sonst kommt man in den Verdacht der Steuerhinterziehung und durch die umgekehrte Beweislage muss man dem Finanzamt Rede und Antwort stehen.
Wie schon in der Antwort 3 angeschnitten, sollte man so ein Firmenkonstrukt immer so aufbauen, das man nicht in den Verdacht gerät. z.B. über Umwege über andere Länder, die ein Doppelbesteuerungsabkommen mit dem Offshore Land haben und nicht z.B. für Deutsche Behörden als Offshore Land gelten.
Mit einem Treuhänder kann man vieles einfacher machen, aber so ein Konstrukt sollte gut durchdacht und proffesionell aufgezogen werden.
Ich hoffe Ihnen ein bißchen geholfen zu haben. Bei Fragen setzen Sie sich einfach mit mir in Verbindung.
Beste Grüße
Björn Tenger _________________ Tenger
International Management
Queller Str. 76-80
D-33803 Steinhagen
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