Verfasst am: 6.Nov 2005 18:33 Titel: Wie kann ich eine Belize IBC Gründung überprüfen?
Hallo Forum,
gibt es eine Möglichkeit festzustellen ob eine IBC Gründung in Belize überhaupt stattgefunden hat? Oder ob die Gründungsagentur nur schön bedrucktes Papier verschickt hat?
meine Frage dient eher dem allgemeinen Interesse. Will mich nur mal im allgemeinen mit dieser Thematik befassen um so meinen Horizont für dieses komplexe Thema zu erweitern.
Wie ich aus diesem Forum schon ersehen kann sind gerade im Gründungsmarkt einige Schwindler unterwegs und ich habe gelesen, das z.T auch Scheingründungen vorgenommen werden.
Anhand des Beispiels Belize (Da will ich mal Urlaub machen) wollte ich nun wissen welche Kontrollmöglichkeiten bestehen.
Sie sind wie ich sehe ja vor Ort und können mir diese Frage sicherlich beantworten. (Ich beneide Sie um Ihren Arbeitsplatzin der Sonne!)
Olala, Kurvenmausi, habe die Ehre
Es liegt mir fern mich einzumischen, aber was Sie von Tropico möchten, meinen Sie nicht, dass das Informationen sind, von denen Tropico als anscheinender Consulter lebt? Ich meine, es kostet doch etwas sich ein gewisses Insiderwissen aufzubauen, warum sollte ich diese teuren Informationen preis geben - for nothing?
Verfasst am: 7.Nov 2005 14:30 Titel: Re: Wie kann ich eine Belize IBC Gründung überprüfen?
kurvenmausi hat folgendes geschrieben::
Hallo Forum,
gibt es eine Möglichkeit festzustellen ob eine IBC Gründung in Belize überhaupt stattgefunden hat? Oder ob die Gründungsagentur nur schön bedrucktes Papier verschickt hat?
International Business Companies Registry
Marina Towers, Suite 201
Newtown Barracks,
Belize City, Belize
Tel: (501) 223-5108 Fax: (501) 223-5124
Email: [E-Mail anzeigen]
Anmeldungsdatum: 17.12.2003 Beiträge: 1126 Wohnort: Belize City
Verfasst am: 7.Nov 2005 19:26 Titel:
Zur Info:
IBC-Registrierungen nebst Archivierung erfolgen ausschließlich und zentral in Belmopan (und zwar seit geraumer Zeit, und nicht mehr in Belize City !).
Der Berechtigte, der sich als solcher legitimieren kann, darf seine Registrierungsunterlagen einsehen.
Anmeldungsdatum: 17.12.2003 Beiträge: 1126 Wohnort: Belize City
Verfasst am: 7.Nov 2005 23:36 Titel:
@kurvenmausi,
in Belize gibt es - wie in vielen anderen Offshore-Standorten - halt keine öffentlichen Register. ... und das ist auch gut so !
Beste Grüße
tropico
P.S.: eine solche "Akteneinsicht" kann - in anderen Offshore-Ländern - allenfalls im Falle einer Gesellschaft auf Grundlage von "registered shares" erfolgversprechend sein, da bei "bearer shares" denknotwendigerweise der staatlichen Registrierungsbehörde keine Vergleichsdaten zur Identitätskontrolle vorliegen können ...
Anmeldungsdatum: 17.12.2003 Beiträge: 1126 Wohnort: Belize City
Verfasst am: 9.Nov 2005 22:35 Titel:
kurvenmausi,
Sie schrieben:
"Die Frage war im eigentlichen Sinne: wenn eine Offshore Gesellschaft gegründet wird, wird nach aussen auch keine weitere Information an ausländischen Behörden gegeben und somit kann eine treuhänderische Lösung doch entfallen oder?"
Wer sollte denn - generell - die Offshore-Gesellschaft vertreten ? Die Gesellschaft benötigt einen director; dieses Amt können Sie selbst übernehmen. Das müssen Sie allerdings nicht (und warum sollten Sie es auch tun ?) !
Lassen Sie sich einen director (sei es auch nur pro forma) stellen, dann haben Sie neuerlich eine "Treuhänder"-Konstellation.
