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Hypothekenkrise USA: Zwei Hedge-Fonds in großer Not

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5866

BeitragVerfasst am: 21.Jun 2007 12:18    Titel: Hypothekenkrise USA: Zwei Hedge-Fonds in großer Not Antworten mit Zitat

An der Wall Street sind zwei große Hedge-Fonds der Investmentbank Bear Stearns in unmittelbare Gefahr geraten. Nach einem Bericht des Wall Street Journal ist ein erster Versuch zur Rettung der Fonds gescheitert. Die Verhandlungen zwischen Bear Stearns und Kreditgebern der Fonds sollten am Mittwoch fortgesetzt werden. Über deren Verlauf war aber zunächst noch nichts bekannt. Sollten die Fonds geschlossen werden, könnte dies weitreichende Folgen für die globalen Finanzmärkte haben.

Die beiden Fonds hatten massiv in Wertpapiere investiert, die durch hochverzinsliche Hypotheken an Hausbesitzer mit geringer Bonität ("Subprime Loans") gedeckt waren. Dabei hatten die Manager aber den Rückgang der Immobilienpreise und vor allem den Anstieg der langfristigen Zinsen während der vergangenen Wochen nicht genügend berücksichtigt.

Die beiden Fonds "High Grade Structured Credit Strategies Enhanced Leverage Fund" und High Grade Structured Credit Strategies Fund" hatten laut Wall Street Journal ungefähr 20 Milliarden Dollar in Spekulationen auf Wertpapiere aus dem Immobilienmarkt investiert. Die meisten dieser Titel setzten fälschlicherweise auf steigende Preise und sinkende Renditen. Wie bei Hedge-Fonds üblich, stamme nur ein kleiner Teil des investierten Geldes von Bear Stearns selbst. Das eigentliche Geschäft wurde mit dem geliehenen Geld großer Investoren, darunter mehrere andere Wall-Street-Banken, gemacht.

Im vergangenen Monat meldeten die beiden Fonds hohe Verluste. Einer von beiden meldete für April zuerst einen Wertverlust von 6,75 Prozent und dann, zwei Wochen später, von 18 Prozent. Das machte die Geldgeber nervös, und sie verlangten ihre Investitionen zurück. Der entscheidende Stoß für Bear Stearns kam von Merrill Lynch. Die Investmentbank sicherte sich einen Teil des Vermögens der Fonds - Wertpapiere, die durch erstklassige Hypotheken gesichert waren - und will diese nun versteigern. Die Manager der Fonds versuchen nun, von ihren Kreditgebern Zeit zu bekommen, um die Krise zu lösen.

Der drohende Zusammenbruch der beiden Fonds zeigt, wie ernst die Hypothekenkrise in den USA ist. In den Jahren 2005 und 2006 hatten Verleiher massiv hochverzinsliche Hypothekenkredite an ärmere Kunden verkauft, ohne sich richtig um deren Bonität zu kümmern. Die Kredite wurden gebündelt und als Anleihen ("Asset Backed Securities") am Kapitalmarkt untergebracht. Dadurch blieb das Risiko aus diesen Krediten nicht bei den einzelnen Banken, sondern wurde breit gestreut. Die beiden gefährdeten Fonds bei Bear Stearns hatten vor allem in Pools aus diesen Anleihen investiert.

Bisher hat die Krise bei Bear Stearns die Finanzmärkte weitgehend unberührt gelassen. Der Dow Jones pendelte im frühen Mittwochsgeschäft um sein Vortagesniveau - unter anderem weil die Investmentbank Morgan Stanley trotz der schwierigen Lage auf dem Immobilienmarkt einen Gewinnanstieg um 40 Prozent im zweiten Quartal gemeldet hatte (Weltbörsen). Trotzdem könnte die Schließung der beiden Fonds unabsehbare Folgen haben. Viele andere Hedge-Fonds haben in der einen oder anderen Form in Wertpapiere investiert, die durch hochriskante Hypothekendarlehen gesichert sind.

Es ist unklar, ob diese Papiere noch korrekt bewertet sind, da es für sie meist keinen liquiden Markt gibt. Käme es hier zu einer massiven Korrektur, könnte dies zu einer Flucht aus den Fonds führen. Die korrekte Bewertung der Vermögen von Hedge-Fonds gehört zu den offenen Fragen, wenn es um die Regulierung der Branche geht.

