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Göttiner Gruppe in Insolvenzgefahr- Anleger zahlen noch

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Verbraucheranwalt
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Anmeldungsdatum: 22.06.2004
Beiträge: 232
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 31.Aug 2006 9:08    Titel: Göttiner Gruppe in Insolvenzgefahr- Anleger zahlen noch Antworten mit Zitat

Es ist eine Art offenes Geheimnis: Der Göttinger Gruppe steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Ob der umstrittene Finanzkonzern die noch vereinnahmten Anlegergelder weiterhin investiert, darf jedenfalls bezweifelt werden. Es steht zu vermuten, dass die Göttinger Gruppe lediglich Anwaltskosten begleicht und auf vollstreckbare Titel leistet - letzteres offenbar auch nur mit den Druckmitteln der Justiz. So haben die Autoren Insolvenzantrag gegen eine Gesellschaft gestellt; dann wurde doch gezahlt. Obwohl die Medien ausführlich berichten, bedienen viele Kapitalanleger immer noch die Ratensparverträge.

Die Göttinger Gruppe war in den neunziger Jahren Deutschlands größter Anbieter atypisch stiller Beteiligungen. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung vereinnahmte der Konzern von über 100.000 Anlegern etwa 1 Milliarde Euro. Hauptsächliches Finanzproduktprodukt war die Securente, die ihren Kunstnamen („sichere Rente“) allerdings zu Unrecht trug: Anleger wurden durch sie Fondsgesellschafter und unmittelbar am Gewinn und Verlust dieser Fonds beteiligt. Die im Auftrag der Göttinger Gruppe tätigen Vermittler klärten Anleger oft nicht oder nicht richtig über die Verlustrisiken auf, was inzwischen auch durch eine Vielzahl an Gerichtsurteilen amtlich bestätigt ist. Die juristische Aufarbeitung der Konzerntätigkeit ist weiterhin im Gange. Zur Jahresmitte 2005 waren über 5000 Klagen auf Schadensersatz anhängig, Tendenz steigend. Inzwischen sorgt die hohe Zahl titulierter Rückforderungen offenbar für ernsthafte Zahlungsprobleme der Göttinger Gruppe. Verschiedene Anwälte, die Urteile zugunsten der Anleger erstritten hatten, sahen sich veranlasst, mit Zwangsvollstreckungs- und sogar Insolvenzanträgen zu drohen, um den Konzern zur Zahlung zu bewegen. So auch die Autoren. Erst auf diese Maßnahmen hin wurden Forderungen beglichen. Wie klamm die Göttinger inzwischen sind, steht amtlich noch nicht fest, die Tatsachen sprechen aber für sich: Im Juni dieses Jahres wurde ein größerer Immobilienposten veräußert, um Forderungen aus verlorenen Rechtsstreitigkeiten zu begleichen. Kurz darauf kündigte die Volksbank Göttingen dem Konzern das Geschäftskonto. Das vorhandene Abrechnungsguthaben von knapp 160.000 Euro wurde für vorrangige Pfändungen ausgekehrt. Die Anlegerverwaltung teilte den Ratenzahlern daraufhin ein neues Geschäftskonto mit, auf das die Gelder offenbar über einen Treuhänder einbezahlt werden. Das Anlegergeschäft geht also zumindest offiziell weiter. Anleger, die Gesellschaftsforderungen noch bedienen, sollten sich aber vor Augen führen: Mit einiger Wahrscheinlichkeit werden die Gläubiger auch in diese Konten vollstrecken. Das schon seit langem bei den Göttingern vermutete Schneeballsystem verwirklicht sich somit zumindest bei der Abwicklung auf seine eigene Weise. Erstaunlich ist nur, dass die Anleger immer noch fleißig zahlen. Offenbar ist vielen nicht klar, dass die staatliche Überwachung private Geldanlagepolitik extrem lückenhaft ist und dass im Falle der Insolvenz die Gelder verloren sein dürften.
_________________
RAe Dr. Thomas Schulte & Kollegen
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Anmeldungsdatum: 18.01.2006
Beiträge: 3332

BeitragVerfasst am: 13.Sep 2006 8:42    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Eine Flut von Pfändungen durch geschädigte Anleger, die ihre Schadensersatzansprüche titulieren konnten, bringt den Finanzkonzern der Göttinger Gruppe in arge Bedrängnis. "Wir erleben gerade einen beispiellosen Run auf die Konten und Kassen der Firma", berichtet Karine Guilleaume de Acosta von der Anlegerschutzkanzlei Hahn Rechtsanwälte Partnerschaft (HRP). "Im Gegensatz zu anderen Kanzleien konnten wir für unsere Mandanten die Gelder noch eintreiben."

Während Anwälte das Firmengeflecht der Gruppe nach Pfändbarem durchleuchten, versucht das Unternehmen, mit Winkelzügen den Zwangsvollstreckungen auszuweichen. "Viele Anleger haben zwar Recht, aber kein Geld bekommen - weil die Kassen der Göttinger Gruppe scheinbar leer sind und juristisch oft wenig Handhabe zur Zwangsvollstreckung bleibt", berichtet Anwältin Guilleaume de Acosta, die bei HRP zahlreiche Prozesse für Anleger gegen die Göttinger Gruppe führt. "Die von uns erzielten Vergleiche und erstrittenen Urteile werden nach wie vor bedient. Wir haben da die geeigneten Mittel und Wege gefunden", so Frau Guilleaume de Acosta weiter.

