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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5916
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Verfasst am: 4.Jan 2007 17:43 Titel: Indien: Bruchbude für 2000 Euro im Monat |
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Die riesige Nachfrage nach guten Wohnungen treibt die Mieten in Indiens Metropolen in Schwindel erregende Höhen.
In Bombay oder Neu-Delhi kostet ein Appartement mittlerweile genau so viel wie in angesagten Vierteln Londons oder New Yorks.
Selbst wer tausende von Euro hinlegt, muss sich oft mit einer Unterkunft zufrieden geben, in die er hierzulande keinen Fuß setzen würde.
| Zitat: |
Eine knarrende Holztreppe führt in eine feuchte Wohnung mit zwei Schlafzimmern. An den Wänden blättert die Farbe ab, das Badezimmer müsste dringend renoviert werden. Zwar kann man von der Wohnung in der indischen Finanzmetropole Bombay aus das Meer sehen, aber der Blick aus dem Wohnzimmer fällt zuerst auf einen hässlichen Berg von Baumaterial und Kräne.
Der junge Makler Hemant Surve erklärt einer Amerikanerin auf Wohnungssuche, dass sie mit ihrem Budget von etwa 2000 Euro pro Monat plus Nebenkosten leider keine bessere Bleibe finden wird. „Viele würden für eine Wohnung wie diese jeden Preis zahlen“, sagt Surve.
Der Grund für die horrenden Preise: Die boomende Wirtschaft des Landes lockt immer mehr internationale Unternehmen wie Banken und Software-Firmen in Städte wie Bombay oder die Hauptstadt Neu-Delhi, die für ihre ausländischen Angestellten gute Wohnungen finden müssen - und die sind Mangelware. Hinzu kommt die rasant wachsende Zahl von gut bezahlten Indern, die nicht mehr wie früher gemeinsam mit mehreren Generationen unter einem Dach leben wollen.
Allein im letzten Vierteljahr sind die Mieten in Bombays und Neu-Delhis gefragtesten Stadtteilen um ein Drittel gestiegen. Das Bombayer Finanzviertel Nariman Point rückte damit in die Liste der zehn teuersten Stadtviertel der Welt auf. Die Preisexplosion wird sich nach Einschätzung von Immobilienexperten in diesem Jahr ungebremst fortsetzen, da trotz des Bedarfs kaum neuer Wohnraum gebaut wird.
Die marode Infrastruktur tut ihr Übriges: Verstopfte Straßen und schlechte öffentliche Verkehrsmittel zwingen die Menschen dazu, nahe ihres Arbeitsplatzes zu wohnen - ein Ausweichen auf die Vororte ist oft unmöglich.
Viele der teuersten Mietwohnungen in der 17-Millionen Metropole Bombay - die heute eigentlich Mumbai heißt - finden sich deshalb in den ehemals noblen Art-deco-Mietshäusern am Wasser. Wer in diesen meist unrenovierten Gebäuden wohnen will, muss 1500 bis 4000 Euro pro Monat zahlen - plus Nebenkosten.
Mieter müssen sich zudem mit dem Gedanken abfinden, dass viele Nachbarn für eine gleichwertige Wohnung nur ein paar Euro bezahlen: Dank eines 60 Jahre alten Gesetz gegen Mietwucher zahlen sie Preise aus den 40er Jahren. Das bei den meisten Wählern beliebte Gesetz wurde mehr als 20 mal verlängert und gilt für etwa 60 Prozent der Gebäude im Zentrum der Stadt.
Viele Hausbesitzer können deshalb nur mit Zustimmung der Mieter renovieren und die Preise erhöhen. Sie müssen hilflos zusehen, wie ihre Häuser verfallen, während die Mieten andernorts in astronomische Höhen klettern.
Ein ähnliches Gesetz begrenzt viele Mieten auf Indiens teuerster Einkaufsstraße in Neu-Delhi, dem Khan Market, wo sich eine Pacht in guter Lage innerhalb von fünf Monaten um 75 Prozent verteuerte. Das Ergebnis dieser Politik ist eine bizarre Mischung: Friseure schneiden ihren Kunden für 50 Cent die Haare und Marktbuden bieten Plastikeimer und anderen Ramsch feil.
Dazwischen reihen sich an der unregelmäßig gepflasterten Straße die Verkaufsräume internationaler Edelmarken - für 40 Quadratmeter knapp 6000 Euro Miete im Monat.
Von Krittivas Mukherjee, Reuters |
Quelle: Handelsblatt |
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