Die Diskussion über die Vorschläge ist noch nicht abgeschlossen und dürfte durch die Krise bei Bear Stearns neu entfacht werden. Die letzte große Krise unter den Hedge-Fonds war im September vergangenen Jahres ausgebrochen.

Damals hatten sich die Manager des Amaranth-Fonds mit einer Wette auf sinkende Erdgaspreise verspekuliert und innerhalb kurzer Zeit fünf Milliarden Dollar verloren. Im Jahr 1998 hatte der Hedge-Fonds Long-Term Capital Management vier Milliarden Dollar in Staatsanleihen verspekuliert. Damals musste die amerikanische Notenbank eine Stützungsaktion organisieren, um die Stabilität des Finanzsystems zu sichern. Eine derartige Systemkrise scheint wegen der Probleme bei Bear Stearns derzeit aber nicht zu drohen.
Quelle: Nikolaus Piper/SZ
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5866

BeitragVerfasst am: 25.Jun 2007 7:50    Titel: Antworten mit Zitat

Die New Yorker Investmentbank Bear Stearns ist einem seiner zwei schwer angeschlagenen Hedge-Fonds mit einem Kredit von 3,2 Milliarden Dollar (2,4 Mrd Euro) zu Hilfe gekommen. Dies teilte Bear Stearns am Freitag in New York mit. Es handelt sich nach Darstellung von Marktkennern um die größte Rettungsaktion für einen Hedge-Fonds seit knapp einem Jahrzehnt.

Die Wall Street hat nervös auf die Probleme bei den beiden Hedge- Fonds reagiert. Der Dow-Jones-Index gab am Freitag um 1,4 Prozent auf 13 360,26 Punkte nach. Die Bear-Stearns-Aktien fielen in der vergangenen Woche um mehr als vier Prozent auf 143,75 Dollar.

Die hausinterne Hilfsaktion galt dem Bear Stearns High Grade Structured Credit Fund (High Grade Fund). Mit der Kreditlinie wolle Bear Stearns die Finanzierung stabilisieren und die Unsicherheit im Markt verringern, erklärte Bear-Stearns-Konzernchef James E. Cayne. Für einen anderen Hedge-Fonds (Bear Stearns High Grade Structured Credit Enhanced Leveraged Fund) verhandelt die Investmentbank weiter mit den Kreditgebern und Gegenparteien.

Die Fonds, die in großem Stil im riskanten Hypotheken-Markt spekulierten, hatten angesichts erheblicher Wertverluste einen plötzlichen Ansturm nervöser Investoren verzeichnet. Die Geldgeber, darunter Merrill Lynch und die Deutsche Bank, verlangten ihrerseits zusätzliche Einschusszahlungen. Die Finanzinstitute griffen auf die als Sicherheit von den Hedge-Fonds gestellten Wertpapiere zurück und boten sie teilweise zum Verkauf an. Durch die Hilfsaktion von Bears Stearns wurde die Situation jetzt etwas entschärft.

Finanzexperten befürchteten ein mögliches Ausufern auf den Kapitalmarkt. Besonders gefährdet war der riesige Markt für Wertpapiere, die mit riskanten Hypotheken abgesichert sind. Diese waren während des Immobilienbooms der vergangenen Jahr auch in großem Stil an Amerikaner mit schlechtem Kredit-Rating vergeben worden.

Mit dem starken Einbruch der US-Immobilienpreise und steigenden Hypothekenzinsen für die mit variablen Zinsen vergebenen Gelder sind Millionen Amerikaner mit ihren Hypothekenzahlungen in Verzug geraten. Viele haben inzwischen das Handtuch geworfen und den Banken und Kreditgebern ihre Häuser überlassen. Diese sind jetzt oft weniger wert als die darauf lastenden Hypotheken.

Hierdurch waren die von den Finanzdienstleistern offerierten komplexen Wertpapiere, die so genannten CDOs (Collaterized Debt Obligation) unter starken Druck geraten. In den CDOs sind oft Forderungen unterschiedlichster Art gebündelt, darunter riskante Hypothekenkredite, Unternehmensanleihen, Kreditkarten-Forderungen sowie andere Obligationen. Sie werden dann gestückelt und an die Investoren veräußert, wobei die Verzinsung dieser Titel je nach Risiko variiert. Der Markt für CDO-Titel hatte im vergangenen Jahr ein gewaltiges Volumen von mehr als 500 Milliarden Dollar erreicht.
Quelle: HB
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5866

BeitragVerfasst am: 20.Jul 2007 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

Die Investmentbank Bear Stearns hat sich mit Immobiliendarlehen gründlich verspekuliert. So gründlich, dass 1,6 Milliarden Dollar "wertlos" wurden. Den Anlegern bleibt nichts als ein Brief des Bedauerns.

