Verfasst am: 3.März 2004 15:09 Titel: Rat vom Profi
Hallo an alle,
Ich brauche unbedingt Rat von profis, da ich selbstständig bin und im Weinhandel / Getränkemarkt mir selber was aufbauen möchte, wollte ich mal anfragen wie man am besten eine Preisliste erstellt.
Damit meine ich , wenn ich ein Weinhändler od.ä. habe, also Wein beziehen kann, wie hoch kann ich den als "Neuling" die Preise am besten ansetzen, so das ich auch noch was verdiene, aber immer noch günstig,.also Kundenfreundliche Angebote anbieten kann.
Ich selber habe mir so vorgestellt mit 50% die Einkaufspreise zu beschlagen...........oder doch weniger?
Würde mich freuen wenn mir diesbezüglich einer Rat geben könnte und ob ich vom Kunden verlangen kann ( Betrifft jetzt Gastronomie) das er eine Art Vorbestellung macht und ungefähr die Hälfte anzahlen soll als Erstkunde.
Kann man das machen?
Würde mich freuen wenn mir hier einer helfen kann, da ich ja noch ein Neuling auf den Gebiet bin.
Du scheinst recht wenig Ahnung von der Gastronomie zuhaben...
Der normale Gastronom kauft seine Waren ein und kalkuliert mit
1/3 Ware
1/3 Kosten wie Personal
1/3 für sich selber
(reine Kopfformel) zum besseren verstehen
Den besten Markt hat er mit Schnaps und Wein und Bier.....
da bestimmt der EK den Wert fürs Unternehmen...
gerne bin ich Dir behilflich, aber nicht ganz so offen...
hast ja meine Daten...
Ausserdem solltest Du Dich vielleicht mehr auf die privaten Kunden konzentrieren, weil die Gastronomie überspült wird mit Ad'lern von den großen Weinfirmen.....
als erstes: gastronomie würde ich niemals "auf keife" bestellen lassen.
bar bei lieferung, hat der wirt "zufällig" grade seine brieftasche im wagen
und die frau ist grad zum großmarkt oder die omma verpflegen,
einpacken und wieder mitnehmen.
wenn du, wie du sagst, 50% aufschlagen willst, brauchst du zwei neue
kunden, wenn dir einer die rechnung mal nicht bezahlt.
in der gastronomie wird normalerweise mit min. 100% kalkuliert.
das problem der meisten gastronomie-lieferanten sind nicht fehlende
kunden, sondern fehlende zahlungseingänge derer.
einen guten kunden erkennt man schnell, einen besch. kunden nur dann,
wenn er nicht zahlt.
wenn du damit anfängst, verabschiede dich als erstes von dem gedanken,
den kunden etwas gutes tun zu wollen, wenn du ihnen ein zahlungsziel
einräumst. gute sind eh froh, wenn die sache vom tisch ist.
kleiner tip: ich würde gleichzeitig einen einzelhandel anmelden, dazu
eine art verkaufsladen, und wenn es die lagerhalle ist, in der eine kleine
kasse hinter der theke steht.
der grund ist folgender: man munkelt, es soll wirte geben, die nicht nur
mit lieferschein und rechnung einkaufen, sondern gerne mal was bar
bezahlen.
warum kann ich dir sagen, vielleicht trinkt er diesen wein besonders
gerne privat und will ihn natürlich nicht versteuern.
kauft er jetzt aber bei rewe seinen privaten wein, und zufällig, sagen
wir, um ihn zu lagern, weil er zu hause keinen platz hat, findet ein
steuerprüfer diese flasche, obwohl sie auf keinem lieferschein steht,
hat der gute ein problem.
das nennt sich dann nämlich steuerhinterziehung.
und den wein, den er bei dir bestellt, auch privat zu trinken, ist natürlich
ein teurer spass, wenn das finanzamt ihm den gewinn vorrechnet.
bestellt er bei dir den wein, hat er dann den enormen vorteil, seinen
privaten wein auch bei dir zu kaufen, ohne deshalb viel steuern zahlen zu
müssen, selbst wenn er sie versehentlich im laden vergisst.
und auch wenn er viel wein privat bei dir kauft, muß er noch
lange kein alkoholiker sein, gell?
ein schelm, wer dabei an steuerhinterziehung denkt...
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