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Steueroasen - Teil I

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anacott
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 03.03.2004
Beiträge: 360
Wohnort: where money lives..........

BeitragVerfasst am: 29.Mai 2004 11:32    Titel: Steueroasen - Teil I Antworten mit Zitat

Wer wenig oder gar keine Steuern zahlen will, zieht am besten um. Während Sportstars Monaco bevorzugen, lassen sich Tausende Firmen auf der Kanalinsel Sark nieder - Briefkästen und Vorstände werden gestellt.

Den ganzen Tag in der Sonne liegen, beschattet von Palmen vor sich hindösen, ab und zu am Glas Champagner nippen und als Lohn für die Plackerei - keine Steuern zahlen. Monaco, laut Eigenwerbung der ideale Ort für Superreiche und Superschöne, ist bereits seit 1869 frei von Einkommenssteuern. Rein optisch ist die Fiskal-Oase heute ein etwas langweiliges Singapur des Mittelmeers, bis auf den letzten Quadratmeter verbaut mit Hochhäusern, die wie Sozialbauten der 70er Jahre aussehen.


Pelze aus der Kühlkammer

Doch zur Standardausstattung der "Sozialwohnungen" gehören immerhin Marmor im Übermaß, eine Kühlkammer für Pelze, Safes für Schmuck und Juwelen, die man dank permanenter Videoüberwachung gefahrlos ausführen kann. Ins Casino etwa, wo Prinzen und Promis an mehreren Spieltischen gleichzeitig mit den ersparten Steuermillionen um sechsstellige Summen zocken. Oder ins Restaurant "Louis XV" von Starkoch Alain Ducasse, die Terrasse des Lokals ist der Logenplatz des Fürstentums. Allabendlich werden die Gäste hier Zeuge einer Rallye Monte Carlo: Herren in blütenweißen Dinnerjackets steuern englische und italienische Nobelautos möglichst langsam um den Kreisverkehr zwischen Hotel und Spielbank, stundenlang, immer in die Abgasschwaden der Rivalen eingehüllt.

Das glamouröse Leben in Monaco, es kann verflucht öde sein. Wenn man nämlich an kalten Wintertagen allein am Hafen flaniert und nachrechnen muss, ob man sich dieses Jahr genügend Tage in Monaco aufgehalten hat. Denn ohne Gegenwehr lässt der Fiskus seine Steuerbürger nicht ziehen: In Deutschland gilt das so genannte Welteinkommensprinzip, salopp formuliert: Wer hier lebt, muss sein gesamtes Einkommen hier versteuern. Will man seine Steuern sparen, hat man im Wesentlichen nur zwei Möglichkeiten: Entweder man überträgt sein Einkommen und Vermögen auf einen anderen ausländischen Rechtsträger oder man verlegt seinen Wohnsitz ins Ausland.

Das Boris-Becker-Problem

Gegen Monaco als Zufluchtsort sprechen womöglich die hohen Mieten und die Tatsache, dass die Anwesenheit im Fürstentum über 183 Tage streng geprüft wird; Boris Becker kennt das Problem. Finanzbeamte ziehen bei ihrer Recherche Strom-, Wasser- und Telefonrechnungen zu Rate. Kein Wunder, dass etliche Monegassen sich ein Zubrot damit verdienen, für den prominenten Nachbarn gelegentlich das Licht anzudrehen oder das Badewasser einzulassen.

Und wer sich allzu häufig im benachbarten Frankreich aufhält, läuft Gefahr, mit dem dortigen Fiskus in Konflikt zu kommen. Die französischen Finanzbehörden sind alles andere als mediterran-lax und zeigen sich selbst bei kleineren Streitigkeiten weniger verhandlungsbereit als ihre deutschen Kollegen. Fristverlängerungen werden so gut wie niemals bewilligt, Fristversäumnisse in der Regel prompt mit satten zehn Prozent Steueraufschlag bestraft. Ohnehin taugt das Steuerparadies Monaco bloß für Künstler, Sportler und Rentner. Unternehmen zahlen genau wie bei uns Steuern, sogar bis zu 40 Prozent.

Also wäre Campione eine Alternative. Ein Plätzchen zum Wohlfühlen in Bella Italia. Der Comer See, das Aosta-Tal, Stresa mit seinen Musikwochen liegen in der Nachbarschaft. Und Mailand ist auch nicht weit. Und das Beste: Alle Finanzgeschäfte werden über Schweizer Banken abgewickelt. Da es zwischen Italien und der Schweiz kein Amtshilfeabkommen gibt, kann auch der eifrigste Finanzbeamte von Como keinesfalls die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Steuerpflichtigen prüfen.