Das freut den Anleger: Man erhält einen Brief von der Bank, in dem einem wohlformuliert beigebracht wird, das die anvertraute Kohle verzockt wurde.
Das passierte am Donnerstag Kunden der New Yorker Investmentbank Bear Stearns.

Das Bankhaus teilte den Anlegern in einem zweiseitgen Brief mit, dass sie zwei ihrer Hedge-Fonds in den Sand gesetzt hat. Sie zielten auf Wertpapiere ab, die auf Hypothekendarlehen basieren. Doch war der US-amerikanischen Immobilienboom, wie man mittlerweile weiß, nur auf Treibsand gebaut. Das Platzen der Immobilienblase war indirekt auch Auslöser für den Börsen-Crash in Schanghai Ende Februar dieses Jahres.

Trotzdem war der Verlust der beiden Hedge-Fonds ein Schock für die Kunden von Bear Stearns Asset Management.

"Effektiv wertlos" - so schreibt die Bank mit Sitz an der Madison Avenue - sei der Fonds "High-Grade Structured Credit Strategies". Und "fast nichts mehr übrig" wäre vom "High-Grade Structured Credit Strategies Enhanced Leveraged Funds".

Da nützen keine ausgeklügelten Strategien oder Bezeichnungen mehr - umgerechnet 1,16 Milliarden Dollar sind vernichtet. Zusammen mit dem von den Fonds aufgenommenen Fremdkapital soll der Verlust sogar bis zu 15 Milliarden Euro betragen. Das ist, trotz des natürlichen Risikos solcher Finanzinstrumente, ausgesprochen bitter.

Schon Ende Juni soll die Bank den Bankrott der Immobilien-Fonds bemerkt haben. Erst jetzt aber setzte sie Investoren und Öffentlichkeit in Kenntnis über die "absolut uncharakteristische" Performance dieser sonst "hochqualitativen Produkte". ´
Quelle: Moritz Jäger/SZ
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5866

BeitragVerfasst am: 4.Aug 2007 6:21    Titel: Antworten mit Zitat

Die jüngsten Turbulenzen an den Anleihemärkten könnten der US-Investmentbank Bear Stearns zufolge schlimmere Auswirkungen haben als der Einbruch an den Aktienmärkten in den 80ern oder das Platzen der Blase bei den Internet-Aktien 2000.

„Das ist das schlimmste, was ich in 22 Jahren gesehen habe“, sagte Bear-Stearns-Finanzchef Sam Molinaro am Freitag. Die Situation sei vergleichbar mit Marktereignissen wie Anleihekrise in den späten 90er Jahren.

Die Ratingagentur Standard & Poor's senkte ihren Ausblick für die Investmentbank Bear Stearns auf negativ. Das löste bei Analysten Sorgen vor einer Ausweitung der Hypotheken-Krise aus. „Bear Stearns galt als die beste Bank in der Hypotheken-Welt“, sagte Bill Strazzullo von Bell Curve Trading. „Wenn die Besten Probleme haben, wie sieht es dann mit allen anderen aus? Es gibt noch vieles, das wir nicht wissen.“ Die Aktien der Bank, die zuletzt drei Fonds schließen musste, die in verbriefte Hypotheken investieren, gaben 2,2 Prozent auf 108 Dollar nach. Noch im Januar stand die Aktie bei 171 Dollar.

Steigende Zinsen und fallende Immobilienpreise hatten zuletzt Schuldner mit geringer Bonität vermehrt in die Pleite getrieben. Weil die Finanzierungen gebündelt und als Derivate weiterverkauft wurden, sind neben den Banken auch Hedgefonds und andere Investoren betroffen. Das löste an den Finanzmärkten zuletzt heftige Turbulenzen aus. Wo die Risiken derzeit genau liegen, ist kaum noch nachzuvollziehen. Zwei Hedge-Fonds von Bear Stearns brachen wegen der Krise bei den zweitklassigen Hypotheken bereits zusammen.
Quelle: HB
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5866

BeitragVerfasst am: 9.Aug 2007 21:13    Titel: Antworten mit Zitat

Die Turbulenzen an den Kreditmärkten trennen die Spreu vom Weizen bei den Geldverwaltern: Hedge-Fonds mussten in der letzten vollen Handelswoche im Juli weltweit die zweitschlechteste Wertentwicklung seit vier Jahren verkraften. Doch die aktuellen Verwerfungen, die vom Markt für riskante US-Hypotheken ausgingen, haben nicht nur große Verlierer, sondern auch große Gewinner hervorgebracht.