Verfasst am: 10.Nov 2005 0:00 Titel: certificate of good standing
also manchmal frage ich mich schon, ob wir unser forum nicht in "büro für eierlegendewollmilchsauen" - der fachmann erkennt's: "saueREIEN" habe ich nicht gesagt - umbennen sollten
was möchten sie denn gerne: völlige diskretion und grösstmögliche anonymität (darum gehen sie ja offshore, oder?), völlige kommerzielle bewegungsfreiheit (darum gehen sie ja offshore, oder?), abwicklung von transaktionen jedwelcher art ohne irgendwelche beeinflussung durch geldgeile behörden, mitbewerber etc.?
und trotzdem soll alles offengelegt sein? - verstehe ich nicht!
die veröffentlichung von firmenzahlen - wie sie in der schweiz, grossbritannien und bei den secretaries of state der jeweiligen us-staaten "üblich" sind - sind im offshoregeschäft eben gerade NICHT erwünscht
im übrigen: die karibikjurisdiction ANGUILLA hat sich 'was kreatives einfallen lassen... wenn sie http://www.anguillafsc.com/indexm.html anklicken, können sie via die funktion "company status search" den herrn registrar of companies kontaktieren und eine rückbestätigung über den ordnungsgemässen "zustand" einer auf der insel registrierten firma erlangen... originelle idee!
im übrigen können sie davon ausgehen, dass anlässlich der EINRICHTUNG BEISPIELSWEISE EINES BANKKONTOS das zuständige institut sehr wohl abchecken wird, ob "ihre" firma existiert oder nicht... ein "certificate of good standing" mit APOSTILLE der verantwortlichen regierung erhalten sie wohl nur, wenn "alles in butter ist"
Hallo kurvenmausi,
finde leider erst jetzt diesen Beitrag.
Ich habe Erfahrung mit Belize ... und Verluste.
Belize gehört zwar zum britischen Commonwealth... doch dort zu prozessieren ist absolut sinnlos.
Ich bin vor Jahren auf einen ehemals deutschen Betrüger hereingefallen (Hort Schröder). Er gründete in Deutschland (Münster) mehrere Firmen (z.B. INT-Smaragd). Irgend wann kamen ihm die Behörden auf die Schliche und ermittelten gegen ihn wegen Betrug. Er muss jemanden dort sitzen haben, denn es gelang ihm rechtzeitig zu fliehen - mitsamt dem Geld!ließ er natürlich daheim in D. Erst versuchte er aus Panama City seine Geschäfte weiter zu führen, dann wechselte er nach Belize. Dort "gründete" er die Mad9onna-Zitrusplantage. ein echtes Betrugsunternehmen, das nur Geld sammelte aber nichts aufbaute.
Leider investierte ich etwa 40.000 DM. Totalverlust!
Ich bin auf die Beschreibung eines Kollegen hereingefallen, der mit die Gegend als absolut ideal dafür beschrieb. Dass Belize de, Britischen C. angehört und dadurch britisches Recht gegeben ist. Ja, es war sogar ein Wirtschaftsminister hier in D um dafür zu werben. Ob das wirklich einer war? Ich bezweifle es inzwischen.
Kurz, ich versuchte mit anderen Betrogenen mein Geld wieder zu bekommen: zwecklos. Es hätte die vagen Erfolgserträge bei weitem überstiegen.
Belize ist ein herrliches Urlaubsziel. Besonders die Korallenbänke vor der Küste. Ideal zum tauchen. Freundliche Bevölkerung, usw.
Aber bitte nicht für Geschäfte.
Und solltest Du evtl. den Namen Horst Schröder dabei entdecken, mach einen riesigen Bogen um ihn.
Grüße
Brendle
Hallo Brendle,
Betrug und Nepp gibt es in der ganzen Welt.
Gut, in der BRD kennt man ja nun schon einiges (seine Pappenheimer) und daher sind Man und Maus gewappnet.
In der sich entwickelnden Welt sieht es leider anders aus. D.h man/frau kennt seine Pappenheimer nicht. Und so werden in Verkennung der Rechtslage und Sachlage Entscheidungen getroffen die oft nicht so ausgehen wie man/frau sie sich vorgestellt hat.
In der sich entwickelnden Welt, auch dritte Welt genannt, kostet es Geld, ganz wie Zuhaus:
a.) Land mit Infrastruktur zu versehen,
b.) Arbeiter zu beschäftigen und zu bezahlen,
c.) Steuern bezahlen zu lassen,
d.) Büroräume zu unterhalten,
e.) Kontrolle auszuüben.
Vorsicht gilt immer wenn Ihr Geld dazu benutzt werden soll, Projekte zu realisieren, das gilt auch für Finanzierungen über gepoolte Fonds. Ich glaube das diese überall in der Welt seine Gültigkeit hat.
Oft werden hier, mit überzogenem Gewinnversprechungen, Gelder "angelegt". Häufig auch graue bis schwarze Gelder.