Bezahlt werden geschätzte Steuerpauschalen, die sich je nach Lebensstil zwischen gnädigen 8000 und 10.000 Schweizer Franken bewegen. Italienische Mehrwertsteuer und Kommunalsteuer werden nicht erhoben, auch fiskalische Auslieferungsabkommen sind nicht durchsetzbar: Campione ist eine italienische Enklave, die uneingeschränkt zum Schweizer Zoll- und Währungsgebiet gehört.

Ein Steuerparadies allerersten Rangs ist auch die kleine felsige Kanalinsel Sark. Während der Standardsteuersatz auf den Nachbarinseln Jersey und Guernsey 20 Prozent beträgt, liegt er auf Sark (Spitzname: "Little Switzerland") bei Null. Die weniger als 600 Einwohner des Eilands sind, glaubt man den Statistiken, allesamt Finanzgenies. Sie verwalten mindestens 15.000 Direktoren- und Aufsichtsratsposten - eine zehnmal höhere Dunkelziffer wird vermutet. Ein Sark-Direktor erhält für seine "Scheintätigkeiten" 40 bis 150 Pfund im Jahr. Reichlich wenig für ein Vorstandsgehalt, doch bei mehreren Tausend Direktorenjobs pro Person kommt eine satte Summe zusammen.

Die Kanalinseln sind weder Teil von Großbritannien noch Mitglied der EU, sie genießen in inländischen Angelegenheiten und Gesetzgebung volle Autonomie. Logischerweise haben die Inseln eigene Banknoten, deren Wert dem britischen Pfund entspricht. Das überzeugte zuletzt auch die britische Königin. Bevor sie öffentlich verkündete, von nun an Steuern zahlen zu wollen, wie jeder andere Brite auch, gründete sie schnell noch einen Trust auf den Inseln, der große Teile ihrer Gemäldesammlung umfasst - und der Queen horrende Beträge an Vermögens- und Erbschaftssteuer erspart.

Auf Mauritius zahlen Sie gar nichts

Wer zum Steuerparadies auch Sonne braucht, lässt sich besser auf Mauritius im indischen Ozean nieder. Die Insel ist größer als Monaco und Campione zusammen, die Leute sind gastfreundlich, im Einkaufszentrum Waterfront in der Hauptstadt Port-Louis gibt’s Waren aus Westeuropa, die Strände sind paradiesisch und im "Spoon des Iles" kann man erstklassig essen. Was aber wirklich zählt: Offshore-Gesellschaften zahlen keine Einkommenssteuer, keine Kapitalertragssteuer, keine Quellensteuer und keine Vermögenssteuer. Eigentlich zahlen sie überhaupt keine Steuer - nur eine jährliche Lizenzgebühr wird fällig. Sogar Ausländer, die auf Mauritius für eine Offshore-Gesellschaft arbeiten, zahlen gerade mal 15 Prozent Einkommenssteuer, maximal rund 1700 Dollar. Mauritius hat mit vielen Staaten, darunter Deutschland, Steuerabkommen geschlossen und steht trotz erheblicher Vergünstigungen auf keiner "schwarzen Liste" für Steueroasen.

Sind 15 Prozent noch immer zu viel? Dann auf zu den Cayman Islands in die tropischen Meere nahe Jamaica. Einkommens-, Kapitalertrags-, Umsatz-, Vermögens-, und Erbschaftssteuer - alles Fremdworte, nichts wird versteuert. Noch dazu befindet man sich in einem Zentrum der internationalen Finanzwelt: Zusammen mit New York, London, Tokio und Hongkong gehören die Caymans zu den wichtigsten Finanzplätzen der Welt. Der Grund: Auch solche ortsansässige Firmen, die hier überhaupt keine Tätigkeit ausüben (Non-Resident Companies), sind von allen Steuern befreit.

Touristisch sind die Cayman Islands überdies eine exklusive Adresse: Aus aller Welt reisen Taucher an wegen der legendären Korallenriffe, und Golfplätze gibt es wie Sand am Meer. Aber vor allem besteht das Inselleben aus Faulenzen und Champagner schlürfen - wofür man zum Dank nicht einen Cent Steuern zahlt.

Ein frohes Pfingstfest wünscht allen GOMOPA-Usern,

Anacott
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ffbkdavid
User gebannt


Anmeldungsdatum: 31.08.2003
Beiträge: 1467
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 29.Mai 2004 14:47    Titel: sark-missverständnisse: Antworten mit Zitat

anacott sei dank - ekzellenter artikel

lediglich einige erläuterungen/ergänzungen zu SARK... weil viele missverständnisse im umlauf sind und die insel als "letzte zufluchtsstätte" angesichts der nach wie vor feudalistischen strukturen angesehen wird

also:

sark hat keine eigene gesetzgebung bezüglich der registrierung von firmen und trusts... es gelten die gesetze von GUERNSEY

sark ist optimal für

1) das anheuern von directors für OFFSHOREGESELLSCHAFTEN/NON RESIDENTIAL DIRECTORS und/oder SECRETARIES

