Verfasst am: 20.Apr 2006 15:13 Titel: offshore einmal ?garantiert? anders
Hallo liebe Experten!
Um es vorweg zu nehmen, ich bin neu und habe keine Ahnung. Ich habe mir ein reizvolles Gedankenexperiment überlegt. Jemand ist freiberuflich tätig und hat damit sein gutes Auskommen. In seiner Freizeit spielt er gewinnbringend online Geschicklichkeitsspiele wie Backgammon um Geld. Nach einiger Zeit merkt er, dass er das richtig gut kann. Das online Spielen wird schon zu einer zweiten Einnahmequelle, von, sagen wir, 1000 bis 5000 Euro im Monat (ungefähr). Er müsste diese Einkünfte eigentlich in seinem Wohnort Deutschland versteuern. Das Geld gewinnt/ verdient er bereits offshore, denn die Betreiber von Internet-Casinos, Wettinstituten usw. sitzen ja in der Regel auf Karibik-Inseln oder an anderen exotischen Orten. Er hat also nicht das Problem, wie er das Geld raus kriegt aus Deutschland, sondern nur, wie er es wieder zurück kriegt. Zu diesem Zweck gründet er eine IBC, auf den BVI, den Niederländischen Antillen, in Panama oder sonstwo. Meinetwegen eines dieser Billigprodukte (Briefkastenfirma für ca. 1000 Euro) mit nominee director. Der nominee director ist sicher nominee director von hunderten anderer offshore Firmen auch, an der gleichen Adresse. Er macht dann auch ein offshore Geschäftskonto auf, auf den Namen der Firma. Auf die Debit Card, die er mit dem Konto von der Bank erhält, lässt er seine Gewinne buchen. Nun schreibt er sich selbst einen Berater Freelance "self-employed"Vertrag (Freelance Verträge erhält er ja von seinen "richtigen" Auftraggebern auch) und verrichtet angeblich online research/ schreibt irgendwelche Texte, die er elektronisch verschickt an den Auftraggeber - die offshore Firma/ Klitsche. Da er hauptberuflich auch journalistisch tätig ist (selbständig), fällt es vielleicht (??) nicht so auf, wenn er einen weiteren Auftraggeber hat mit Sitz, sagen wir, auf den British Virgin Inseln. Der Auftraggeber bezahlt ihn für seine Dienste und er zahlt über seine Einkünfte auch schön in Deutschland Einkommenssteuer. Da müsste sich der deutsche Staat doch eigentlich freuen, dass er von BVI Geld "reinkriegt", anstatt dass da irgendeine dubiose BVI Firma Rechnungen schreibt, um Geld "rauszuholen" , oder? Ist das, was unser Journalist mit verschleierten Zusatzeinkünften tut jetzt - illegal? genial? total blöd? sinnlos? Er will nur bei der Steuer nicht erklären, dass er das Geld mit Geschicklichkeits- oder Glücksspiel gewonnen hat und "tarnt" es daher offshore - falls das eine Tarnung ist - als zusätzlich geleistete journalistische Leistung oder Schreibarbeit. Und er zahlt über seine Einkünfte aus Offshore auch brav die deutsche Steuer. So, jetzt dürft ihr alle lästern, was für ein kindischer Vorschlag. Kann der Journalist irgendwelche Probleme kriegen mit der Steuer in Deutschland? Muss er als offizieller Auftrag-Nehmer - er würde dann mehrmals im Jahr/ regelmässig Schreibaufträge von der Offshore-Firma erhalten - irgendwie nachweisen, dass die offshore Firma in echt existiert oder was sie macht oder dass sie ihm nicht gehört oder ähnliches? Oder freut sich der Fiskus sogar, wenn mal endlich Geld reinkommt von BVI? Ich habe da überhaupt keine Ahnung. Und, wie gesagt, alles nur ein Gedankenspiel...
Vielen Dank für möglichst sachdienliche Hinweise.
P.S. Sorry, Beitrag habe ich zuerst im verkehrten Forum gepostet. Bin halt neu...
Ich verstehe nicht warum Du die Gewinne aus Glücksspiel etc. nicht dem FA mitteilen willst (bei der Steuererklärung etc.) Bin mir nicht sicher ob man sowas mit angeben muss - versteuern muss man diese jedenfalls NICHT!
Du wirst bestimmt Deine Gründe haben aber "extra" ein Offshore-Konstrukt zu schaffen damit Du die Gewinne über Rechnungen (Texte schreiben etc.) wieder nach Deutschland holst und dann diese sogar noch versteuerst - was Du ja bei Glücksspielgewinnen überhaupt nicht brauchst - finde ich ziemlich dusslig.
Hallo erstmal!
Vielen Dank für eure Kommentare. Ja, es bestehen tatsächlich Gründe. Nämlich habe ich gehört, dass die online Spielzone juristisch eine Grauzone ist. So sieht es die Gesetzgebung vor, dass man, wenn man in Deutschland an einem Glücksspiel teilnimmt, nur spielen darf in einem Casino oder bei einem Veranstalter, der in Deutschland eine Lizenz hat. Die online Anbieter haben aber keine Lizenz in Deutschland. Wenn ich im Urlaub nach Antigua fahre und dort beim Glücksspiel gewinne, ist das legal, wenn ich in Antigua gespielt habe in einem Casino, das dort eine Lizenz hat. Wenn ich aber online spiele von Deutschland aus, kann mir das von einem böswilligen Steuerbeamten, wenn ich meine Gewinne bei der Steuer angebe, ausgelegt werden als "Teilnahme an illegalem Glücksspiel" . Und der deutsche Gesetzgeber ist über das online Spiel nicht gerade begeistert und tut, was er kann, um das zu unterbinden. Was ja die Anbieter dadurch gelöst haben, dass sie umgezogen sind in Länder, die ihnen eine online Lizenz ausgestellt haben. Was das Steuerproblem zurückverlagert auf den Nutzer/ Spieler. Daher meine Frage.
Anmeldungsdatum: 08.03.2006 Beiträge: 27 Wohnort: europe
Verfasst am: 21.Apr 2006 18:39 Titel:
Wie schon weiter oben erwähnt hört sich das sehr nach Geldwäsche an.
Ich glaue Ihnen lieber Zocker natürlich, dass Sie dieses Geld im Glücksspiel gewonnen haben.
Die Behörden werden allerdings bei einem solchen Konstrukt Geldwäsche vermuten und alles ganz genau unter die Lupe nehmen.
Das entspricht sicher nicht mehr Ihrem ursprünglichen Anliegen.
Ich würde Ihnen raten doch einmal ein lokales Casino aufzusuchen und dort Ihr Glück zu versuchen.
Verfasst am: 21.Apr 2006 19:31 Titel: die Rache der Behörden
Hallo Matthias, hallo Prince_Ray und alle anderen,
jetzt wo ich drüber nachdenke, habe ich auch Bedenken wegen eventuellem Geldwäscheverdacht. Wahrscheinlich komme ich da vom Regen in die Traufe und mache die Behörden erst recht stutzig. Werde mir wohl was anderes überlegen müssen, um meine "Zockereinkünfte" sorgenfrei geniessen zu können. Aber vielen Dank für die Kommentare.
Grüsse vom Zocker
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