Das weiss auch die Gegenseite, das so wenige zu den Strafverfolgungsbehörden gehen können.
Daher ist es ratsam sich beraten zu lassen, nicht nur von einer Seite, der Verkaufenden sondern auch von einer nicht an dem Verkauf interessierten Seite. Ich persöhnlich war noch nicht in Belize, aber ich glaube so etwas passiert auch anderswo. Daher halte ich es für überzogen das, nur aufgrund von persöhnlich äußerst unangenehmer Erfahrung ein ganzes Land als "nicht Geschäftsfähig" abzustrafen.
Was spricht den dagegen bei Einlagen mal nachzuprüfen ob die Versprechungen auch zutreffen?
Dritte Welt oder entwickelnde Welt heißt nicht die dumme Welt.
Es gibt in allen Ländern dieser Welt Kaufleute und eine Geschäftliche Infrastruktur. Die fehlende Datenverabeitung seitens der zuständigen Behörden macht eine Überprüfung zur Fleißarbeit.
Bei Beträgen von 20 bis 120 Tausend Euro und sicher auch oberhalb dessen macht es mehr als Sinn nicht nur daran zu denken 3 bis 10% der Einlagesumme zur Überprüfung einer "Superanlage" anzulegen.
hier haben Sie mich falsch verstanden.
Nein, nicht alle Menschen in Belize sind kriminell. Es ist nur angebracht äußerste Vorsicht walten zu lassen. Denn eine Fehlinvestition ist im Gegensatz zu Deutschland nicht mehr einbringbar.
Ich weiß von mehreren Seiten, dass die Einheimischen von Belize liebe, freundliche und gastfreundliche Menschen sind. Gleichgültig ob sie zu der spanischen, der negroiden oder indianischen Bevölkerung zählen.
Wenn ich das Geld dazu hätte, ich würde gerne dort hin übersiedeln.
Es geht mir ausschließlich um die Rechtslage.
Die Investition, die ich dort getätigt habe, ist auch von mehreren Seiten geprüft worden.
Ich bin heute noch davon überzeugt, dass eine Zitrusplantage in Belize der absolut beste Platz ist: keine Fröste, keine Dürre, keine Überschwemmungen, richtige Luftfeuchtigkeit, relativ geringe Unterhaltskosten.... Nur, was hilft mir das alles, wenn die Initiatoren auf Betrug aus sind? In D habe ich evtl. die Möglichkeit zumindest einen Teil meiner Investitionssumme zurück zu klagen. In Belize?
Ich möchte damit auch nicht behaupten, dass in D nur ehrliche Menschen leben. In Belize sind sie mindestens genauso ehrlich.
Grüße
Brendle
Anmeldungsdatum: 17.12.2003 Beiträge: 1126 Wohnort: Belize City
Verfasst am: 13.Nov 2005 16:30 Titel:
Sehr geehrter Herr Brendle,
ich kann Ihre Ausführungen nur voll und ganz unterstützen, insbesondere was eine Investitionstätigkeit in dem von Ihnen beschriebenen Bereich betrifft (fiel eigentlich im Zusammenhang mit der Zitrusplantage der Name Douglas Fox oder Malcolm Hitchcock ?). Richtig ist ferner, daß die Menschen in Belize durchweg dem sonnigen Umfeld auch im Geiste entsprechen. Betrüger gibt es richtigerweise überall auf der Welt.
Eines ist aber auch richtig: egal, wo Sie im Ausland investieren, gibt es Risiken. In Belize sind derartige Risiken größer, wenn Sie nicht von vornherein die "richtigen" Leute kennen UND nicht zuvor oft genug besuchsweise im Lande waren und wissen, mit wem man nicht zusammenarbeiten sollte.
Warum allerdings die Inanspruchnahem belizischem Recht nicht erfolgreich war, erschließt sich mir aus Ihren Ausführungen nicht. Vielleicht verlieren Sie hierzu noch ein Wort.
Erfreulicherweise trennen Sie zwischen Ihrem (schmerzlichen) Erlebnis und den allgemeinen Bedingungen, die das Land auszeichnen.
Beste Grüße
tropico
P.S.: Ihr Fall hat mich doch berührt, sodaß ich auch gerne außerhalb des öffentlichen Forums hierzu mehr erfahren würde (selbstverständlich wäre Vertraulichkeit garantiert). Vielleicht gibt es noch Wege, Ihnen zu helfen.
Meine Email-Adresse finden Sie unten.
Zuletzt bearbeitet von tropico am 13.Nov 2005 17:09, insgesamt 1-mal bearbeitet
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