Mit ihrem bekanntesten Hedge-Fonds hat die Investmentbank Goldman Sachs derzeit keinen Erfolg. Seit Jahresbeginn hat der Global Alpha Fonds der Bank nach Informationen aus Finanzkreisen rund 16 Prozent verloren. Allein in den hektischen Tagen Ende Juli, Anfang August sackte der Flaggschifffonds noch einmal um mehrere Prozentpunkte ab. Der von Mark Carhart und Raymond Iwanowski gemanagte Goldman-Fonds hatte nach mehreren Jahren mit hohen Renditen die Anleger bereits 2006 mit einem Verlust von rund sechs Prozent enttäuscht.

Global Alpha wurde 1995 gegründet und gilt mit einem verwalteten Vermögen von etwa neun Mrd. Dollar als einer der prominentesten Hedge-Fonds. Dieses Prädikat kann auch der AHL Diversified Futures Fund der weltgrößten börsennotierten Hedge-Fonds-Gesellschaft Man Group für sich in Anspruch nehmen. AHL zählt ebenfalls zu den prominenten Opfern der jüngsten Verwerfungen an den Kapitalmärkten und verlor in der Woche bis zum 27. Juli 6,7 Prozent an Wert. Insgesamt mussten die Hedge-Fonds in der letzten vollen Handelswoche im Juli weltweit die zweitschlechteste Wertentwicklung seit vier Jahren verkraften. Der Index des Informationsdienstes Hedge Fund Research (HFR), einer der am meisten beachteten Maßstäbe für den Anlageerfolg der spekulativen Fonds, verlor vom 23. bis zum 27. Juli mehr als drei Prozent.

Grund waren die extremen Kursausschläge an den Finanzmärkten infolge der sich immer weiter ausbreitenden Krise an den internationalen Kreditmärkten. Noch schlechter schnitten die Hedge-Fonds nur in der Woche vom 26. bis zum 30. März dieses Jahres ab, als der HFR-Index um 3,4 Prozent einbrach, weil an den Weltbörsen eine plötzliche Verkaufswelle einsetzte. Damals hatten zahlreiche Investoren den spekulativen Fonds vorgeworfen, dass sie nicht genug Schutz gegen einen Einbruch an den Aktienmärkten bieten würden. Hedge-Fonds können auch bei fallenden Kursen Gewinne erzielen. Anleger erwarten deshalb von ihnen stabile Renditen, unabhängig von der aktuellen Lage am Kapitalmarkt. Im gesamten Monat Juli traten die Hedge-Fonds den Daten des Indexanbieters MSCI zufolge mit einer Wertentwicklung von 0,01 Prozent quasi auf der Stelle, während die Weltbörsen um 2,8 Prozent nachgaben.

Doch die aktuellen Verwerfungen, die vom Markt für riskante US-Hypotheken ausgingen, haben nicht nur große Verlierer, sondern auch große Gewinner hervorgebracht. Hedge-Fonds, die sich früh auf die so genannte Subprime-Krise eingestellt haben, bescherten den Investoren in diesem Jahr teilweise dreistellige Renditen. Wetten auf weitere Verluste bei Subprime-Hypotheken in den USA bescherten dem Credit Opportunities Fund der New Yorker Hedge-Fondsgesellschaft Paulson Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge für die ersten sieben Monate diesesJahres ein Plus von 303 Prozent. Der von Dallas aus gemanagte Subprime Credit Strategies Fund von Hayman Capital Partners verbuchte sogar Gewinne von 305 Prozent.

Zwei weitere Paulson-Fonds, die in fusionierende Unternehmen beziehungsweise in Unternehmen in Sondersituationen wie Ausgliederungen oder Insolvenzen investieren, haben seit Jahresanfang 43 bis 60 Prozent gewonnen. Beide Fonds haben ebenfalls auf weitere Verluste bei Subprime-Hypotheken gesetzt.
Quelle: HB
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