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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5866
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Verfasst am: 1.Nov 2007 7:38 Titel: Statt Meerblick - Beton, Beton - Regierung reagiert |
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Der Traum vom Urlaub am Meer - für viele Spanientouristen endet er allerspätestens beim Blick aus dem Hotelfenster: das mediterrane Panorama zugestellt durch lange Hochhausreihen, der Weg an den Strand versperrt durch ein Schild mit der barschen Aufschrift "Privatbesitz".
So trostlos sieht es an der spanischen Festlandküste heute über weite Strecken aus, von Lloret de Mar bis Marbella. Das will Spaniens Regierung nun ändern. Zumindest 700 Kilometer, knapp zehn Prozent der verbauten Küste, soll die Öffentlichkeit zurückerhalten. Für das Vorhaben sind zunächst 5 Mrd. Euro aus der Staatskasse eingeplant. Madrid will die Kosten für den Abriss von Hotels in Strandnähe übernehmen, Entschädigungen zahlen und die Umsiedlung der vertriebenen Küstenbewohner finanzieren.
Die Regierung reagiert damit nicht nur auf Klagen von Umweltschützern. Immerhin ein Drittel der Spanier wohnt und arbeitet in unmittelbarer Nähe des Meeres. Es geht aber auch darum, Spaniens Küste für Reisende attraktiver zu machen. Die Tourismusbranche spielt in Spaniens Wirtschaft eine wichtige Rolle; etwa elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts steuert der Fremdenverkehr bei. Da wiegen die Sünden der Vergangenheit schwer. Rund 50 Prozent der insgesamt 8000 Kilometer langen spanischen Küste sind heute bereits mit Hotels und Ferienwohnanlagen versiegelt oder als Bauland ausgewiesen.
Hauptsächlich vor 1988 bebaute Gebiete will Madrid wieder der Natur zurückgeben. Damals trat ein Küstengesetz in Kraft, das neue Schutzzonen schuf. Immobilienbesitzer, deren Privathäuser oder Hotels bereits am Wasser standen, hatten meist eine Genehmigung für 30 Jahre erhalten. Nun solle eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, sagt ein Sprecher des Umweltministeriums. "Wir wollen verhandeln, nicht geradewegs enteignen. Die Besitzer würden dagegen nur gerichtlich vorgehen und damit den ganzen Prozess verlangsamen."
Doch selbst bei großzügigen Abfindungen werde es die Regierung mit ihrem Plan nicht leicht haben, fürchtet die Umweltschutzorganisation WWF in Madrid. "Viele Gemeinden wollen die Bebauung sogar noch fördern, anstatt sie zurückzunehmen", sagt der Meeresexperte José Luis García Varas. Für die Kommunen ist der Landverkauf an Bau- und Immobilienfirmen ein lukratives Geschäft.
Dort, wo die konservative Opposition an der Macht ist, wird die sozialdemokratische Zentralregierung schon wegen der ausgeprägten Feindschaft zwischen den Parteien auf harten Widerstand treffen. Die Zuständigkeiten sind verschachtelt, weswegen Madrid ohne Zustimmung der Gemeinden und autonomen Regionen wenig bewegen kann. Da wundert es nicht, dass die Regierung auf einen Zeitplan für ihr Küstenprogramm verzichtet hat.
Quelle: Karin Finkenzeller |
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