2) die ABWICKLUNG VON TRANSAKTIONEN ÜBER EIN LOKALES ADMINISTRATIVE OFFICE

sark ist noch heute genauso, wie man sich ein mittelalterliches feudalregime vorstelle... meine lokalen gewährsleute bestätigen allerdings, dass der "seigneur" auf das recht der "ersten nacht" bei brautsleuten seit geraumer zeit verzichtet ... wahrscheinlich aus altersgründen...

nochmals: kompliment, lieber a.

frohe festtage

ffbkdavid




- - - - -




Chief Pleas is the Island's legislative body. It originated as a democratic assembly of the heads (male) of all the families settled by the first Seigneur. Today the heads, or owners, male or female, of the forty tenements are supplemented by twelve Deputies of the People elected triennially. All persons over 18 years of age and who have been normally resident on Sark for a year-and-a-day are eligible to vote for the Deputies. Exceptions are those who own a proprietary interest in a tenement, who are under legal disability or who are aliens.

Chief Pleas are required by statute to meet three times a year: The first Wednesday after 15 January, The first Wednesday after Easter and the first Wednesday after Michaelmas (29 Sept.). Extraordinary meetings are called on rare occasions, normally summoned by the Seneschal with the permission of the Seigneur, but they can be summoned by the Lieutenant Governor if he should consider it necessary.

Members are summoned by notices (in French), signed by the Seigneur and Seneschal, placed in the official Island Notice Boxes not less than ten days (containing two weekends) before the meeting. At the same time the agenda and all relevant papers are sent by post to members.

The Meetings are chaired by the Seneschal or his deputy and must be in the presence of the Seigneur or his deputy. In attendance are the Prévôt, Greffier, Treasurer, Constable and Vingtenier. The quorum is nine members plus the Seneschal. Rules of Procedure are laid down by Resolution of Chief Pleas. Although the Royal Court of Guernsey has the power to alter or make Rules of Procedure by Order, it has never done so.

The Greffier opens the meeting with the Lords Prayer in French followed by calling the Roll. Decisions are taken by majority vote. This may be by show of hands or, where the vote is close, by roll call when members respond in French with "Pour" or "Contre". In the event of an equal number of votes the Chairman has a casting vote. The Seigneur has the right to veto an Ordinance. In such a case the Ordinance must be brought back to Chief Pleas in not less than ten days and not more than twenty-one days and the veto can not be re-imposed.

Chief Pleas can legislate in three forms: At its simplest by a Resolution; changing Rules of Procedure, by requiring a Committee to investigate a problem or by requiring formal legislation to be drafted for later consideration.

Laws regulating local affairs and maintaining public order may be made by Ordinance and embody legal sanctions. These are drawn up by legal draftsmen under the direction of the Crown Officers in Guernsey. They can be subjected to the Seigneur's veto mentioned above but, if approved, they must be transmitted to the Royal Court of Guernsey for registration. An Ordinance which the Royal Court considers to be unreasonable or beyond Sark's power to make (ultra vires) may be annulled. In that case Chief Pleas may appeal to Her Majesty in Council against the annulment. An Ordinance becomes law as soon as it is registered.

Legislation affecting taxation or placing restrictions on individuals, particularly non-residents, requires an Order in Council i.e. the sanction of Her Majesty in Council. In practice this means prior approval by the United Kingdom's Home Department. Orders in Council often embody the power to vary some provisions of the Law by Ordinance (such as variations in the rate of tax within stated limits). Orders in Council come initially to Chief Pleas in the form of Projets de Loi (draft law) drawn up, as are Ordinances, by the legal draftsmen in Guernsey under H.M. Procureur. If approved they are transmitted to the Home Department for consideration and action via the office of the Lieutenant Governor.

The time taken from the date of approval of the Projet de Loi by Chief Pleas to Registration as an Order in Council normally varies from a few months, in cases of great urgency, to one year.

In practice Chief Pleas sits to consider Reports from its various Committees and also, occasionally, motions proposed and seconded from individual members or groups of members. There are some twenty committees covering all the varied administrative requirements. Some, such as Education and Shipping, have standing responsibilities and report at least once a year and others only report when requested or where there is need to do so.

A Budget is presented by the Treasurer at the January Meeting each year after consultation with the spending committees. The Budget must, if possible, show a surplus however small. Failing that, it must show how any deficit is to be financed. After approval by Chief Pleas the Budget must receive the consent of the Lieutenant Governor, and no subsequent meeting may increase the spending without his sanction.

Legislation affecting Law and Order can be imposed on the Island by the States of Guernsey. Legislation on Foreign Affairs and International Agreements can result either from an Act of Parliament in the U.K. or from a decision of Chief Pleas to accept the terms of an International Convention. An Act of Parliament extended to the Channel Islands comes before the Royal Court in Guernsey who make an Order for its registration in the Greffe Offices of the Bailiwick.
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