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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5866
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Verfasst am: 5.Apr 2007 6:56 Titel: Banken sollen Hedge-Fonds drosseln |
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Kredite sollen erschwert werden
Dies sei ein „konkreter und pragmatischer Weg zu mehr Stabilität an den Finanzmärkten“, sagte DGB-Chef Michael Sommer dem Handelsblatt. Zudem habe dieser Ansatz politisch mehr Aussicht auf Erfolg als Versuche einer direkten Regulierung der Hedge-Fonds, von denen viele in Steuerparadiesen wie den Cayman-Islands sitzen.
Damit greift der DGB Empfehlungen aus einem Gutachten auf, das der Finanzmarktforscher Hans-Joachim Voth von der Universität Pompeu Fabra in Barcelona für die gewerkschaftliche Hans-Böckler-Stiftung angefertigt hat. Voth genießt auch in der Finanzwelt Renommee. Er war unter anderem Berater von Werner Seifert, dem früheren Chef der Deutschen Börse.
In seinem dem Handelsblatt vorliegenden Gutachten rät er vor allem zu schärferen Mindestkapitalanforderungen für Kredite an Hedge-Fonds. Im Rahmen einer internationalen Vereinbarung – Stichwort: „Basel III“ – sollten die Banken verpflichtet werden, ihre Kredite an diese Fonds mit einem erhöhten Anteil an Eigenkapital zu unterlegen. Zudem könnten Transparenzregeln für die Fonds die Banken veranlassen, ihre Kreditkonditionen mehr am jeweiligen Risikoprofil auszurichten. Sommer will mit dem Vorstoß die laufenden Bemühungen der Bundesregierung um eine bessere Kontrolle von Hedge-Fonds unterstützen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hofft, damit im Kreis der führenden Wirtschaftsnationen Anfang Juni auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm Fortschritte zu erzielen.
Anders als Investmentfonds sind Hedge-Fonds in ihrer Anlagepolitik je nach Firmensitz wenig bis gar nicht beschränkt. Sie handeln auch mit Derivaten und tätigen Leerverkäufe, mit denen man auf fallende Kurse spekuliert. Einerseits bieten ihre zunehmenden Aktivitäten die Chance einer besseren Risikoverteilung, was die Märkte stabilisieren würde. Andererseits sind sie wegen geringer Transparenz ein möglicher Gefahrenherd, denn Anlagerisiken könnten sich unbeobachtet häufen.
Um diese Aktivitäten stärker unter Kontrolle zu bringen, gibt es prinzipiell zwei Ansätze: Der Ansatz des so genannten Onshoring zielt darauf, mehr Fonds in den Einflussbereich einer strengeren Regulierung zu ziehen. Staatengruppen wie die EU oder die OECD müssten dazu gemeinsame Standards etwa für das Zulassungs- und Vertriebsrecht schaffen, damit es für die Fonds weniger attraktiv wäre, von Offshore-Finanzplätzen aus zu agieren. Der zweite Ansatz, zu dem auch der Vorschlag „Basel III“ gehört, zielt auf die Banken, die als so genannte Prime Broker für die Hedge-Fonds Geschäfte abwickeln.
Voth rät dazu, beide Wege zu gehen, misst aber dem über die Banken die höheren Chancen zu. Dass der DGB dem folgt, bedeutet einen Kurswechsel: Bisher bauten die Gewerkschaften auf eine direkte Regulierung der Fonds – die aber ins Leere zu laufen droht, wenn die Offshore-Finanzplätze, also die Steueroasen, nicht mitwirken.
Für den Weg über die Banken spreche, dass auch US-Notenbanker wie der Chef der New York Fed, Tim Geithner, eine strengere Regulierung der Kreditvergabe an Hedge-Fonds befürworteten, argumentiert Voth. Zudem werde das Geschäft mit Hedge-Fonds von wenigen großen Investmenthäusern dominiert und erfordere keine „politisch schwierigen Schritte gegen extraterritorial registrierte Fonds“.
Strengere Regeln für die Banken würden die Kreditkosten erhöhen. Damit hätten Hedge-Fonds weniger Anreiz, riskante Spekulationen über Schulden zu finanzieren. Der Hedge-Fonds LTCM, dessen Kollaps die Märkte 1998 an den Rand einer Krise brachte, hatte bei Schulden von 125 Mrd. Dollar eine Eigenkapitalquote von nur 3,6 Prozent.
Voth rät zudem, Banken eine Wiederbeleihung der für Hedge-Fonds-Kredite hinterlegten Sicherheiten nur noch in verringertem Umfang zu erlauben. Auch sollten die Fonds angehalten werden, an zufällig ausgewählten Stichtagen ihre Vermögens- und Eigentümerstruktur offen zu legen. Damit lasse sich ein Bild der Risiken am Markt ermitteln, ohne dass die Fonds ihre ganze Handelsstrategie preisgeben müssten.
Für den DGB ist der Vorstoß zu den Hedge-Fonds ein erster Schritt zu einer breiteren Debatte. Im zweiten Schritt, der noch in Vorbereitung ist, will er – wieder mit Hilfe von Professor Voth – Vorschläge zur Regulierung von Private Equity vorlegen. Dies dürfte für die Gewerkschaften noch brisanter werden, da diese – mitunter als „Heuschrecken“ verunglimpften – Finanzinvestoren direkter Einfluss auf die Arbeitswelt nehmen. Einfache Antworten soll es aber auch dabei nicht geben, verspricht Sommer: „Ich lege Wert darauf, dass wir uns an der Debatte seriös und nicht nur mit Sonntagsreden beteiligen.“
Quelle: HB |
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