Nach über 400 Vorpfändungen und Pfändungen mit einem Volumen von mehr als 4,6 Millionen Euro hat die Hausbank der Göttinger Gruppe ein zentrales Konto gekündigt. Es wies nur noch eine Deckung von 160.000 Euro auf. Mit der Auszahlung des Guthabens an zwei vorrangige Gläubiger gingen die restlichen Pfändungen ins Leere.

Weitere Pfändungen will die Göttinger Gruppe jetzt durch Einrichtung eines Treuhandkontos bei der Kreissparkasse Eichsfeld in Thüringen verhindern. Als Treuhänder agiert ein Göttinger Rechtsanwalt, der dem Kreis um die Göttinger Gruppe zuzuordnen ist.

Anlegerschützer warnen seit Jahren vor den Angeboten der Göttinger Gruppe. Vor Gericht haben Sparer gute Chancen, da sie in der Regel von für den Konzern tätigen Vermittlern vollkommen unzureichend über die Risiken ihrer Kapitalanlage aufgeklärt worden sind.

Richtig in Schwung kamen die etwa 5.000 Klageverfahren durch anlegerfreundliche Urteile des Bundesgerichtshofes im vergangenen Jahr.

Der Finanzkonzern der Göttinger Gruppe war in den neunziger Jahren der größte Anbieter von atypisch stillen Beteiligungen. Das Untenehmen hat Schätzungen zufolge von über 100.000 Anlegern gut eine Milliarde Euro eingesammelt. Etwa 10.000 Anleger leisten weiterhin Ihre Einlagen. Auch diese Anleger haben nach Einschätzung von HRP noch Chancen, ihr eingesetztes Geld zurückzubekommen.

Kanzleikontakt:

Hahn Rechtsanwälte Partnerschaft
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Anmeldungsdatum: 18.01.2006
Beiträge: 3332

BeitragVerfasst am: 22.Okt 2006 16:50    Titel: Antworten mit Zitat

Volksbank Göttingen - das Konto der Göttinger Gruppe Vermögens- und Finanzholding wurde aufgelöst.

HypoVereinsbank - Beendigung der Geschäftsbeziehung mit der Securenta AG wurde bestätigt
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dirk streifler
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Anmeldungsdatum: 15.02.2006
Beiträge: 8
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 13.Jun 2007 12:01    Titel: Antworten mit Zitat

Nun ja, nachdem es die Spatzen schon seit geraumer Zeit von den Dächern gepfiffen haben, ist es so weit: Das Insolvenzverfahren ist eingeleitet.

Siehe dazu meine folgenden Artikel:

streifler.de/insolvenzverfahren-gegen-goettinger-gruppe-eingeleitet

streifler.de/anlegerschutz-bei-der-goettinger-gruppe--2F-securenta-ag
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6457

BeitragVerfasst am: 19.Jun 2007 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

Die Kerngesellschaft der Göttinger Gruppe ist zahlungsunfähig. Um den zuständigen Verwalter herrscht derweil Verwirrung: Das Amtsgericht Göttingen und das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg bennen unterschiedliche Insolvenzverwalter. Wer seine Einzahlungen widersieht, ist noch unklar.

Zitat:
Das Amtsgericht Göttingen hat das Insolvenzverfahren gegen die Securenta AG, Kerngesellschaft der umstrittenen Göttinger Gruppe (GG), eröffnet. Das bedeutet, dass zumindest genügend Vermögen (Masse) vorhanden ist, um ein Insolvenzverfahren durchzuführen.

Verwirrung bei Anwälten, Gläubigern und Anlegern besteht dennoch darüber, welcher Insolvenzverwalter zuständig ist. Das Amtsgericht Göttingen nennt den Hamburger Steuerberater Peter Knöpfle und kündigt für September eine Gläubigerversammlung an. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg bestellte die Berliner Kanzlei Leonhardt Westhelle & Partner, nachdem die GG dort Insolvenzanträge für Gesellschaften der Gruppe gestellt hatte. Hintergrund: Die GG hatte wenige Tage vor den am 8. Juni in Berlin gestellten Insolvenzanträgen ihren Sitz von Göttingen nach Berlin verlegt.

Die GG warb bei etwa 80 000 Anlegern mehr als eine Mrd. Euro mit stillen Beteiligungen ein. Mit ihrem dubiosen Anlagemodell beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft Braunschweig nun zum zweiten mal. In den vergangenen Jahren forderten Tausende Anleger von der GG Geld zurück und lösten letztendlich damit die Insolvenzverfahren aus.

Hauke Maack, Anlegeranwalt in Recklinghausen, erwartet dass der Insolvenzverwalter nur die Anleger anschreibt, von denen er meint, dass sie noch Geld von der GG zu bekommen haben. Er warnt aus Erfahrung aus anderen Großschadensfällen davor, dass Insolvenzverwalter von sich aus zu niedrige Forderungen in die Formulare zur Forderungsanmeldung einsetzen.

Außerdem macht er darauf aufmerksam, dass vielen Anlegern die gesamten Einzahlungen zustehen, sofern sie unzureichend über die Risiken der Anlage aufgeklärt wurden. Maack rechnet damit, dass der Insolvenzverwalter Anlegern häufig nur zehn bis 15 Prozent ihrer Einzahlungen als aktuellen Wert ihrer Einlagen in die Forderungstabelle einsetzen wird.

Quelle: HB
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